Shelby Steele: Schwarze/Blacks

Copyright © Süddeutsche Zeitung, 4/5. Juli 2009
Interviewer: Christine Brinck

Schwarze


SZ: Die Wahl Obamas hat bei vielen Menschen die Vorstellung beflügelt, dass nun alles besser wird für die Schwarzen.
Steele: Tja, ich glaube nur leider nicht an diese Wirkung.

Sie glauben nicht, dass die Kinder in der Schule mehr arbeiten, weil sie ein Vorbild im Weißen Haus haben? Sind das also naive Träume?
Ich fürchte, es sind europäische Träumereien. In den Sechzigern kam die Idee des Rollenmodells auf. Schwarze Kinder versagten, weil sie keine schwarzen Lehrer hatten. Nun, wir haben schwarze Lehrer bekommen und schwarze Kinder versagen immer noch. Dann hieß es, es liegt daran, dass wir keine schwarzen Bürgermeister haben. Wir haben schwarze Bürgermeister in jeder größeren Stadt bekommen, die Großstadtschulen schneiden schlechter ab als je zuvor, und die Prüfungsergebnisse schwarzer Schüler fallen immer mehr ab.

In Ihrer Zusammenfassung klingt das aber deprimierend.
Allem Anschein nach hat sich die Idee des Rollenmodells jedenfalls nie bewahrheitet. Obama ist ein schwarzer Mann im Weißen Haus, und das können wir alle bewundern, aber er wird nicht die Schulleistungen der schwarzen Kinder verändern oder steigern. Warum ist die Lücke, die zwischen den Leistungen schwarzer, weißer oder asiatischer Schüler klafft, eigentlich immer noch so enorm? Die Gründe für diese Leistungsunterschiede sind tief und profund und werden nicht einfach verschwinden durch die kulturelle Symbolik dir Wahl Obamas. Ich werde mal einige davon aufspießen.

Bitte.
Die Probleme beginnen in der Familie. Es gibt eine Rate von siebzig Prozent unehelicher Geburten, in manchen Großstadtzonen wie etwa in South Central Los Angeles oder Compton, Teilen der South Side von Chicago und so fort schnellt diese Zahl auf 80 und 90 Prozent empor.

Und was bedeutet das?
Das heißt: Die schwarze Familie ist schlicht tot in diesen Bezirken. Schwarze Frauen heiraten nur halb so oft wie weiße Frauen, werden aber doppelt so oft geschieden. Wer nicht zwei Eltern hat, wem die Familienstabilität, ob schwarz oder weiß, fehlt, der wird nicht so gut zurechtkommen wie andere Kinder, die diese Probleme nicht haben. Hinzu kommt die in solchen sozialen Schichten verbreitete Art, Kinder aufzuziehen. 400 Jahre Unterdrückung führen unausweichlich dazu, dass man Kinder anders erzieht als wenn man mit den Möglichkeiten der Freiheit lebt wie heute. Für uns Schwarze ist dieses Leben immer noch neu. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, unsere Kinder von Geburt an zu erziehen, sie zu stimulieren, ihnen vorzulesen, mit ihnen zu reden, ihnen gegenüber positiv eingestellt zu sein.

Der Harvard-Psychiater Alvin Poussain hat wiederholt auf die Praxis körperlicher Züchtigung und ihre Folgen hingewiesen. Prügeln schwarze Eltern tatsächlich mehr als andere?
Schwarze Kinder erleben insgesamt mehr physische Gewalt als andere Kinder. Schwarze Buben zeigen oft schon im Alter von zwei und drei Jahren, also lange, bevor sie überhaupt auf die weiße Welt treffen, Zeichen großer Wut. Das hat tatsächlich oft mit den Methoden und der Art zu tun, wie sie erzogen werden.

Vor der Bürgerrechtsgesetzgebung in den sechziger Jahren war die schwarze Familie aber noch intakt, oder?
Absolut.

Die Dinge haben sich also durch etwas grundweg Positives verschlechtert. Wie konnte das passieren?
Wie viele Stunden geben Sie mir?

So viel Sie wollen.
Okay. Als ich ein Kind war, gab es in unserer rein schwarzen Nachbarschaft im segregierten Chicago nur eine einzige Familie, in der es keinen Vater gab. Alle anderen Kinder hatten einen; ob sie ihn mochten oder nicht, war natürlich wieder eine andere Sache. In den Sechzigern kam dann die Wohlfahrtspolitik, die jeder unverheirateten Mutter ein Minimum an Lebenskosten zahlte, und das für ein ganzes Leben. Diese Politik war familienfeindlich. Hinzu kam die sexuelle Revolution, wiederum ein Anreiz, nicht zu heiraten, oder, falls man schon verheiratet war, es nicht um jeden Preis zu bleiben. Dies alles zusammen zerstörte die schwarze Familie in einer Weise, die die Segregation nie geschafft hat.

Aber warum haben sich Prügelstrafen so durchgesetzt? Wir kennen aus Filmen und der Literatur doch eher die überfürsorglichen Nannys ...
... die allerdings immer weiße Babies verhätscheln, ja. Die Prügel in den schwarzen Familien sollen die Kinder schon einmal auf die harte Welt da draußen vorbereiten. Nur wird ihr Selbstwertgefühl stattdessen häufig unterminiert. Es ist eines der schlimmsten Zeichen der eigenen Unterdrückung, wenn man sein Kind schlecht behandelt und erniedrigt, um es rechtzeitig zu wappnen.

Mit anderen Worten: Erniedrigung als Schutz?
Ja, nach der Logik: Ich schubse mein Kind herum, bevor die Welt es macht. Das sind Erziehungsmaßnahmen von Sklaven. Leider sind sie immer noch weit verbreitet. Und so sieht man etwa ab dem Alter von zwei Jahren die IQs vieler schwarzer Kinder abfallen, Ihnen wurde nicht vorgelesen, mit ihnen wurde kaum gesprochen, sie wurden niedergemacht. Später sind sie untereinander gewalttätig, sie machen Ärger in der Schule und so fort.

Und derlei Verhalten wird immer weitergereicht ...
... ganz genau. Schrecklich deutlich ist das in den Nachmittagsshows zu sehen. Dauernd wird auf Gewalt verwiesen, die Mütter ihren eigenen Kindern angedeihen lassen. Fast jeder schwarze Entertainer erzählt davon, wie seine Mutter ihn geohrfeigt hat, ob im Supermarkt oder zu Hause. Ich hatte Glück, mein Vater glaubte nicht an diese Praxis, er hasste sie sogar und predigte auch allen anderen immer wieder, dass sie ihre Kinder nicht schlagen sollten, schon gar nicht ins Gesicht. Aber es scheint da unter ihnen so eine Art perversen Stolz zu geben: Wir sind anders als die Weißen, wir lassen unsere Kinder gar nicht erst frech werden.

Hat denn die Bürgerrechtsbewegung keine positiven Auswirkungen gehabt?
Doch, natürlich, es gibt einen deutlichen Sprung seit den sechziger Jahren, was Lebensqualität, Chancengleichheit und Akzeptanz angeht. Aber die 400 Jahre Unterdrückung wirken leider weiter. Es wird Menschen geben wie mich oder Obama oder Bill Cosby oder viele andere, die wir alle kennen, die einfach Glück hatten, weil sie Eltern hatten, die den Pfad in die moderne Welt einschlugen. Für die Schwarze Gemeinschaft insgesamt aber ist es ein harter Weg: Auf einmal haben sie all die Freiheiten, die sie immer wollten - aber trotzdem können sie nicht mithalten. Diejenigen, die in der modernen Welt zurechtkommen, die gedeihen wunderbar und kommen fabelhaft voran. Diejenigen, denen das nicht so schnell gelingt, für die wird es sogar schlimmer. Für sie ist die Freiheit fast eine Demütigung.

Auch nach fünfzig Jahren Chancen?
Gerade darum, das Urteil fällt noch negativer aus: Sie kommen nicht voran, obwohl sie doch frei sind, obwohl sie einen schwarzen Präsidenten haben.

Ein Obama im Weißen Haus ist kein Ansporn, nicht mal ein Trost?
Ganz genau, das ist, was Obamas Präsidentschaft auch bedeutet, dass man sich beim Versagen noch mieser fühlt als früher schon. Schwarze können keinen Halt mehr in der Idee finden, dass sie unterdurückt sind. Das Leiden wird größer, weil kein Frust bleibt.

Man kann die Weißen nicht mehr verantwortlich machen, wenn im Weißen Haus zwei Schwarze sitzen. die in Princeton und Harvard waren, deren Kinder eine Quäkerschule besuchen - Leute also, die so genannte weiße Werte leben?
Ja, aber ganz so einfach ist es nicht. Kinder, ob schwarz oder weiß, sind gut in der Schule, wenn ihre Eltern sie lieben, wenn sie respektiert und ermuntert werden. Wenn alle kulturellen Normen eingehalten werden. Wenn ein Kind stattdessen vier-, fünfmal am Tag ins Gesicht geschlagen und mit Flüchen beladen wird, wird es versagen. Jetzt kapiert der Einzelne, dass wenn er die Normen hätte, wenn er ein anderer wäre, wenn er sich gewissermaßen transformieren könnte, dann könnte er wie Obama sein. Nun wird ihm klar, dass mit ihm etwas nicht stimmt, dass er gestört ist. Auf einmal ist meine Rasse nicht mehr eine Sache des Stolzes, plötzlich trägt meine Rasse das Stigma der Funktionsstörung.

Aber: Zum ersten Mal diskutieren schwarze Intellektuelle vermehrt über diese Probleme, oder?
Ja. Sie stellen Fragen: Was stimmt mit ums nicht? Was müssen wir tun, um voranzukommen? Wir haben vierzig Jahre damit verbracht, uns zu beschweren. Mitten in der Freiheit handelten wir, als wären wir nicht frei. Warum können wir nicht mithalten? Das sind schmerzliche Fragen.

Dieses "Wir" kann sich nicht nur auf die Hautfarbe beziehen, denn die Äthiopier oder Ghanaer etwa, die nach Amerika einwandern, kommen angeblich sehr gut zurecht.
Ja, und sie mögen amerikanische Schwarze nicht. Sie würden nie in South Central leben.

Wieso hat die schwarze Führung, wieso haben sich die Priester nicht mehr eingesetzt? Bill Cosby wurde Verräter genannt, als er durch schwarze Schulen und Gemeinden zog und die Menschen aufforderte, sich anzustrengen.
Die schwarze Führung ist eben keine Führung, sondern eine einzige Demagogie, die die Idee lebendig hält, dass Schwarze unter Rassismus leiden. Sie wollen nicht, dass jemand sagt, dass unsere Probleme unsere eigenen sind und dass wir sie lösen müssen. Wir wären weit besser dran ohne jede schwarze Führung. Wenn ich einen Zauberstab hätte, würde ich all diese wertlosen Organisationen, die Millionen im Jahr einsacken, abschaffen. Sie leben nur von weißem Geld, das aus Schuldgefühlen gegeben wird. Thomas Sowell, der lange vor Bill Cosby der schwarzen Gemeinschaft den Spiegel vorhielt, wurde genauso niedergemacht. Leute wie sie bedrohen die raison d'être der schwarzen Führung.

Von Martin Luther King kann die Führung es nicht haben. Er hat stets betont, dass sich die Schwarzen zuallererst von der Idee verabschieden müssen, dass sie nicht die Herren ihres Schicksals seien.
So ist es. Die Ironie ist, in Compton, Oakland, South Central oder der Bronx werden die Schwarzen ja nicht durch die weißen Unterdrücker niedergehalten, sondern durch ihre eigenen Gangs.

Sie beschreiben eine so trostlose Pathologie, dass man sich fragt, was ein schwarzer Präsident, eine schwarze Familie im Weißen Haus daran ändern kann.
Solange den Schwarzen Hilfe aufgezwungen wird, kann sich nichts ändern.

Würden Sie Affirmative Action, die Unterstützungsmaßnahmen wie den erleichterten Zugang zu Universitäten für die Farbigen, wieder abschaffen?
Je schneller, desto besser. Wenn man alles umsonst bekommt, wie soll man dann je lernen, Dinge zu erwerben? Ermuntere mich zum Wettbewerb, forder etwas von mir und biete mir etwas dafür! Die Regierung kommt immerfort mit neuen Gesetzen, die die Menschen, denen sie helfen sollen, nur schwächen. Warum werden sie nicht besser? Weil es keinen Grund gibt, besser zu werden. Je schwächer wir werden, desto mehr kriegen wir.

Und was kann Obama ganz konkret für die Schwarzen tun?
Er könnte ehrlich sein. Er sollte deutlich aussprechen, welche Probleme die schwarze Gemeinschaft hat, und er müsste auch sagen, dass diese Probleme nichts mehr mit weißem Rassismus zu tun haben. Sie haben zu tun mit den Verstörungen, die den einst Unterdrückten innewohnen. Das heißt: wir müssen uns im wahrsten Sinne des Wortes kulturell neu erfinden.

Erwarten Sie irgendwann eine Ansprache dieser Art von Obama?
Er wird nichts dergleichen sagen, er wird nichts verändern. Er wird einfach nur ein Schwarzer im Weißen Haus sein. Und irgendwann kommt ein neuer Präsident.

Das von Obama während des Wahlkampfs angemahnte Gespräch über Rasse wird es also nicht geben?
Nicht in dieser Administration. Sie werden nicht einmal über die Quotenregelung der Farbigen diskutieren. Weiße reden nicht ehrlich über Rasse, das ist ein schrecklicher Verlust, weil dadurch so viele Aspekte der eigenen Gesellschaft nicht mehr diskutiert werden können. Und die Schwarzen sind abhängig von weißer Schuld. Wir haben es hier mit einer Symbiose zu tun von allem, was schlecht und schwach bei den Weißen und was schlecht und schwach bei den Schwarzen ist.

Wir müssen uns also darauf einstellen, dass South Central bleibt was es ist?
Ehrlich gesagt: Mehr als das. Es wird sich alles nur noch mehr festsetzen.


Shelby Steele: Blacks

Copyright © Süddeutsche Zeitung, 4/5. Juli 2009
Interviewer: Christine Brinck

Afro-Americans


SZ: Many people are convinced that the election of Obama as President of the USA will improve the situation of Blacks in America.
Steele: Well, that's not opinion.

You do not believe that having a role model in the White House will motivate school children to work harder? Is this then a naive dream? I'm afraid this is European fantasy. The idea of the role model originated in the 1960s. The argument was that Black children failed at school because there were no Black teachers. Now we have Black teachers but Black children still fail. Then it was argued that the problem was that there were no Black mayors. Blacks became mayors in every major city but the city schools produced worse results than ever before and the examination results of Black pupils declined even further.

Your view is very depressing.
The idea of the role model never proved to be true. Obama is a Black man in the White House, which we can all admire, but he will not change or improve the school achievements of Black children. Why is the gap between the school achievements of Black, White or Asian pupil still so wide? The reasons for these differences in achievement are complex and profound and will not simply disappear with the cultural symbolism of Obama's election. I can explain why.

Please.
The problem begins in the family. There is a seventy percent illegitimate birth rate within the Black community and in some city areas such as South Central Los Angeles or Compton, parts of Chicago South Side etc. this has risen to eighty and ninty percent.

And what does this mean?
That means: The Black family is simply dead in these districts. Black women marry only half as often as White women but are twice as often divorced. Children who do not have two parents, whose family stability is lacking, whether Black or White, do not manage as well as children who do not have these problems. An additional problem is the method by which such social classes rear their children. 400 years of oppression inevitably led to children being reared differently than today where we live in freedom. For us Blacks this life of freedom is still relatively new. We still have a long way to go before we learn to bring up our children from birth, to stimulate them, to read to them, to talk to them, to treat them constructively.

The Harvard psychiatrist Alvin Poussain has repeatedly referred to the practice and consequences of corporal punishment. Do Black parents really hit their children more than other parents?
Black children in general experience more physical violence than other children. Black boys often show signs of rage at the age of two and three years old, that is long before they have come into contact with the White world. This often has to do with the methods and ways these children are brought up.

Before the civil rights legislation was passed in the 1960s the Black family was still intact wasn't it?
Absolutely.

Positive legislation made things worse. How could that happen?
How much time do we have?

As much as you need.
OK. When I was a child, there was only one family that had no father in our totally Black neighbourhood, in segregated Chicago. All the other children had a father; whether they liked him or not, was another thing. Then in the 1960s social welfare policy was implemented which granted every unmarried mother basic living expenses, and lifelong. This policy was hostile to the family. In addition, the sexual revolution gave a further incentive not to marry and if you were already married not to remain so at any price. All this together destroyed the Black family in a way that segregation was never able to do.

But why has corporal punishment become generally acceptable? Films and literature have given us a picture of the overprotective Black nanny ...
... who is seen pampering White babies. The use of corporal punishment in Black families is meant to prepare the children for the harsh world outside. Instead their self esteem is frequently undermined. The ill treatment and humiliation of children in order to forearm them is one of the worst indications of our own oppression.

In other words: Humiliation as protection?
Yes, in accordance with the reasoning: I'll push around my child before s/he experiences the world does it. These are the methods of upbringing of slaves. Unfortunately, they are still very common. The result is that from the age of two the IQs of many Black children fall off having not been read to, barely spoken to, and humiliated. Later they are violent to each other, they cause problems at school, and so on.

And such behaviour spreads ...
... exactly. It is openly presented on afternoon television. There is a constant reference to the violence mothers use on their children. Practically every Black entertainer relates how his mother boxed his ears whether in public or at home. How were they brought up by their parents? I was lucky, my father did not believe in this method, in fact he hated it and never stopped telling others they should not strike their children, and never in the face. But among Blacks there appears to be a kind of perverted pride: We are not like the Whites, we do not even accept impudence from our children.

Didn't the civil rights movement have any positive effects?
But of course, since the 1960s there has been a great improvement in the quality of life, equal opportunity and acceptance. But, unfortunately, our 400 years of oppression continues to have its effect. There will always be people like me, Obama or Bill Cosby and others who had the good fortune of having parents who forged a path into the modern world. However, for the Black community as a whole it has been a difficult process: All at once they had the freedoms they had always desired - nevertheless they haven't matched up to other groups. Those who can cope with the modern world are able to prosper and make progress. Those who are not able to grasp this concept of freedom are even worse off. For them freedom is a big disappointment.

Are there still chances after fifty years of civil rights?
Yes. But it is more difficult for those who do not succeed, although they are free, and even have a Black president.

An Obama in the White House is not an incentive, not even a comfort?
That's right Obama's presidency makes such people feel even worse than before as they can no longer present themselves as victims. Their suffering is greater because there are no more grounds for frustration.

It is no longer possible to make the Whites responsible when there are two Blacks in the White House who studied at Princeton and Harvard and whose children attend a Quaker school - people who live in accordance with White values?
That's right, but it is not quite so simple. Children, whether Black or White, are good at school when their parents show them love, respect and encouragement. When all cultural norms are adhered to. When instead a child is struck in the face four or five times a day and repeatedly cursed at then s/he will fail. Now Obama is President people begin to understand that if they lived according to these norms, if they behaved differently, if they could change a little, then they could be like Obama. Now it becomes clear that something is wrong with them, that they are impaired. Suddenly their ethnic group is no longer a thing of pride but is stigmatized by malfunction.

But it is only now, for the first time, that Black intellectuals are discussing these problems?
Yes. They are beginning to ask questions: What are we doing wrong? What do we have to do to make progress? We have spent forty years of complaining. Having achieved freedom we didn't act accordingly. Why can't we match up to other groups? These are painful questions.

This "we" cannot only refer to skin colour because Ethiopian and Ghanaian immigrants to America apparently do not have these problems.
No, and they don't like American Blacks. They would never live in South Central Los Angeles.

Why haven't Black leaders and church leaders shown more commitment? Bill Cosby was called a traitor when he visited Black schools and communities and called upon people to exert themselves.
The Black leadership is no leadership at all but rather a demagogy that maintains the idea that Blacks suffer from racism. They do not want to hear that our problems are our own and that we must solve them ourselves. We would be better off without such a Black leadership. If I had the possibility I would abolish all these worthless organizations that pocket millions of dollars each year. They live off money given to assuage white guilt. Thomas Sowell held a mirror up to the Black community long before Bill Cosby and was likewise cut down. People like them threaten the raison d'être of the Black leadership.

The Black leadership did not acquire this from Martin Luther King. He stressed that Blacks must abandon the idea that they are not the masters of their own fate.
That's right. The irony is that in Compton, Oakland, South Central and the Bronx the Blacks are not oppressed by Whites but by their own gangs.

You describe such a hopeless mindset that it is questionable what a black President, with a Black family in the White House, can change.
As long as Blacks claim preferential treatment nothing will change.

Would you abolish the affirmative action that eased university entrance for Blacks?
The quicker the better. If one acquires everything for free how does one ever learn to earn things? Encourage people through competition; demand something of them with the offer of a reward! The government repeatedly passes new laws that instead of helping people only makes them dependent. These people do not progress because there is no reason to improve. The more dependent one becomes the more one receives.

What then can Obama do for the blacks?
He could be honest. He should clearly define the problems of the Black community and explain that they have nothing more to do with white racism. These problems have to do with the disturbed psychological frame of mind inherent to a once oppressed people. That means: we must culturally reinvent ourselves in the true sense of the word.

Do you expect to hear this in a speech by Obama sometime?
He will not say this; he will change nothing. He will simply be a Black in the White House. And then some day there will be a new President.

You don't then believe the debate about race notified by Obama during his election campaign will take place?
Not during this administration. There will not even be a debate regarding the quota system. Whites do not talk honestly about race and that is a terrible loss because that prevents so many aspects of their own society from being discussed. Blacks live off white guilt. It is a symbiosis of everything that is bad and weak from both the Whites and the Blacks.

Must we then accept that South Central remains how it is?
To be absolutely honest: More than that. The situation will become all the more entrenched.