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Die Deportation der Sinti und Roma vom Hannoverschen Bahnhof in Hamburg
Die Deportation der Sinti und Roma aus dem Hafengebiet in HamburgAlle Hamburger Sinti und Roma werden nach ihrer Verhaftung im Fruchtschuppen C im Bereich des so gennanten Magdeburger Hafens gesammelt und von dort mit Güterwaggons in die Konzentrationslager deportiert. 910 Sinti und Roma aus Hamburg und dem norddeutschen Raum waren in Mai 1940 die ersten rassistisch diskriminierten und verfolgten Hamburger, die in einem Sammeltransport deportiert werden. Diese Deportation fand eineinhalb Jahre vor der ersten Deportation jüdischer Hamburger statt.
1. Deportationstransport Dieser Transport ging auf den Befehl des SS-Reichsführers Heinrich Himmler vom 27. April 1940 zurück, in dem er die Deportation von 2500 Sinti und Roma aus dem Deutschen Reich in das Generalgouvernement im besetzten Polen anordnete. Zwar verfügte Himmler in den Ausführungsbestimmungen, dass Alte, Kranke und Schwangere nicht deportiert werden sollte, die zuständige Kriminalpolizei setzte sich aber über die Verfügung hinweg. Nahezu die Hälfte der Deportierten am 20. Mai 1940 waren Kinder und Kleinkinder. Infolge vorliegender Registrierung nahezu aller Sinti und Roma und aufgrund des von Himmler verfügten Festsetzungserlasses vom Oktober 1939, demnach es dieser Minderheit verboten war, den Wohnort zu verlassen, war es den sechs zuständigen Polizeibehörden leicht möglich, die Hamburger Sinti und Roma in den frühen Morgenstunden des 16. Mai 1940 zu verhaften. Mit Lastwagen wurden sie zum Fruchtschuppen C im so genannten Magdeburger Hafen in Hamburg gebracht, wo sie für mehrere Tage bis zum Transport nach Belzec festgehalten wurden. Sie wurden registriert und es wurden ihnen Ausweisdokumente, Geld und Wertsachen abgenommen. Schließlich wurden sie nach Belzec in Polen deportiert. In diesem Lager waren bereits Juden und polnische Roma inhaftiert. In ehemaligen Pferdeställen wurden die Gefangenen untergebracht. In Zwangsarbeit mussten sie einen Zaun um das Lager errichten und Drainagearbeiten ausführen. Auch Kinder wurden zur Schwerstarbeit herangezogen. Der Lagerkommandant war SS-Sturmbandführer Hermann Dolp, der zuvor in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen eingesetzt worden war, von dort nach Lublin als Lagerführer des Lipowa Straße 7 versetzt wurde, bevor er schließlich die Lagerleitung des Arbeitslagers Bełżec übernahm, bevor dieses ab 1941 (?) als Vernichtungslager geführt wurde. Neben Hermann Dolp gehörte SS-Hauptscharführer Franz Bartetzko zur Lagerleitung, der später Kommandant im Trawniki Arbeitslager unter Karl Streibel wurde. Viele der 2500 Sinti und Roma, die aus dem Reichsgebiet im Mai 1940 nach Bełżec deportiert worden waren starben schon wenige Wochen nach ihrer Ankunft aufgrund der mörderischen Arbeit, sie verhungerten, sie verstarben an Krankheiten und den den schrecklichen Lebensbedingungen oder sie fielen willkürlichen Exekutionen zum Opfer. Noch im Jahr 1940 wurden die meisten Überlebenden Sinti und Roma in das frühere Gefängnis Krychow nahe Sobibor deportiert. In Zwangsarbeit mussten sie dort Drainagearbeiten im Moor verrichten und Kanäle bauen. Im Winter 1940/41 wurden sie sich ohne Verpflegung selbst überlassen. Einige versuchten in ihre Heimatorte zurückzukehren, wenigen gelang es zeitweilig unterzutauchen. Fast alle wurden aber immer wieder verhaftet, in das Warschauer Ghetto und in andere Lager verschleppt oder nach Auschwitz deportiert. Viele straben an Kälte, Unterernährung und Krankheiten. Im Jahr 1942 wurden mehrere hundert Sinti und Roma, die im Raum Siedlce ansässig waren, in das jüdische Ghetto Siedlce zwangsumgesiedelt. Viele der vorher in Krychow Inhaftierten verbrachte man ebenfalls dort hin. Im Ghetto Siedlce wurden die Sinti und Roma gezwungen, eine Armbinde mit einem "Z" zur Kennzeichnung im Unterschied zum gelben Stern der jüdischen Gefangenen zu tragen.
2. Deportationstransport Reichsführer-SS Heinrich Himmler ordnete am 16. Dezember 1942 im so genannten "Auschwtz-Erlass" an, alle noch im Reich befindlichen Sinti und Roma in das Konzentrationslager Auschwitz zu deportieren. In Hamburg führten fünf Polizeidienststellen im Auftrag der Polizeibehörden die Verhaftungen durch und transportierten Familien und Einzelpersonen zum Fruchtschuppen C im Hafen, um sie vom Hannoverschen Bahnhof aus nach Auschwitz-Birkenau zu deportieren. Die Finanzbehörde beschlagnahmte das Eigentum der Verhafteten und gab es größtenteils zur Auktion frei. Sinti und Roma wurden im so genannten "Zigeuner-Familienlager", im Lagerabschnitt BIIe in Auschwitz-Birkenau inhaftiert. Bei ihrer Ankunft wurde ihnen eine Nummer auf den linken Unterarm tätowiert, die zusätzlich mit einem "Z" versehen wurde. Im Bereich des "Zigeuner-Familienlagers" befanden sich 32 Baracken, von den Inhaftierten auch "Blocks" genannt. Es handelte sich um ehemalige Pferdeställe. In den Blocks befanden sich dreistöckige Holzkojen, auf jede einzelne Pritsche mussten sich zehn und mehr Gefangene teilen. In der Zeit des fast zweijährigen Bestehens des "Zigeunerlagers" wurden ca. 24 000 Sinti und Roma aus nahezu allen Teilen Europas registriert. In einem Block wurden zwischen 500 und 1000 Menschen eingesperrt. Die Lebensbedingungen waren schrecklich, Hunger, Krankheit, willkürliche Strafen und Tod beherrschten den Alltag. Durch vier großen Vergasungsaktionen wurden Tausende Roma aus Osteuropa direkt nach ihrer Ankunft getötet. Der Lagerarzt Dr. Josef Mengele führte pseudo-wissenschaftliche medizinische Experimente an Kindern und besonders an Zwillingen durch und nahm ihren grausamenTod in Kauf.
3. Deportationstranpsort
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The Roma and Sinti were persecuted within the entire German Reich's sphere of influence and, from the beginning of the war against the Soviet Union, systematically murdered in Poland, southeastern Europe and the Soviet Union. This map shows the most important locations of the genocide committed against Roma and Sinti in occupied Europe.
English translation copyright © Struan Robertson
The deportation of Sinti and Roma from the port area of Hamburg
All Hamburg Sinti and Roma were deported from sidings close to the fruit warehouse C, where they were assembled, which lay in the Magdeburg Harbour in the port of Hamburg.
They were entrained on sidings close to the warehouse and deported to the concentration camps. In May 1940 910 Sinti and Roma from Hamburg and north Germany were the first
racially discriminated and persecuted citizens to be deported from Hamburg. This deportation transport took place one and a half years before the first deportation transport
of Jews from Hamburg.
1. 20 May 1940 destination Bełżec (Poland)
On 27 April 1940, Reichsführer-SS Heinrich Himmler, ordered the deportation of 2,500 Sinti and Roma from the German Reich to
the General Government in occupied east Poland. The "Resettlement Guidelines" stipulated that elderly and sick persons and pregnant
women were not to be deported. The Criminal Police ignored these exemptions. As a result of police registration and Himmler's Decree
restricting freedom of movement,
from 17 October 1939, the local police authorities knew the location of Hamburg's Sinti and Roma. In the early hours of the morning of 16 May 1940
they were arrested by six squads of criminal police. They were interned in fruit warehouse C in Magdeburg Harbour for several days. Here
they were again registered and forced to surrender their identity papers, money and valuables.
In July 1940 the majority of Sinti and Roma survivors were transferred to the former prison at Krychow near Sobibor. Here they were forced to do hard labour draining the moor and constructing canals. During the winter they were left to their own devices and some risked the attempt to return home to Germany. Others survived underground, or were arrested and deported to the Warsaw ghetto or Auschwitz-Birkenau. Many died of cold, malnutrition or illness. In 1942 several hundred Sinti and Roma who were resident in the Siedlce area were forcibly resettled into the Siedlce Jewish ghetto. Many who had been previously interned in Krychow were likewise sent there. Here Sinti and Roma were forced to wear an armband with a "Z" in contrast to the yellow star worn by the Jewish prisoners.
2. 11 March 1943 destination Auschwitz-Birkenau Reichsführer-SS Heinrich Himmler's "Auschwitz Decree" of 16 December 1942 ordered all Sinti and Roma remaining in the Reich to be deported to Auschwitz. The Political Police were again involved with the arrests and internment in fruit warehouse C in the Magdeburg Harbour. The Finance Department confiscated and partly publically auctioned off their assets. The Sinti and Roma were imprisoned in the so-called "Gypsy Family Camp", section BIIe, of Auschwitz-Birkenau. On arrival they were registered and tattooed with a number on their left forearm. The number was preceded by a "Z" (for Zigeuner = Gypsy). They were accommodated in 32 barracks, former stables, with 800 to 1,000 persons to a barrack. The blocks housed three-tiered wooden bunks and ten or more prisoners had to share each individual plank bed. During the almost two-year existence of the "Gypsy Camp" roughly 24,000 Sinti and Roma from almost all parts of Europe were registered. Thousands of Roma from Eastern Europe were killed directly after their arrival in four large gassings. The living conditions were horrendous. They were forced to do hard labour. Thousands died as a result of maltreatment, malnutritian, the cold, epidemics and in the gas chambers. Joseph Mengele carried out pseudo-scientific medical experiments on children and twins in the camp which invariably ended in a gruesome death. 3. 18 April 1944 destination Auschwitz-Birkenau
26 Sinti from Hamburg of whom 21 were babies and young children from children's homes and foster families. Two of these children survived due to the personal commitment of
the foster father In the spring and summer of 1944, 3,000 Sinti and Roma were transferred to other concentration camps in the Reich to perform forced labour mainly in the armaments industries. On the night of 2/3 August 1944 the "Gypsy Camp" in Auschwitz-Birkenau was liquidated. 2,900 Sinti and Roma, mainly women, children and the elderly, were murdered in the gas chambers. It is not known how many of the Sinti deported from Hamburg on 10 March 1943 survived. Regina Pohl was 13 years old when she was deported. She survived Auschwitz and other camps and died in Hamburg in 2009. Adolf Schulz, also deported from Hamburg on 10 March 1943, lives in Hamburg and has suffered lifelong illness and traumatisation. Unlike the Jewish Shoah the genocide of the Sinti and Roma was not acknowledgede until decades after the war was over. Only a very few historians have shown any interest in the topic. For example, in Hamburg until today there has been no research to find out how many Hamburg Sinti and Roma survived the genocide. Almost all Sinti and Roma resident in Hamburg at the beginning of the Nazi period were deported.
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