Copyright © Frankfurter Rundschau, 16.12.2002 (Auszug)
Copyright © Dr. Harald Schmid
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Der andere Völkermord - Deportation und Ermordung von Sinti und Roma


Am Anfang stand die ausgrenzende Hetze gegen die zur "artfremden Rasse" Stigmatisierten. Dem folgten die scheinlegale Entrechtung und Verfolgung. Dann wurden die Ersten in Konzentrationslager verschleppt. Bald rollten die ersten Züge in die Lager im eroberten Osten, wo die Verfolgten hinter der Front bereits ermordet wurden. Schließlich dann die europaweite Deportation und die "Vernichtung durch Arbeit", Gas, Quälerei und barbarische Zustände.

Die Sinti und Roma waren eine Opfergruppe des Völkermordes an den zu "Volks- und Reichsfeinden" Abgestempelten. Er richtete sich gegen Juden und "Zigeuner". Doch das dominierende Geschichtsbewusstsein kennt außer den Juden kaum andere Opfergruppen (auch der nationalsozialistische Krankenmord namens "Euthanasie" hat keinen festen Platz im kollektiven Gedächtnis). Das Datum, das sich nun zum sechzigsten Mal jährt, könnte Anlass dazu sein, sich dieser Verengung der Erinnerungskultur wieder einmal bewusster zu werden: Am 16. Dezember 1942 befahl SS-Chef Heinrich Himmler die Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau.

Gleichwohl verliefen die nationalsozialistische "Endlösung der Judenfrage" und die "Bekämpfung der Zigeunerplage" von Anfang an parallel. Nach der Machtübernahme im Jahre 1933 begann die konkrete Diskriminierung beider Bevölkerungsgruppen, der etwa 500 000 Juden und der ungefähr 30 000 Sinti und Roma. Die "arische Gesetzgebung" mit ihrem Ausschluss aus dem Arbeitsleben und der sozial-kulturellen Separierung betraf auch die Sinti und Roma. "Zu den artfremden Rassen gehören in Europa außer den Juden regelmäßig nur die Zigeuner", schrieb Reichsinnenminister Frick im Ausführungserlass zu den Nürnberger Rassegesetzen vom Januar 1936. Als "Fremdrassige" wurden beide Gruppen zur Gefahr für den "Volkskörper" definiert. Dabei konnte sich die NS-Führung jeweils auf alte, tief sitzende Ressentiments stützen, die der systematischen Ausgrenzung zuarbeiteten.

Bei der genealogischen Erfassung und anthropologischen Untersuchung der Sinti und Roma wie bei der Vorbereitung administrativer Maßnahmen wie Sterilisierung und Deportation kam der 1936 in Berlin-Dahlem eingerichteten "Rassenhygienischen Forschungsstelle" des Reichsgesundheitsamtes zentrale Bedeutung zu. In über 24 000 "Gutachten" wurden "Rassendiagnosen" angefertigt, klassifizierten rassekundliche Experten die Betroffenen auf einer Skala von "reinrassigen Zigeunern" bis zu "Achtel-Zigeunern".

Verhaftung und Verschleppung
Bald an vielen Orten in "Zigeunerlagern" isoliert, mussten diese Zwangsarbeit leisten. Zu den bekanntesten zählt das Lager in Berlin-Marzahn, das 1936 als "Säuberungsmaßnahme" mit Blick auf die im gleichen Jahr in Berlin stattfindenden Olympischen Spiele eingerichtet wurde. Einer ersten reichsweiten Verhaftungswelle im Juni 1938 mit anschließender Verschleppung in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau, Sachsenhausen und Mauthausen folgte Himmlers Erlass vom 8. Dezember 1938 zur "grundsätzlichen Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen dieser Rasse heraus" - die Basis der späteren Deportation und direkte Bedingung des Völkermordes. Seit Oktober 1939 durften sie - unter Androhung von KZ-Haft - ihren Aufenthalts- bzw. Wohnort nicht mehr verlassen.

Am 16. Mai 1940 begann die Verschleppung, als 2800 Sinti und Roma aus dem Reichsgebiet ins Generalgouvernement "umgesiedelt" und zur Sklavenarbeit in Gettos und Konzentrationslagern gezwungen wurden. "Ihre Rückführung", hieß es in einem Bericht des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA), "ist nicht beabsichtigt." Der Überfall auf die Sowjetunion markierte dann den Auftakt des systematischen Völkermordes: Die mobilen Mordkommandos der "Einsatzgruppen" und Polizeieinheiten brachten in Arbeitsteilung mit Wehrmachtstruppen sowohl hunderttausende Juden als auch zehntausende osteuropäischer Sinti und Roma um. Ende 1941 wurden 5000 Sinti und Roma aus dem Altreich, Ungarn und Rumänien ins "Zigeunerlager" des Ghettos Łódź deportiert; wer die erbärmlichen Zustände überlebte, wurde in Chełmno im Gas erstickt.

Himmlers "Auschwitz-Erlass" vom 16. Dezember 1942 leitete die letzte Phase der Vernichtungspolitik gegen die "Zigeuner" ein. Er befahl, sämtliche noch im Reichsgebiet und in den besetzten europäischen Ländern lebenden "Zigeunermischlinge, Rom-Zigeuner und nicht deutschblütige Angehörige zigeunerischer Sippen balkanischer Herkunft nach bestimmten Richtlinien auszuwählen und in einer Aktion von wenigen Wochen in ein Konzentrationslager einzuweisen". In den Ausführungsbestimmungen des RSHA wurde dann bestimmt, die Betroffenen "ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager (Zigeunerlager) Auschwitz" zu verbringen. Schnell, reibungslos und arbeitsteilig lief der bürokratische Apparat zur örtlichen Erfassung, Konzentration und Deportation an. So wurden ab März 1943 mehr als 22 000 "Zigeuner" aus elf Ländern Europas (davon über 10 000 aus dem Reichsgebiet) unter unmenschlichsten Bedingungen in tagelanger Zugfahrt nach Auschwitz-Birkenau verschleppt.

"Zigeunerlager" in Auschwitz-Birkenau
"Alles, was hier geschah, war unfassbar", resümierte später eine Sintezza die Deportation und die Lagerzustände. Im Mai 1944 konnten die Sinti und Roma mit verzweifeltem Widerstand einen ersten Versuch zur "Liquidierung" des Lagers noch abwehren. Daraufhin wurden alle "Arbeitsfähigen" in andere Lager gebracht, die 2897 verbleibenden Sinti und Roma in der Nacht vom 2. zum 3. August 1944 in den Gaskammern ermordet. Im 17 Monate bestehenden "Zigeunerlager" von Auschwitz-Birkenau kamen von den 22 600 Sinti und Roma über 19 300 ums Leben: mehr als 5600 durch Gas ermordet, über 13 600 starben an den Folgen der Sklavenarbeit, an Seuchen, Unterernährung, Misshandlungen und Menschenversuchen. Insgesamt, so schätzen die Historiker, fielen etwa 500 000 Sinti und Roma dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer.

Warum hat es so lange gedauert, bis sich die deutsche Öffentlichkeit für das Leiden der verfolgten Sinti und Roma interessierte? Vor allem drei Faktoren führten dazu, dass sie keine nennenswerte Repräsentation im Geschichtsbewusstsein fanden: die anders gelagerten Schwerpunktsetzungen der Geschichtswissenschaft, ihre gesellschaftliche Marginalität sowie die Kontinuität der vorurteilsbehafteten Ausgrenzung dieser sozialen Gruppe über den Bruch von 1945 hinweg.

Letzteres machte sich für die Betroffenen besonders schmerzhaft bemerkbar in den Entscheidungen zur Wiedergutmachung. Ein Meilenstein der Ignoranz und ungebrochenen Stigmatisierung war das Urteil des Bundesgerichtshofes vom Januar 1956, das eine spezifisch rassische Zigeunerverfolgung erst ab 1943, also nach dem "Auschwitz-Erlass", anerkannte. Die gesellschaftliche Isolierung der Betroffenen konnte erst in jüngster Zeit, in den letzten zwei Jahrzehnten, verbessert werden, auch infolge der Wende zu einer aktiven und selbstbewussten eigenen Interessenpolitik.

So war die in den Achtzigern erreichte späte Anerkennung der seit 1933 rassistisch motivierten Verfolgung, aber auch der erneuten, postnationalsozialistischen Diskriminierung ebenso wie einige Korrekturen der Entschädigungspraxis auch das Ergebnis verstärkten öffentlichen Engagements und symbolischer Politik (wie eines Hungerstreiks im ehemaligen KZ Dachau im Jahre 1980). Unterstützt wurde dies durch die Lobbyarbeit neuer politischer Verbündeter wie der Grünen. Und schließlich: Das Gros der Historiker zeigte mindestens vier Jahrezehnte kein erkennbares Interesse an der wissenschaftlichen Aufarbeitung der "Zigeuner"-Verfolgung.

Hinzu kam, vor allem in den Neunzigern, eine unangenehme, aber zu konstatierende geschichtspolitische Konkurrenz der Völkermorde an den Juden einerseits und den Sinti und Roma andererseits. "Opfer zweiter Klasse", urteilte der New Yorker Aufbau anlässlich der Auseinandersetzungen um die Zwangsarbeiter-Entschädigung. Oder man denke an die Debatte, welchen Opfergruppen das Berliner Holocaust-Mahnmal gewidmet sein solle. Nun wird es kein gemeinsames Mahnmal für beide Gruppen geben, sondern zwei separate.

Unterschiedliche Erinnerungen
Welches Aufarbeitungsfeld man auch betrachtet, Wissenschaft, Justiz, Wiedergutmachungspolitik, pädagogische Aufklärung oder Gedenkkultur - überall war die gesellschaftliche Sensibilität bereits auf die jüdische Verfolgungsgeschichte "geeicht", als die Sinti und Roma überhaupt erst begannen, ihre Stimme auch geschichtspolitisch vernehmbar zu erheben. Jede Rede über diese reale Problematik steht in Gefahr, sich den Vorwurf einer unangemessenen Konfrontation zweier Opfergruppen zuzuziehen. Und doch ist es wichtig, immer wieder ein breites kollektives Gedächtnis einzufordern. Beispiel Gedenktage: In der alten Bundesrepublik entwickelte sich der 9. November, die Erinnerung an das antisemitische Pogrom der "Reichsscherbenwoche" vom November 1938, seit Ende der fünfziger Jahre und besonders seit 1978 zum wichtigsten symbolischen Datum eines selbstkritischen Umgangs mit der NS-Verbrechensgeschichte und zum informellen Holocaust-Gedenktag. Seit 1996 wird nun alljährlich am 27. Januar - dem "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" - aller Opfer der rassistischen Verfolgung zwischen 1933 und 1945 gedacht; in der Praxis des offiziellen Holocaust-Gedenktages mit starker Konzentration auf die jüdischen Opfer. Wieder befinden sich die Sinti und Roma bestenfalls in der zweiten Reihe öffentlicher Aufmerksamkeit.

Im Gegensatz zur Erinnerung an die Judenverfolgung ist die öffentliche Vergegenwärtigung des Schicksals der Sinti und Roma jüngeren Datums. Im Oktober 1979 fand die erste größere Gedenkzeremonie statt, als im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen etwa 2000 Personen in einer Kundgebung an das Schicksal der Zigeunerverfolgung erinnerten und die Präsidentin des Europäischen Parlaments, die jüdische Auschwitz- und Bergen-Belsen-Überlebende Simone Veil, die Gedenkrede hielt. Dies war der Beginn einer langsam sich verbreiternden "anderen Erinnerungskultur", die inzwischen zwar eigene politische Gedenktage zelebriert (neben dem 16. Dezember etwa den 2. August 1944 als Datum der Vernichtung des Zigeunerlagers in Auschwitz-Birkenau), aber bis heute nur wenig Resonanz in der breiteren Öffentlichkeit erlangt. Dies ist ein schmerzlicher Mangel des historischen Bewusstseins ebenso wie des kollektiven Gedächtnisses, das auch unsere Gegenwartswahrnehmung bestimmt. Wer weiß schon, dass der Bundesrat seit 1994 alljährlich mit einer Ansprache des jeweiligen Präsidenten der Länderkammer an den 16. Dezember 1942 erinnert?


Copyright © Frankfurter Rundschau, 16.12.2002 (excerpt)
Copyright © Dr. Harald Schmid
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Translation copyright © Struan Robertson

The Other Genocide - The Deportation and Murder of the Sinti and Roma


The process that ended in genocide began with segregatory action directed against those who were stigmatised as "elements foreign to the race". There then followed the pseudo-legal deprivation of rights, and persecution. And then the first victims were carted off to concentration camps. Soon thereafter, the first trains departed to the concentration camps in conquered Eastern Europe, where "non-Aryans" were already being murdered behind the front line. The final stage was the European-wide deportation and "annihilation though work", inhuman conditions, torture and the gas chambers.

Having been branded as "enemies of the people and the state" the Sinti and Roma became victims of Nazi genocide. Racial persecution and genocide was carried out both against the Jews and the "Gypsies". However, the dominating historical consciousness is mainly only aware of the Jews as victims (even the National Socialist "euthanasia" action has no firm place in the collective memory). On 16 December 1942 Reichsführer-SS Heinrich Himmler ordered the deportation of the Sinti and Roma to Aushwitz-Birkenau; the sixtieth anniversary this year, in 2002, could be the inducement to widen historical consciousness.

The National Socialist "Final Solution of the Jewish Question" and "Combating the Gypsy Plague" ran parallel from the outset. After coming to power in 1933 manifest discrimination was directed against both minorities, the around 500,000 Jews and 30,000 Sinti and Roma living in Germany. The "Aryan legislation" with its exclusion from working life, and social and cultural isolation equally affected the Sinti and Roma. In 1936, in an authoritative commentary on the Nuremberg Race Laws, Minister of the Interior Wilhelm Frick wrote, "Ordinarily only Jews and Gypsies are persons of alien blood in Europe". Both minorities were, as "alien races", defined as a threat to the "racial corpus". The Nazi leadership was able to build upon old, deeply engrained resentments and prejudices in the systematic exclusion on racial grounds of these two minorities.

In 1936 the "Institute for Racial Hygiene" of the Reich Health Office in Berlin-Dahlem started to play a central role in the genealogical registration and anthropological examination of the Sinti and Roma as well as with the preparation of administrative measures such as sterilisation and deportation. Race experts made "race diagnoses" in over 24,000 "race reports" classifying "Gypsies" on a scale from "pure Gypsy" to "one-eighth Gypsy".

Arrest and Deportation
Soon thereafter "Gypsy internment camps" were established in many towns where "Gypsies" were isolated and had to carry out forced labour. The most well-known is the Berlin-Marzahn camp, established in 1936, as part of "clean up procedures" in connection with the Olympic Games taking place in Berlin the same year. In June 1938 the first Reich-wide wave of arrests took place with abductions to Buchenwald, Dachau, Sachsenhausen and Mauthausen concentration camps following Heinrich Himmler's Decree of 8 December 1938 stating that it was "only logical to solve the Gypsy question through the nature of their race" which was the foundation for the later deportations and the proviso for the genocide. From October 1939 onward "Gypsies" were no longer permitted to leave their place of residence under threat of imprisonment in a concentration camp.

On 16 May 1940 the deportations began, when 2,800 Sinti and Roma from the German Reich were "resettled" to the General Government (in occupied Poland) and forced into slave labour in ghettos and concentration camps. A report from the Reich Security Main Office (RSHA) stated "their return is not intended". The invasion of the Soviet Union was the prelude to the systematic genocide: mobile killing squads ("Einsatzgruppen") and police units in co-ordination with Wehrmacht troops killed hundred of thousands of Jews and ten of thousands of east European Roma. At the end of 1941, 5,000 Sinti and Roma from the Old Reich, Hungary and Romania were deported to the "Gypsy camp" in Łódź ghetto; those who survived the inhuman conditions, were gassed in Chełmno.

Himmler's "Auschwitz Decree" of 16 December 1942 directed the last phase of the genocide against the "Gypsies". This ordered all "Gypsy half-breeds, Rom-Gypsies and Balkan-Gypsies still living in the Reich and occupied European countries to be imprisoned in a concentration camp". The RSHA regulations of implementation determined that the victims be taken "in families to the Gypsy family camp" in Auschwitz, irrespective of the degree of half-breeding. The bureaucratic apparatus began, quickly, smoothly and according to speciality, to arrest, assemble and deport the victims. Thus, from March 1943, more than 22,000 "Gypsies", from eleven European countries, (including over 10,000 from the German Reich) were transported, over several days under inhuman conditions, by train to Auschwitz-Birkenau.

The "Gypsy Camp" in Auschwitz-Birkenau
A Sintessa survivor later described Auschwitz, "Everything that happened there was inconceivable". In May 1944 the Sinti and Roma, in desperation, repelled the first attempt to "liquidate" the "Gypsy camp". Thereafter all those deemed "strong enough for work" were transferred to other camps. The remaining 2,897 Sinti and Roma were murdered in the gas chambers on the night of 2/3 August 1944. In the 17 months that the "Gypsy camp" in Auschwitz-Birkenau existed, of the 22,600 imprisoned Sinti and Roma, over 19,300 died: more than 5,600 in the gas chambers, over 13,600 as a consequence of slave labour, epidemics, malnutrition, maltreatment and human experiments. Historians estimate that around 500,000 Sinti and Roma became victims of the Nazi genocide.

Why did it take so long for the general public in Germany to become conscious of the persecution of the Sinti and Roma? Primarily, three factors played a role in excluding them from a place in the historical consciousness: the almost sole emphasis placed by historians on the Jewish Holocaust, the societal marginality of this minority, and the further social exclusion of this minority post-war through continuing deep-rooted prejudice.

The latter reason became painfully apparent in the decisions made regarding compensation. The Federal High Court's verdict of January 1956, which recognised the persecution of the "Gypsies" as being specifically racist only from 1943 onward, i.e. following the "Auschwitz Decree", was a landmark of ignorance and continued stigmatisation. Only in the 1980s did the social acceptance of this minority improve due to an active and self-assured pressure-group politics.

The 1980s saw the growth of the Sinti and Roma civil rights movement and active political confrontation, such as the hunger strike in the former Dachau concentration camp, which brought many changes: the late acknowledgment of the 1933 racist motivated persecution with its adjustments to compensation practice, and the confrontation with the renewed, post-Nazi discrimination. This was supported by the lobbying of new political allies like the Green Party. The Central Council of German Sinti and Roma was founded in February 1982.

Shamefully, it was at least four decades before the majority of historians showed any recognizable interest in the Nazi persecution of the "Gypsies". Additionally, particularly in the 1990s, a most distasteful historicio-political debate took place as to whether the word genocide applied to the Sinti and Roma or, as was argued, solely to the Jews. In connection with the contention surrounding compensation for forced labour the New Yorker described the Sinti and Roma as "second-class victims". There was also the equally distasteful debate about which victims the Berlin Holocaust memorial should be dedicated to. It was decided neither to erect a common memorial for all victims of Nazi persecution nor a memorial dedicated to those persecuted on racial grounds, i.e. the Jews and the Sinti and Roma.

One-sided Remembrance
No matter what area of the process of coming to terms with the past one regards, whether it be the scientific disciplines, law, the politics of compensation, historical education or institutional remembrance - everywhere awareness has principally been focused on the Jewish Holocaust. The Sinti and Roma have the mammoth task of correcting this partial historicio-political consciousness. Each speech concerning this historical injustice stands in danger of incurring the reproach of an inappropriate confrontation between these two groups of victims. Nevertheless, it is important to establish an inclusive collective memory. For example memorial days: in the old Federal Republic, from the end of the 1950s and in particular since 1978, the 9 November has become, as remembrance of "Reichskristallnacht", the anti-Semitic pogrom of 9 November 1938, the most important symbolic date of self-critical confrontation with the National Socialist past and as informal Holocaust Memorial Day. Since 1996, 27 January has annually become the "Day of Remembrance for the Victims of National Socialism", in memory of all victims of Nazi racist persecution between 1933 and 1945; in practice the official Holocaust Memorial Day, but with an explicit emphasis on the Jewish victims. The Sinti and Roma are repeatedly at best second class victims.

Contrary to public remembrance of the Nazi persecution of the Jews, recognition of the Sinti and Roma victims is of only recent date. On 27 October 1979 the first major memorial ceremony took place, in memory of the Sinti and Roma victims of Nazi persecution, in the former Bergen-Belsen concentration camp, when Simone Veil, President of the European Parliament and Jewish Auschwitz and Bergen-Belsen survivor held the commemorative address in the presence of around 2,000 people. This was the beginning of a gradual disseminating of a more "inclusive historical consciousness", which, in the meantime, celebrates its own political anniversaries (16 December [the anniversary of Himmler's "Auschwitz Decree", of 12 December 1942, which ordered Sinti and Roma to be deported to the "Gypsy camp" in Auschwitz-Birkenau], and 2 August [the anniversary of the liquidation of the "Gypsy camp" in Auschwitz-Birkenau on the night of 2/3 August 1944], but has yet to find resonance within the broader public. This is a painful lack of historical consciousness and collective memory which colours our present perception. Very few people are aware that, since 1994, the President of the Senate gives an annual speech in the Federal Assembly commemorating 16 December 1942.