UTOPIE kreativ, Heft 175 (Mai 2005), S. 445-451
Copyright © Wolfgang Wippermann
Professor für Neuere Geschicht an der Freien Universität Berlin

"Wie die Juden"? Die Kontroverse über den Völkermord an Sinti und Roma.


"Es ist ebenso wie mit den Juden. (...) Es bestand kein Unterschied zwischen den Zigeunern und den Juden." Dies antwortete der Führer der Einsatzgruppe D, Otto Ohlendorf, auf die Frage der Nürnberger Ankläger, warum seine Untergebenen auch "Zigeuner" ermordet hätten. Der berüchtigte SS-Obergruppenführer Erich von dem Bach-Zelewski beschrieb die Aufgaben der von ihm geleiteten Einsatzgruppe B folgendermaßen: "Die Hauptaufgabe (...) war die Vernichtung der Juden, Zigeuner und der Politischen Kommissare."

Täter wie Ohlendorf und von dem Bach-Zelewski haben bereitwillig zugegeben, dass die Sinti und Roma "wie die Juden" verfolgt worden sind. Der Mord an den Sinti und Roma, der in ihrer Spache, dem Romanes, als "Porrajmos" (das Verschlungene) bezeichnet wird, war wie die Shoah ein Völkermord. Beide Völkermorde waren intendiert, rassistisch motiviert und total. Die von Himmler bereits am 8. Dezember 1938 öffentlich angekündigte "endgültige Lösung der Zigeunerfrage (...) aus dem Wesen dieser Rasse heraus" war wie die "Endlösung der Judenfrage" Teil eines umfassenden Programms der Nationalsozialisten, das im Innern eine "Reinigung des Volkskörpers" von allen "rassefremden" (aber auch "kranken" und "asozialen") "Elementen" und im Äußeren die Gewinnung von "Lebensraum im Osten" vorsah, der ebenfalls von den Angehörigen "minderwertiger Rassen", allen voran wiederum Juden und Sinti und Roma, "gereinigt" werden sollte.

Die Nationalsozialisten nannten dies "ethnische Flurbereinigung".

Shoah und Porrajmos sind vergleichbar. Dies haben auch die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges so gesehen. Folglich haben sie sich dafür eingesetzt, dass Juden und Sinti und Roma das bekamen, was dann mit dem mehr als problematischen Begriff der "Wiedergutmachung" bezeichnet wurde. In der DDR blieb dies auch so. Juden und Sinti und Roma galten als "Opfer des Faschismus". Allerdings nicht als "Kämpfer", weshalb sie eine geringere Rente erhielten. Sinti und Roma zudem nur dann, wenn sie sich "sozial angepasst" verhielten. Dies war zwar diskriminierend und keineswegs gut, doch immerhin besser als in der Bundesrepublik. An der in der Bundesrepublik geführten Kontroverse über den Völkermord an den Sinti und Roma haben sich Historiker der DDR kaum beteiligt. Hier ging es ausnahmsweise mal nicht um Ost gegen West. Es war und es ist bis heute eine (west-)deutsche Kontroverse.

"Wie die Asozialen"
Beteiligt daran haben sich lange Zeit auch keine Historiker. Doch dies ist als keineswegs positiv zu bewerten. Für die deutschen Historiker waren der Porrajmos kein Thema und die Sinti und Roma "nur Zigeuner", die einfach keine Geschichte hatten oder gehabt haben sollten. Die Idee, sich gar für diese Opfer einzusetzen, lag ihnen völlig fern. Dies überließen sie den ehemaligen Tätern, die selbst-verständlich die Vergleichbarkeit von Shoah und Porrajmos leugneten. Dies zunächst und vor allem mit dem Ziel, den überlebenden Sinti und Roma die "Wiedergutmachung" zu verweigern. Einigen von ihnen ist sogar die von den Nationalsozialisten entzogene deutsche Staatsbürgerschaft nicht wiedergegeben oder nach der Besatzungsherrschaft der Alliierten erneut entzogen worden. Dies war ein glatter Verstoß gegen Artikel 16, 2 des Grundgesetzes.

Das Grundgesetz enthielt jedoch auch einen Artikel (131), der die Rehabilitierung der ehemaligen Nationalsozialisten begünstigte. Und davon profitierten zunächst einmal die Polizisten im allgemeinen, die "Zigeunerpolizisten" im besonderen. Kein einziger von ihnen ist für seine Taten im Zusammenhang mit der Verfolgung der Sinti und Roma bestraft worden. Sie sind fast alle weiterbeschäftigt worden. Meist noch in ihren alten Ressorts, die jedoch jetzt nicht mehr "Zigeuner"-, sondern "Landfahrerstellen" hießen.

Die Verfolger der Sinti und Roma in den Reihen der "Zigeunerpolizeistellen" taten alles, um die Wiedergutmachung an Sinti und Roma zu verhindern und ihre Verfolgung fortzusetzen. Zu diesem Zweck intensivierten die Beamten ihre ohnehin kaum unterbrochenen Kontakte und tauschten Informationen über Sinti und Roma aus, wobei sie sich völlig ungeniert der Karteien und Dateien bedienten, die vor und während der NS-Zeit angelegt worden waren und zur Erfassung, rassenideologischen "Begutachtung" und Deportation der deutschen Sinti und Roma gedient hatten. Dies gilt, wie heute ein-wandfrei nachgewiesen ist, auch für die "Rassegutachten" der "Rassenhygienischen und Erbbiologischen Forschungsstelle im Reichsgesundheitsamt", die unter Leitung von Robert Ritter zur zentralen Institution der Erfassung, rassenideologischen Klassifikation und schließlich Deportation der deutschen Sinti und Roma ausgebaut worden war. Die Kooperation der "Zigeunerpolizisten" und "Zigeunerforscher" nahm mafiose Ausmaße an. Mit der rassistischen Begründung, dass die deportierten und ermordeten "Zigeuner" "asozial" gewesen seien, wurde den Überlebenden der Anspruch auf "Wiedergutmachung" versagt.

Dieser Argumentation schlossen sich auch die Juristen an, was angesichts der NS-Belastung dieses Berufsstandes nicht verwunderlich ist. So auch der übrigens hoch angesehene Kommentator des Bundesentschädigungsgesetzes Otto Küster. Er meinte, dass alle bis 1943 gegen die Sinti und Roma ergriffenen Maßnahmen aus "kriminal-politischen Gründen" erfolgt seien. Die nationalsozialistischen Behörden hätten sich auf die "Bekämpfung derjenigen Zigeuner beschränkt, die sich als asozial erwiesen hatten". Erst 1943 seien auch Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert worden, die "persönlich nicht zu beanstanden" gewesen seien, wobei Küster völlig offen ließ, woher er dies wusste und warum die übrigen Sinti und Roma "asozial" gewesen sind.

Küsters These wurde vom Bundesgerichtshof übernommen, der am 7. Januar 1956 höchstrichterlich entschied, dass für die Verfolgung der Sinti und Roma zumindest bis 1943 nicht "rassenideologische Gesichtspunkte", sondern die bereits erwähnten "asozialen Eigenschaften der Zigeuner"maßgebend gewesen seien, "die auch schon früher Anlass gegeben" hätten, "die Angehörigen dieses Volkes besonderen Beschränkungen zu unterwerfen". Das höchste deutsche Gericht hielt es ganz offenbar für rechtens, "Asoziale" in Konzentrationslager zu deportieren, was zudem nur als eine "besondere Beschränkung" ihres Menschenrechts angesehen wurde, und erklärte die Sinti und Roma samt und sonders für "asozial". Ein eklatantes Fehlurteil, das erst am 18. Dezember 1963 insofern abgemildert wurde, weil jetzt nur alle Verfolgungsmaßnahmen, die bis zum Himmler-Erlass vom 8. Dezember 1938 gegen die Sinti und Roma ergriffen wurden, für legitim angesehen wurden. Auch damit sprach der Bundesgerichtshof kein Recht, sondern verkündete Unrecht. Die gegenüber dem "Unrechtsstaat" DDR so gerühmte Bundesrepublik erwies sich in der "Zigeunerfrage" keineswegs als Rechtsstaat.

Geradezu zynisch mutet es an, wenn die Bundesregierung am 31. Oktober 1986 in einem abschließenden Bericht "über Wiedergutmachung und Entschädigung für nationalsozialistisches Unrecht sowie über die Lage der Sinti, Roma und verwandter Gruppen" behauptete, dass das Fehl-Urteil von 1956 "verhältnismäßig geringe praktische Auswirkungen" gehabt habe. Viele der Überlebenden des Porrajmos waren nämlich inzwischen gestorben, ohne "Wiedergutmachung" erhalten zu haben.

Ausländische Sinti und Roma sind sogar bis heute in der Regel nicht entschädigt worden. Dies geschah mit der Begründung, dass sie anders als die osteuropäischen Juden nicht zum "deutschen Kulturkreis" gehörten. Bis heute ist auch kein "Wiedergutmachungs"-Abkommen mit den Repräsentanten des Volkes der Sinti und Roma geschlossen worden, wie dies schon 1952 mit den Juden in Luxemburg vereinbart worden ist.

"Nur Zigeuner"
Warum diese Ungleichbehandlung von Juden und Sinti und Roma? Weil die Vergleichbarkeit von Shoah und Porrajmos, der "Endlösung der Judenfrage" und der "endgültigen Lösung der Zigeunerfrage", systematisch und mit politischer Absicht geleugnet wird. Dabei ist die rassistische Motivation des Porrajmos und sein Stellenwert im Rahmen der allgemeinen Rassen- und Raumpolitik des nationalsozialistischen "Rassenstaates" von vielen ausländischen und schließlich auch deutschen Historikern spätestens seit den 80er Jahren erkannt worden. Darunter auch von jüdischen Historikern wie Sybil Milton, Henry Huttenbach, Henry Friedlaender u. a. Doch einige andere jüdische und israelische Historiker beharrten auf der These von der absoluten Singularität der Shoah. Sie wurde zwar auch im israelischen Historikerstreit angezweifelt, doch von einigen deutschen Historikern wie ein Dogma übernommen.

Dafür waren vor allem ideologische Motive maßgebend. Neben philosemitischen vor allem antiziganistische. Für viele rechte, aber auch für einige vorgeblich linke tatsächliche oder selbsternannte Historiker sind die Sinti und Roma "nur Zigeuner", deren angebliche "zigeunerische", d. h. "asoziale Lebensweise" entweder verdammt oder bewundert wird. Ersteres gilt für notorische Antiziganisten wie den Landauer Amtsarzt Hermann Arnold, der lange Zeit als der "Zigeunerexperte" galt, obwohl oder weil er die "Zigeuner" permanent in den schwärzesten Farben als "primitive Wildbeuter" etc. malte und sie als "Asoziale" beschimpfte, die daher in der NS-Zeit wegen ihrer angeblichen Asozialität - und keineswegs wie die Juden "aus Gründen der Rasse" - verfolgt worden seien.

Die rassistisch motivierte Verfolgung der Sinti und Roma ist auch von einigen Mitarbeitern des Giessener "Projekts Tsiganologie" geleugnet worden. Für diese nach ihrem Selbstverständnis linken Ethnologen, Soziologen und Theologen (Historiker befanden sich nicht darunter) gehörten die bewusst als "Zigeuner" bezeichneten Sinti und Roma zu den "Naturvölkern", die sich aus "Eigensinn" nicht der kapitalistischen Leistungsgesellschaft anpassen wollten.

Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Die Integration der Sinti und Roma wurde und wird noch immer von der Mehrheitsgesellschaft erschwert. Sie, die Mehrheitsgesellschaft - und eben nicht die Sinti und Roma - ist für die grassierenden antiziganistischen Vorurteile verantwortlich. Und extrem vorurteilshaft und falsch ist sowohl die Verdammung wie die Verherrlichung der angeblich spezifischen "zigeunerischen Lebensweise". All dies erinnert an den Diskurs über die entweder "primitiven" oder "edlen Wilden" und ist schlicht antiziganistisch.

Auch für den Stuttgarter Historiker und Hitler-Forscher Eberhard Jäckel sind die Sinti und Roma nur "Zigeuner", die er permanent und auch bewusst so bezeichnet. Die These von der Vergleichbarkeit von Shoah und Porrajmos lehnt er mit dem wirklich unschlagbaren Argument ab, dass die "Zigeuner" in Hitlers "Mein Kampf" gar nicht und vom Diktator auch sonst nur beiläufig erwähnt worden sind. Da die Sinti und Roma anders als die Juden in Hitlers Programm nicht auftauchten, sei ihre Ermordung auch nicht intendiert gewesen. War sie deshalb "nicht so schlimm"?

Mit Argumenten wie diesen kann man die These von der Vergleichbarkeit von Shoah und Porrajmos wahrlich nicht widerlegen. Diese These war zudem in der deutschen Öffentlichkeit auch weitgehend akzeptiert worden. Allerdings nicht von der Mehrheit der Bevölkerung. Denn diese war und ist mehrheitlich antiziganistisch eingestellt. Nach den letzten Umfragen sollen es zwischen 64 Prozent (so Allensbach) und 68 Prozent (so Emnid) sein.

Generalangriff
Ob nun mit Rücksicht auf diese weit verbreitete antiziganistische Einstellung der Bevölkerung oder aus vorgeblich philosemitischen Motiven - Tatsache ist, dass eine Gruppe von Historikern einen Generalangriff gegen die bis dahin im In- und vor allem im Ausland weitgehend akzeptierte These von der Vergleichbarkeit von Shoah und Porrajmos gestartet hat. Ihr gehören der Deutsche Michael Zimmermann, der Amerikaner Guenter Lewy und der Israeli Gilad Margalit an. Die von ihnen vorgebrachten Argumente sind jedoch problematisch und leicht widerlegbar: Dies gilt einmal für die Behauptung, dass der Porrajmos nicht oder zumindest nicht so intendiert gewesen sei wie die Shoah. Ganz abgesehen davon, dass auch die "Endlösung der Judenfrage" keineswegs so fahrplanmäßig abgelaufen ist, wie dies von den sog. "Intentionalisten" unter den Historikern behauptet wird, sondern, wie die "Funktionalisten" meinen, auch improvisatorische Züge trug. Ganz abgesehen von diesem im Übrigen merkwürdigen und eigentlich schon überwundenen Historikerstreit stellt sich die Frage, ob sich damit am Faktum des zweifachen Völkermordes etwas ändert. Auch wenn er "nur" improvisiert gewesen wäre, so war er doch ein Völkermord.

Doch was den Porrajmos angeht, so wird auch dies bestritten. Für Guenter Lewy war der Porrajmos gar kein Völkermord. Michael Zimmermann dagegen meint, dass ihm nicht, wie geschätzt wurde, 500 000, sondern genau 96 000 Sinti und Roma zum Opfer gefallen seien. Mehr habe er in "seinen" Akten nicht gefunden. Ein unfassbares Argument, das eines Historikers unwürdig sein sollte und an den bekannten Historikerspott erinnert, wonach nur das existiert, was in den Akten vorhanden ist: quod non ext in actis non est in mundo. Hinzu kommt, dass Zimmermann mangels Sprachkenntnissen im wesentlichen nur deutsche Akten herangezogen hat.

Viel Mühe verwenden diese Historiker auch auf den Nachweis, dass der Porrajmos nicht rassistisch motiviert gewesen sei. Als ob Himmler nicht die "endgültige Lösung der Zigeunerfrage (...) aus dem Wesen dieser Rasse heraus" angekündigt hätte. Als ob die Mörder in den Reihen der Einsatzgruppen und Polizeibataillone nicht auf die "minderwertigen rassischen" Eigenschaften der Sinti und Roma hingeweisen hätten, zu denen auch ihre angeblich "angeborene Asozialität" gezählt wurde. Und als ob der Völkermord an den Sinti und Roma weniger verwerflich gewesen wäre, wenn die Sinti und Roma wirklich über "asoziale" und "kriminelle Gene" verfügt hätten. Nein, diese und andere Argumente sind falsch - und menschenverachtend.

Schlicht und einfach falsch ist die immer wieder zu hörende Behauptung, dass der Porrajmos nicht so total wie die Shoah gewesen sei, weil sog. "rassereine Zigeuner" in Deutschland und "angepasst" lebende im Osten verschont worden seien. Die Mär von der Verschonung der "rassereinen Zigeuner" (was für ein Begriff!) in Deutschland beruht auf dem Plan (!) Himmlers, einige von ihnen in einem "Zigeunerreservat" am Neusiedler See zu konzentrieren, damit sie hier wie wilde Tiere im Zoo untersucht werden könnten. Die von Himmler bereits bestellten "Zigeunerforscher" sollten vor allem herausfinden, ob die "Zigeuner" wirklich über magische Fähigkeiten verfügten. Der extrem abergläubische Himmler - er glaubte sogar an die Existenz von "Hexen" und ließ dies in einem Institut in Posen "erforschen" - hielt dies durchaus für möglich. Nicht so Hitler, der die "Zigeunerreservat"-Pläne Himmlers sofort stoppen ließ, bevor sie realisiert werden konnten. Auch "rassereine" deutsche Sinti und Roma sind deportiert worden.

Was die angebliche Verschonung der "angepassten Zigeuner" im Osten angeht, ist zu bemerken, dass tatsächlich verschiedene Roma versucht haben, ihrer Vernichtung durch die Verschleierung ihrer Identität als Sinti und Roma zu entgehen, indem sie darauf hinwiesen, dass sie sesshaft seien und nicht "wie die Zigeuner" herumzögen. Doch diese Ausnutzung eines traditionellen antiziganistischen Vorurteils gelang nur zeitweise und sehr bedingt. Die Verfolger fragten die einheimische Bevölkerung, wer "Zigeuner" sei. So war es auch auf der Krim, wo sich einige Roma als Tataren ausgegeben hatten, was die von den deutschen Mördern um Auskunft ersuchten echten Tataren jedoch verneinten.

Wenn, was im Übrigen noch keineswegs bewiesen ist, tatsächlich prozentual mehr Roma als Juden der Vernichtung entgangen sind, so lag dies nicht an den Verfolgern, sondern an der Geschicklichkeit der Verfolgten. Hinzu kam der Widerstand, den eine beträchtliche Zahl von Roma im Osten geleistet hat. Doch dies passt nicht in das vorurteilsgeladene Bild, das immer noch viele Historiker von den Sinti und Roma haben, die aus dem gleichen Grund auch immer noch als "Zigeuner" bezeichnet werden, obwohl es sich dabei um eine extrem pejorative Fremdbezeichnung handelt.

Deshalb, weil es sich bei den Sinti und Roma um "nur Zigeuner" handeln soll, rangieren sie in der Hierarchie der Opfer weit hinter den Juden. Und wer das Gegenteil behauptet und sich gegen jegliche Hierarchisierung der Opfer wendet, dem wird von Gilad Margalit Antisemitismus unterstellt, weil er so die Erinnerung an die Shoah verdecken möchte. Dieses "Deckerinnerungs"-Argument ist perfide und grotesk zugleich. Genauso wenig wie eins plus eins Null ist, wird ein Völkermord durch den anderen nicht aufgehoben. Es handelt sich vielmehr um eine doppelte Schuld.

Doppelte Schuld
Doch zu dieser doppelten Schuld will man sich in Deutschland offensichtlich nicht bekennen. Dabei haben schon die Bundeskanzler Helmut Schmidt und Helmut Kohl 1982 und 1985 öffentlich anerkannt, dass an den Sinti und Roma ein "Völkermord" verübt worden ist. Bundespräsident Roman Herzog hat ihn 1997 mit folgenden Worten mit der Shoah verglichen: "Der Völkermord an den Sind und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz, mit dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden."

Dieser Satz ist richtig und von der Forschung, auch - um dies noch einmal zu betonen - von jüdischen Forschern, bestätigt worden. Doch anscheinend geht es nicht oder nicht nur um Forschung und Wissenschaft. Es geht stattdessen um Politik, genauer gesagt: um Geschichtspolitik. Dies in mehrfacher Hinsicht. Einmal für die These von der absoluten Singularität der Shoah. Sie hat, wer will das leugnen, auch eine politische Funktion, wenn sie ins Feld geführt wird, um das Existenzrecht und die Politik Israels zu rechtfertigen. So berechtigt und verständlich dies ist oder sein mag, so sehr ist die damit einhergehende Relativierung des zweiten Völkermordes an den Sinti und Roma zu kritisieren. Vor allem, wenn dies von Angehörigen der - um Saul Friedländer zu zitieren - "deutschen Täternation" geschieht. Setzen sie sich doch dem Verdacht aus, diese zweite Schuld zu relativieren.

Und dies ist bereits durch den Beschluss des Bundestages geschehen, das - wie es meist verkürzend genannt wird - Holocaust-Denkmal nur den "ermordeten Juden Europas" zu widmen. Dies kommt einer Hierarchisierung der Opfer gleich. Den damit zu den sog. "anderen Opfern" gezählten Sinti und Roma wurde zwar ein weiteres, aber weitaus kleineres Denkmal versprochen, doch mit seinem Bau ist noch nicht einmal begonnen worden. Grund ist ein völlig unberechtigter, ja geradezu abstruser Streit über seine Widmung. Soll das Denkmal doch an die ermordeten "Zigeuner" erinnern. Dies wird vom "Zentralrat deutscher Sinti und Roma" abgelehnt. Natürlich, kann man sagen. Handelt es sich doch um eine eindeutig pejorative Fremdbezeichnung. Dass die damaligen Täter ihre Opfer als "Zigeuner" bezeichnet haben, ist zwar richtig, aber keine Rechtfertigung, den Sprachgebrauch dieser Täter zu übernehmen. Unnötig und vorgeschoben ist die Rücksichtnahme auf eine etwas querulatorische Sintezza, die Wert darauf legt, als "Zigeunerin" bezeichnet zu werden. Der Kampf um den Begriff "Zigeuner" ist wirklich unnötig und überflüssig. Sinti und Roma sind und wollen keine "Zigeuner" sein.

Ernster und zum Kern der Sache führend sind die Bedenken gegen die vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma gewünschte Inschrift mit dem erwähnten Zitat aus der Rede des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog. Anstoß erregt wieder einmal der von Herzog gezogene Vergleich mit dem Völkermord an den Juden.

Warum? An den historischen Fakten kann es nicht liegen. Denn sie sprechen eindeutig für die Vergleichbarkeit. Ist es Rücksichtnahme auf die von einigen Juden und Israelis vertretene These von der absoluten Singularität der Shoah?

Wenn ja, dann sollte man dies auch klar und offen sagen und diskutieren lassen. Doch es einfach so wie ein Dogma zu verkünden, geht nun wirklich nicht. Doch was ist dann der Grund? Ich werde den Verdacht nicht los, dass sich die so "selbstbewusst" sein wollende Nation immer noch nicht zu dieser zweiten Schuld bekennen möchte. Zumal dies teuer werden könnte, weil - wie erwähnt - längst nicht alle Sinti und Roma "Wiedergutmachung" erhalten haben. Geht es also wieder einmal um Geld? Dies darf nicht wahr sein!


UTOPIE kreativ, H. 175 (Mai 2005), S. 445-451
Copyright © Wolfgang Wippermann
Professor für Neuere Geschicht an der Freien Universität Berlin
English translation copyright © Struan Robertson

"Like the Jews"? The Controversy over the Nazi genocide of the Sinti und Roma.


Like the Jews.
"It was the same as with the Jews. (...) There was no difference between the Gypsies and the Jews", answered Otto Ohlendorf, commander of "Einsatzgruppe D" (mobile killing squad D) the prosecutor at the Nuremberg Trial to the question why his subordinates also murdered "Gypsies". The notorious SS-Obergruppenführer Erich von dem Bach-Zelewski described the task of his "Einsatzgruppe B" as follows: "Our major task (...) was the elimination of the Jews, Gypsies and Soviet political commissars."

Perpetrators like Ohlendorf and von dem Bach-Zelewski readily admitted that the Sinti and Roma were hunted down "like the Jews". The murder of the Sinti and Roma, known as the "Porrajmos" (the devouring) in the Romani language, was, like the Shoah, genocide. Both genocides were planned, racist motivated and absolute. Heinrich Himmler's publicly announced "Final Solution of the Gypsy Question (...) from the nature of this race", from 8 December 1938, like the "Final Solution of the Jewish Question" was part of a comprehensive program of the National Socialists which planned, internally, the "cleansing of the racial corpus" from all the "alien races" (but also those "elements" defined as "ill" and "asocial") and, externally, the acquisition of "living space in the East" which was to be likewise cleansed of members of "inferior races", again foremostly the Jews and the Sinti and Roma.

The National Socialists called this "ethnic reallocation of land".

The Shoah and Porrajmos are alike. The Allied Powers also recognized this. As a consequence they legislated that Jews and Sinti and Roma receive, what was designated as, "compensation" (in German the misnomer "making good" is used). This was also the case in the German Democratic Republic where Jews and Sinti and Roma were considered "victims of fascism", however, not being "resistance fighters" they received a smaller pension. However, this applied to the Sinti and Roma only when they "socially conformed". This was discriminating and by no means just but nevertheless better than in the German Federal Republic. Also historians in the German Democratic Republic were not participants in the controversy in the Democratic Republic over whether the murder of the Sinti and Roma was genocide. In this case it was not east versus west. It was and remains today a (West) German controversy.

Like the "Asocials"
Historians have not been involved in this controversy for a long time now but this is by no means positive as German historians have not regarded the Porrajmos a topic and in the past saw the Sinti and Roma as "Gypsies" who simply had no history or who were not worthy of one. The idea of taking an interest in these victims never arose. This they left to the former perpetrators who naturally denied the similarity of Shoah and Porrajmos, first and foremost with the goal of denying "compensation" to the Sinti and Roma survivors. Some of these victims did not regain their German nationality revoked by the National Socialists or it was again revoked after the allies withdrew. This was in direct opposition to article 16. 2 of the Basic Law (Constitution).

The Basic Law, however, also contained an article (131), that favoured the rehabilitation of former Nazis. Here policemen in general profited, and the "Gypsy Police" in particular. Not one of these was punished for his involvement in the persecution of the Sinti and Roma. Moreover, practically all retained their positions and most in their old departments whose names were simply changed from "Gypsy office" to "Travellers' office".

The persecutors of the Sinti and Roma in the "Gypsy Police Departments" did everything possible to prevent the Sinti and Roma from receiving compensation and to continue their persecution of this minority. To this purpose they intensified their, still intact, contact with one another and exchanged information about Sinti and Roma, whereby they unashamedly made use of the files and data, created prior to and during the Nazi period, which had served for the registration, the "race assessments" and deportation of the German Sinti and Roma. This included the "Race Reports" of the "Race-Hygiene and Biological Population Research Institute in the Reich Health Office", which, under the direction of Robert Ritter, became the central institution for the registration, "racial classification" and deportation of the German Sinti and Roma. The co-operation between the "Gypsy police" and the "Gypsy researchers" was mafia like. Compensation was denied the survivors with the racist argument that the "Gypsies" were deported and murdered for being "asocial".

Lawyers accepted this argument, which is not surprising considering the collaboration of this profession with the Nazi regime. This was also the case with the esteemed commentator of the Federal Indemnification Law, Otto Küster. He ruled that all measures taken against the Sinti and Roma before 1943 were made on "criminal-political grounds". The National Socialist authorities had "limited themselves to the fight against Gypsies who had been proven asocial". Not until 1943 were Sinti and Roma also deported to Auschwitz, who had "personally done nothing wrong", whereby Küster did not say how he knew this and why the remaining Sinti and Roma were "asocial".

Küster's thesis was accepted by the Federal High Court, which, on 7 January 1956, decided that the persecution of the Sinti and Roma prior to 1943 was not carried out on "ideological racist grounds", but on the already mentioned "asocial traits of the Gypsies", that had "earlier given cause" to "subjecting members of this folk to special constraints". The highest German court obviously considered it legal to deport "asocials" to concentration camps, which besides was only regarded as a "specific constraint" to their human rights, and declared the Sinti and Roma, one and all, "asocial". This blatant miscarriage of justice was only moderated on 18 December 1963 when additionally measures taken in the persecution of the Sinti and Roma following the Himmler Decree of 8 December 1938 were regarded as legitimate. Again with this ruling by the Federal High Court did not promote justice, rather injustice. In comparison to the "unconstitutional" Democratic Republic, the vaunted Federal Republic proved not to be a constitutional state in the case of the "Gypsy Question".

It seemed almost cynical when, on 31 October 1986, the Federal Government in a final report "over indemnification and redress for National Socialist injustice, as well as over the situation of the Sinti, Roma and related groups" stated that the miscarriage of justice of 1956 had had "relatively insignificant practical consequences". In the meantime many survivors of the Porrajmos had died, without having received "compensation".

Most Sinti and Roma outside Germany have until today still not received compensation. This was justified with the argument that they, unlike the Eastern European Jews, did not belong to the "German speaking community". Until today no "Indemnification" Agreement has been concluded with the representatives of the Sinti and Roma, as with the Jews and the Luxembourg Agreement of 1952.

"Only Gypsies"
Why have Jews and Sinti and Roma been treated differently? This is because the similarity of Shoah and Porrajmos, i.e. the "Final Solution of the Jewish Question" and the "Final Solution of the Gypsy Question", has been systematically denied, and with political intent. However, since the 1980s, historians both inside and outside Germany have acknowledged the racist motivation of the Porrajmos and its significance within the general context of the politics of race and occupational expansion of the National Socialist "Racial State". Among them were Jewish historians such as Sybil Milton, Henry Huttenbach, Henry Friedlaender, and others. However, other Jewish and Israeli historians promoted the thesis of the absolute singularity of the Shoah. This was also questioned in the "ideological dispute between Israeli historians", but accepted by certain German historians as dogma.

Principally, ideological motives were decisive: Philo-Semitism and anti-Gypsyism. For many right-wing but also for some left-wing, self-appointed or actual historians, the Sinti and Roma are "only Gypsies", whose allegedly "Gypsy life style", i.e. "asocial life style" is respectively either condemned or admired. A right-wing protagonist is the notorious anti-Gypsy, Landau public health officer, Hermann Arnold, long time acknowledged "Gypsy expert" although, or because, he permanently depicted the "Gypsies" as "primitive hunters and gatherers" etc. and reviled them as "asocial", who argued they were persecuted by the Nazis because of their alleged asocial traits - and not like the Jews "for racial reasons".

The racist motivated persecution of the Sinti and Roma is also denied by some members of the Giessen "Gypsy Studies Project". For these self-styled left-wing ethnologists, sociologists and theologians (there were no historians), who consciously referred to the Sinti and Roma as "Gypsies", designated them as a "primitive people" who out of "willfulness" did not want to conform to capitalism.

In reality it is quite the opposite. The integration of the Sinti and Roma was, and is still, made difficult by the majority population. The majority population - not the Sinti and Roma - is responsible for the rampant anti-Gypsy prejudice. Particularly prejudiced and false is the respective condemnation or glorification of the alleged "Gypsy life-style". This reflects the depiction of the "Gypsy" as either "primitive" or "noble savage" and is plain anti-Gypsyism.

The Stuttgart historian and Hitler researcher Eberhard Jäckel also permanently and consciously designates the Sinti and Roma as only "Gypsies". He denies the similarity of Shoah and Porrajmos by arguing that the "Gypsies" are not mentioned in Hitler's "My Struggle" and otherwise only incidentally by the dictator. He argues that because, unlike the Jews, the Sinti and Roma were not mentioned in Hitler's program of genocide, their murder was not intended. Does this mean it "was not so bad"?

Arguments like these do not refute the thesis of the similarity of Shoah and Porrajmos. This thesis has been largely accepted by the media but not by the majority of the population. The latter was always, and remains anti-"Gypsy". The latest public opinion polls show between 64 percent (Allensbach Institute) and 68 percent (Emnid Market Research Institute) anti-"Gypsism" in Germany.

All-out Attack
Whether in regard to this widespread anti-"Gypsism" within the general public or from alleged philo-Semitic motives - a group of historians began an all-out attack against the generally accepted thesis, mainly abroad but also in Germany, of the similarity of Shoah and Porrajmos. The German Michael Carpenter, the American Guenter Lewy and the Israeli Gilad Margalit belonged to this group. However, their ideological arguments are easily refutable. Firstly, the argument that the Porrajmos was not planned or less planned than the Shoah. The fact is that the "Final Solution of the Jewish Question" was by no means systematically planned as the so-called "Intentionalist" historians argue, but rather improvised as argued by the "Functionalists". Separate from this curious and already resolved ideological dispute between historians the question arises whether this in anyway changes the fact of the two genocides. Even when it was "only" improvised it was nevertheless genocide.

But furthermore the Porrajmos is denied. Guenter Lewy argues the Porrajmos was not genocide. Michael Carpenter argues that there were not the estimated 500,000 but exactly 96,000 Sinti and Roma victims. He did not find any more in "his" documents. An incomprehensible argument, unworthy of a historian and reminiscent of the well-known mockery of historians whereby if something is not found in documents it does not exist: quod non ext in actis non est in mundo. In addition, Carpenter in the mainl only consulted German documents due to his limited knowledge of other languages.

These historians take great pains to prove the Porrajmos was not racially motivated. As though Himmler did not pronounce "The Final Solution of the Gypsy Question (...) from the nature of this race". As if the murderers in Einsatzgruppen (mobile killing squads) and police battalions did not emphasise the "inferior racial" traits of the Sinti and Roma which allegedly included "inborn asocial traits". And, as if the genocide of the Sinti and Roma would be less reprehensible when the Sinti and Roma in reality had "asocial" and "criminal genes". These and other arguments are not only fallacious they are inhuman.

The repeated assertion that the Porrajmos was not as total as the Shoah, because so-called "racially pure Gypsies" in Germany and "socially conformist" Gypsies in eastern Europe were spared, is simply wrong. The myth of sparing the "racially pure Gypsies" in Germany is based on Himmler's plan (!) to intern some of these in a "Gypsy reservation" on the Neusiedler Lake in Burgenland, Austria, so they could be studied like wild animals in a zoo. Himmler's previously appointed "Gypsy researchers" were principally to discover whether "Gypsies" really possessed supernatural powers. The extremely superstitious Himmler considered this a possibility - he even believed in the existence of "witches" and let this be "researched" in an institute in Posen, in occupied Poland. Not so Hitler, who immediately stopped Himmler's plan for a "Gypsy reservation" before it could be realized. "Racially pure" German Sinti and Roma were also deported.

Regarding the alleged sparing of "socially conformist Gypsies" in the East, it is a fact that various Roma attempted to escape their annihilation by concealing their identity as Sinti and Roma by pointing out that they were settled and did not travel around "like Gypsies". But the exploitation of this traditional anti-Gypsy prejudice succeeded only occasionally and in certain circumstances. The perpetrators found out who was "Gypsy" by inquiring among the native population. This happened in the Crimea where some Roma tried to pass themselves off as Tatars but which the German murderers discovered to be untrue by questioning the local Tartars.

Should it be that proportionally more Roma than Jews escaped annihilation, which is not proven, then this was due to the ingenuity of those being hunted and nothing to do with the perpetrators. Additionally a considerable number of Roma in the East put up resistance. However, this does not fit the prejudiced picture which still so many historians have of the Sinti and Roma, which for the same reason they are still designated as "Gypsies" despite it being an extremely pejorative, stigmatizing term.

Because the Sinti and Roma are regarded as only "Gypsies" they are ranked well below the Jews in the hierarchy of victims. Those who oppose this hierarchy are accused by Gilad Margalit of anti-Semitism because he argues they question the singularity of the Shoah. This "selective memory" argument is both perfidious and grotesque. One genocide it not negated by the other. Both genocides must be acknowledged.

Twice the guilt
However, evidently in Germany, there is the reluctance to admit this double guilt despite the fact that Federal Chancellors Helmut Schmidt, in 1982, and Helmut Kohl, in 1985, publicly acknowledged the genocide of the Sinti and Roma. And in 1997 Federal President, Roman Herzog, compared the Porrajmos with the Shoah in the following words: "The genocide of the Sinti and Roma was carried out with the same motive of racist ideology, with the same intention and determination for a methodical and total annihilation as it was with the Jews. They were systematically murdered, from infants to the elderly, everywhere within the area of National Socialist occupation."

This statement is correct and confirmed by historical research, and also by Jewish historians. But apparently it is not a matter of research or scientific objectivity but rather politics, and more precisely: revisionist history. And in several respects. Principally, there is the thesis of the absolute singularity of the Shoah. Undeniably, this has a political function in justifying Israel's right of existence and politics. However justified or understandable this is, or wishes to be, so much more is the consequent relativization of the genocide of the Sinti and Roma to be criticized especially, to quote Saul Friedländer, when this relativization is promoted by members of the nation of "German perpetrators". These historians are nevertheless prepared to expose themselves to the suspicion of relativizing this other guilt.

A significant example of this relativization occurred via a resolution of the Federal Parliament which, solely recognizing the Jewish Shoah, agreed to the building of a memorial to the "murdered Jews of Europe". This established a hierarchy of victims as the so-called "other victims", which included the Sinti and Roma, were promised a separate, but much smaller monument. Additionally, the building of this monument did not take place. The reason given for not preceding with a memorial to the Sinti and Roma victims is a totally groundless, almost abstruse controversy over the wording of its dedication. It was planned to dedicate the memorial to the murdered "Gypsies". The "Central Council of German Sinti and Roma" obviously rejects the term "Gypsy", it being an explicitly pejorative, stigmatizing appellation. The fact that the Nazi perpetrators referred to these victims as "Gypsies" does not justify this linguistic usage. The recognition of the views of a querulous Sintessa who attaches importance to being called a "Gypsy" is both gratuitous and preferential. The conflict over the term "Gypsy" is both gratuitous and redundant. Sinti and Roma are not and do not want to be "Gypsies".

However, the objection to the desire, of the Central Council of German Sinti and Roma, for the above quotation from former Federal President Roman Herzog, as inscription on the memorial, is more serious and indicates the core of the problem. The comparison between the Porrajmos and the Shoah is regarded as unacceptable.

Why is this so? It is not be due to the historical facts because they speak clearly for the similarity. Is it out of consideration for the thesis of the absolute singularity of the Shoah promoted by certain Philo-Semites, Jews and Israelis?

If this is the case then this should be clearly and openly admitted to allow discussion. It is unacceptable to simply declare this as a dogma. But why has this not occurred? The suspicion is that a nation that wishes to be seen as "self assured" is not prepared to admit this second guilt.