Dr. Robert Ritter und die Rassenhygienische und bevölkerungsbiologische Forschungsstelle im Reichsgesundheitsamt.


Der Verfolgung der Sinti - ein Weg, der nach Auschwitz führte.

Copyright © Reimar Gilsenbach


Am 12. Februar 1935 beantragte Dr. Ritter, ein Psychiater aus Tübingen, ein Stipendium, um erbbiologische Untersuchungen an "Zigeunerbastarden" durchführen zu können. Diese Untersuchungen, so versicherte er, sollten "für die Zigeuner betreffenden rassenhygienischen Maßnahmen des Staates und der Kriminalpolizei von entscheidender Bedeutung" werden. Sie sind es geworden, sind es in grauenhafter Weise geworden!

Ritter wurde zum Direktor der "Rassenhygienischen und Erbbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes" berufen, die im November 1936 in Berlin-Dahlem ihre Tätigkeit aufnahm. Diese auch als "Rassenhygieneinstitut" bekannte Zentralstelle hatte nur eine Aufgabe: Alle "Zigeuner" des Reichs zu erfassen, zu "sichten", rassistisch zu begutachten und zu selektieren. Genauer gesagt: Um die "Endlösung der Zigeunerfrage" zu ermöglichen, sollten Ritters Rassenforscher für jeden einzelnen, der von der Kriminalpolizei als "Zigeuner" registriert oder der als solcher verdächtigt war, entscheiden, ob er "Zigeunerblut" führe.

Robert Ritter von der "Rassenhygienischen Foschungsstelle" (in der Gruppenmitte) und Eva Justin (links von der Gruppe)
beim besuch eines Stellplatzes in Hamburg-Harburg, Aufnahme um 1938.

Ritters Rassenhygienische Forschungsstelle war von der Institutshierarchie gesehen der Abteilung L - "Erbmedizin" - subordiniert. Zum Mitarbeiterstab von Ritters Forschungsstelle gehörten - bis 1940 - Adolf Würth und Eva Justin, die sich schwerpunktmäßig mit den Sinti beschäftigten, das Spezialgebiet von Sophie Erhard waren bis 1942 die ostpreußischen Sinti, Ruth Kellermann beschäftigte sich mit den Lalleri sowie Karl Morawek - und nach dessen Kriegstod Eva Justin - mit den Roma.

Ihre "Rassendiagnosen" gründeten Ritter und seine Mitarbeiter vor allem auf genealogische Ermittlungen. Aus standesamtlichen Urkunden, Kirchenbüchern, polizeilichen Fahndungslisten, Aussagen von Familienangehörigen und anderen Quellen erkundeten sie die Verwandtschaftsverhältnisse der Sinti-Familien. Diese bildeten die Grundlage für die "rassenhygienischen Gutachten" der Forschungsstelle, in denen rassendiagnostisch nach "Zigeuner" und "Zigeunermischling" klassifiziert wurde, teilweise auch nach dem Schema des definitorisch diffusen Himmler-Erlasses vom 7. August 1941, der die folgenden Kategorien unterschied:

"1. Z bedeutet Zigeuner, d.h. die Person ist oder gilt als Vollzigeuner bzw. stammechter Zigeuner;
2. ZM + oder ZM (+) bedeutet Zigeunermischling mit vorwiegend zigeunerischem Blutsanteil.
(1) In Fällen, in denen ein Elternteil Vollzigeuner, der andere Elternteil deutschblütig ist, ist dieses durch die Kennzeichnung ‚ZM I. Grades' besonders vermerkt.
(2) In Fällen, in denen ein Elternteil Zigeunermischling I. Grades, der andere Elternteil deutschblütig ist, ist dieses durch die Kennzeichnung "ZM II. Grades" besonders vermerkt.
4. ZM - oder ZM (-) bedeutet Zigeunermischling mit vorwiegend deutschem Blutsanteil;
5. NZ bedeutet Nicht-Zigeuner, d.h. die Person ist oder gilt als deutschblütig."

Oft gelang es ihnen, einige der Vorfahren bis ins 18. Jahrhundert zurück zu verfolgen. Von diesen "Stammeltern" nahm Ritter mehr oder weniger willkürlich an, sie seien "stammechte Zigeuner" gewesen, was für ihn gleichbedeutend mit "reinrassig" war. Beweisen konnte Ritter die "Reinrassigkeit" der Stammeltern nicht. Meist lagen ihm ja nur höchst vage Angaben vor, etwa von der Art, dass im frühen 18. Jahrhundert ein gewisser "Heiden-Sepp" wegen Landstreicherei zu Festungshaft verurteilt worden war. Diesen "Heiden-Sepp" trug Ritter dann als "stammechten Zigeuner" an die Spitze seiner "Genealogie einer Zigeunersippe" ein. Hatte sich unter dessen Nachfahren einer mit einer Bauerstochter oder einer anderen Sesshaften gepaart, so waren alle aus diesem "Konkubinat" abstammenden Kinder und Kindeskinder "Zigeunerbastarde". Den "Mischlingsgrad" errechneten Ritters Rassenforscher rein statistisch nach dem kleinen Einmaleins.

In einzelnen Fällen vermochte Ritter die Abstammung von "Zigeunern" bis auf ein "Stammelternpaar" in der zehnten Ahnengeneration zurückzuführen. Aber eben nur auf ein Paar! In Wirklichkeit umfasst sie mehr als 500 Paare. Nein, Ritters "genealogische Methode" war ein Bluff, eine Scharlatanerie! Statistisch ließ sich mit ihr weder ein bestimmter Mischlingsgrad noch eine Reinrassigkeit feststellen.

Ließen sich die Vorfahren eines "Zigeuners" nicht aufspüren, dann bedienten sich die Rassenforscher anthropologischer Messungen. Half auch das nicht, so stellten sie mit den Diagnoseopfern eine Art rassenbiologischen Kreuzverhörs an. Dabei genügte es oft schon, dass der Befragte Ausflüchte machte, um ihn als "Zigeuner" oder "Zigeunermischling" abzustempeln, denn "Verschlagenheit" galt als Rassenmerkmal von "Zigeunern". Konnte der Zigeunernachweis weder genealogisch noch irgendwie sonst erbracht werden, dann ließen Ritters Mitarbeiter die "Rassendiagnose" im Grunde ungeklärt, und ihre Einstufung lautete "Nicht-Zigeuner". Gewöhnlich setzten sie hinzu: "Angehöriger einer Zigeuner-Sippe", um so auch jene Deutschen, die in Sinti-Familien eingeheiratet hatten, in die Verfolgung als "Asoziale" einzubeziehen.

1938 trug Ritter Analyse und Konzept vor: Als "artfremde Rasse" hätten die Zigeuner sich so stark mit den "Asozialen" vermischt, "dass es reinrassige Zigeuner überhaupt nicht mehr gibt", selbst unter den "Wanderzigeunern" nicht. Allesamt seien sie "primitive Nomaden", und da diese Eigenschaft in ihrem Erbgut unveränderlich festgelegt sei, könne man sie "weder durch Erziehung noch durch Strafen zu sesshaften Bürgern wandeln". Den ganz wenigen annähernd "reinrassigen" oder "stammechten" unter ihnen solle "im Rahmen eindeutiger Beschränkungen die Möglichkeit zu einem abgesonderten arteigenen Leben" gegeben werden. Die weitaus zahlreicheren "Zigeunerbastarde" aber seien minderwertiger und erbbiologisch gefährlicher als die reinrassigen und seien daher "von der Polizei in geschlossenen Kolonien unterzubringen". In diesen Lagern müssten sie Zwangsarbeit leisten und irgendwie zum Aussterben gebracht werden. "Ein familiäres Zusammenleben", so forderte Ritter, "wäre dort nur nach vorher-gegangener Sterilisation der noch Fortpflanzungsfähigen zu gestatten." Zu dieser Zeit hatten Ritters "rassenbiologisch geschulte Sachbearbeiter" bereits Tausende von Sinti aufgespürt, um sie "unnachgiebig zu verhören".

Wenig später, am 8. Dezember 1938, kündigte Himmler in seinem "Erlass zur Bekämpfung der Zigeunerplage" die Regelung der "Zigeunerfrage aus dem Wesen der Rasse heraus" an.

Auf Dienstreisen in die Konzentrationslager begutachteten Mitarbeiter der "Rassenhygienischen Forschungsstelle" auch jene Sinti, die dort bereits zu Hunderten, wenn nicht zu Tausenden inhaftiert waren. Ja, sogar für im KZ ermordete Sinti stellten sie, gleichsam um die SS-Mörder zu rechtfertigen, nach deren Tod noch "Gutachtliche Äußerungen" aus.

Im Februar 1941 gab Ritter die Ergebnisse der "Bestandsaufnahme der Zigeuner und Zigeunermischlinge" bekannt. Nach seinen Worten betrug "die Zahl der bisher gemeldeten Personen rund 30 000", davon 19 000 aus Deutschland und 11 000 aus den annektierten Gebieten Österreich und Sudetenland. In etwa anderthalb Jahren, so Ritter, werde die "Durchmusterung und Sichtung der gesamten Zigeunerbevölkerung" beendet sein. Im Klartext: Ritters Rassenhygieniker kündigten an, im Spätsommer 1942 so weit zu sein, dass die "Zigeunerfrage" in das Stadium ihrer Endlösung treten könne.

Himmlers Zeitplan passt auffällig zu diesen Angaben: Im Dezember 1942 erteilte er dem RSHA den Befehl, die "Zigeunermischlinge" nach Ausschwitz zu deportieren. Zwar hatte Ritter seine Zusicherung im Großen und Ganzen eingelöst, aber die Fahndung von Ritters "Zigeunererfassern" ging bis Ende des Jahres 1944 weiter.

Die weitaus meisten ihrer Diagnosen lauteten auf "Zigeunermischling", bestimmten also die so Stigmatisierten zur Ausrottung oder zur Sterilisierung. Nur die wenigen durch ein "Z" als "reinrassig" eingestuften Sinti hatten eine Chance, denn sie allein wollte Himmler, wie Ritter es empfohlen hatte, überleben lassen. Noch vor Kriegsende setzten sich Ritter und seine Mitarbeiter in die späteren Westzonen ab. Nur einer unter ihren Informanten, Hanns Weltzel, ein Tsiganologe aus Liebhaberei, blieb in der sowjetischen Besatzungszone. Er hatte der "Rassenhygienischen Forschungsstelle" sein Wissen über einige Sinti-Familien zur Verfügung gestellt. Deswegen ist er von einem Gericht der DDR zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Alle anderen Anthropologen, Psychiater und Ärzte, die sich am Tod vieler tausend Sinti mitschuldig gemacht haben, gingen straffrei aus.


Quellen :
Gilsenbach, Reimar: Der Verfolgung der Sinti - ein Weg, der nach Auschwitz führte,
In: Feinderklärung und Prävention. Kriminalbiologie, Zigeunerforschung und Asozialenpolitik. Berlin: Rotbuch Verlag, 1988.
Kenrick, Donald and Puxon, Grattan: Gypsies under the Swastika. Hatfield, University of Hertfordshire Press, 2009 (revised).
Schmidt-Degenhard, Tobias Joachim: Robert Ritter (1901-1951). Zu Leben und Werk des NS-Zigeunerforschers".


Dr. Robert Ritter and the Race Hygiene and Population Biology Research Centre
of the National Health Office.


The Persecution of the Sinti - The Pathe that led to Auschwitz.

Copyright © Reimar Gilsenbach
English translation copyright © Struan Robertson


On 12 February 1935 Dr. Ritter, a psychiatrist from Tübingen, applied for a scholarship, in order to carry out a genetic study of "Gypsy bastards". He asserted that these investigations would be "of crucial importance for the state and the Criminal Police's Gypsy race-hygiene measures". This proved to be the deadly truth!

In November 1936 Ritter was appointed director of "the Race Hygiene and Population Biology Research Centre of the National Health Office", in Berlin-Dahlem. Also known as the Race Hygiene Institute it had the sole task of registering all "Gypsies" in Germany, "sifting", racially categorizing and selecting them, i.e. in order to facilitate "the final solution of the Gypsy question", each person registered by the Criminal Police as "Gypsy", or who was suspected to being such, Ritter's race researchers were to decide if he had "Gypsy blood".

Ritter's Race Hygiene and Population Biology Research Centre was subordinated to department L - "hereditary medicine" - within the National Health Office. The staff of Ritter's research centre, until 1940, were Adolf Würth and Eva Justin specialising in the Sinti, Sophie Erhard, until 1942, specialising in the East Prussian Sinti, Ruth Kellermann specialising in the Lalleri and Karl Morawek, and after his death in battle Eva Justin, specialising in the Roma.

Robert Ritter (in the middle of the group) und Eva Justin (left of the group)
interviewing Sinti at a site in Hamburg-Harburg, 1938.

Ritter and his co-workers based their "race diagnoses" mainly on genealogical investigations. From civil registry office documents, church registers, police wanted persons' lists, statements from relatives and other sources they constructed kinships of Sinti families. He also partly applied the vague scheme of classification given in the Himmler decree, "the evaluation of the race-biological assessments of Gypsies", of 7 August 1941:

Z (Zigeuner) pure Gypsy
ZM+,ZM(+) more than half-Gypsy
ZM part-Gypsy
ZM 1st grade half-Gypsy, half-German
ZM 2nd grade one parent ZM 1st grade
one parent German
ZM-,ZM(-) more than half-German
NZ non-Gypsy

Often they succeeded in tracing ancestors back to the 18th century. Ritter more or less arbitrarily assumed these "root parents" to be "pure root Gypsies", which for him was equivalent to "pure race". Ritter could not confirm that these root parents were "pure race". Usually only very vague data was available, for example, that in the early 18th century a certain "Heathen-Sepp" was imprisoned for vagrancy. Ritter then set this "Heathen-Sepp" as "pure root Gypsy" at the head of his "genealogy of a Gypsy kinship". When one of their descendants had children with a farmer's daughter or other sedentary person then all the children issuing from this "concubinage" and subsequent generations were categorized as "Gypsy bastards". Ritter's "genealogical method" was a fabrication, a pseudo-scientific sham.

When a "Gypsy's" ancestors could not be traced the race researchers resorted to anthropological measurements. When that proved fruitless they employed a kind of race-biological cross examination of their victims. It was often sufficient that the respondent was evasive for him to be labelled "Gypsy" or "Gypsy half-breed", because "slyness" was considered a racial characteristic of "Gypsies". When "Gypsy" could not be verified either genealogic or otherwise then Ritter's co-workers left the "race diagnosis" unsettled and their classification read "non-Gypsy". However, usually they added: "member of a Gypsy family", so that also those Germans, who had married into Sinti families, placed them in the persecuted category of "asocial".

In 1938 Ritter clarified his analysis and concept: As "alien race" the Gypsies have so comprehensively mixed with "asocials", "that there are no longer any pure race Gypsies", not even among the "nomadic Gypsies". All of them are "primitive nomads", and because this attribute is immutably a part of their genetic make-up, one cannot "change them into sedentary citizens either by education or punishment". The very few "pure race" or "pure family" among them should be given "a segregated tribe-characteristic life with clear restrictions". However, the far more numerous "Gypsy bastards" are more inferior and hereditary biologically more dangerous than the pure race and are therefore to be "interned by the police in closed colonies". In these camps they should be made to carry out hard labour and somehow brought to extinction. Ritter stipulated that "family living would only be permitted after sterilisation." By this time Ritter's "race-biologically trained specialists" had already sought out thousands of Sinti who they had "unrelentingly cross-examined".

Soon after this, on 8 December 1938, Heinrich Himmler issued a radical decree, "to tackle the solution of the Gypsy Question from the nature of this race" the goal being "the final solution of the Gypsy Question".

Ritter's co-workers also visited concentration camps to register the thousands of imprisoned Sinti. They even issued posthumous "race assessment reports" for Sinti murdered in the concentration camps thereby justifying the SS-murderers.

In February 1941 Ritter announced the results of "the inventory of the Gypsies and Gypsy half-breeds". According to him "the number registered so far amounted to approximately 30,000", 19,000 from Germany and 11,000 from annexed Austria and Sudetenland. He was of the opinion that in approximately eighteen months "the registering and sifting of the entire Gypsy people" would be complete. This meant that Ritter's "race scientists" had announced that by late summer of 1942 the "Gypsy question" could progress into the stage of its final solution.

Heinrich Himmler's timetable clearly corresponded with this report: In December 1942 he gave the order to the Reich Security Main Office (RSHA) to deport the "Gypsy half-breeds" to Auschwitz. Ritter had essentially fulfilled his assurances but his co-workers continued their "Gypsy registration" until the end of 1944.

They assessed the vast majority of the Sinti as "Gypsy half-breed", which destined those so stigmatized for extermination or for sterilization. Only the few classified with a "Z" as "pure race" Sinti had a chance of survival because Himmler wanted them alone, as Ritter had proposed, to survive.

Before the end of the war Ritter and his co-workers moved to what were later to become the west zones.

Ritter claimed after the war that he had stopped working on the subject of the Gypsies in 1941, well before the extermination of the German Gypsies. He was never tried. Documents discovered later reveal this was a lie.

In an unpublished 1942 report, Ritter stated:
"The Gypsy Problem can only be considered as solved when the majority of the asocial and useless Gypsies half-breeds have been collected in large camps and set to work, and when the continued procreation of this mixed population is finally prevented. Only then will future generations of the German people be freed from this burden."

Eva Justine in her dissertation "The life history of alien-raised Gypsy children and their descendants", published in 1944, stated:
"All educated Gypsies and Gypsy half-breeds of predominantly Gypsy blood, should as a general rule be sterilised. Socially integrated Gypsy half-breeds with less than half Gypsy blood can be considered as German. Asocial Gypsy half-breeds with less than half Gypsy blood should be sterilised."

After the war, Ritter was employed as a psychologist for the Frankfurt Public Health Office, along with Eva Justin. In 1948, at the behest of Roma holocaust survivors the Frankfurt prosecutor's office opened an inquiry into Ritter's Nazi-era activities. The case was closed in 1950, on the grounds of insufficient evidence. Ritter died on 15 April 1951 at the Hohemark psychiatric clinic in Oberursel from complications of high blood pressure.

In 1964, magistrates in Frankfurt decided there was insufficient evidence to justify prosecuting Eva Justine. She died from cancer in 1966 in Offenbach am Main, a city on the outskirts of Frankfurt.

Only one of their informants, Hanns Weltzel, whose hobby was Romani studies, remained in the Soviet zone of occupation. He had given his knowledge about certain Sinti families to the Race Hygiene Institute. He was executed by the Soviets in 1952. None of the other "race scientists", anthropologists, psychiatrists and physicians who were collectively guilty for the death of many thousands of Sinti were ever punished.

Johannes Otto Luis Hanns Weltzel (1910-1952) was a photo-journalist who lived in Rosslau, a small East German town which Romanies regularly visited. In the 1930s, he engaged with the local Romani culture, photographing the Sinti people, learning to speak their language and compiling genealogical charts. At the invitation of Dora Yates, he wrote articles for the Journal of Gypsy Lore Society in 1938 and again in 1948-49, when he provided eyewitness descriptions of the plight of Nazi Germany's Romanies. Hanns Weltzel was later accused of handing his genealogical tables to Nazi race scientists and helping to organise Romani deportations, and was executed by the Soviets in 1952.


Sources:
Gilsenbach, Reimar: Der Verfolgung der Sinti - ein Weg, der nach Auschwitz führte,
In: Feinderklärung und Prävention. Kriminalbiologie, Zigeunerforschung und Asozialenpolitik. Berlin: Rotbuch Verlag, 1988.
Kenrick, Donald and Puxon, Grattan: Gypsies under the Swastika. Hatfield, University of Hertfordshire Press, 2009 (revised).
Schmidt-Degenhard, Tobias Joachim: Robert Ritter (1901-1951). Zu Leben und Werk des NS-Zigeunerforschers".