Auszug aus der Niederschrift über die Senatsberatung, 22. September 1939


22. September 1939

Herr Stadtrat Präsident Martini gibt einen Überblick über die Wohngebiete der in der Hansestadt Hamburg lebenden Zigeuner und berichtet, dass Übereinstimmung zwischen den Polizeipräsidenten, den zuständigen hamburgischen Verwaltungen und der Partei über die Notwendigkeit besehe, sie an einer Stelle zusammenzuziehen und in ein Lager polizeilich einzuweisen, da es sich zum großen Teil um asoziale Elements handle. Lediglich eine in Harburg auf einem geschlossenen Gebiet lebende Gruppe könne von dieser Maßnahme ausgenommen werden, da dort bisher nur unbedeutende Klagen laut geworden seien. Am günstigsten sie die Unterbringung auf einen Platz in Oejendorf, da dieser Platz genügend weit von den Wohnviertel entfernt liege und in unmittelbarer Nähe Arbeitsmöglichkeit für die Zigeuner bestehe.

Herr Stadtrat Präsident Martini gibt einen Überblick über die Kosten, die der Hansestadt Hamburg durch diese Maßnahme voraussichtlich erwachsen würden.

Herr Oberregierungsrat Bierkamp weist darauf hin, dass eine reichsrechtliche Regelung zwar beabsichtigt sei , unter den augenblicklichen Verhältnissen aber nicht mit einer baldigen Regelung gerechnet werden könne, es sei jedoch vom sicherheitspolizeilichen Standpunkt aus erwünscht, dass die Zigeuner möglichst bald aus dem Stadtgebiet entfernt würden.

Herr Bürgermeister Krogmann nimmt Kenntnis und erklärt sich im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsstatthalter mit der Durchführung Vorschläge einverstanden.

Ausfertigung an
1) Herrn Bürgermeister Krogmann,
2) Herrn Stadtrat Präsident Martini,
3) die Sozialverwaltung.

 


English translation copyright © Struan Robertson

Excerpt from a Senate session transcript from 22 September 1939


22 September 1939

City Council President Martini gave a survey of the neighbourhoods in Hamburg where Gypsies are resident and reported that the chiefs of the police, the responsible departments of the Hamburg administration and the NS-Party were in agreement over the necessity of assembling them in one place from where the police will commit them to a camp, as for the most part asocial elements are involved. A group living in a Harburg, in a contained area, can be excluded from this measure, as so far there have been only minor complaints made about them. A site in Oejendorf is regarded as being the most favourable place to accommodate them as it is situated sufficiently far away from residential areas and close to possible employment for the Gypsies.

City Council President Martini gave an estimation of the costs, which would presumably accrue to the city of Hamburg as a result of this measure.

Senior Councillor Bierkamp pointed out that a Reich-wide legal regulation is planned but under the present circumstances will not be immanent, however from the point of view of the Security Police it was desirable that the Gypsies be removed from the city districts as soon as possible.

Mayor Krogmann took note and expressed agreement with the Reich Governor with the implementation of the proposals.

copy to:
1) Mayor Krogmann
2) City Council President Martini
3) The Social Administration