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"Die Universität" 26.04.2002
Copyright © Herwig Czech
Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und studiert an der Universität Wien.
Der Lange Schatten der NS-Medizin: Heinrich Gross und die wissenschaftliche Verwertung der Spiegelgrund-Opfer
Am 28. April werden am Wiener Zentralfriedhof knapp 600 Urnen mit sterblichen Überresten von Opfern der NS-Kindereuthanasie am "Spiegelgrund" bestattet. Eine dunkle
Episode der österreichischen Geschichte findet damit ihren vorläufigen Abschluss. Die Suche nach den Gründen für dieses späte Begräbnis führt mitten in die Geschichte der
NS-Medizin in Österreich und ihrer gescheiterten Bewältigung in den Jahrzehnten nach 1945.
Doch kehren wir zurück zum Ausgangspunkt der Geschichte. Im Sommer 1940 eröffnete die Wiener Stadtverwaltung in der "Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof" eine
Fürsorgeanstalt für Kinder. Sie erhielt die Bezeichnung "Am Spiegelgrund". Die Gründung war möglich, weil vorher in der Anstalt Platz geschaffen worden war: die "Kanzlei
des Führers" ließ rund 3200 Steinhofer Patientlnnen nach Hartheim deportieren und vergasen. Auch der "Spiegelgrund" sollte der Vernichtung "lebensunwerten Lebens" dienen.
Behinderte Kinder und Jugendliche wurden systematisch erfasst und in die Tötungsklinik eingewiesen. Gelangten die dort tätigen Ärztlnnen zu dem Schluss, dass mit keiner
künftigen Arbeitsleistung im Dienste der NS-Volksgemeinschaft zu rechnen war, so berichteten sie nach Berlin. Drei Gutachter des dortigen "Reichsausschusses zur
wissenschaftlichen Erfassung erb- und anlagebedingter schwerer Leiden" entschieden über Leben oder Tod der Betreffenden. Gaben sie die Ermächtigung zum Mord, so erhielten
die Kinder hochdosierte Schlafmittel. Waren sie entsprechend geschwächt, so starben sie an einer Infektionskrankheit, in der Regel Lungenentzündung.
Die restlose Verwertung der Euthanasie-Opfer
Die gnadenlose Kosten-Nutzen-Rechnung, der die Nationalsozialistinnen das menschliche Leben unterwarfen, erlaubte keine "unnützen Esser". Sie erlaubte aber auch keinen
unnützen Tod: Die Leichen der Euthanasieopfer wurden für die wissenschaftliche Forschung aufbewahrt. Daran scheint sich auch nach dem Krieg niemand gestoßen zu haben: 1946,
beim Prozess gegen einen der Hauptverantwortlichen der Wiener Kindereuthanasie, den ehemaligen Leiter des Spiegelgrund, Ernst Illing, sagte die Prosektorin des Steinhof,
Barbara Uiberrak: "Fast jeder der einzelnen Fälle ist wissenschaftlich gesehen hoch interessant. Wir haben 'Am Steinhof' noch alle 700 Gehirne, in den meisten Fällen auch
die Drüsen mit innerer Sekretion, fixiert ausgebaut, sodass sie jederzeit einer wissenschaftlichen pathologischen Untersuchung zugeführt werden können. Ich glaube, dass es
lohnend wäre, einige Fälle aus jedem Jahr herauszugreifen."
Die zweite Karriere des Heinrich Gross
Ernst Illing selbst sollte dazu keine Gelegenheit mehr haben: er wurde im November 1946 hingerichtet. Seinem ehemaligen Abteilungsarzt im Tötungspavillon XV, Heinrich
Gross, sollten die gesamten Früchte der gemeinsamen Arbeit zufallen. Während Illing vor Gericht stand, befand Gross sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Bei seiner
Rückkehr 1948 wurde er verhaftet und ebenfalls angeklagt. Das politische Klima in Österreich hatte sich jedoch bereits soweit zugunsten der ("ehemaligen")
Nationalsozialistinnen verschoben, dass Urteilssprüche immer seltener wurden. Die erste Instanz verurteilte Gross zwar, nach der Aufhebung des Urteils wegen formaler
Mängel verlief das Verfahren jedoch im Sand. Gross startete seine zweite Karriere. Er trat dem "Bund Sozialistischer Akademiker" (BSA) bei, wo viele "Ehemalige" hilfreiche
Seilschaften bildeten. Die Stadt Wien nahm in wieder in ihre Dienste, diesmal in der Nervenheilanstalt "Am Rosenhügel", wo sich Gross konsequenterweise zum Neurologen und
Psychiater ausbilden ließ.
Anfang der 1950er Jahre begann er mit der Aus-wertung der Gehirne, die in der Prosektur des Steinhof aufbewahrt worden waren. Bald folgte Publikation auf Publikation. Gross
gab sich keine große Mühe, die Herkunft seines "Materiales" zu verschleiern, wenngleich er natürlich darauf verzichtete, die näheren Umstände seiner Entstehung zu
erläutern. Bis ins Jahr 1978 erschienen über 30 Arbeiten, an denen teilweise prominente Kollegen von Gross beteiligt waren: Franz Seitelberger etwa, ehemaliges SS-Mitglied
und Rektor der Universität Wien in den 1970er Jahren. 1968 erhielt Gross ein eigenes "Ludwig Boltzmann-Institut zur Erforschung der Missbildungen des Nervensystems", das
sich in den ersten Jahren seines Bestehens ausschließlich auf die Auswertung der Spiegelgrund-Gehirne konzentrierte.
Heinrich Gross zählte jahrzehntelang zu den prominentesten Psychiaterinnen Österreichs. Das hing zum Teil mit seiner Tätigkeit als Gerichtsgut-achter zusammen, die er oft
bei aufsehenerregenden Prozessen ausübte. Drei seiner prominentesten Begutachtungsfälle: Günter Brus, Otto Mühl und Oswald Wiener, die wegen der berühmten "Uni-Ferkelei"
vom 7. Juni 1968 vor Gericht standen.
Vom Euthanasiearzt zum Pharmatester: Menschenversuche am Steinhof
Neben seiner Tätigkeit als Gerichtsgutachter und Hirnforscher fand Gross auch die Zeit, sich als Pharmatester zu betätigen. Auf seiner Abteilung am "Steinhof' stand ihm das
dafür nötige "Krankengut" zur Verfügung. Gross genoss das Vertrauen der Pharmaindustrie: Oft kamen die neuen Präparate direkt aus dem Tierversuchslabor, um an den
Steinhofer Patientlnnen ausprobiert zu werden. Allein zwischen 1958 und 1968 testete er nach eigenen Angaben 83 verschiedene Psychopharmaka an teilweise weit über hundert
Patientlnnen.
Das Ende einer österreichischen Karriere
Mitte der 1970er Jahre begutachtete Gross einen Überlebenden des Spiegelgrund, Friedrich Zawrel. Dieser erkannte seinen Peiniger aus der NS-Zeit wieder. Gross verfasste ein
vernichtendes Gutachten, in dem er sich ungeniert aus der Spiegelgrund-Akte Zawrels bediente, um den unliebsamen Zeugen zum Schweigen zu bringen. Der Plan wäre auch fast
aufgegangen, wenn sich die "Arbeitsgemeinschaft Kritische Medizin" nicht des Falles angenommen hätte. Im Zuge der folgenden öffentlichen Auseinandersetzungen kam es zu
einem Ehrenbeleidigungsprozess zwischen Gross und Werner Vogt, der mit einer juristischen Niederlage Gross endete. Das Gericht sah die Beteiligung von Gross an den
NS-Kindermorden als erwiesen an. Dieser kam dennoch mit einem blauen Auge davon: Die Niederlage im Zivilprozess führte zu keinen strafrechtlichen Konsequenzen. Gross konnte
seine Tätigkeit als Gerichtsgutachter unbehelligt fortsetzen. Ähnlich halbherzig die politischen Konsequenzen: die SPÖ (und mit einiger Verzögerung auch der BSA) schloss
ihn zwar aus, die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft hielt ihrem Institutsleiter jedoch die Stange: das Gross-Institut wurde mit dem "Ludwig Boltzmann-Institut für klinische
Neurobiologie" zusammengelegt, Kurt Jellinger und Heinrich Gross übernahmen die gemeinsame Leitung. Erst 1989 musste Gross auf Druck des Wissenschaftsministeriums diese
Funktion zurücklegen.
Keller voller präparierter Menschenteile
Über der Präparatesammlung lag ein Mantel des Schweigens. Angehörige von Jugendlichen aus Hamburg, die nach Wien deportiert und am Spiegelgrund getötet worden waren,
versuchten jahrelang, Auskunft über die sterblichen Überreste der Opfer zu erlangen. Die Wiener Zuständigen blockten ab. So mancher, der sich jetzt bei der Aufarbeitung
der Angelegenheit profiliert, war noch vor wenigen Jahren an dieser Vertuschung beteiligt. Dennoch setzte ein langsames Umdenken ein. Im "Bedenkjahr" 1988 wurde ein
Lagerraum im Keller der Pathologie in einen "Gedenkraum" umfunktioniert. Die Sammlung sollte plötzlich als Mahnmal fungieren, wenngleich einzelne Gehirne immer noch für
eine eventuelle wissenschaftliche Bearbeitung vorgesehen waren.
Die entscheidende Wende erfolgte erst mit dem neuerlichen Verfahren gegen Gross Ende der 1990er Jahre. Der Prozess scheiterte zwar an der attestierten
Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten, dieser war aber nun zumindest politisch isoliert. Gesundheitsstadtrat Sepp Rieder nannte Gross einen "Mörder" und ließ die
Bestattung der Präparate vorbereiten. Diese positive Tendenz setzte sich auch unter seiner Nachfolgerin Elisabeth Pittermann fort. Rückzugsgefechte blieben dennoch nicht
aus. Der Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Klinische Neurobiologie, Kurt Jellinger, versuchte, die Existenz von zehntausenden histologischen Präparaten der
Spiegelgrund-Opfer in seinem Institut zu verheimlichen und somit der Bestattung zu entziehen.
Gedenk- und Forschungsstätte für Medizin und Nationalsozialismus
Ungeklärt ist auch die Frage, was mit den noch vorhandenen Präparaten aus der "Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof" geschehen soll, die ebenfalls aus der NS-Zeit stammen.
Wer die Geschichte der Anstalt kennt, muss davon ausgehen, dass es sich bei diesen Menschen zum Grossteil um Opfer der "dezentralen Anstaltstötungen" der Jahre 1941 bis
1945 handelt. Die Bestattung der sterblichen Überreste der Spiegelgrund-Opfer ist vor allem für die Angehörigen ein äußerst wichtiger Akt. Als politisches Symbol ist sie
ambivalent. Es steht zu befürchten, dass die Verantwortlichen an das Begräbnis wieder einmal die Hoffnung auf einen Schlussstrich, auf eine endgültige Erledigung, knüpfen
werden. Dabei steckt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema noch in den Anfängen. Viele Bereiche der NS-Medizin sind noch unzureichend erforscht. Insofern
war es nur konsequent, dass Elisabeth Pittermann im Herbst 2001 neben der Bestattung der Gehirnpräparate auch die Errichtung einer Gedenk- und Forschungsstätte ankündigte,
die sich der Auseinandersetzung mit diesem Thema widmen soll. In-zwischen liegt ein entsprechendes Konzept vor, an dessen Verwirklichung der politische Wille zu einer
umfassenden Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema Medizin und Nationalsozialismus zu messen sein wird.
Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes und studiert an der Universität Wien.
"Die Universität" 26.04.2002
Copyright © Herwig Czech
The author is a research assistant at the Documentation Centre of Austrian Resistance (DÖW).
English translation copyright © Struan Robertson
The long shadow cast by National Socialist medicine: Heinrich Gross and the scientific exploitation of the
"Spiegelgrund"euthanasia victims
On 28 April 2002 around 600 urns with the mortal remains of National Socialist "Spiegelgrund" euthanasia victims were buried in the central cemetery in Vienna. This was the
preliminary conclusion to a dark episode in Austrian history. The explanation for this belated funeral is to be found in the history of National Socialist medicine in
Austria and the failure to come to terms with this crime in the decades after 1945.
The history of this crime against humanity begins in the summer of 1940 when the Viennese city administration opened a "children's ward" in the Steinhof mental hospital. It
was named "Am Spiegelgrund". Space was made to accommodate this ward: the "Nazi Party Chancellery" ordered the deportation of approximately 3,200 Steinhof patients to
Schloss Hartheim where they were gassed. "Am Spiegelgrund" was to operate in the extermination of "Life unworthy of living". Handicapped children and young people were
systematically selected and admitted to this ward of death. The doctors reported those children to Berlin who were not capable of work in the service of the National
Socialist community. Three consultants of the "Reich Committee for the Scientific Registering of Serious Hereditary and Congenital Illnesses" decided over life and death of
those concerned. When they authorised the murder the children received a high-dosage of sleep-inducing drugs. In this weakened state they then died of infection, usually
pneumonia.
The complete exploitation of the euthanasia victims
The merciless cost-benefit calculation to which the National Socialists subjected human life did not allow for "useless eaters". Neither did it permit a useless death: the
corpses of the euthanasia victims were retained for scientific research. After the war nobody seemed concerned: In 1946 at the trial against Ernst Illing, former director
of Steinhof and one of the persons mainly responsible for the child euthanasia in Vienna, Barbara Uiberrak, prosector at Steinhof, said: "Nearly each individual case is
scientifically highly interesting. At "Am Steinhof" we have all 700 brains, and in most cases also the conserved glands with internal secretion, which are immediately
available for scientific pathological investigation. I believe that it would be worthwhile, to single out cases from each child's age."
The second career of the Heinrich Gross
Ernst Illing was to have no further opportunity: he was hanged in November 1946. His former department physician in killing pavilion XV, Heinrich Gross, thereby acquired
the entire fruit of their common work. While Illing was on trial Gross was in Soviet captivity. On his return Gross was arrested on 1 April 1948 in Köflach (Styria) and
transferred to the Vienna District Court for his participation in the child euthanasia at Spiegelgrund. However, the political climate in Austria had already shifted in
favour of ("former") National Socialists so that verdicts became ever rarer. On 29 March 1950
Heinrich Gross was sentenced to two years imprisonment for manslaughter by the Viennese People's Court. He is only convicted of manslaughter because the Austrian
jurisdiction held that the malicious murder of mentally sick people was impossible as the latter lacked "comprehension". In April 1951 the Supreme Court rescinded the
verdict against Dr. Gross. In May 1951 the State Prosecution retracted the charges against Gross and the proceedings were discontinued. Gross began his second career. He
joined the "Federation of Socialist Academics" (BSA), where he was able to make useful connections with many "former" National socialists. He became once again an employee
of the city of Vienna, this time in the "Am Rosenhügel" mental hospital where he retrained as neurologist and psychiatrist.
At the beginning of the 1950s he began to use the brains, retained in the dissection room at Steinhof, for scientific research. Shortly thereafter publication followed upon
publication. Gross did not conceal the origin of his "material" although he naturally did not reveal further particulars concerning its acquisition. In 1978 there appeared
over 30 works, some with the co-operation of prominent colleagues: among them Franz Seitelberger, former member of the SS and rector of the University of Vienna in the
1970s. In 1968 Gross obtained his own "Ludwig Boltzmann Institute for the study of deformations of the nervous system", that in the first years of its existence was
exclusively concerned with the scientific evaluation of the Spiegelgrund brains.
For decades Heinrich Gross was one of the most prominent psychiatrists in Austria. This had partly to do with his function as court-appointed expert, often connected with
sensational processes. Three of his most prominent expert testimonies involved: the Viennese Actionists Günter Brus, Otto Mühl and Oswald whose action works were targets of
moral outrage. The trial began on 7 June 1968 in connection with the famous "University violation of decency".
From euthanasia doctor to pharmaceutical drug tester:
In addition to court-appointed expert and brain researcher Gross also found time to test pharmaceutical drugs. He had the necessary "human guinea pigs " at his disposal in
his department at "Steinhof". Gross had the confidence of pharmaceutical industry: Often new drugs came directly from the animal experiment laboratory to be tried out on
Steinhof patients. According to his own data alone between 1958 and 1968 he tested 83 different psychotropic drugs sometimes on over one hundred patients.
The end of an Austrian career
In the mid 1970s Gross medically examined Friedrich Zawrel, a Spiegelgrund survivor. Zawrel recognized his tormenter from the Nazi period. Gross wrote an annihilating
psychiatric appraisal in which he scrupulously made use of Zawrel's Spiegelgrund records in order to silence this threatening witness. The plan would have succeeded had the
"Working Group for Critical Medicine" not adopted the case. The public controversy between Gross and Dr. Werner Vogt, spokesperson for Working Group for Critical Medicine,
led to a libel action that ended with a catastrophic legal and moral defeat for Gross. The court ruled that Gross' participation in the National Socialist child euthanasia
murders as proven. Gross nevertheless came away practically unscathed: Civil proceedings were unsuccessful and no criminal charges were brought. Gross was able to continue
as court-appointed expert. The political consequences were also minimal: the Socialist Party of Austria (SPÖ), and, with some delay, also the Federation of Socialist
Academics (BSA) expelled him, the Ludwig Boltzmann Society retained him as director: the Gross Institute and the "Ludwig Boltzmann Institute for Clinical Neurobiology" were
amalgamated and Kurt Jellinger and Heinrich Gross jointly became directors. Only in 1989 did Gross have to resign this position under pressure from the Ministry of Science.
A cellar full of anatomical dissections
The dissection "collection" was shrouded in silence. Relatives of the girls and women deported from the Hamburg Alsterdorf Institutions to Vienna and killed in Spiegelgrund
tried, over years, to attain information about the mortal remains of the victims. They were stonewalled. Some of those investigating the affair were involved in the
previous cover-up. Nevertheless, there began a slow change of consciousness. In the "commemorative year" 1988 a "brain specimen room" in the cellar of the pathology
department was converted into a "commemorative room". The "collection" was to suddenly function as memorial although individual brains were still intended for possible
scientific research.
A decisive turn took place with proceedings for murder being opened against Heinrich Gross at the Viennese District Court in 1998. In January 2000 the Viennese District
Court starts preliminary investigations in connection with the "decentralised institutional murders" at Steinhof (starvation, "wild euthanasia"). The examinations are,
however, discontinued. In March 2000 the trial of Gross is adjourned on medical grounds, Gross is regarded as unfit for trial. The trial has never been resumed. However
Gross became politically isolated. Vienna city councilor for health Dr. Sepp Rieder called Gross a "murderer" and initiated the burial of the "neurological pathological
specimens". This positive tendency continued under his successor Elizabeth Pittermann. Nevertheless, a rearguard battle took place. Kurt Jellinger, director of the Ludwig
Boltzmann Institute for Clinical Neurobiology, tried to conceal the existence of tens of thousands of histological specimens of Spiegelgrund euthanasia victims in his
institute and thereby to prevent them from being buried.
Memorial and Research Centre for Medicine and National Socialism
The decision has yet to be made regarding the existing specimens from "Am Steinhof" mental hospital that likewise originate from the National Socialist era. From the
history of this institution it can be assumed that the majority of these people were also victims of the "Euthanasia Program" between 1941 and 1945. The burial of the
mortal remains of the Spiegelgrund euthanasia victims is an extremely important act especially for the relatives. However, as political symbol it is ambivalent. There is
the fear that the burial will allow a conclusion, an ultimate settlement, to this crime. And yet the scientific discourse has hardly begun. Many areas of National Socialist
medicine are still insufficiently researched. In this regard it was simply consequent that in autumn 2001 Elizabeth Pittermann announced, in addition to the burial of the
brain specimens, the establishment of a research centre to address this topic. In the meantime an appropriate concept is present, at whose implementation the political will
have to be measured to a comprehensive argument with the difficult topic medicine and National Socialism.
Today there is a permanent exhibition in Vienna's Otto Wagner Hospital:
http://www.gedenkstaettesteinhof.at/en/Topic/2
A symposium on the "History of Nazi Euthanasia in Vienna" takes place biennially.
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