Hamburger Abendblatt 28.07.2006
Copyright © Klaus Witzeling, Hamburger Abendblatt

Auf den Spuren von Hamburgs verdrängten Opfern


Schwule, Lesben: Auch nach dem Ende der Nazi-Herrschaft gingen Schikanen für Homosexuelle weiter. Der Forscher Bernhard Rosenkranz hat das Schicksal von Homosexuellen in Hamburg während des Dritten Reichs und nach dem Krieg dokumentiert. Seine "Stolpersteine" und ein historischer Stadtrundgang sollen an die Opfer aus der Zeit erinnern.

Hamburg. Blank gefegt glänzt im Sommerlicht das nagelneue Pflaster vor dem Alsterhaus. Welcher Hamburger weiß, daß 1936 die Gestapo bei "Arisierungsaktionen" im Konsumtempel auch 40 homosexuelle Angestellte und Verkäufer verhaftete? Schräg gegenüber im sträflicherweise mehrfach "modernisierten" Alsterpavillon hat sich damals nicht nur die Swing-Jugend getroffen: Auf dem "warmen Hügel", einer Empore des Kaffeehauses, gaben sich Männer Rendezvous.

Vom Park an der Lombardsbrücke über den Neuen Jungfernstieg führte die "einschlägige" Flaniermeile durch die Alsterarkarden zum Graskeller. Heute sind St. Georg und St. Pauli die Viertel für Cruising, wie die Kontaktsuche im Gay-Jargon genannt wird.

Bis in die Siebzigerjahre jedoch war die Neustadt zwischen Binnenalster und Elbe - jetzt so gut wie unsichtbar hinter den postmodern einförmigen Hochglanzfassaden - ein Zentrum des schwulen Vergnügens und auch der Verfolgung Homosexueller im Dritten Reich. Es hat also einen historischen Grund, warum die Gay-Pride-Woche (diesmal wegen der WM vom 28. Juli bis 5. August) zur Feier des Christopher Street Days ihr Zentrum am Jungfernstieg hat, was wohl nur die "Bewegungs-Opas" unter den jungen, im bunten Tuntentrubel Feiernden wissen.

"Ich mache das den Kids ja gar nicht zum Vorwurf", meint Bernhard Rosenkranz auf dem Jungfernstieg beim "etwas anderen Stadtrundgang" auf den Spuren von Hamburgs schwuler Stadtgeschichte. "Sie sind mit ihrem Coming-out vollauf beschäftigt, das immer noch schwierig genug ist." Für Leute, die nie ein Geschichtsbuch, eine wissenschaftliche Abhandlung in die Hand nehmen, hat er mit Gottfried Lorenz das Buch "Hamburg auf anderen Wegen" geschrieben. Er führt auch gern durch die Straßen, um anschaulich und lebensnah an die Kontinuität in der Verfolgung von Homosexuellen zu erinnern.

"Für alle anderen Opfer des Nazi-Regimes hörte sie 1945 auf", erklärt er, "doch für uns, die Schwulen, ging sie bis 1969 weiter." Am 10. Mai 1957 hat das Bundesverfassungsgericht den Paragraphen 175 bestätigt. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damals so: "Was 1935 Recht war, kann heute kein Unrecht sein." Bernhard Rosenkranz holt tief Luft. Und legt nach. Nicht umsonst hat er vier Jahre lang, seit dem Jahr 2002, penibel recherchiert, welche Schicksale Homosexuelle in Hamburg erlitten haben. Er führte Interviews mit Zeitzeugen, durchforstete das Staatsarchiv, recherchierte in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, suchte nach Geburts- und Sterbeurkunden bei den Bezirksämtern.

Und er hat dabei eine ganze Menge Akten gefunden. "Diese Unterlagen wurden nach Kriegsende von den gleichen Beamten weitergeführt, die auch in der NS-Zeit bereits für die Verfolgung zuständig waren!" Die Homosexuellen, die von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager gebracht wurden, mußten als Erkennungszeichen einen "Rosa Winkel" an der Häftlingskleidung tragen. "Sogar noch im Jahr 1946", berichtet Rosenkranz, "forschten Beamte in deutschen Behörden, wo die ,Rosa Winkel'-Träger in den KZ verblieben sind." Nicht etwa, um diesen Opfern zu helfen. Sondern: "Sie wollten bei jenen, die von den Nazis zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden, sicherstellen, daß diese ihre Haftzeit auch wirklich zur Gänze verbüßt haben."

Wie unter den Nazis wurden in den Fünfzigerjahren weiterhin Prozesse gegen Schwule geführt. "Das Klima der Angst und Unsicherheit wirkte noch lange nach, bis 1994 der Paragraph 175 endgültig abgeschafft wurde."

Dabei galt Hamburg neben "Babylon Berlin" als eine der liberaleren Städte in den "Goldenen Zwanzigern". "Mit den Nazis war das aber schlagartig vorbei", sagt Rosenkranz. Bei unserem Stadtrundgang sind wir inzwischen am Neuen Wall angekommen, an der Kreuzung zur Stadthausbrücke.

Im ehemaligen barocken Görtzschen Palais war die Zentrale der Gestapo. "Durch das Ausquetschen der Opfer in Verhören konnten sie hier immer mehr Männer ermitteln." Ein Viertel der von Rosenkranz recherchierten Fälle - insgesamt hat er bisher 109 Schicksale dokumentiert - basierte auf der Denunziation durch Nachbarn, ein weiteres Viertel durch heterosexuelle Männer, die versehentlich von Homosexuellen angesprochen wurden und in deren Schußlinie geraten waren. "Dieses alles geschah durch Mitbürger in vorauseilendem, falsch verstandenem moralischen Gehorsam. Denn es gab kein Gesetz, das Denunziation vorschrieb."

Der ehemaligen Gestapo-Zentrale gegenüber, am Neuen Wall 103, hatte Carl Bruns mit seinem Lebenspartner Otto Schildt ab 1927 das Geschäft für Herrenbekleidungsstoffe Tuchlager Welzien & Co. Er lernte einen Fotografen namens Heinrich Roth kennen, zog mit Schildt und seiner Mutter auf die Uhlenhorst. Bruns und Roth wurden 1936 und 1942 inhaftiert und zu Gefängnis verurteilt. Ersterer wurde ins KZ Sachsenhausen deportiert und starb auf dem Todesmarsch im April 1945, letzterer kam nach Neuengamme und beim Untergang der "Cap Arcona" ums Leben.

Zwei von insgesamt 109 Schicksalen in Hamburg. Etwa 54 000 homosexuelle Opfer gab es in der NS-Zeit deutschlandweit, 7000 kamen in Konzentrationslagern um, darunter auch in Fuhlsbüttel und Neuengamme. Genaue Zahlen liegen nicht vor. "Es gibt noch eine enorm hohe Dunkelziffer durch Selbstmorde nach Denunziationen oder Hausdurchsuchungen", betont Rosenkranz.

Bernhard Rosenkranz will, daß die Opfer nicht vergessen werden. Darum gründete er mit Ulf Bollmann, der im Staatsarchiv tätig ist, die Initiative "Gemeinsam gegen das Vergessen - Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer". Bischöfin Maria Jepsen unterstützt das Projekt als Schirmherrin. Erst jüngst wurden für Carl Bruns und Heinrich Roth in der Papenhuder Straße 32 zwei Stolpersteine gelegt. Auch die Bischöfin besuchte die Gedenkfeier und sprach dabei über die zweifelhafte Rolle der Kirche bei der Verfolgung Homosexueller.

Den Michel im Blick, stehen wir nun am Großneumarkt, wo es mehrere "Freundschaftslokale" gab wie das legendäre Stadtkasino. In den Zwanzigerjahren existierte im "Bermudadreieck" zwischen Hütten, Neuem Steinweg, Wexstraße und Kohlhöfen eine rege Szene einschlägiger Kneipen: Sie hießen Zum Halbmond, Zur Sonne, Zu den 3 Sternen und Marienburg.

Das am Großneumarkt erhaltene Backsteinhäuschen, heute eine Eisdiele, war damals eine bekannte "Klappe", eine Toilette, in der sich Schwule trafen. 1965 wurden dort wie in anderen Toilletten auch (etwa am Jungfernstieg und Spielbudenplatz) Einwegspiegel installiert, um Polizisten zu ermöglichen, heimlich die Männer zu beobachten und sie wegen "auffälligen Verhaltens" zu verwarnen. Ein zu langer Blickkontakt genügte. Dann erhielten die Männer Toiletten-Verbotsscheine und riskierten bei Zuwiderhandeln eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Corny Littmann, der heute Intendant der beiden Theater Schmidt und Schmidts Tivoli ist und außerdem Präsident des FC St. Pauli, war damals einer der Vorkämpfer in Hamburgs schwul-lesbischen Aktions- und Selbsthilfe-Gruppen. Er zerschlug während der ersten Hamburger "Gay Pride"-Demonstration (gay = schwul, pride = Stolz) Anfang Juli 1980 am Jungfernstieg das Glas eines Toilettenspiegels, um gegen die Bespitzelung von Schwulen und gegen die über sie angelegten "Rosa Listen" zu protestieren. Damit sorgte er in den Medien und in der Politik für Aufruhr.

Bernhard Rosenkranz kann eine Menge erzählen. Er macht vergessene Verbrechen an der Menschlichkeit wieder lebendig und sichtbar. Aber er kennt auch Beispiele, wo Homosexuelle sich gewitzt zur Wehr setzten. Da war zum Beispiel der Kneipenwirt Werner Lander, genannt Therese. 1963 eröffnete er am Alten Steinweg das Neu-Stadtcasino. Zwei Jahre zuvor war durch Verwaltungsgerichtsbeschluß des Ordnungsamts ein Tanzverbot in Hamburger Homolokalen bestätigt worden. Doch Schlitzohr Lander wußte sich zu wehren. Er zahlte nur einmal 1800 Mark Strafe wegen Verstoßes gegen das Tanzverbot. Und organisierte einmal im Monat Busfahrten ins tolerantere Hannover. Dort, im Wielandseck, ließen sich die Tunten den Spaß am Tanzvergnügen nicht nehmen.

Doch die meisten Geschichten sind nicht lustig. Es sind Tragödien. Insgesamt 19 Stolpersteine, die der Kölner Künstler Gunter Demnig erfunden hat, erinnern in Hamburg bislang daran. Und es sollen noch mehr werden. Bislang hat Bernhard Rosenkranz 99 Patenschaften eingeworben, jede einzelne ermöglicht einen Stolperstein für 95 Euro.

In der Neustadt wird auf diese Weise zum Beispiel an August Hünfeldt erinnert, der von seinen Zimmervermietern, dem Fuhrunternehmer-Ehepaar Schmuck, durch das Oberlicht der Tür bespitzelt und schließlich denunziert und verhaftet wurde. In der Peterstraße 2, wo früher das Lokal Zur Petersburg war, erinnert Rosenkranz bei unserem Stadtrundgang an die lesbische Jüdin Mary Pünjer, deren Stolperstein in Wandsbek liegt, wo sie aufwuchs und wohnte. 1940 wurde sie bei einer Kneipen-Razzia verhaftet, als "asozial" und "lesbisch" ins Frauen-KZ Ravensbrück eingeliefert, durch den Morddoktor Friedrich Mennecke als "lebensunwert" selektiert und vermutlich in Bernburg bei Dessau im Gas ermordet.

Hinter der Finnischen Seemannskirche im Eichholz ist der Gedenkstein für Rudolf Müller im Pflaster eingelassen. Der Gärtner aus Dresden, Jahrgang 1913, kam 1939 nach Hamburg, ging auf den Strich und wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Aus der Haft stellte er einen Antrag auf "freiwillige Entmannung", die im Oktober 1942 durchgeführt wurde. Die Kastration (insgesamt 2600 wurden im Deutschen Reich durchgeführt, 600 davon im Mustergau Hamburg) rettete ihn nicht. Im Februar 1944 wurde Müller, durch die Operation gesundheitlich stark geschädigt, ins KZ Neuengamme verschleppt, wo er im März starb.

Rosenkranz möchte, daß die Menschen mehr über das Schicksal der homosexuellen Opfer erfahren. Er will noch viele Biographien aus dem wenigen, noch vorhandenen Aktenmaterial aufdecken. Und Zeitzeugen befragen. Ein Job nahezu rund um die Uhr. "Ich muß mich beeilen, es leben nicht mehr viele Leute."

Ende der 80er Jahre wurden zwar 100 000 NS-Akten freigegeben, doch dem damaligen Leiter des Hamburger Staatsarchivs waren die Schwulenakten zuviel, und er ließ 1996 Tausende davon vernichten, was ihm nicht einmal eine Rüge einbrachte, obwohl der skandalöse Fall den sogar Rechtsausschuß der Bürgerschaft beschäftigte. "Durch diesen unbedachten oder beabsichtigten Ordnungsakt wurden die Opfer ein zweites Mal vernichtet", meint Rosenkranz. Er wird nicht lockerlassen.


Hamburger Abendblatt 28.07.2006
Copyright © Klaus Witzeling, Hamburger Abendblatt

Unveiling Hamburg's Homosexual Victims of Nazism


The persecution of homosexuals continued unabated after the end of Nazi rule. Bernhard Rosenkranz has documented the fate of homosexuals in Hamburg during the 'Third Reich' and after the war. 'Stolpersteine' ('Stumbling Stones') and a historical city sightseeing walk are to keep alive the memory of these victims.

I met Bernhard Rosenkranz in front of the newly renovated, prestigious Alsterhaus department store overlooking the Inner Alster Lake on Jungfernstieg. It is not generally known that in 1936 the Gestapo's "Aryanisation Action" included the arrest of 40 homosexual employees and salesmen of this department store. The Alsterpavillon café diagonally opposite was also not only the rendezvous of the Swing-Jugend (Swing Kids); a gallery of the coffee house was also the rendezvous for homosexual men.

Then the cruising route included the park near the Lombardsbrücke along Neuen Jungfernstieg, through the Alsterarkarden to Graskeller. Today St. George and St. Pauli are the quarters for gay cruising.

Into the nineteen-seventies the Neustadt district between the Binnenalster (Inner Alster Lake) and the River Elbe was the centre of gay life and also the persecution of homosexuals during the 'Third Reich'. This is the historical reason why Gay Pride Week, celebrating Christopher Street day, is centred on Jungfernstieg.

"I don't reproach the kids today for their historical ignorance", say's Bernhard Rosenkranz. "They are preoccupied with their 'coming out' which is still difficult enough." For those people who have never read a history book he has, together with Gottfried Lorenz, written 'Hamburg auf anderen Wegen' ('Hamburg Otherwise'). He willingly takes me on a road by road tour giving a graphic description of the continuity of the persecution of homosexuals.

"The persecution of all the other Nazi victims ended with the end of the war in 1945", he explains, "but for us gays it continued until 1969." On 10 May 1957 the Federal Constitutional Court confirmed Paragraph 175. The judges justified their decision so: "Was 1935 Recht war, kann heute kein Unrecht sein" ("What was law in 1935 cannot be an unjust law today"). Bernhard Rosenkranz takes a deep breath and continues. This provoked him to undertake four years of research into the persecution of homosexuals in Hamburg. He interviewed witnesses, combed the Hamburg State Archives, researched the Neuengamme concentration camp memorial and searched for birth and death certificates in district offices.

He found an abundance of files. "After the war these 'cases' were further administered by the same police officials who had been responsible for the persecution of homosexuals during the Nazi period!" Homosexuals imprisoned in concentration camps had to wear a 'pink triangle' on their prison jackets identifying and stigmatizing them as homosexuals. "Still in 1946", Rosenkranz reports, "police officials investigated the whereabouts of these wearers of the 'pink triangle'". Not in order to help these victims. On the contrary: "They wanted to ensure that those homosexuals imprisoned by the Nazis had fully served their sentences."

In the nineteen-fifties legal proceedings were further taken against gays, just as under the Nazis. "The climate of fear and insecurity lasted until 1994 when Paragraph 175 was finally abolished."

Hamburg, together with 'Babylon Berlin', was regarded as one of the most liberal cities in the 'golden twenties'. "The Nazis immediately put an end to this", says Rosenkranz. Our historical city sightseeing walk has brought us to Neuen Wall at the junction with Stadthausbrücke.

The former baroque Görtz Palais, 86 Neuen Wall, housed the Gestapo headquarters. "Ever more men were detected by forcing information from those interrogated." A quarter of the cases investigated by Rosenkranz - to date, in 2006, there are a total of 109 - came about through denunciation by neighbours, a further quarter by heterosexual men who were identified when inadvertently addressed by other homosexuals." All this was done by fellow citizens in wrongly conceived moral obedience because there was no law that proscribed denunciation."

From 1927 onward the homosexual couple Carl Bruns and Otto Schildt had their men's material business, 'Tuchlager Welzien & Co', at 103 Neuen Wall, opposite the former Gestapo headquarters. Bruns became acquainted with a photographer named Heinrich Roth, he moved to the Uhlenhorst district of Hamburg with Schildt and his mother. Bruns was arrested in 1936 and imprisoned in Sachsenhausen concentration camp and died on the death march in April 1945; Roth was arrested in 1942 and imprisoned in Neuengamme concentration camp and died with the sinking of the "Cap Arcona".

These are only two of altogether 109 such cases in Hamburg. There were around 54,000 homosexuals victims of Nazi persecution, 7,000 died in concentration camps including Fuhlsbüttel and Neuengamme in and near Hamburg. Exact numbers are not known. "There is still another very high estimated number of deaths by suicide following denunciation or a house search", Rosenkranz stresses.

Bernhard Rosenkranz's aim is that the victims should not be forgotten. For that reason he, together with Ulf Bollmann, employee of the Hamburg State Archives, founded the project 'Together against Forgetting - Stumbling Stones for Homosexual Victims of Nazism'. Bishop Maria Jepsen is the patroness. In 2006 two stones were laid in the pavement in front of 32 Papenhuder Straße for Carl Bruns and Heinrich Roth. Bishop Jepsen attended the commemoration ceremony and conceded the compromising role the church had played in the persecution of homosexuals.

We have reached Großneumarkt in the shadow of the St. Michaelis church where there used to be several "gay pubs" and the legendary Stadtkasino. In the nineteen-twenties there existed a gay scene with gay pubs in the 'Bermuda Triangle' between Hütten, Neuen Steinweg, Wexstraße and Kohlhöfen: their names were 'Zum Halbmond', 'Zur Sonne', 'Zu den 3 Sternen' and 'Marienburg'.

The small brick house on the Großneumarkt square, today an ice-cream parlor, was at that time a well-known "cottage", a toilet in which gays meet for sex. In 1965 here and in other toilets (in Jungferstieg and Spielbudenplatz) two-way mirrors were installed to allow policemen to secretly observe men and caution them for "lewd conduct". A too long eye contact was sufficient. The men then received toilet prohibition tickets and by contravention risked being charged with breach of the peace.

Corny Littmann, today theatre manager of Schmidt and Schmidts Tivoli and president of the FC St. Pauli, was at that time a campaigner in Hamburg's gay and lesbian ginger groups and self-help groups. During the first Hamburg 'Gay Pride' demonstration at the beginning of July 1980 he smashed a two-way mirror in the toilet in Jungfernstieg in protest against the spying on gays and against their registration in 'pink lists'. This caused an uproar in the media and politically.

Bernhard Rosenkranz has a lot of such stories to tell. His telling graphically brings to life forgotten crimes against humanity. But he also knows of cases where homosexuals resisted. There was for example the landlord Werner Lander, known as Therese. In 1963 he opened the Neu-Stadtcasino on Alten Steinweg. Two years previously the Administrative Court confirmed the Public Order Office ruling a dance prohibition in Hamburg gay pubs. But Lander knew how to fight this. He paid a 1,800 Marks fine for offending against the dance prohibition once only and then organized monthly bus trips to more tolerant Hannover. There, in 'Wielandseck' there was no such restriction.

But most stories are not amusing. They are tragedies. So far in Hamburg, in 2006, altogether 19 'Stolpersteine' ('Stumbling Stones'), the idea of the Cologne artist Gunter Demnig, commemorate these deaths. There are more to come. So far Bernhard Rosenkranz has recruited 99 sponsors each financing a Stolperstein for 95 Euros.

For example in the Neustadt district a stumbling stone commemorates August Hünfeldt who was spied on by his landlord, the haulage contractor and his wife, through the skylight above the door, denounced and arrested. At 2 Peterstraße, where the former gay pub 'Zur Petersburg' was, Rosenkranz tells me the story of the lesbian Jewess Mary Pünjer, whose stumbling stone is in Wandsbek where she grew up and lived. In 1940 she was arrested in a police pub raid and imprisoned as 'asocial' and 'lesbian' in Ravensbrück concentration camp for women and selected by the death doctor Friedrich Mennecke as 'life unworthy of life' and probably gassed in Bernburg, a 'euthanasia institution' near Dessau.

Rudolf Müller's stumbling stone is set in the pavement behind the Finnish sailors' church in Eichholz. The gardener from Dresden, born in 1913, and who came to Hamburg in 1939 was sentenced to four years imprisonment for hustling. In October 1940, after his release, a 'voluntary castration' was performed on him. The castration (altogether 2,600 were performed in the German Reich, 600 of these in Hamburg) did not save his life. In February 1944 Müller, adversely affected by the operation, was imprisoned in Neuengamme concentration camp where he died in March of the same year.

Rosenkranz wants people to be informed about the fate of the homosexual victims of Nazism. There are still many more biographies he wants to bring to light from the existing documents and surviving witnesses. It is a twenty-four hour job. "I must hurry; there are very few witnesses still alive."

At the end of the nineteen-eighties 100,000 Nazi files were declassified. Hans-Dieter Loose, director the Hamburg State Archives at that time, decided there were too many files of homosexual victims. In 1996 he had thousands of these files destroyed. He was not censured for this although this scandal was investigated by the judicial committee of the Parliament of the Free and Hanseatic City of Hamburg. "This thoughtless or intentional act caused the victims to be annihilated a second time", says Rosenkranz. He is determined to bring to light the biographies of as many homosexual victims of Nazism as possible.

Bernhard Rosenkranz died on 26 February 2010 at the age of 50 following a serious illness.