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Wie ich Irmas Spuren fand
Am 16. August 1943 werden 228 behinderte Frauen und Mädchen aus den Alsterdorfer Anstalten in die Tötungsanstalt "Am Steinhof" in Wien deportiert. Zu ihnen gehört Irma Sperling. Seit dem 21.12.1933 lebt sie in Alsterdorf; ihre Familie wird über die Deportation nicht benachrichtigt. Irma ist das siebte von zwölf Geschwistern. Sie wird am 20.1.1930 als behindertes Kind geboren und verlebt ihre ersten vier Lebensjahre in der Familie. Der Vater ist als Antifaschist in der Arbeiterbewegung aktiv und wird im Mai 1933 vorübergehend in Gestapohaft genommen. Während der Haftzeit verliert er seine Arbeit als Angestellter bei der AOK, wodurch die Familie mit mittlerweile 9 Kindern in große Not gerät. Dies wird auch der Grund sein, dass die Eltern ihr Kind in die Alsterdorfer Anstalt geben. Dazu kommt der Druck aus dem Familienfürsorgeamt. Irma war meine Schwester, sie ist 15 Monate jünger als ich. Ich erinnere mich, dass Irma es liebte, wenn wir mit Freunden musizierten und sangen. Die älteren Schwestern versorgten Irma, weil unsere Mutter mit zwei weiteren Babys, einer erneuten Schwangerschaft und Krankheiten völlig überlastet war. Dazu kam die schwierige finanzielle Lage. Als Irma nach Alsterdorf gebracht wurde, sagten uns die Eltern, es werde ihr dort besser gehen. Meine Mutter starb im April 1942, eine schwere Zeit begann für uns. Im Januar 1945 bekam mein Vater die Nachricht aus Wien (Steinhof), Irma wäre an Grippe und Lungenentzündung gestorben. Im Frühjahr 1983 ordnete ich mit meinem Vater alte Familienakten. Dabei fand ich die Sterbeurkunde von Irma. Mir fiel auf: das Ausstellungsdatum und der Todestag liegen ein Jahr auseinander. Irma starb am 8. Januar 1944, die Urkunde wurde am 4. Januar 1945 ausgestellt. Es ist anzunehmen, dass Nachforschungen verhindert werden sollten?! Mittlerweile war ich seit Jahren Mitglied in der VVN - BdA, und so wusste ich um die Verbrechen der "Euthanasie"-Morde der Nazis. Ich began das Schicksal meiner Schwester zu erforschen, und schrieb Briefe an die Alsterdorfer Anstaltensowie an das Psychiatrische Krankenhaus "Baumgartnerhöhe" (früher Steinhof) in Wien, in denen ich Kopien der psychiatrischen Gutachten und die Krankenberichte anforderte. Aus Alsterdorf kam die Einladung zu einem Gespräch mit einem Vorstandsmitglied. Ich bekam die verlangten Kopien, und es stellte sich das Elend eines Kindes dar, das ohne Therapie und Behandlung verwahrt worden war, um dann selektiert und abtransportiert zu werden. Außer der Sterbeurkunde ist ein Kostenbescheid der Sozialabteilung, Amt Uhlenhorst, erhalten geblieben. Für die Unterbringung in Alsterdorf, aber auch für die Zwangseinweisung in die Tötungsanstalt in Wien sollte mein Vater einen Betrag von 2592,50 RM bezahlen. Angesichts der schwierigen Lage der Familie wurden auf Antrag die Kosten erlassen.
Der damaliger Leiter der Anstalt, Pastor Lensch (Mitglied der SA), war darauf bedacht, seine Anstalt von "Ballastexistenzen" zu befreien. Es ist nicht verwunderlich, dass
Lensch im vorauseilenden Gehorsam Meldebögen an die T4-Zentrale nach Berlin (l) schickte, um den Abtransport ihm lästiger Patienten in die verschiedenen
Tötungsanstalten
zu forcieren. Nach der Befreiung wurde eine Anklage der Staatsanwaltschaft gegen Lensch vom Gericht abgelehnt:
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Von gleicher Gesinnung war der Psychiater und Oberarzt, Dr. Kreyenberg. Er war Befürworter der "Euthanasie" und der Zwangssterilisation. Er machte Versuche an Pfleglingen mit Röntgenstrahlen, um "Schwachsinn" zu heilen. Eine von ihm erstellte Erbgesundheitskartei diente als Vorbild für andere Anstalten und war Anlaß für Vorverurteilungen ganzer Familien.(3) Kreyenberg konnte nach der Befreiung ungehindert in Alsterdorf eine Privatpraxis betreiben. Auch als Gerichtsgutachter wurde er zugelassen. Niemand nahm Anstoß daran, dass er Patienten bei Entschädigungsverfahren begutachtete, denen er selbst Schäden zugefügt hatte. Dieser Psychiater ist es, der das Gutachten über Irma erstellte und damit ihr Schicksal besiegelte. Er bezeichnet sie u.a. als "völlig idiotisch" und beschreibt ihr Äußeres: "flacher Hinterkopf, mit tief in die Stirn reichendem Haarwuchs, vorgewölbte Stirnhöcker, kräftiges Gebiß." Auf dem einzigen Foto von Irma aus Alsterdorf, etwa 2 1/2 Jahre später aufgenommen, ist ein hübsches spielendes Kind zu sehen, so wie ich sie auch in meiner Erinnerung habe, dem man seine angebliche schwere Behinderung nicht ansieht. Aus Wien erreicht mich nach intensiven Nachfragen und langem Warten ein Brief, der wenige Krankenblätter enthält. Die Eintragungen enthüllen ein Maß an Menschenverachtung und Zynismus, die kaum zu ertragen sind. Irmas psychischer und physischer Zustand verschlechterte sich dramatisch. In den ersten acht Wochen in den Wiener Anstalten verringert sich ihr Körpergewicht von 40 kg auf 28 kg. Die Pfleglinge müssen hungern und werden in keiner Weise versorgt. Anfangs wehrt Irma sich noch gegen ihr Schicksal. So heißt es am 26.9.1943 in der Krankenakte: "...schlägt eine große Fensterscheibe ein, ohne sich zu verletzen. Zwangsjacke." Der Vorgang wiederholt sich am 28.9.1943, dann gibt es keine Eintragungen mehr. Irgendwann in diesen Tagen wird Irma mit 13 weiteren Mädchen aus den Alsterdorfer Anstalten in die berüchtigte "Kinderfachabteilung - Am Spiegelgrund", die auf dem gleichen Gelände liegt, verlegt. Irma ist 13, das jüngste Mädchen knapp vier Jahre alt. 3 1/2 Monate später lebt von den 14 Kindern keines mehr. In den Monaten vor der Ermordung werden an den Mädchen pseudowissenschaftliche Untersuchungen vorgenommen. Abgemagert und vom Hunger geschwächt, werden die Kinder durch ständige Medikamentengabe (Luminal) vergiftet. Am 8. Januar 1944 wird Irma ermordet. Die Sterbeurkunde enthält die für "Euthanasie"-Morde typische Eintragung: "Grippe, Lungenentzündung". Meine Anfrage ob eine Grabstätte von Irma vorhanden sei, wurde aus Wien negativ beantwortet. Es gab kein Grab für meine Schwester!
Anmerkungen:
Irma: Aus der Gehirnkammer in Wien zur letzten Ruhe in HamburgWährend meines Aufenthaltes im Dezember 1994 bei meiner Tochter in Tirol sahen wir im ORF einen Bericht. Wir erfuhren, dass sich im Psychiatrischen Krankenhaus "Baumgartner Höhe" in Wien im Keller der Pathologie eine so genannte "Gehirnkammer" befindet. Die Fernsehbilder, die diese Gehirnkammer zeigten, waren schockierend. In dem Raum befanden sich, auf langen Holzregalen stehend, einige hundert Gläser mit den Gehirnen von "Euthanasieopfern". Im Hintergrund sah man alte Möbel gestapelt; in einem der Gläser war ein Kinderkopf zu sehen. Unter anderem wurde darauf hingewiesen, dass man erwägt, diese Gläser in der "Gehirnkammer", die als Gedenkraum bezeichnet wird, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wieder in Hamburg, schrieb ich an die zuständigen Stellen in Wien, um dieses Vorhaben zu verhindern, und machte den Vorschlag, die sterblichen Überreste aller Opfer zu bestatten und eine Gedenkstätte zu errichten. Mir war der Gedanke unerträglich, diese so genannten "neurologisch pathologischen Präparate" (so die offizielle Bezeichnung!) den Augen der Öffentlichkeit ausgesetzt zu wissen. Ich setzte mich dafür ein, für die Opfer der Nazieuthanasie einen Rahmen des Gedenkens zu finden, der dem Verbrechen, das an ihnen verübt wurde, angemessen ist. Außerdem sollte es den Angehörigen die Genugtuung geben, dass diese Verbrechen nicht länger aus der Erinnerung der Menschen verdrängt werden. Nun beginnt ein Briefwechsel mit den Österreichischen Stellen, der sich über ein Jahr hinzieht. 14.2.1995 - der Direktor der Baumgartner Höhe, Professor Gabriel, bestätigt meine böse Ahnung, in dem Keller befindet sich in einem der Gläser das Gehirn meiner Schwester Irma. Weiter schreibt Professor Gabriel von einer "Sammlung", die bis in die 1980er Jahre vergessen war. Jetzt soll sie Psychiater und Pathologen an ein dunkles Kapitel unserer Geschichte erinnern. Am 3. März 1995 teilt mir der zuständige Stadtrat, Dr. Rieder, - er ist auch Vizebürgermeister der Stadt Wien - mit, dass er den Schriftwechsel mit dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes erhalten habe. Daraus gehe hervor, dass "... mittlerweile ernsthafte Gespräche zwischen der Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbundes, der Leitung des Psychiatrischen Krankenhauses und dem Dokumentationsarchivs über Art und Weise eines Gedenkraumes geführt werden". Mein Eindruck ist: in Wien versteht man überhaupt nicht, was mein Anliegen ist. In meiner Antwort an Dr. Rieder gebe ich meiner Enttäuschung Ausdruck darüber, dass er in Bezug auf eine geplante Gedenkstätte für die Ermordeten der damaligen Tötungsanstalt "Am Steinhof" keine Stellung bezogen habe. Ich bitte darum, mich über die weitere Planung, was mit den "Gehirnpräparaten" geschehen soll, zu unterrichten.
Inzwischen hat sich in Hamburg ein Arbeitskreis gebildet. Dazu gehören Dr. Michael Wunder, leitender Mitarbeiter der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, und Pastorin Esther
Bollag aus demselben Haus. Der Landesvorstand VVN-BdA ist vertreten durch unseren 1. Vorsitzenden Helmut Stein. Wir haben unsere Forderungen an die Wiener Behörden
konkretisiert: Mitte Mai erhalte ich einen weiteren Brief von Dr. Rieder, der nicht auf meine Fragen und Forderungen eingeht. Es schreibt u.a. "... auch ich finde, dass eine würdigere Form anzustreben ist. Darüber, wie dies geschehen soll, gehen freilich die Meinungen auseinander. Nicht nur aus persönlicher Betroffenheit habe ich die Entscheidung über die weitere Vorgangsweise mir selbst vorbehalten." Mit der Aussage dieses Briefes bin ich durchaus unzufrieden. Mir bleibt nur übrig, mich an die Ministerin für Gesundheit und Spitalswesen in Wien zu wenden, um eine Entscheidung herbeizuführen. In Bezug auf die zur Schaustellung der sterblichen Überreste der Ermordeten schreibe ich u.a.: "Dies ist für die Angehörigen, also auch für meine Schwestern und mich, absolut nicht zu akzeptieren. Schon, dass es kein Grab für unsere Schwester gibt, ist schwer zu ertragen. Das zeigt, wie unsensibel die zuständigen Stellen in Wien mit Opfern des Faschismus umgegangen sind. Nun haben wir den dringenden Wunsch, dass die letzten sterblichen Überreste unserer Schwester nach Hamburg überführt und in unserer Nähe bestattet werden, was für uns um so wichtiger ist, als wir in unserem Schmerz und unserer Trauer Ruhe finden können." Dieser Brief ging in Kopie an alle beteiligten Stellen, außerdem an den Bundespräsidenten, Dr. Klestil, und an den Bundeskanzler, Dr. Vranitzky, mit der Bitte um Unterstützung. Innerhalb weniger Tage sagen mir die angeschriebenen Personen ihre Hilfe zu. Kurz darauf schreibt mir Dr. Rieder, dass unseren Wünschen und Forderungen nun doch entsprochen wird. Unsere Hoffnung hält nur kurze Zeit an. Am 30.6.1995 schreibt Dr. Rieder, es seien neue Fakten gegen den an den Morden beteiligten Arzt Dr. Gross aufgetaucht. Aus diesem Grund hätte die Staatsanwaltschaft die "Gehirnpräparate" beschlagnahmt, und ich möge "etwas Geduld" haben. Vier Monate später habe ich genug von der Verzögerungs- und Hinhaltetaktik. Ich frage bei dem zuständigen Staatsanwalt an, wann endlich mit der Überführung der Urnen zu rechnen ist. Die Antwort, einen Monat später, besteht aus einem Satz "... Zu Ihrem Schreiben vom 16.10.1995, betreffend das ha (Anmerkung hier anhängige) Verfahren 15St83839/95, Dr. Heinrich Gross, ergeht die Mitteilung, dass die ha Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind." Danach hatte ich nicht gefragt, und ich schreibe einen bösen Brief an den Staatsanwalt. Wieder gehen Kopien an die Ministerin, den Bundespräsidenten und den Bundeskanzler. Auch Helmut Stein und Michael Wunder beschweren sich schriftlich über die Staatsanwaltschaft. Inzwischen habe ich die Nachricht, dass sich die höchsten Staatsorgane in unserem Sinne eingeschaltet haben. Am 2.1.1996 kommt relativ schnell die Nachricht der Staatsanwaltschaft, dass die so genannten Präparate zur Überführung freigegeben worden sind. Wir beschließen, dass die Gedenkfeier mit anschließender Urnenbestattung am 8. Mai 1996, dem Jahrestag der Befreiung, stattfinden soll. Vorher sind noch manche finanzielle und organisatorische Probleme zu lösen. Ein großer Teil der Aufgaben wird von Michael Wunder, Esther Bollag und Helmut Stein übernommen. In den Wochen vor dem 8. Mai 1996 melden sich TV-Anstalten und Rundfunkjournalisten zum Interview und zur Teilnahme an der Feier an. Von Mitarbeitern der Evangelischen Stiftung Alsterdorf werden Einladungen verschickt, und wir planen gemeinsam den Ablauf der Gedenkfeier. Am 8. Mai 1996 haben sich fast 300 Menschen in der Kapelle 13 des Ohlsdorfer Friedhofes eingefunden, darunter die evangelische Bischöfin Frau Jepsen und die Senatorin Frau Fischer-Menzel. Pastor Rolf Baumbach, Direktor der Evangelischen Stiftung Alsterdorf, erinnert in seiner eindrucksvollen Rede an die Verbrechen der NS-Zeit. Die musikalische und künstlerische Gestaltung übernahmen unsere Freunde Angela Altmann und Peter Schenzer sowie der Schauspieler Michael Weber. Nach Redebeiträgen von Michael Wunder, Esther Bollag und Helmut Stein erzählt als Zeitzeuge der ehemalige Anstaltsbewohner Wilhelm Roggenthien von den Leiden in der damaligen Zeit. Auch ich hatte die Gelegenheit, an meine Schwester und den unsäglichen Umgang mit der Geschichte der "Euthanasie"-Morde zu erinnern.
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Die blumengeschmückten Urnen wurden anschließend auf dem Geschwister-Scholl-Ehrenfeld für die Verfolgten des NS-Regimes in einem gemeinsamen Grab beigesetzt. Bewohner der Evangelischen Stiftung Alsterdorf trugen die zehn Urnen zur Grabstätte. Dort nannte Pastor Baumbach die Ermordeten noch einmal bei ihrem Namen. Der Gedenkstein trägt die Inschrift:
"Opfer der Euthanasie Dann folgen die Namen der zehn Opfer und ihr Geburtsdatum sowie der Tag ihrer Ermordung. So wurden diese Menschen dem Vergessen entrissen, und ein Teil ihrer Würde wurde ihnen zurückgegeben.
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How I rescued my sister Irma from oblivion
On 16 August 1943, 228 handicapped girls and women from the Alsterdorfer Institutions were deported to the "Am Steinhof" asylum of death in Vienna. Irma Sperling was among them. She had lived in the Alsterdorf Institution since 21.12.1933. Her family was not informed about her deportation. Irma was the seventh of twelve siblings. She was born a handicapped child on 20.01.1930 and lived her first four years in the family. Her father was an active member of the anti-fascist workers' movement and was arrested by the Gestapo in May 1933. During his imprisonment he lost his job with the AOK (health insurance company) whereby the family of 9 children suffered financial hardship. The Family Welfare Service put pressure on the parents and the child was admitted to the Alsterdorfer Asylum. Irma was my 15 months younger sister. I remember that Irma loved it when we made music and sang with friends. The older sisters cared for Irma because our mother was completely overburdened with two further babies, a renewed pregnancy and illness. The financial situation was an additional burden. When Irma was taken to Alsterdorf our parents told us it would be better for her there. When our mother died in April 1942 we were in dire straits. In January 1945 my father received a letter from Vienna (Steinhof) informing him that Irma had died of influenza and pneumonia. In spring 1983 I was putting family documents in order with my father when I found Irma's death certificate. I noticed that the date of death and the date of issue lay one year apart. Irma died on 8 January 1944; the death certificate was issued on 4 January 1945. It can be assumed this was to thwart inquiries. I had been a member of the VVN - BdA (Federation of those persecuted by the Nazis) for years and so I was informed about the Nazi "Euthanasia" murders. I began investigate the fate of my sister and wrote letters to the Alsterdorfer Asylums and to the "Baumgartnerhöhe" psychiatric hospital (formerly Steinhof) in Vienna, requesting copies of the psychiatric assessments and the patient reports. Alsterdorf invited me to a meet a member of the board. I received the requested copies and thereby learned of her wretched detention without therapy or treatment, only then to be "selected" and deported. In addition to the death certificate there was a bill from the Uhlenhorst social welfare department. My father was presentzed with a bill of 2,592.50 RM for the placement in Alsterdorf and for the involantry commitment to the death institute in Vienna. In view of the family's financial plight the costs were remitted by request. That director of the Alsterdorfer Institution, Pastor Friedrich Lensch (SA member), considered ridding his institute of life "ballast persons". It is not surprizing that Lensch in obedience sent registration forms to the T4 Headquarters in Berlin(l) in order to accelerate the transport of bothersome patients to the various institutes of death. After the war charges brought against Lensch by the public prosecutor's office were dismissed by the court: " … Lensch could not have known that the transports were destined for institutes of death." At the end of the war the denazification proceedings of the British Occupation Forces forced Lensch, as SA member, to vacate his position as director of the Alsterdorfer institutes. However, he never showed any sign of remorse. Lensch's guilt-free conscience was attested when, in 1948, he expressed interest in becoming director of the Alsterdorfer institutes once again. The Hamburg Evangelical Church mediated a rectorate for Pastor Lensch in Hamburg-Othmarschen.(2)
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The psychiatrist and senior physician Dr. Gerhard Kreyenberg was of the same complexion. He was an advocate of "Euthanasia" and compulsory sterilisation. He experimented with wards to heal their "mental deficiency" with X-rays. His hereditary health card index served as a model for other institutes and caused entire families to be stigmatised.(3) After the war, Kreyenberg ran a private practice unimpeded in Alsterdorf. He was also approved as a court-appointed expert. Nobody questioned the fact that he evaluated patients in compensation proceedings to whom he had inflicted damage. He evaluated Irma's case and thereby sealed her fate. He declared her to be "completely imbecilic" and described her outward appearance so: "flat occiput, with hair growing deep over the brow, protruding frontal tuber, powerful jaw." In the only photograph taken of Irma at Alsterdorf, around 2 1/2 year after her admission, there is a pretty child playing, as I remember her, with no sign of any alleged heavy disability. After intense inquires and a long wait a letter containing a few pages of patient notes arrived from Vienna. The entries revealed an unbearable contempt for mankind and cynicism. Irma's psychological and physical condition worsened dramatically. In the first eight weeks in the Viennese Institutes her body weight fell from 40 kg to 28 kg. Irma was starved. At first she resisted. An entry in her patient file from 26.09.1943 reads: " … smashed a large window without injuring herself. Straitjacket." This was repeated on 28.09.1943 and then there were no more entries. Shortly thereafter Irma, with 13 other girls from the Alsterdorfer institutes were transferred to the notorious "Children's Department - Am Spiegelgrund" in the same cmplex. Irma was 13, the youngest girl barely four years old. 3 1/2 months later none of the 14 children remained alive. In the months prior to their murder pseudoscientific examinations were carried out on the girls. Emaciated and weakened by hunger the children were pumped full of the barbiturate Luminal. Irma was murdered on 8 January 1944. The death certificate contains the typical cause of death given for "Euthanasia" murders" : "Influenza, Pneumonia". My inquiry to Vienna as to whether my sister had a grave was answered in the negative. There was no grave for my sister!
Notes:
Irma: From the brain specimen room in Vienna to her laying to rest in HamburgWhile visiting my daughter in Tirol in December 1994 we saw a TV report on ORF (Austrian Broadcasting). We were informed that a so called "brain specimen room" existed in the cellar of the psychiatric hospital "Baumgartner Höhe" in Vienna. The television pictures were shocking. Long wood shelves housed hundreds of glasses with the brains of "Euthanasia victims". In the background old furniture was stacked; in one of the glasses a child's head was to be seen. It was intended to make these glasses in the "brain specimen room", referred to as a commemorative room, accessible to the public. Back in Hamburg, I wrote to the authorities concerned in Vienna, in order to prevent this happening, with the request that the mortal remains of all victims be buried and a memorial established. It was intolerable for me that these so called "neurological pathological specimens" (the official designation) were to be exposed to public view. I committed myself to finding a setting appropriate to the memory of the victims of the Nazi euthanasia. The relatives of the victims were to have the satisfaction of knowing that these crimes were no longer excluded from historical memory. An exchange of correspondence with the Austrian authorities began which extended over one year. 14.02.1995 - the director Baumgartner Höhe, Professor Eberhard Gabriel, confirmed my misgiving, my sister Irma's brain was to be found in one of the glasses in the cellar. The "collection" had been forgotten up to the1980s. It was to remind psychiatrists and pathologists of this dark chapter in our history. On 3 March 1995, Dr. Sepp Rieder, town councilor and deputy mayor of Vienna, informed me that he had received my correspondence with the Documentation Centre of Austrian Resistance (DÖW). As a consequence: " … meanwhile serious discussions are taking place between the Viennese hospital group management, the psychiatric hospital administration and the Documentation Centre of Austrian Resistance about best to organize a memorial room". I got the impression that no one in Vienna understood my concern. I expressed my disappointment to Dr. Rieder over the fact that did not react to my wish for a memorial for the "Euthanasia" victims of the former institute of death "Am Steinhof". I requested him to inform me about what was planned for the "brain specimens".
In the meantime a working group had been formed in Hamburg of Dr. Michael Wunder and Pastor Esther Bollag from the Evangelical Foundation Alsterdorf and Helmut Stein
chairman of the Hamburg VVN-BdA. We demanded the following from the Viennese authorities: I received a further letter from Dr. Rieder mid May that made no response to my questions or demands. He wrote, " … I also think that a worthier genre should be found. Our opinions differ over the solution. It will be my decision because I am more than simply personally involved." I was totally dissatisfied with this statement. My only recourse was to write to the Health Minister in Vienna to bring about a decision. With regard to the display of the mortal remains of the "Euthanasia" victims I wrote: "This is completely unacceptable for the relatives and for my sisters and me. It is difficult enough to bear. This indicates how insensible the Viennese authorities are in their treatment of the victims of fascism. Our urgent desire is that the last mortal remains of our sister Irma are transferred to Hamburg and buried close by us so that we may find peace from our grief and our sorrow." A copy of this letter went to all those involved and in addition to Dr. Thomas Klestil, the Federal President of Austria and to Dr. Franz Vranitzky, the Austrian Federal Chancellor with the request for their support. Shortly thereafter Dr. Rieder wrote to me that our wishes would be fulfilled. And then our hopes were dashed. On 30.06.1995 Dr. Rieder wrote that new evidence had come to light against the physician Dr. Heinrich Gross who had been involved in the murders. For this reason the public prosecutor's office had impounded the "brain specimens" and I should show forbearance. Four months later I had enough of the delaying tactics. I wrote to the public prosecutor asking when the transfer of the urns would finally take place. The answer, that arrived one month later, consists of one sentence, " … In reply to your letter of 16.10.1995 concerning the ha pending lawsuit 15St83839/95, Dr. Heinrich Gross, I inform you that the ha investigations are not concluded." I then wrote an angry letter to the public prosecutor. Again copies went to the Health Minister, the Federal President and the Federal Chancellor. Helmut Stein and Michael Wunder also wroter letters of complaint to the public prosecutor's office. In the meantime I was informed that the highest government bodies were intervening on our behalf. On 2.01.1996 we were informed by the public prosecutor's office that the so called specimens had been released for transfer. The commemoration ceremony with subsequent burial was planned for 8 May 1996, the anniversary of Victory in Europe Day (V-E Day). There were still some financial and organizational problems to be solved. Michael Wunder, Esther Bollag and Helmut Stein took responsibility for most of the organization. During the weeks before 8 May 1996 TV and radio journalists requested interviews and participation in the memorial ceremony. Invitations were sent to the staff of the Evangelical Foundation Alsterdorf and together we planned the course of the commemoration ceremony. On 8 May 1996 nearly 300 people were present in chapel 13 of the Ohlsdorf Cemetery, among them the Evangelical Bishop Maria Jepsen and Senator Helgrit Fischer-Menzel. Pastor Rolf Baumbach, director of the Evangelical Foundation Alsterdorf, gave an impressive speech recalling the Nazis crimes. Angela Altmann and Peter Schenzer and the actor Michael Weber were responsible for the music and readings. Following speeches from Michael Wunder, Esther Bollag and Helmut Stein, Wilhelm Roggenthien, a former ward of the Alsterdorfer Institute, related the suffering he experienced during that time. I also had the opportunity to speak about my sister and the contemptible way the history of the "Euthanasia" murders had been handled.
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Afterwards the flower-decorated urns were buried in a common grave in the Geschwister-Scholl burial grove in honour of those persecuted by the Nazis. Wards of the
Evangelical Foundation Alsterdorf carried the ten urns to the burial place. Pastor Baumbach then named each of the "Euthanasia" victims. The memorial stone carries the
inscription: Beneath are the names of the ten victims, their date of birth and the day of their murder. And so these individuals were rescued from oblivion and a part of their dignity restored to them.
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