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UTOPIE kreativ, Heft 182 (Dezember 2005), S. 1115-1131
Von der Ausgrenzung bis zur Vernichtung. Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma.
Bei der Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik an den Sinti und Roma müssen jene Formen der Ausgrenzung und Entrechtung durch den NS-Staat zur Sprache kommen, die dem systematisch organisierten Völkermord vorausgingen. Bis heute ist kaum bekannt, in welch vielfältiger Weise Sinti und Roma nach 1933 der nationalsozialistischen "Rassenpolitik" ausgesetzt waren, bevor die Deportationszüge in die Todeslager fuhren. Die Lebenswirklichkeit der Sinti und Roma muss von den antiziganistischen Klischees unterschieden werden, die seit Jahrhunderten im kollektiven Bewusstsein der Mehrheitsgesellschaft verwurzelt sind und die auch die Nazis benutzten. Hinter den Dokumenten der systematisch organisierten Vernichtung verbergen sich unzählige zerstörte Lebenswege. Entgegen den Zerrbildern der NS-Propaganda waren Sinti und Roma mit einer 600-jährigen Geschichte in Deutschland vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten deutsche Bürger und als Nachbarn und Arbeitskollegen in das gesellschaftliche Leben integriert. Nach 1933 wurden die Sinti und Roma systematisch erfasst, schrittweise entrechtet und ausgegrenzt, ihrer Lebensgrundlage beraubt und in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Die mit der "Rasse" begründete Politik der "Endlösung" unterschied sich in radikaler Weise von allen vorherigen Formen der Verfolgung und kann nicht in der bloßen Kontinuität staatlicher "Zigeunerpolitik" betrachtet werden. Der NS-Völkermord an den Sinti und Roma bildet einen fundamentalen Einschnitt in der jahrhundertealten gemeinsamen Geschichte von Minderheit und Mehrheitsgesellschaft. Mit dem Nationalsozialismus etablierte sich in Deutschland erstmals eine Diktatur, welche die Rassenideologie zur Grundlage allen staatlichen Handelns machte und eine "rassische Neuordnung" der gesamten Gesellschaft anstrebte. Der NS-Völkermord an den Sinti und Roma und an den Juden lässt sich nur erklären durch das Ineinandergreifen von intentionalen Faktoren wie etwa des rassenbiologisch begründeten Feindbildes sowie situativer Faktoren wie etwa des Kriegsverlaufes. Beides zusammen bewirkte eine zunehmende Radikalisierung.
Systematische Vernichtung nach umfassendem Plan Obgleich sich das Konzept der "Endlosung" schrittweise herausbildete und vom Kriegsverlauf maßgeblich beeinflusst war, war die physische Vernichtung der Sinti und Roma von Anfang an in den Plänen der SS enthalten. Für das Ende der dreißiger Jahre sind die ersten Dokumente belegt, in denen die SS-Führung die "endgültige Lösung der Zigeunerfrage" explizit als politische Zielvorstellung formuliert. Himmler sprach in seinem Runderlass vom 8. Dezember 1938 von der "endgültigen Lösung der Zigeunerfrage" und benannte eingangs als politisches Ziel die "Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen dieser Rasse heraus".[1] Bereits in seiner Rede vor den SS-Gruppenführern einen Monat zuvor hatte sich Himmler wie folgt geäußert: "Eine Frage für sich sind die Zigeuner. Die will ich, wenn es noch geht, noch in diesem Jahr heraustun. Es sind im ganzen Reich 30 000, die aber rassisch einen sehr großen Schaden anrichten. Vor allem in der Ostmark sind es sehr viele."[2] Grundlage dieser Politik war nicht allein ein mörderischer Antisemitismus, sondern der moderne Rassismus insgesamt, der auch das biologistisch begründete Feindbild des "Zigeuners" einschloss. Bei der Ausbildung dieses neuen Vernichtungsrassismus gegen Sinti und Roma kam der Rassenforschung, die eng mit der SS kooperierte, eine wichtige Funktion zu. Sie begründete den Völkermord ideologisch und schuf durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Sinti und Roma die Voraussetzungen für dessen praktische Umsetzung. Das Reichssicherheitshauptamt übernahm dabei die Federführung. Die NS-Rassenpolitik zielte von Anfang an auf die Sinti und Roma. Sinti und Roma wurden wie die Juden zu "Fremdrassigen" erklärt, die aus der Volksgemeinschaft auszugrenzen und letztlich auszumerzen seien. Sie standen außerhalb jeder Rechtsordnung, ihr Existenzrecht selbst wurde in Frage gestellt. Durch die Nürnberger Gesetze ebenso wie die Juden als "fremdrassig" bzw. "fremdblütig" definiert, wurden Sinti und Roma entrechtet und aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgegrenzt. Dazu ordnete Reichsinnenminister Frick in seinem Erlass an die Landesregierungen vom 3. Januar 1936 an: "Zu den artfremden Rassen gehören in Europa außer den Juden regelmäßig nur die Zigeuner".[3] Die wichtigsten formaljuristischen Grundlagen zur systematischen Entrechtung von Sinti und Roma waren das Reichsbürgergesetz, das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, das "Blutschutzgesetz" oder das Berufsbeamtengesetz. Damit wurden die Sinti und Roma aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgegrenzt; die Heirat mit "Deutschblütigen" war ihnen untersagt. Sie wurden aus Berufsorganisationen wie der Handwerkskammer oder der Reichskulturkammer ausgeschlossen und mussten damit ihre Geschäfte aufgeben. Ebenso wurden sie als Beamte oder Angestellte von ihren Arbeitsplätzen verdrängt. Unterstützt wurden diese Ausgrenzungsmaßnahmen durch eine systematische Propaganda, in welcher man unverhohlen die "Ausmerze aller Zigeuner" forderte. Die SS-Zeitung "Das schwarze Korps" schrieb 1937: "Das deutsche Volk wird das Zigeunerproblem auf irgendeine Weise lösen müssen, denn wir können mitten unter uns keinen Fremdkörper dulden, der ein ewiger Ansteckungsherd ... sein würde."[4] In der Zeitschrift des deutschen Arztbundes heiß es 1938: "Ratten, Wanzen und Flöhe sind auch Naturerscheinungen ebenso wie die Juden und Zigeuner. Wir müssen deshalb alle diese Schädlinge biologisch allmählich ausmerzen." Diese Sprache unterschied sich nicht von den Hasstiraden gegen Juden im "Stürmer".[5] Zahlreiche diskriminierende Sonderbestimmungen schränkten den Lebenskreis der deutschen Sinti und Roma bereits vor Kriegsbeginn immer stärker ein. So war ihnen die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, Lokalen, Kinos, Theater, Konzertsälen und der Einkauf in Geschäften verboten. Vermieter durften keine Mietverträge mit Sinti und Roma abschließen und mussten bestehende lösen. Krankenhäusern wurde deren Behandlung untersagt. Und in Minden hieß es: "Zigeunern und Zigeunermischlingen ist das Betreten des Spielplatzes verboten".[6] Viele Sinti und Roma setzten sich gegen ihre Entrechtung zur Wehr und versuchten, die Freilassung verschleppter Familienangehöriger zu erreichen oder ihr durch die "Arisierung" geraubtes Vermögen zurück zu erlangen. Selbst in der Anfangsphase des NS-Regimes hatten diese Versuche keine Aussicht auf Erfolg. Vielmehr schritt die Verdrängung der Sinti und Roma aus der nationalsozialistischen "Volksgemeinschaft", der nur "Deutschblütige" angehören sollten, immer weiter voran. Sinti-Kindern wurde durch einen Erlass des Reichsministeriums für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung der Schulunterricht untersagt, Studierende wurden von den Hochschulen verwiesen. Auch aus der Wehrmacht wurden Sinti und Roma ausgeschlossen. Obgleich viele Sinti und Roma im Ersten Weltkrieg in der kaiserlichen Armee gedient hatten, erging vom Kriegsministerium 1937 die Weisung, "Zigeuner" aus dem Wehrdienst zu entlassen. Im Februar 1941 und im Juli 1942 ordnete das Oberkommando der Wehrmacht auf Drängen der Parteikanzlei noch einmal den Ausschluss aller Sinti und Roma aus "rassenpolitischen" Gründen an. Trotz der Fürsprache vieler Vorgesetzter wurden sie direkt von der Front nach Auschwitz deportiert. Ausgrenzung, Erfassung und Deportation der Sinti und Roma erfolgten in Zusammenarbeit von Partei, Behörden sowie Wissenschaftlern, die sich bereitwillig in den Dienst der Nationalsozialisten stellten. Große Bedeutung bei diesem Prozess kam der Rassenforschung zu, die eng mit dem SS-Apparat kooperierte. Arzte und Anthropologen wie Robert Ritter, Leiter der 1936 in Berlin eingerichteten "Rassenhygienischen Forschungsstelle", begründeten den Völkermord rassenideologisch und schufen durch die Erfassung aller im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma die Voraussetzung für dessen praktische Umsetzung. Himmlers Runderlass, der für den weiteren Verfolgungsprozess grundlegende Bedeutung hatte, nimmt auf die "rassenbiologischen Forschungen" ausdrücklich Bezug. Zu diesem Zeitpunkt waren schon zahlreiche Sinti und Roma in KZ inhaftiert. Bereits im September 1937 erklärte Adolf Würth, ein Mitarbeiter von Ritter, vor der Deutschen Gesellschaft für Rassenforschung: "Die Zigeunerfrage ist uns heute eine Rassenfrage. So wie der nationalsozialistische Staat die Judenfrage gelöst hat, so wird er auch die Zigeunerfrage grundsätzlich regeln müssen."[7] Die Zugehörigkeit zu den Sinti und Roma konnte im Gegensatz zu den Juden nicht anhand der Religion festgemacht werden, da unsere Menschen größtenteils katholisch waren. Daher griff Ritter auf Unterlagen in staatlichen und kirchlichen Archiven zurück und wertete insbesondere Geburtsurkunden, Taufscheine und Heiratsurkunden aus. Darüber hinaus wurden unsere Menschen gezwungen, ihre Verwandtschaftsverhältnisse preiszugeben, und sie wurden anthropologisch untersucht. Auf der Basis umfangreicher Genealogien erstellte Ritters Institut auf Befehl Himmlers von 1938 bis 1943 etwa 24 000 "Rassegutachten" von Sinti und Roma. Insbesondere die Kirchenbuchstelle arbeitete eng mit der Reichsstelle für Sippenforschung zusammen, indem sie Daten und Dokumente zur Erfassung der Sinti und Roma bereitwillig zur Verfügung stellte. Bezeichnend ist, dass die meisten Angehörigen der Minderheit, etwa 90%, tief gläubige Katholiken waren. Mit den erfassten Daten war eine entscheidende Grundlage für die späteren Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager geschaffen. Der immense Aufwand, den Ritter und seine Rassenforscher bei der lückenlosen Erfassung der Sinti und Roma betrieben, belegt, wie bedeutend für die Nationalsozialisten die "Zigeunerfrage" war. Bis Kriegsende versuchten sie, noch den letzten "Achtelzigeuner" aufzuspüren, um ihn der Vernichtung preiszugeben. Der Vorbereitung der Deportationen dienten die kommunalen Lager für Sinti und Roma, die Mitte der dreißiger Jahre in vielen deutschen Städten entstanden. Ohne Rechtsgrundlage wurden hier ganze Familien inhaftiert und von SS oder Polizei bewacht; Zwangsarbeit und Misshandlungen waren an der Tagesordnung. In Berlin-Marzahn wurde im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936 ein solches Lager errichtet, wo etwa 600 Berliner Sinti unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert waren, bevor sie 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurden. Nach Kriegsbeginn dienten diese Lager ebenso wie die jüdischen Gettos als Sammel- und Durchgangsstationen für die Deportation in die Todeslager im besetzten Polen. Bereits bei den Massenverhaftungen der Jahre 1938 und 1939 waren auch Hunderte von Sinti und Roma, darunter viele Jugendliche, gemeinsam mit jüdischen Menschen in die Konzentrationslager Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen und Ravensbrück verschleppt worden. Dort mussten sie für die neugegründeten Produktionsstätten der SS Zwangsarbeit leisten. Viele Sinti und Roma fielen in den Konzentrationslagern schon vor Kriegsbeginn dem Terror der SS und den unmenschlichen Lebensbedingungen zum Opfer. Mit der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs im September 1939 und der Gründung des Reichssicherheitshauptamts als zentraler Instanz der nationalsozialistischen Rassenpolitik trat der Verfolgungsprozess in eine neue Phase. Nach der Besetzung Polens setzte die SS ihre utopisch anmutenden Pläne einer "völkischen Flurbereinigung" - verbunden mit der "Umsiedlung" und gewaltsamen Vertreibung hunderttausender Menschen - in die Tat um. Integraler Bestandteil dieses Konzepts war die vorgesehene Deportation aller im Deutschen Reich lebenden Juden sowie Sinti und Roma in das "Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete". Dies beschloss eine hochrangige SS-Konferenz mit ausdrücklicher Billigung Hitlers, die im September 1939 in Berlin stattfand und deren Protokoll erhalten geblieben ist. Himmlers Festsetzungserlass vom Oktober 1939 untersagte Sinti und Roma unter Androhung von KZ-Haft, ihren Wohnort zu verlassen. Am 27. April 1940 gab Himmler den Befehl zur Deportation von zunächst 2500 Sinti und Roma in das Generalgouvernement in geschlossenen Familien. Nach ihrer Ankunft wurden sie in Arbeitslager und Gettos gepfercht. Selbst Kinder und alte Menschen mussten dort bis zur völligen Erschöpfung beim Straßenbau, in Steinbrüchen oder in Rüstungsbetrieben Zwangsarbeit leisten. Hunger und Misshandlungen bestimmten den Alltag. Wer nicht mehr arbeiten konnte, lebte in ständiger Angst, von der SS erschossen zu werden. In Hamburg, Köln und Hohenasperg wurden hierzu besondere Sammellager ein-gerichtet. Der größte Teil der im Mai 1940 aus Deutschland deportierten Sinti und Roma kam in den nationalsozialistischen Lagern und Gettos im besetzten Polen gewaltsam ums Leben. Dem bei der systematischen Vernichtungspolitik gegenüber den Sinti und Roma federführenden Reichssicherheitshauptamt unterstanden auch die Befehlshaber der Einsatzgruppen. Dabei orientierte sich die Vernichtungspolitik allein am Kriterium der "rassischen" Zugehörigkeit. In Simferopol auf der Krim ermordeten Kommandos der Einsatzgruppe D im Dezember 1941 alle Roma, nachdem diese zuvor registriert wurden. Roma waren dort schon seit dem 19. Jahr-hundert ansässig. Zu den Opfern der Massaker in der Schlucht von Babi Jar in der Ukraine zählten ebenfalls viele Roma, ebenso wie auch in den baltischen Staaten. Dass auch die Kinder der systematischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen, zeigt ein Massaker in der Stadt Kragujevac: Augenzeugen berichteten, dass Roma-Kinder aus dem dortigen Gymnasium auf einem Platz mitten in der Stadt erschossen wurden. Otto Ohlendorf, Befehlshaber der Einsatzgruppe D, sagte vor dem Nürnberger Gerichtshof aus: "Es bestand kein Unterschied zwischen den Zigeunern und den Juden. Für beide galt damals der gleiche Befehl."[8] In diesem Zusammenhang ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass einzelne schriftliche Verordnungen oder Befehle nicht ohne weiteres mit der Praxis der Vernichtungspolitik gleichgesetzt werden können. Auch bei den Massenmorden an den Juden im besetzten Ost- und Südosteuropa versuchten die Nationalsozialisten, die systematische Vernichtungspolitik bewusst mit Begriffen wie "Bandenbekämpfung" oder "Spionage" zu verschleiern bzw. zu legitimieren - eine Strategie, die noch in den NS-Prozessen von den Angeklagten verfolgt wurde. Die Täterquellen allein geben keinen Aufschluss über das Ausmaß und über das eigentliche Mordmotiv, das rassenpolitische Motiv, zumal die Überlieferung bruchstückhaft ist und die Mörder ihre Verbrechen vertuschen wollten. Ab Ende 1941 war der Völkermord an den Sinti und Roma auch in den anderen besetzten Gebieten Ost- und Südosteuropas bereits in vollem Gang. Dies belegen die Massenerschießungen in der Sowjetunion, wo die Einsatzgruppen seit Herbst 1941 in den rückwärtigen Gebieten der Front Juden, Sinti und Roma systematisch ermordeten. Die Beteiligung der SS, Wehrmacht und Polizei an der gegen Sinti und Roma gerichteten Vernichtungspolitik ist auch für Serbien, Kroatien, Transnistrien und Polen - dort allein an etwa 180 Orten - dokumentiert. Der pauschale Vorwurf der Spionage oder die generelle Gleichsetzung von Juden und Zigeunern mit Partisanen war ein Alibi für die rassistisch motivierte Vernichtungspolitik, wie die Täter nach dem Krieg selbst einräumten. Erich von dem Bach-Zelewski, höherer SS- und Polizeiführer im Bereich der Heeresgruppe Mitte und als Chef der "Bandenkampfverbände" verantwortlich für die Massenerschießungen, sagte vor dem Nürnberger Gerichtshof aus: "Außerdem wurde der Kampf gegen die Partisanen mehr und mehr als ein Vorwand für die Durchführung anderer Maßnahmen genutzt, wie die Ausrottung von Juden und Zigeunern, die systematische Verringerung der slawischen Völker um dreißig Millionen Seelen und die Terrorisierung von Zivilisten durch Erschießungen und Plünderungen. Die Befehlshaber, mit denen ich zusammenarbeitete (die Generalfeldmarschälle Weichs, Küchler, Bock und Kluge), waren sich der Zwecke und Methoden der Partisanenbekämpfung ebenso bewusst wie ich."[9] Heinz Jost, Leiter eines Einsatzkommandos im Bereich der Einsatzgruppe I, welche die Massenerschießungen in der Sowjetunion durchführte, gab später in seiner Vernehmung eine Aussage des Einsatzgruppenleiters Streckenbach zu Protokoll. Diese lautete: "Der Führer hat befohlen, im gesamten Gebiet der Sowjetunion zur Sicherung des Raumes sämtliche Juden, Zigeuner und politische Funktionäre zu liquidieren."[10] Roma und Sinti gehörten zu den ersten Opfern der fabrikmäßigen Massentötungen in den neu errichteten Vernichtungslagern. Wenige Wochen nach den Deportationen der Juden aus dem Reich wurden im November 1941 über 5 000 Roma aus Osterreich in das Getto Łódź deportiert, wo innerhalb des jüdischen Gettos ein eigens abgetrenntes "Zigeunerlager" eingerichtet wurde. Zuständig für die Organisation dieser Transporte war Adolf Eichmann. Viele dieser Menschen starben in der Folge aufgrund der mörderischen Lebensbedingungen, vor allem an Typhus. Man begrub sie in einem gesonderten Areal des jüdischen Friedhofs. Im Januar 1942 wurden alle Roma aus dem Getto Łódź in das Vernichtungslager Chełmno gebracht, wo man sie sofort nach ihrer Ankunft in Gaswagen erstickte. Am 16. Dezember 1942 ordnete Himmler die Deportation der noch im Reichsgebiet verbliebenen Sinti und Roma nach Auschwitz an. Wenig später ergingen entsprechende Befehle für Osterreich, den Bezirk Białystok, Elsass und Lothringen, Luxemburg, Belgien und die Niederlande. Dem vorangegangen war ein Schreiben des Leiters der Partei-Kanzlei Bormann an Himmler, wonach der "Führer" es nicht billigen würde, einzelne Zigeuner von den derzeitigen Maßnahmen der Vernichtung auszunehmen. Etwa 23 000 Sinti und Roma wurden ab Februar 1943 nach Auschwitz-Birkenau verschleppt, darunter Staatsangehörige fast aller europäischen Länder. Der größte Teil stammte aus dem Reichsgebiet: 10 000 deutsche und 3 000 österreichische Sinti und Roma. Eingepfercht in Eisenbahnwaggons, überlebten viele die Torturen der mehrtägigen Fahrt nach Auschwitz-Birkenau nicht. Die dort eintreffenden Sinti- und Roma-Familien wurden im Lagerabschnitt B II e, von der SS "Zigeunerlager" genannt, in völlig überfüllte Holzbaracken gebracht. Zuvor erfasste man die Menschen nach Geschlechtern getrennt in Lagerbüchern und tätowierte ihnen ein "Z" mit einer Nummer auf den Ami, kleinen Kindern auf den Oberschenkel. Im März und im Mai 1943 führte die SS zwei Vergasungsaktionen an insgesamt über 2 700 Sinti und Roma durch. Ende 1943 waren die meisten aufgrund des Terrors und der unmenschlichen Lebensbedingungen umgekommen. Der gesamte Besitz der Menschen - Häuser und Grundstücke, Schmuck und Barvermögen, der zurückgebliebene Hausrat - wurde wie im Fall der Juden von den Finanzbehörden als staatsfeindlich beschlagnahmt. Im Mai 1944 - zu diesem Zeitpunkt waren von den insgesamt 23 000 Sinti und Roma in Auschwitz-Birkenau noch etwa 6 000 Menschen am Leben - gab es einen ersten Versuch, das "Zigeunerlager" zu "liquidieren" und alle Lagerinsassen zu vergasen. Dies scheiterte am Widerstand der Häftlinge, unter ihnen viele ehemalige Wehrmachtssoldaten, die sich in den Blocks verbarrikadierten und mit Werkzeugen bewaffneten, so dass die SS die geplante Vernichtungsaktion abbrach. In der Folge wurden alle als "arbeitsfähig" eingestuften Sinti und Roma selektiert und in andere Konzentrationslager im Deutschen Reich transportiert, um sie durch Arbeit zu vernichten. Vor ihrer endgültigen Ermordung sollte ihre Arbeitskraft rücksichtslos ausgebeutet werden. In Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen, Mittelbau-Dora, Flossenbürg, Neuengamme oder Ravensbrück und ihren Außenkommandos wurden sie als Sklavenarbeiter für die deutsche Rüstungsindustrie eingesetzt. Insgesamt blieben etwa 2 900 Sinti und Roma, vor allem alte, kranke Menschen und Kinder, in Auschwitz. Sie wurden bei der Auflösung des Lagers am 2. August 1944 in den Gaskammern ermordet. Auschwitz steht für die totale Entmenschlichung des Menschen durch den Menschen. Man raubte den Häftlingen die Namen und Persönlichkeit; jeder Anspruch auf menschliche Würde wurde ihnen aberkannt. Für die SS waren sie bloße Arbeitssklaven oder Objekte medizinischer Versuche, die ebenso Bestandteil des Vernichtungsprogramms waren. Die Ausbeutung war total: bis zu den Haaren und Goldzähnen der Ermordeten, die verwertet wurden. Die Vernichtung durch Arbeit war zentraler Bestandteil des nationalsozialistischen Mordpolitik. Am 14. September 1942 notierte Reichsjustizminister Thierack dazu nach einer Besprechung mit Goebbels: "Hinsichtlich der Vernichtung asozialen Lebens steht Dr. Goebbels auf dem Standpunkt, dass Juden und Zigeuner schlechthin vernichtet werden sollen. Der Gedanke der Vernichtung durch Arbeit sei der beste."[11] Der Sinto Franz Rosenbach, Überlebender der Lager Auschwitz, Buchenwald und Mittelbau-Dora, beschrieb dies mit einprägsamen Worten: "Solange man noch fähig war zu arbeiten, hatte man ein Recht auf Leben, doch wer nicht mehr arbeiten konnte, war verloren."[12] Noch kurz vor Kriegsende, als die SS auf Befehl Himmlers die Konzentrationslager evakuierte, kamen viele unserer Menschen auf den Todesmärschen um. Andere starben bald nach ihrer Befreiung an den Folgen der erlittenen KZ-Haft. Sinti und Roma haben sich gegen den nationalsozialistischen Terror durch vielfältige Formen des Widerstandes gewehrt, auch in Widerstandsgruppen in den besetzten Gebieten. Vor allem in Ost- und Südosteuropa spielten sie eine wichtige Rolle in den nationalen Befreiungsbewegungen, auch in Frankreich arbeiteten sie eng mit der Resistance zusammen. Viele von ihnen verloren dabei ihr Leben.
Jahrzehntelanges Verschweigen Diese enge Kooperation zwischen den staatlichen Behörden fand nach Ende des Krieges beinahe nahtlos ihre Fortsetzung, als die wenigen überlebenden deutschen Sinti und Roma nach schlimmen Jahren der Verfolgung und Entwürdigung, der Qualen und Verluste wieder in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehrten. Fortan waren Sinti und Roma einer erneuten staatlichen Sondererfassung und Diskriminierung ausgesetzt, nicht zuletzt deshalb, weil dafür nahezu das gleiche Personal des damaligen Reichssicherheitshauptamtes in den Behörden und Dienststellen der neuen Bundesrepublik zuständig war. Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti und Roma wurde nach 1945 Jahrzehnte lang aus dem öffentlichen Gedenken ausgeschlossen; dies gilt für die Bundesrepublik ebenso wie für die DDR. In beiden deutschen Staaten wurde den Überlebenden weder moralische Anerkennung noch materielle Entschädigung für das erlittene Unrecht zuteil. Die Auswirkungen des Völkermords sind innerhalb der Minderheit bis heute deutlich spürbar, die Erinnerung daran ist Bestandteil der eigenen Kultur und Identität. Erst die sich seit den 70er Jahren formierende Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma konnte in Westdeutschland einen Bewusstseinswandel einleiten. Eine entscheidende Zäsur war der 17. März 1982, als der damalige Bundeskanzler Schmidt in völkerrechtlich bedeutsamer Weise die nationalsozialistischen Verbrechen an den Sinti und Roma als Völkermord aus Gründen der Rasse anerkannte. Das vorrangige Ziel der Bürgerrechtsbewegung war es, eine eigene Facheinrichtung zu schaffen, welche die Geschichte - insbesondere den Völkermord - aufarbeitet und im kollektiven Gedächtnis verankert. Diese Aufgabe wurde als ein unerlässlicher Beitrag für das demokratische Selbstverständnis und die politische Kultur der Bundesrepublik verstanden. Wichtigste Station war die Gründung einer bundesweiten politischen Vertretung, des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, im Jahr 1982. Zu Beginn der 90er Jahre wurde das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg eingerichtet. Hier ist seit dem 16. März 1997 die weltweit erste Dauerausstellung zum NS-Völkermord an unseren Menschen zu sehen. Bei der Eröffnung sagte der damalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog: "Der Völkermord an den Sinti und Roma ist aus dem gleichen Motiv des Rassenwahns, mit dem gleichen Vorsatz und mit dem gleichen Willen zur planmäßigen und endgültigen Vernichtung durchgeführt worden wie der an den Juden. Sie wurden im gesamten Einflussbereich der Nationalsozialisten systematisch und familienweise vom Kleinkind bis zum Greis ermordet." Es gilt aufzuzeigen, dass Vorurteile und staatliche Diskriminierungen, die unmittelbar auf den rassistischen Denkstrukturen und Zerrbildern der Nationalsozialisten beruhen, bis heute fortbestehen und das öffentliche Bild der Minderheit noch immer weithin prägen. Ursache sind auch die Versäumnisse bei der historischen Aufarbeitung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma. Aber nicht nur Politik und Wissenschaft haben diesen Völkermord jahrzehntelang ignoriert, dieses Thema wurde auch an den ehemaligen Orten der Verfolgung, den heutigen Gedenkstätten, verdrängt oder als Randnotiz behandelt. Dass sich heute in der Gedenkstättenarbeit Grundlegendes geändert hat, ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit des Dokumentationszentrums mit nationalen und internationalen Gedenkstätten. Inzwischen ist das Zentrum in einigen Fachgremien vertreten, welche die Gedenkstätten beraten: im Stiftungsrat und Internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, im Beirat der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, im Beirat der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten und im Internationalen Beirat der Stiftung Topographie des Terrors. Die Neukonzeption der Gedenkstätten bot die Chance, bei deren Gestaltung mitzuwirken und Defizite hinsichtlich der Präsentation des Völkermords an den Sinti und Roma zu beseitigen. Für neue Ausstellungen wurden Opferbiographien und Materialien aus dem eigenen Bildarchiv zur Verfügung gestellt. In einigen ständigen Ausstellungen wird der Völkermord an den Sinti und Roma bereits thematisiert: in den Gedenkstätten Buchenwald, Dachau, Deutscher Widerstand, Moringen, Neuengamme, Sachsenhausen, den Dokumentationszentren Reichsparteitagsgelände Nürnberg und Obersalzberg, im Ort der Information am Denkmal für die ermordeten Juden Europas und im Imperial War Museum in London. Im Staatlichen Museum Auschwitz wird seit 2001 eine vom Dokumentationszentrum konzipierte und vom Internationalen Museumsrat Auschwitz inhaltlich geprüfte und bestätigte Dauerausstellung zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma gezeigt. Es sind auch Kooperationen mit anderen Institutionen vereinbart, wo dieses Thema bald dokumentiert wird: US-Holocaust Memorial Museum, Deutsches Historisches Museum, Topographie des Terrors sowie die Gedenkstätten Bergen-Belsen, Haus der Wannseekonferenz, Ravensbrück, Mittelbau-Dora, Roter Ochse in Halle und Flossenbürg.
Für die Wahrhaftigkeit des Gedenkens - gegen fortgesetzten Rassismus Ohne das Engagement der unmittelbar Betroffenen, die seit langem um die moralische Anerkennung als Opfer des Holocaust ringen, wäre der Völkermord an den Sinti und Roma nach Jahrzehnten des Verleugnens noch immer eine Fußnote im historischen Gedächtnis. Dabei geht es nicht allein um die historische Anerkennung des Völkermords an Sinti und Roma; diese ist erfolgt. Es geht um die Wahrhaftigkeit des Gedenkens an ihre zahlreichen Opfer und um die Wahrnehmung und den Stellenwert der Sinti und Roma in dieser Gesellschaft. Eine würdige und wahrhaftige Erinnerung ist nicht teilbar. Während die Bundesregierung die jüdischen Opfer vor allem auch deshalb anerkannte, um in die Staatengemeinschaft zurückzukehren, wurde der Völkermord an den Sinti und Roma öffentlich nicht wahrgenommen. Man betrog die Überlebenden um die moralische Anerkennung als Opfer der NS-Rassenpolitik und um ihre Ansprüche auf Entschädigung. Selbst das von den Nazis geraubte Vermögen wurde ihnen nicht zurückerstattet. Gesundheits- und Ausbildungsschäden erkannten die Behörden und deren Gutachter nicht als verfolgungsbedingt an. Dabei vertraten sie unverhohlen die Rassenideologie der Nazis. Die Praxis der Entschädigungsbehörden in den sechziger Jahren, den Sinti und Roma Leistungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz zu verweigern, wurde von der deutschen Justiz bis zum Bundesgerichtshof unterstützt. Dieser schrieb 1956 in einem Urteil: "Die Zigeuner neigen zur Kriminalität, besonders zu Diebstählen und zu Betrügereien. Es fehlen ihnen vielfach die sittlichen Antriebe zur Achtung vor fremdem Eigentum, weil ihnen, wie primitiven Urmenschen, ein ungehemmter Okkupationstrieb eigen ist." Die Organisatoren des Völkermords blieben nach 1945 zumeist unbehelligt und wurden in den Staatsdienst übernommen. Vor allem im Bayerischen Landeskriminalamt setzten sie die Sondererfassung der Sinti und Roma fort. Außerdem sollten sie als Zigeunerspezialisten für die Entschädigungsämter die Deportationen in die KZ als "kriminal-präventiv" rechtfertigen und ihre tatsächliche Verfolgung aus Gründen der "Rasse" bestreiten. Einer dieser Experten schrieb 1962 in der Polizeizeitung "Kriminalistik": "Bei der zur Beobachtung zur Verfügung stehenden Personengruppe handelte es sich um Zigeunermischlinge mit Elternteilen deutschblutiger, jüdischer und kombinierter Zusammensetzung, letztlich also um ein Mischvolk aus drei Blutstämmen, bei denen biologisch unterstellbar ein Konzentrat negativer Erbmasse zu verzeichnen sein dürfte."[14] In der geschichtlichen Aufarbeitung muss der Völkermord an den Sinti und Roma in seiner Dimension sichtbar werden: als der Versuch der totalen Vernichtung aufgrund ihrer bloßen Existenz. Sinti, Roma und Juden waren die einzigen Gruppen, die vom Säugling bis zum Greis mithilfe eines arbeitsteiligen Staatsapparats "rassisch" erfasst, deportiert und ermordet wurden. Diese Politik der systematischen Vernichtung der Minderheit stellt einen Zivilisationsbruch dar. Trotz politischer und geschichtswissenschaftlicher Fortschritte - vielleicht aber auch als Reaktion darauf - gibt es Versuche, den NS-Völkermord an den Sinti und Roma umzudeuten und zu relativieren. Einzelne Historiker und Politiker vertreten eine Geschichtsschreibung, welche die Vorstellung von der Singularität des Holocaust an den Juden als ein Dogma betrachtet. Sie verneinen mit aller Entschiedenheit, dass es hinsichtlich der Vernichtungspolitik gegenüber Juden sowie Sinti und Roma grundlegende Gemeinsamkeiten gibt. Untermauert wird dies damit, dass Sinti und Roma anders als Juden in erster Linie aufgrund ihrer Kultur und Lebensweise ins Visier der Vernichtungspolitik geraten seien und diese nicht rassenideologisch, sondern soziokulturell motiviert gewesen sei. Dabei werden seit Jahrhunderten reproduzierte antiziganistische Vorurteile nicht kritisch hinterfragt, sondern vielmehr geteilt. Es lässt sich leicht ausmalen, was für ein öffentlicher Proteststurm sich erheben würde, wenn jemand unter Rückgriff auf die gesamte Palette antisemitischer Diffamierungen in gleicher Weise mit jüdischen Opfern verfahren würde. Unter rationalen Gesichtspunkten ist es kaum erklärbar, dass sich breite Teile der Öffentlichkeit und der Politik, zwar einerseits - völlig zu Recht - gegen alle Formen des Antisemitismus vehement zur Wehr setzen und damit bürgerschaftliche Verantwortung zeigen, jedoch andererseits im Falle der Sinti und Roma nahezu teilnahmslos jegliche Form der Diskriminierung bis hin zu rechtsextrem motivierten Morden hinnehmen. Dies ist keinesfalls ein bloßes "gesellschaftspolitisches Phänomen", sondern es zeigt, dass bei den "engagierten Bürgern" durch eine mancherorts die Grenze der Peinlichkeit überschreitende Überidentifikation mit der zweifellos großen jüdischen Kultur und ihren zahlreichen ebenso herausragenden Persönlichkeiten kaum mehr Raum bleibt, um auch anderen Opfergruppen des NS-Völkermordes Respekt und Würde entgegenzubringen. Große Bevölkerungsteile Deutschlands, etwa zwei Drittel, stehen laut einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 1994 den Sinti und Roma ablehnend bist feindlich gegenüber, vom restlichen Drittel sind die meisten immer noch relativ gleichgültig eingestellt.
Unwürdige Diskussion um den Begriff "Zigeuner" Dieses Verhalten wird vor allem deutlich im Streit um das geplante Denkmal in Berlin zur Erinnerung an die 500 000 im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Während einige der Protagonisten des Denkmals für die ermordeten Juden nicht müde werden, die "Einzigartigkeit der Shoah" zu betonen, sprechen sie gleichzeitig den Sinti und Roma jeglichen Anspruch auf ein würdiges Gedenken ab. Die für die Realisierung des Denkmals bisher zuständige Politik bedient sich hierbei der Hilfe von Personen und "Argumenten", die offensichtlich nur eines zum Ziel haben, nämlich ein würdiges Denkmal für die Sinti und Roma mit allen Mitteln zu verhindern. Das erklärt, dass es in Deutschland wieder möglich war, dass eine derart unwürdige Diskussion um den Begriff "Zigeuner" - übrigens von einem der oben genannten "Protagonisten" - entfacht wurde. Dies stellt einen Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten dar, ist jedoch sichtbarer Ausdruck eines Anlass zur Sorge gebenden negativen Weltbildes über Sinti und Roma, das offenbar von tiefer persönlicher Verachtung der Minderheit und ihrer politischen Repräsentanten geprägt sein muss. Die Selbstbezeichnung Roma und Sinti ist ein allgemein gültiger Begriff und bedeutet in der Minderheiten-Sprache Romanes "Menschen". Seit vielen Jahren werden die Eigenbezeichnungen Roma und für den deutschen Sprachraum Sinti offiziell in den internationalen Organisationen (OSZE, Europarat, EU, UNO) geführt. "Zigeuner" ist eine von Vorurteilen überlagerte Fremdbezeichnung der Mehrheitsgesellschaft, die von den meisten Angehörigen der Minderheit als diskriminierend abgelehnt wird - so haben Sinti und Roma sich niemals selbst genannt. Im Duden der sinn- und sachverwandten Wörter (1986) wird unter dem Stichwort "Zigeuner" auf die Begriffe "Abschaum" und "Vagabund" verwiesen. Die Bezeichnung "Zigeuner" ist untrennbar verbunden mit rassistischen Zuschreibungen, die sich über Jahrhunderte zu einem geschlossenen und aggressiven Feindbild verdichtet haben, das tief im kollektiven Bewusstsein verwurzelt ist. Das von bösartigen Vorurteilen und romantischen Klischees bestimmte Bild vom "Zigeuner" hat sich längst verselbstständigt. In der Umgangssprache wird "Zigeuner" immer noch als Schimpfwort benutzt. Als schillernde Projektionsfläche sagt es viel über die Fantasien, Ängste und Wünsche derer aus, die es benutzen. Mit der Lebensrealität der Sinti und Roma hat es nichts gemeinsam. Es ist die diffamierende Bezeichnung, unter der sie in die Todeslager deportiert wurden. In Auschwitz tätowierte ihnen die SS ein "Z" mit einer Nummer auf den Unterarm. "Zigeuner" ist eine Kategorie der Täter und gleichbedeutend mit jenen verleumderischen Stereotypen, welche die Nazis zur Legitimation ihrer mörderischen Rassenpolitik gezielt benutzten. Mit dem Begriff "Zigeuner" ist das Stigma des Fremden untrennbar verbunden, er verstellt den Blick auf die Minderheit. Die Durchsetzung der Eigenbezeichnung Sinti und Roma in der Öffentlichkeit soll zugleich ein Bewusstsein für jene Vorurteilsstrukturen und Ausgrenzungsmechanismen schaffen, die im Stereotyp vom "Zigeuner" ihre Wurzeln haben. Die alten Menschen, die Überlebenden der nationalsozialistischen Vernichtungslager, tragen das eintätowierte "Z" als Stigma ihrer Entmenschlichung immer noch auf ihrer Haut. Bis heute sehen sie sich den Zuschreibungen der Täter ausgesetzt. Der Name "Zigeuner" in der Inschrift des zentralen Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin würde eine solche Sichtweise zementieren. Dies kann und wird nicht akzeptiert werden. Die Eigenbezeichnung Sinti und Roma ist wesentlicher Teil der Identität als Minderheit. In unserer pluralistischen Gesellschaft sollte dieses ureigenste Recht auf Selbstbestimmung respektiert werden. Sinti und Roma sind keine "Zigeuner".[16] Tatsächlich benutzten die Nationalsozialisten wie im Falle der Juden bei der systematischen Kriminalisierung und Diffamierung der Sinti und Roma tief verwurzelte Vorurteile und Projektionsmuster. Damit versuchten sie, ihre Rassenpolitik vor der Bevölkerung zu rechtfertigen und die Mitarbeit der staatlichen Institutionen sicherzustellen. Beide Opfergruppen wurden von den Nazis als Parasiten, Arbeitsscheue und Banditen stigmatisiert oder als Asoziale in KZ verschleppt. Jedoch käme kein ernsthafter Historiker auf die Idee, derartige Zuschreibungen in Bezug auf die Juden mit der Wirklichkeit gleichzusetzen und diese nachträglich zu beleidigen. Die Totalität des nationalsozialistischen Vernichtungswillens gegenüber den Sinti und Roma wird darin deutlich, dass sie ebenso wie Juden in ganzen Familien in die Todeslager deportiert wurden. Ein Großteil der Opfer waren Kinder, auch solche, die man nach der KZ-Inhaftierung ihrer Eltern zunächst in Kinderheime eingewiesen hatte oder die bei "arischen" Adoptiveltern aufwuchsen. Auch sie wurden später nach Auschwitz verschleppt. Dies gilt ebenso für jene Sinti und Roma, die im Ersten Weltkrieg gedient und damit ihre Loyalität für ihr Heimatland bekundet hatten. Sogar Wehrmachtsangehörige wurden nach ihrem Ausschluss aus "rassenpolitischen Gründen" nach Auschwitz deportiert. Andere wurden an ihren Arbeitsplätzen - etwa der Reichspost oder Reichsbahn - verhaftet und zu den Deportationszügen gebracht. Zwar ist im Schnellbrief des RSHA zu Himmlers Auschwitz-Erlass vom 29. Januar 1943 von bestimmten Ausnahmen die Rede, doch spielte dies in der Praxis der Deportationen kaum eine Rolle. Pery Broad, Angehöriger der Politischen Abteilung in Auschwitz-Birkenau und 1965 im Auschwitz-Prozess zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, schrieb dazu: "Die Reichszentrale wusste, dass es der Wille des allmächtigen Reichsführers war, die Zigeuner vom Erdboden verschwinden zu lassen, soweit man sie erfassen konnte. Man wusste, dass die Ausnahmeklauseln nur papierne Dekorationen dieser Ausrottungserlasse waren und dass man sich wegen Milde sehr leicht in Ungnade setzen konnte."[17]
Die seltsame Abgrenzung der einen Vernichtung von der anderen Von 1938 bis 1944 versuchte die Rassenhygienische Forschungsstelle im Auftrag Himmlers alle Sinti und Roma im Reich systematisch zu erfassen, um auch noch den letzten "Zigeunermischling" dem Verfolgungsapparat zu überantworten. Unter den Opfern befanden sich Menschen, die sich nicht als Sinti und Roma betrachteten oder die nicht wussten, dass sich unter ihren Vorfahren welche befanden. Wie im Falle der Juden war nicht das Selbstverständnis der Betroffenen entscheidend, sondern die von außen aufgezwungene Rassendiagnose. Die Tatsache, dass die NS-Führung zunächst die Vertreibung und die wirtschaftliche Ausplünderung der Juden betrieb, zeigt, dass der Vernichtung des europäischen Judentums kein von vornherein festgelegtes und schriftlich überliefertes Mordprogramm zugrunde lag. Deshalb ist die Behauptung, es habe im Falle der Sinti und Roma keinen Generalplan zur Vernichtung gegeben, ohne Wert. Es waren nicht die nachgeordneten Instanzen mit ihren "kriminalpräventiven" Konzepten für den Völkermord an den Sinti und Roma ursächlich verantwortlich. Zwar konnten einflussreiche Personen oder Institutionen im polykratischen Gefüge des NS-Staats unterschiedliche Auffassungen über die Umsetzung ihrer Ziele vertreten, aber die Rassenideologie, die diese Ziele vom Grundsatz her bestimmte, wurde dadurch nicht erschüttert. Nur unter den spezifischen ideologischen wie strukturellen Voraussetzungen des Nationalsozialismus und unter den Ausnahmebedingungen des Krieges konnte die Verfolgung der Sinti und Roma jene mörderische Dynamik entfalten, die immer radikaleren "Lösungen" zustrebte und in den Gaskammern von Auschwitz endete. Man muss sich fragen, welches Ziel die von Himmler verfügte Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz hätte haben sollen, wenn deren Vernichtung nicht von vornherein intendiert gewesen wäre. Ihr Besitz wurde wie im Fall der Juden als "reichsfeindlich" beschlagnahmt und zu Gunsten des Reiches eingezogen. Allen an der Deportation beteiligten staatlichen Stellen und Personen war klar, dass diese Menschen niemals wieder zurückkehren würden. Als im Frühjahr 1943 die ersten Deportationszüge mit Sinti und Roma nach Auschwitz fuhren, war ihre systematische Vernichtung andernorts im vollen Gang. Dies belegen die Massenerschießungen in Polen oder seit Herbst 1941 in der Sowjetunion. Seit 1941 wurden Sinti und Roma in Gaskammern ermordet. Vor diesem Hintergrund können Thesen, dass die Deportationen der Sinti und Roma nach Auschwitz nicht deren Vernichtung, sondern lediglich ihrer Vertreibung aus Deutschland galten, nur als Leugnung dieses Völkermords betrachtet werden. Die Kriterien, welche die "Singularität" des Völkermordes an den Juden ausmachen, erweisen sich letzten Endes als willkürlich, als bloße Konstrukte. Allein die Tatsache, dass zwischen 1933 und 1945 der prozentuale Anteil der in Deutschland und Osterreich ermordeten Sinti und Roma mit über 75 % höher ist als im Falle der Juden, widerlegt die Behauptung, allein der Völkermord an den Juden sei "total" gewesen. Ein Begriff, der für die historische Analyse schon deshalb nicht taugt, weil er überhaupt keine Ausnahmen zulässt. Ausnahmen hat es bei allen Opfergruppen gegeben, daher ist es sinnlos, Bedingungen an den Begriff des Genozids zu knüpfen, die der Komplexität der historischen Wirklichkeit nicht gerecht werden. Insbesondere Yehuda Bauer wendet sich seit Jahren gegen eine Parallelisierung des Völkermords an Juden sowie Sinti und Roma und beharrt darauf, dass die Shoah präzedenzlos sei. Während der Genozid an den Juden auf reiner Ideologie basiert habe, seien allen anderen Völkermorden pragmatische Überlegungen nicht fremd gewesen: So hätten die Nazis umherziehende Roma für Spione gehalten und deshalb umgebracht. Bereits 1998 sagte Bauer bei seiner Rede am 27. Januar im Deutschen Bundestag, im Falle der Shoah sei "die völkermordende Ideologie auf reiner Phantasie aufgebaut", während bei allen anderen Völkermorden das Motiv "irgendwie realistisch" gewesen sei. Warum hinterfragt Bauer im Fall der jüdischen Opfer die Rechtfertigungen der Täter und entlarvt sie zu Recht als Propaganda sowie als ideologische Wahngebilde, während er im Falle der Sinti und Roma stigmatisierende Zuschreibungen als Begründung für den Völkermord unkritisch übernimmt? Neben groben Vereinfachungen finden sich Behauptungen, die schlicht unwahr sind, so etwa, dass man in Deutschland nichtsesshafte wie sesshafte Roma und Sinti ermordete, diese jedoch außerhalb Deutschlands kein besonderes Problem darstellten und die Nazis nicht versucht hätten, Roma und Sinti außerhalb des Reichs zu registrieren. Die historischen Fakten beweisen das Gegenteil von Bauers Behauptungen. Im "Reich" wurden fast alle Sinti und Roma erfasst und deportiert. Die große Mehrheit ihrer Opfer stammte aus den deutsch besetzten oder mit den Nazis verbündeten Ländern; sie wurden außerhalb Deutschlands gezielt registriert. In Frankreich ordnete die deutsche Militärverwaltung im Oktober 1940 an, "Zigeunerlisten" zusammenzustellen und Sinti und Roma in Sammellager zu überführen. In Serbien verfügte der deutsche Militärbefehlshaber in seiner "Verordnung betreffend die Juden und Zigeuner" vom 30. Mai 1941, Roma in "Zigeunerlisten" einzutragen, ebenso wie Juden in "Judenregister". Im Protektorat Böhmen und Mähren wurden Roma von 1942 bis 1943 systematisch erfasst und dann nach Auschwitz deportiert. In den besetzten Gebieten der Sowjetunion, wo Juden und Roma nicht in Lager verschleppt, sondern direkt vor Ort umgebracht wurden, sind entsprechende Fälle belegt: So wurden in Simferopol auf der Krim alle Roma vor ihrer Ermordung durch die Einsatzgruppe D namentlich registriert. Dies ist nur ein Beispiel für Bauers Umgang mit historischen Fakten, die nicht in sein Interpretationsschema passen. Während er im Falle der jüdischen Opfer betont, dass es sich bei den Zuschreibungen durch die Nazis um "mörderische Phantasien" handelte, erscheinen Sinti und Roma in der Perspektive der Mörder als Objekte der Verfolgung, nicht als reale Menschen. Ihre Lebenswirklichkeit setzt er mit den Stereotypen der Nazis gleich und übernimmt aus den Täterquellen das Zerrbild vom "asozialen Zigeuner" mit in seine Bewertung. Damit setzt er die Entpersönlichung der Opfer fort und macht diese letztlich selbst verantwortlich, indem er den Völkermord an den Sinti und Roma nicht im biologischen Rassismus der Nazis, sondern in ihrem Verhalten begründet sieht. Dies entspricht jenem rassistischen Diskurs über Sinti und Roma, der die fünfziger und sechziger Jahre bestimmte. Für Gilad Margalit verbietet sich ein Vergleich ebenfalls. Die Spaltung des Holocaust in zwei Opfergruppen diene dem Zweck, "die Last der Schuldgefühle gegenüber den jüdischen Opfern zu lindem und den Sonderstatus der Judenverfolgung und des Judenmordes im deutschen Kollektivbewusstsein zu verwischen."[18] In dieser Sichtweise scheint jeder Hinweis auf die Gemeinsamkeiten des Genozids an Sinti, Roma und Juden von der Absicht bestimmt, die Shoah zu relativieren. Man kann auch den umgekehrten Schluss ziehen: Um das Dogma von der Singularität des Holocaust an den Juden zu verteidigen, muss der Völkermord an den Sinti und Roma notwendigerweise bagatellisiert werden. Hier stellt sich die Frage, welches eigentliche Motiv hinter dieser Geschichtsinterpretation steckt. Das Spezifische der NS-Verfolgung bestand darin, dass sie sich nicht gegen Individuen mit "abweichendem" oder "unerwünschtem" Verhalten richtete, sondern gegen eine genetisch definierte Gruppe, nämlich gegen die Sinti und Roma als Ganzes. Was den Völkermord an Sinti und Roma sowie Juden grundlegend verbindet, ist die Tatsache, dass diesen Menschen allein auf der Grundlage ihrer Geburt das schiere Existenzrecht abgesprochen wurde. Durch nichts wird dies augenfälliger als dadurch, dass bei beiden Opfergruppen selbst Säuglinge und kleine Kinder in die Vernichtungslager deportiert wurden. Ihre Ermordung entsprach der mörderischen Logik eines Denkens, welches in der "Rasse" und dem "Rassenkampf" das Antriebsgesetz der Geschichte sah und daher auch in Kindern eine Bedrohung einer zu schaffenden "rassisch homogenen Volksgemeinschaft" feststellte. Diese biologistische Deutung von Geschichte und Gesellschaft und ihre radikale Umsetzung in politisches Handeln machen das eigentlich Neue und Revolutionäre des Nationalsozialismus aus. Die Vorstellungen eines genetischen Determinismus sowie der starke Einfluss der Rassenwissenschaften auf die politische Führung waren wesentliche Voraussetzungen für das Konzept der "Endlösung der Zigeunerfrage". Anders lässt sich die mörderische Dynamik der gegen Sinti und Roma gerichteten Politik nicht erklären. Deshalb wurden sogar Adoptivkinder aus "arischen" Familien oder "Achtelzigeuner" nach Auschwitz deportiert, nur weil Rassenbiologen unter den Vorfahren einen "Zigeuner" ausgemacht hatten. Einem Regime, das dazu entschlossen war, seine ideologischen Ziele mit aller Radikalität umzusetzen, erschien die physische Vernichtung ihrer rassischen Feinde - der Sinti und Roma sowie der Juden - letztlich als unausweichliche Notwendigkeit. Zusammenfassend lassen sich die grundlegenden Gemeinsamkeiten der aus rassistischen Gründen verübten Morde an Juden und Sinti und Roma innerhalb des Komplexes der nationalsozialistischen Völkermordpolitik an folgenden Kriterien festmachen: die rassenideologischen Motive und deren rassenbiologische Begründung, der eigens dafür eingerichtete staatliche Täterapparat, die systematische Erfassung der Opfer, die Rassengesetze, die systematische Planung sowie bürokratische Organisation der unterschiedlichen Mordaktionen, die Schaffung von entsprechenden Vernichtungsorten. Zum Schluss sei Peter Steinbach zitiert. Er sagte im März 2001, "dass der industriemäßig betriebene Mord an den Juden und an der Volksgruppe, die man "Zigeuner" nannte, aus einer gemeinsamen, gleichen rassenideologischen Wurzel legitimiert wurde. Deshalb ist es geschichtsphilosophisch völlig unangemessen, die parallel verlaufenden Vernichtungsversuche - den Völkermord an den Juden und an den Sinti und Roma - zu isolieren und die Unvergleichbarkeit und Einzigartigkeit des einen Völkermordes zu betonen und die Bedeutung des anderen zu relativieren. Es wird deutlich, dass der Völkermord an den europäischen Sinti und Roma, die wie die Juden seit Jahrhunderten in Europa leben, sich identischer Methoden bediente, dass die Praktiken der Vernichtung von Juden und Sinti und Roma völlig identisch waren. Insofern ist es völlig müßig, irreführend und abwegig, die Sinti und Roma auszugrenzen oder zu isolieren, wenn es um die Beschreibung des nationalsozialistischen Völkermordes geht." [19]
Anmerkungen
Copyright © Silvio Peritore
The National Socialist Genocide of the Sinti and Roma. The Building of Historical Consciousness through Remembrance.
When examining the National Socialist politics of extermination of the Sinti and Roma every measure of exclusion and denial of rights employed by the National Socialist state prior to the systematically organized genocide must be discussed. It is still not generally known how comprehensive the measures were that were employed against the Sinti and Roma after 1933 through the National Socialist "race politics", before the deportation trains took them to the death camps. It is essential to differentiate between the reality of life of the Sinti and Roma and the anti-Gypsy stereotypes, rooted for centuries in the collective consciousness of the majority population, and employed by the Nazis. Behind the documents of the systematically organized genocide lie innumerable destroyed lives. Contrary to the distorted images of Nazi propaganda, Sinti and Roma, with a 600-year history in Germany before the seizure of power of the National Socialists, were German citizens and, as neighbours and work colleagues, were integrated into German society. After 1933 the Sinti and Roma were systematically registered, progressively deprived of their rights, segregated, robbed of the possibility of making a living and deported to the concentration and extermination camps. The Nazi "Final Solution", based on their politics of "race", radically differs from all previous forms of persecution and cannot be regarded as part of the continuity of state "Gypsy policy". The Nazi genocide of the Sinti and Roma constitutes a radical break in the centuries-old common history of the Sinti and Roma minority in German society. For the first time in German history National Socialism established a dictatorship, which made racial ideology the basis of all state affairs and whose "racial realignment" affected the entire society. The Nazi genocide of the Sinti and Roma, and that of the Jews, can only be understood through the interaction of intentional factors, such as the race-biological concept of the enemy, and situational factors, such as the progress of the war. Together, they led to an increased political radicalness.
Systematic extermination Even though the concept of the "Final Solution" developed gradually, and was significantly affected by the progress of the war, the extermination of the Sinti and Roma was planned by the SS from the very outset. The first documents explicitly formulating the SS leadership's "Final Solution of the Gypsy Question", as political objective, are from the end of the 1930s. Himmler's circular decree from 8 December 1938 refers to the "Final Solution of the Gypsy Question" and designates the political objective as "to solve the Gypsy Question through the nature of this race". [1] Already in his speech to SS group commanders, one month prior to this, Himmler had said: "The Gypsies are a separate question. If possible I want to be rid of these this year. There are 30,000 in the German Reich who cause great racial damage. There are a large number particularly in Austria (Ostmark). [2] It was not solely a murderous anti-Semitism but a modern racism, which also included the biologically defined image of the "Gypsy" enemy, which formed the basis of this policy. Race researchers in close co-operation played a central role in formulating this new genocidal racism against the Sinti and Roma. They enabled the genocide to be justified ideologically and, by the registering all Sinti and Roma living in Germany and Austria, created the conditions for its implementation. The Reich Security Main Office then took charge. From the very beginning Nazi racial policy included the Sinti and Roma. Sinti and Roma were, like the Jews, defined as an "alien race", to be ostracised and ultimately eliminated. They were set outside the legal system placing their right of existence in question. Being defined by the Nuremberg Race Laws, like the Jews, as an "alien race" or of "alien blood", Sinti and Roma were deprived of their rights and excluded from all areas of public life. In addition, Reich Minister of the Interior Wilhelm Frick in his decree from 3 January 1936 to the federal state governments, stated: "Ordinarily only Jews and Gypsies are persons of alien blood in Europe". [3] The pseudo-legal grounds for the systematic deprivation of the rights of the Sinti and Roma were mainly achieved through the "Reich Citizenship Law", the "Law for the Prevention of Hereditarily Diseased Offspring", the "Law for the Protection of German Blood and German Honor" and the "Law for the Restoration of the Professional Civil Service". Sinti and Roma were thereby ostracised from all area of public life; marriage to people of "German blood" was prohibited. They were excluded from professional associations like the Chamber of Commerce and the Reich Chamber of Culture and thereby lost their means of employment. They were likewise dismissed as civil servants and employees. These measures of ostracism were upheld by a systematic propaganda, which blatantly demanded the "eradication of all Gypsies". In 1937 the SS-newspaper "The Black Corps" wrote: "The German folk will have to solve the Gypsy problem one way or another, because we cannot tolerate a foreign body in our midst, which is a perpetual seat of contamination." [4] In 1938 the magazine of the German Society of Physicians wrote: "Rats, bugs and fleas are also natural phenomena just like the Jews and Gypsies. We must therefore gradually biologically eradicate all these parasites." This language did not differ from the harangues of hate against Jews in the "Stürmer". [5] Numerous discriminatory special clauses already increasingly circumscribed the lives of the German Sinti and Roma before start of the war. The use of public transport, restaurants, cinema, theatre, concert halls was forbidden them and the purchase in most shops. Landlords were forbidden to enter tenancy agreements with Sinti and Roma to dissolve existing agreements. Hospitals were forbidden to treat them. And in Minden, in North Rhine-Westphalia, it was written: "Gypsies and Gypsy half-breeds are forbidden to enter the playground". [6] Many Sinti and Roma fought against the dispossession of their rights sat and tried to obtain the release of abducted relatives or to reacquire assets stolen through "Aryanisation". Not even in the initial phase of the Nazi regime did these attempts have any prospect on success. On the contrary the ostracism of the Sinti and Roma from the National Socialist "folk community" to which only the "German blooded" belonged progressed continuously. The Reich Ministry for Upbringing, Science and Education decreed the prohibition of schooling for Sinti children, and students were expelled from universities. Sinti and Roma were also excluded from the armed forces. Although many Sinti and Roma had served in the First World War, in 1937 the Ministry of War issued the directive, to dismiss "Gypsies" from military service. In February 1941, and again in July 1942, on the insistence of Nazis, the Supreme Command of the armed forces again ordered the exclusion of all Sinti and Roma on grounds of race. Despite the intercession of many superior officers they were deported direct from the front to Auschwitz. The ostracism, registration, arrest and deportation of the Sinti and Roma took place in co-operation between the Nazi Party, the authorities and "race scientists", who willingly placed themselves at the disposal of the National Socialists. Central to this process were the "race researchers" who co-operated closely with the SS. Physicians and anthropologists such as Robert Ritter, director of the "Research Centre for Racial Hygiene", established in Berlin-Dahlem in 1936, gave authority to the genocide on grounds of race and, with the registration of all Sinti and Roma living in the German Reich, created the condition for its implementation. Himmler's circular decree, which was consequential to the radicalizing of the process of persecution, refers explicitly to this "race research". At this time numerous Sinti and Roma were already interned in concentration camps. As early as September 1937 Adolf Würth, a co-worker of Ritter's, declared in a speech before the German Society for Race Research: "The Gypsy Question is for us today a question of race. Just as the National Socialist state solved the Jewish Question, it must likewise solve the Gypsy Question." [7] Unlike the Jews, the identification and classification of the Sinti and Roma was not determined on the basis of religion, because they were Christians, the majority being Catholic. Therefore Ritter utilised documents in national and church archives and in particular consulted birth, baptismal and marriage certificates. In addition Sinti and Roma were forced to disclose their genealogies, and were examined anthropologically. On Himmler's orders, between 1938 and 1943, Ritter's Institute provided around 24,000 "race reports" of Sinti and Roma based upon extensive genealogies. In particular the Church Register Office closely co-operated with the Reich Office for Kin Research by making available data and documents that assisted in the registration of the Sinti and Roma. Significantly, most Sinti and Roma, around 90%, were devout Catholics. This data was the basis for the later deportations to the concentration and extermination camps. The immense effort Ritter and his "race researchers" took in compiling a complete register of all Sinti and Roma demonstrates how important the "Gypsy Question" was for the National Socialists. The search continued until the end of war even for the "one-eighth Gypsies" (when one great-grandparent was a "Gypsy" s/he was declared a "Gypsy half-breed") in order to exterminate these. In the mid 1930s internment camps for Sinti and Roma were established in several German cities that served as collection areas prior to the deportations. Here entire families were arrested and guarded by the SS or police without legal grounds; forced labour and mistreatment were the order of the day. Such a camp was established in Berlin-Marzahn, prior to the 1936 Olympic Games, where around 600 Berlin Sinti were interned under inhuman conditions, before being deported to Auschwitz-Birkenau in 1943. After the start of the war these camps served, just like the Jewish ghettos, as assembly and transit camps for the deportation to the death camps in occupied Poland. Already, with the mass arrests in 1938 and 1939, hundreds of Sinti and Roma, including many juveniles, had been, together with Jews, interned in Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen and Ravensbrück concentration camps. There they had to perform forced labour for the newly founded SS production centres. Before the war had begun many Sinti and Roma had already died in the concentration camps as a result of the SS regime of terror, and from the inhuman living conditions. With the unleashing of the Second World War, in September 1939, and the establishment of the Reich Security Main Office, as central agency of the National Socialist racial policy, the process of persecution entered a new phase. Following the occupation of Poland the SS set its seemingly utopian plan for an "occupation and reallocation of land for the German folk", which entailed the "resettlement" and the forced eviction of hundreds of thousands of individuals, in motion. An inherent component of this plan was the intended deportation of all Jews and Sinti and Roma living in the German Reich to the "General Government for occupied Poland". This was decided at a conference, in September 1939 in Berlin, of high-ranking SS, with the express approval of Hitler. Himmler's decree, from October 1939, prohibited Sinti and Roma from leaving their place of residence under threat of detention in a concentration camp. On 27 April 1940 Himmler ordered the deportation of the first 2,500 Sinti and Roma, in families, to the General Government. On their arrival they were interned in labour camps and ghettos. Even children and the elderly had to perform hard labour, until completely exhausted, constructing roads, in quarries and in armaments factories. Hunger and mistreatment was a part of everyday life. Those who could no longer work lived in constant fear of being shot by the SS. Special assembly camps were established in Hamburg, Cologne and Hohenasperg, near Stuttgart, as deportation points. The majority of those Sinti and Roma who were deported from Germany in May 1940 from Germany died into the concentration camps and ghettos in occupied Poland. Subordinate to the Reich Security Main Office in the systematic extermination of the Sinti and Roma were also the commanders of the Einsatzgruppen (mobile killing squads). Their policy of murder was solely carried out according to "race". In Simferopol, in the Crimea, in December 1941 Einsatzgruppe D murdered all the Roma who were registered with them. Roma had been resident there since the 19th century. There were also many Roma victims of the massacre in the ravine of Babi Yar, on the outskirts of Kiev, in the Ukraine, as was the case in the Baltic countries. The fact that Roma children were also victims of the systematic extermination is evidenced by a massacre in the Serbian town of Kragujevac: eyewitnesses report that Roma children from the local secondary school were shot at a place in the centre of the town. Otto Ohlendorf, commander of Einsatzgruppe D, giving evidence at the Nuremburg Trial stated: "It was the same as with the Jews. (...) There was no difference between the Gypsies and the Jews. The same order applied to both." [8] In this connection, it is important to understand that the wording of certain written regulations or orders cannot be directly equated with the policy of extermination. As with the mass murders of the Jews in occupied East and South-east Europe the Nazis used terms such as "combating bands" and "espionage" to mask and/or legitimise this strategy. The sources of the perpetrators alone do not reveal the extent of the mass murder or the actual racist motive, especially as few documents have survived and because the murderers sought to cover up their crimes. By the end of 1941 the genocide of the Sinti and Roma was also fully in progress in the other occupied countries of East and South-east Europe. Mass shootings were carried out in the Soviet Union, where from the autumn of 1941 the Einsatzgruppen systematically murdered Jews and Sinti and Roma behind the frontline. The participation of the SS, the armed forces and police battalions in the policy of extermination of the Sinti and Roma is also documented for Serbia, Croatia, Transnistria and Poland. The blanket accusation of espionage or the equating of Jews and Gypsies with partisans was an alibi for the racist policy of extermination, as the perpetrators themselves admitted after the war. Erich von dem Bach-Zelewski, Senior SS and Police Commander (HSSPF) in the region of the army group centre and as commander of the "band combating formations" responsible for the mass shootings, stated at the Nuremburg Trial: "The fight against the partisans was used more and more as a pretext for other measures, such as the extermination of the Jews and Gypsies, the systematic depletion of 30 million Slavic peoples, and the terrorisation of civilians by shooting and plundering. The commanders, with whom I collaborated (Field Marshals Weichs, Küchler, Bock and Kluge), were just as conscious of the aims and methods of the partisan fight as I was." [9] Heinz Jost, commander of an operational unit in Einsatzgruppe 1, that conducted the mass shootings in the Soviet Union, at his hearing related a statement from Bruno Steckenbach, commander of Einsatgruppe 1. This reads: "The Führer has ordered the liquidation of all Jews and Gypsies and Soviet political commissars to secure the area of the Soviet Union." [10] Roma and Sinti were among the first victims of the industrial mass murder in the newly established extermination camps. Only a few weeks after the deportations of Jews from the Reich in November 1941 over 5,000 Roma from Austria were deported to the Łódź ghetto, where a separate "Gypsy camp" was established within the Jewish ghetto. Adolf Eichmann was responsible for the organization of these transports. Many of these victims died as a consequence of the murderous living conditions, particularly of typhus. They were buried in a separate area of the Jewish cemetery. In January 1942 all Roma still alive in the Łódź ghetto were transported to Chełmno extermination camp, where they were asphyxiated in gas vans immediately after their arrival. On 16 December 1942 Himmler ordered the deportation of the Sinti and Roma still remaining in the Reich to Auschwitz. A little later followed orders to deport those in Austria, the district of Białystok, Alsace-Lorraine, Luxembourg, Belgium and the Netherlands. A preceding letter to Himmler from Martin Bormann, head of the Party Chancellery, stated that the "Führer" would not approve of any Gypsy being excluded from these measures of extermination. From February 1943 onward around 23,000 Sinti and Roma, from nearly every country in Europe, were deported to Auschwitz-Birkenau. The largest number came from the German Reich: 10,000 German and 3,000 Austrian Sinti and Roma. Crowded into railway trucks many did not survive the torturous journey of several days to Auschwitz-Birkenau. On arrival the Sinti and Roma families were housed in completely overcrowded wooded barracks (horse stables) in the so-called "Gypsy camp", in section BIIe of Auschwitz-Birkenau. Men and women were separately registered in camp ledgers and tattooed with a "Z" (for Gypsy) preceding a number on the lower left arm, small children on the thigh. In March and in May 1943 the SS conducted two gassings of over 2,700 Sinti and Roma. By the end of 1943 most had died as a result of the terror and the inhuman living conditions. Their entire possessions - houses and land, jewellery and cash, the left behind household effects - were seized by the fiscal authorities as being subversive, just as were the Jewish assets. In May 1944 - at this time only around 6,000 Sinti and Roma of the original 23,000 were still alive in Auschwitz-Birkenau - there was a first attempt to liquidate the entire "Gypsy camp" in the gas chambers. This failed due to the resistance of the prisoners, among them many former members of the armed forces, who barricaded themselves in the blocks armed with work tools, so that the SS abandoned the planned extermination. As a consequence, all those Sinti and Roma classified as "able to work" were selected and transported to other concentration camps in the German Reich, to be killed by what the Nazis termed "extermination through work". They were simply to be worked to death. They were utilised in Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen, Mittelbau-Dora, Flossenbürg, Neuengamme and Ravensbrück, and their satellite camps, as slave labour for the German armaments industry. Around 2,900 Sinti and Roma, mainly the elderly, the ill and children, remained behind in Auschwitz. They were murdered in the gas chambers when the camp was liquidated on 2 August 1944. Auschwitz symbolises the total dehumanization of human beings by human beings. Prisoners were robbed of their names and personality; any claim to humanity was denied them. For the SS they were mere slaves or objects for medical experiments, which were likewise a component of the program of annihilation. The exploitation was total: even the hair and gold teeth, of those murdered, were made use of. The "extermination through work" was a central component of the National Socialist policy of extermination. On 14 September 1942 Reich Minister of Justice Otto Thierack, after a discussion with Joseph Goebbels, recorded: "Regarding the extermination of anti-social life, Dr. Goebbels is of the opinion that Jews and Gypsies are to be completely annihilated. The idea of the extermination through work is best." [11] The Sinto Franz Rosenbach, survivor of Auschwitz, Buchenwald and Mittelbau-Dora, described this so: "So long as you were able to work, you had the right to live, but those who could no longer work, were doomed." [12] Only shortly before the end of the war, when the SS evacuated the concentration camps on Himmler's orders, many Sinti and Roma died on the death marches. Others died soon after their liberation from the consequences of what they had suffered during their concentration camp imprisonment. Sinti and Roma fought the National Socialist terror by various forms of resistance, also in resistances groups in the occupied territories. Particularly in East and South-east Europe they played an important role in the national liberation movements. And in France they worked closely with the Résistance. Many of them lost their lives.
Decades of Silence The close co-operation between these state authorities continued almost unchanged after the war, when the few German Sinti and Roma survivors returned home to Germany, following terrible years of persecution and abasement, agonies and losses. Now, Sinti and Roma were exposed to renewed institutionalised discrimination and were again registered in special police files, one reason being that many personnel from the Reich Security Main Office retained their posts in the new Federal Republic. In both the Federal Republic and the Democratic Republic, the National Socialist genocide of the Sinti and Roma remained absent from public consciousness for decades after 1945. In both German states the survivors received neither moral acknowledgment nor financial compensation for the injustice they had suffered. The effects of the genocide are still felt today within the Sinti and Roma minority, its memory being a inherent part of their culture and identity. Only following the growth of the German Sinti and Roma civil rights movement in the 1970s did a change in German historical consciousness take place in West Germany. A significant turning point was the acknowledgment by Federal Chancellor Helmut Schmidt, on 17 March 1982, that the National Socialist murder of the Sinti and Roma was genocide conducted on grounds of race. The primary goal of the civil rights movement was to create a Sinti and Roma institution with the aim of confronting the Nazi period, especially the Holocaust, and anchoring it in the collective memory of the nation. This task was understood as an essential contribution to the democratic identity and political culture of the Federal Republic. A significant step was the founding of a national political agency, the Central Council of German Sinti and Roma, in 1982. The Documentation and Cultural Centre of German Sinti and Roma was established, in Heidelberg, in the early 1990's. The first worldwide permanent exhibition of the Nazi genocide of the Sinti and Roma has been housed here since 16 March 1997. In his inaugural speech, Federal President Roman Herzog said: "The genocide of the Sinti and Roma was carried out with the same motive of racist ideology, with the same intention and determination for a methodical and total annihilation as it was with the Jews. They were murdered systematically, from infants to the elderly, everywhere within the area of National Socialist occupation." Sadly, it is still the case that prejudice and discrimination, rooted in the racist ideology and distorted images of the National Socialists, continue and shape the public image of this minority today. One reason is the failure to come to terms with the Nazi genocide of the Sinti and Roma. But it was not only politicians and historians who, for decades, ignored this genocide; it was also suppressed or marginalized by the concentration camp memorial museums. The fact that today this has fundamentally changed is the result of the close co-operation between the Documentation Centre and the national and international memorial museums. In the meantime, the Documentation Centre is a member of a committee of experts which advises the memorial museums: as adviser to the Brandenburg Memorial Sites Foundation, the Buchenwald and Mittelbau-Dora Memorials Foundation, the Foundation for Memorials in Lower Saxony, and the Foundation Topography of Terror. The critical rethinking by the memorial museums offered the chance to participate in the presentation and content of material relevant to the genocide of the Sinti and Roma, which had either been absent or inadequate. Biographies of victims and photographs from the Centre's archives were made available for new exhibitions. Many permanent memorial exhibitions now include the genocide of the Sinti and Roma: Buchenwald, Dachau, German Resistance Memorial Centre, Moringen, Neuengamme, Sachenhausen, the Documentation Centre Nazi Party Rally Grounds Nuremberg and Obersalzberg, the Information Centre at the Memorial to the Murdered Jews of Europe, and the Imperial War Museum in London. Since 2001 there has been a permanent exhibition, at the Memorial and Museum Auschwitz-Birkenau, Auschwitz 1, of the Nazi genocide of the Sinti and Roma, conceived by the Documentation Centre, and proven and approved by the International Auschwitz Advisory Committee. Future co-operation with other institutions regarding the documentation of the Nazi genocide of the Sinti and Roma: the United Stated Holocaust Memorial Museum, the German Historical Museum, the Topography of Terror, as well as Bergen-Belsen, the House of the Wannsee Conference, Ravensbrück, Mittelbau-Dora, the Roter Ochse in Halle, and Flossenbürg.
Veracious remembrance - opposing the continuation of racism Without the personal commitment of survivors, who have struggled so long for acknowledgement as victims of the Holocaust, the genocide of the Sinti and Roma would still be, after decades of denial, a mere footnote of history. This does not simply concern the historical acknowledgment of the genocide of the Sinti and Roma; this has taken place. This concerns the dignified commemoration of the numerous victims and the perception and position of Sinti and Roma within German society. A dignified and veracious commemoration is only achieved when all victims are treated equally. Whereas the Federal Government recognized the Jewish victims, not least in order to be reaccepted in the community of states, the genocide of the Sinti and Roma was not officially acknowledged. These survivors were cheated of the acknowledgment as victims of Nazi racial policy and their right of compensation. Even the assets robbed by the Nazis were not returned to them. The authorities and experts did not recognize health problems and the suspension of education and training as being due to Nazi persecution. They thereby overtly advocated the race ideology of the Nazis. The practice of the compensation authorities in the 1960s to refuse Sinti and Roma compensation, in accordance with the Federal Indemnification Law, was maintained by the German courts all the way up to the Federal High Court. In 1956 the High Court passed the following judgement: "The Gypsies are disposed to crime, particularly to theft and fraud. They do not possess the moral respect for private property because, like primitive pre-historic man, they have an inherent impulse to possess everything." The perpetrators of the genocide remained mostly unchallenged after 1945 and were accepted into the civil service. In particular, the Bavarian criminal police continued using the special data files of Sinti and Roma. In addition, acting as "Gypsy specialists" for the compensation authorities they justified the deportations to the concentration camps as "preventive measures against crime" and thereby denied the persecution was carried out on grounds of "race". In 1962, Hans Bodlée, head of a criminal department in Düsseldorf wrote in the police newspaper "Criminalistics": "The group under observation concerns Gypsy half-breeds with part German-blood, part Jewish and mixtured blood, i.e. a people of mixed race with three strains of blood, which constitutes a negative genetic constitution." [14] The historical account must fully reveal the dimension of the genocide: i.e., the Sinti and Roma were annihilated simply because they existed. Sinti, Roma and Jews were the only groups, which "the state apparatus arrested, deported and murdered, from babies to the elderly, on grounds of 'race'". This policy of the systematic extermination of this minority represents a breach in civilization. Despite political and historiographical progress - perhaps in reaction to this - there are attempts to reinterpret and relativise the Nazi genocide of the Sinti and Roma. Certain historians and politicians advocate a historiography that regards the singularity of the Holocaust of the Jews as dogma. They totally deny any similarity between the policy of extermination of the Jews and the Sinti and Roma. They argue that Sinti and Roma, contrary to the Jews, became victims of the Nazi policy of extermination primarily due to their culture and way of life, and that the persecution was therefore socio-cultural and not racially motivated. In this way, century's old anti-"Gypsy" prejudices are not only not critically analysed but rather propagated. There is no doubt that there would be an outcry should the Jewish victims be likewise confronted with the entire pallet of anti-Semitic defamations. There is no rational explanation as to why the majority of the media and politicians, on the one hand vehemently oppose- with good reason - all forms of anti-Semitism, thereby demonstrating civic responsibility, whereas on the other hand, in the case of the Sinti and Roma, acquiesces to almost all forms of discrimination, right up to extreme right-wing motivated murders. This is by no means a mere "socio-political phenomenon", but demonstrates that, in some quarters, "civil engagement" has produced a fawning over- identification with the imposing Jewish culture and its numerous outstanding personalities, which has left no room for respect for the other groups of victims of the Nazi genocide. In 1994, public opinion polls showed between 64 percent (Allensbach Institute) and 68 percent (Emnid Market Research Institute) anti-"Gypsyism" in Germany. The remaining third remained relatively indifferent.
The despicable discussion concerning the term "Gypsy" This is most evident in the controversy over the planned memorial, in Berlin, for the 500,000 Sinti and Roma murdered by the National Socialists. Some protagonists of the monument for the murdered Jews untiringly argue the "singularity of the Shoah", thereby denying the Sinti and Roma any entitlement to a dignified commemoration. Those politically responsible for deciding about the realization of the memorial have been partisan and made use of persons and "arguments", whose only goal is to prevent such a memorial. This explains how it was again possible in Germany to spark off a despicable discussion about the term "Gypsy" - significantly by one of the above named "protagonists". This represents a relapse into former prejudices, long thought overcome, but which is a serious cause for concern as it masks a deep personal contempt for the Sinti and Roma minority and its political representatives. The self-designation 'Roma and Sinti' is the internationally recognized name for this minority and, in the Romani language, means "Man". The self-designations Roma and, for the German-speaking area, Sinti have long been officially recognized by international organizations (the Organization for Security and Cooperation in Europe, the Council of Europe, the European Union, the United Nations Organization). "Gypsy" is an explicitly pejorative, stigmatizing appellation of the majority society, which is rejected by most members of the minority as discriminating - Sinti and Roma have never referred to themselves as such. The appellation "Gypsy" is inseparably associated with racist stereotypes, consolidated over centuries into an absolute and aggressive stereotype, deeply rooted in the collective consciousness. The image of the "Gypsy" formed of malicious prejudices and romantic stereotypes has become established. To call someone a "Gypsy" is always insulting. In reality, it reveals the projected fantasies, fears and desires of those that use it and has nothing in common with the reality of the Sinti and Roma. It is a pejorative, stigmatising appellation with which they were deported to the death camps. In Auschwitz the SS tattooed them with a "Z" (Z for "Zigeuner" = "Gypsy") preceding a number on the left forearm. "Gypsy" is an appellation used by the perpetrators and is synonymous with the stigmatising stereotypes with which the Nazis legitimised their murderous racial policy. With The term "Gypsy" stigmatises the Sinti and Roma as being alien and prevents an unprejudiced view of the minority. The establishment of the use of the self-designation 'Sinti' and 'Roma' also makes conscious the prejudices and mechanisms of social exclusion rooted in the stereotype of the "Gypsy". The Auschwitz survivors still have the "Z" tattooed on their skin as stigma of their dehumanisation. Until today they see themselves exposed to the stereotypes of the perpetrators. The proposed use of "Gypsy" in the inscription on the memorial for the Nazi genocide of the Sinti and Roma in Berlin would simply make this view permanent. This cannot and will not be accepted. The self-designation Sinti and Roma is how this minority identifies itself. The basic right of self-determination must be respected in our pluralist society. Sinti and Roma are not "Gypsies". [16] With the systematic criminalisation and defamation of the Sinti and Roma the National Socialists made use of deeply rooted prejudices and stereotypes, just as they did with the Jews. In this way they sought to publically legitimise their racist policy and to guarantee the co-operation of the state authorities. The Nazis stigmatised both groups of victims as being parasites, work-shy, bandits and asocial. However, no serious historian would confuse such stigmatising propaganda against the Jews with the reality, and insult them subsequently. The totality of the National Socialist extermination of the Sinti and Roma is evident in that, like the Jews, entire families were deported to the death camps. Many of the victims were children, including those who had been admitted to children' homes following the imprisonment of their parents in concentration camps, and even those being raised by "Aryan" foster families. These were also deported to Auschwitz. Sinti and Roma, who had demonstrated their loyalty to homeland by serving in the First World War, were not exempted. Even members of the German armed forces were deported to Auschwitz following their discharge "on racial grounds". Others were arrested at work - for instance the Reich Postal Service or the Reich Rail - and taken to deportation trains. Although the priority orders from the Reich Security Main Office of 29 January 1943, prescribing Himmler's Auschwitz Decree, included certain exceptions in practice these played no role. Pery Broad, member of the political department in Auschwitz-Birkenau who was sentenced to four years imprisonment at the Auschwitz Trial in 1965, wrote in his reminiscences: "The Reich Security Main Office was well aware of the determination of the Reichsführer to make all Gypsies disappear from the face of the earth, if only they could be captured. The clauses about exceptions were just paper decorations on the extermination decrees. Those who wanted to help Gypsies could easily lose favour, because of their softness." [17]
The bizarre differentiation made between the two genocides From 1938 to 1944, on Himmler's order, the Race-Hygiene and Biological Population Research Institute systematically registered all Sinti and Roma in the Reich, including "Gypsy half breeds", and delivered them to the apparatus of persecution. Among the victims were those who did not regard themselves as Sinti or Roma and those who did not know that their ancestors were members of this minority. As in case of the Jews it was not the conception of oneself but the enforced racial diagnosis that was decisive. The fact that the Nazis began with the social ostracisation and economic plundering of the Jews demonstrates that at the outset there was no specific plan to exterminate the European Jews. And in fact initially there was no such plan. Therefore the argument that there was no master plan for the extermination of the Sinti and Roma is of no account. It was not the lower-ranking bureaucrats "crime prevention" reasons that wee responsible for the genocide at the Sinti and Roma. In fact, influential persons and institutions were able to advocate different policies within the polycratic structure of the National Socialist state but these did not undermine the rationale of racism. Only under the specific ideological and structural conditions of National Socialism and under the exceptional conditions of the war could the murderous dynamic of the persecution of the Sinti and Roma unfold, with its ever more radical "solution" that ended with the gas chambers of Auschwitz. Himmler's order to deport the Sinti and Roma to Auschwitz obviously intended their extermination. Their assets were, as in the case of the Jews, confiscated as being "hostile to the Reich". All state authorities and individuals engaged in the deportations knew that these people would not be returning. When, in the spring of 1943, the first deportation trains with Sinti and Roma departed for Auschwitz, their systematic extermination was already in full swing in the East. The mass shootings in Poland and, from the autumn of 1941, in the Soviet Union attest to this. From 1941 onward Sinti and Roma were murdered in the gas chambers. In the light of these facts, the argument that the deportations of the Sinti and Roma to Auschwitz did not intend their extermination, but only to expel them from Germany is nothing less than a denial of this genocide. The arguments for the "singularity" of the genocide of the Jews are a mere arbitrary construction. The fact alone that, between 1933 and 1945, a comparatively greater number of Sinti and Roma were murdered, i.e., more than 75%, than Jews, disproves the tenet that the genocide at the Jews was alone "total". The use of the term "total" is historiographically suspect, not least because it does not permit any exemptions. As there were exemptions in all groups of victims it is senseless to attach conditions to the definition of genocide that do not reflect the complexity of the historical reality. In particular Yehuda Bauer has, for years, argued against the similarity between the genocide of the Jews and of the Sinti and Roma and persists in arguing that the Shoah is unprecedented. He argues that while the genocide of the Jews was purely ideological, all other genocides were carried out for realistic, pragmatic reasons: thus the Nazis regarded itinerant Roma as spies and therefore killed them. In his speech on 27 January 1998 to the German Federal Parliament, Yehuda Bauer said, regarding the Shoah, "the ideological genocide was built on pure illusion", while with all the other genocides the motive was "somehow realistic". Why, in the case of the Jewish victims, does Bauer, analyse the legitimating reasons given by the Nazis and rightly expose them as propaganda and as ideological illusion, but uncritically accepts the stigmatising attributions given as legitimating reasons by the Nazis for the genocide of the Sinti and Roma? Apart from crass simplifications there are assertions which are simply false, for example, that whereas both settled and itinerant Roma and Sinti in Germany were murdered, this was not the case outside of Germany where they were not regarded as not posing any special problem and where there was no attempt to register them. The historical facts prove the opposite of what Bauer asserts. Nearly all the Sinti and Roma resident in the "Greater Reich" were arrested and deported. The large majority of these victims came from the German occupied or from Nazis allied countries; they were specifically registered. In October 1940, the German military administration in France ordered the compilation of a "Gypsy register" and the internment of the Sinti and Roma in a transit camp. The German military commander in Serbia in his 30 May 1941 "Regulation concerning the Jews and Gypsies" ordered the registration of the Roma in a "Gypsy register", and the Jews in a "Jews register". Between 1942 and 1943 Roma in the Protectorate of Bohemia and Moravia were systematically registered and then deported to Auschwitz. This also occurred in the occupied territories of the Soviet Union, where Jews and Roma were not deported to concentration camps but murdered locally, where: in Simferopol in the Crimea all the Roma were registered by Einsatzgruppe D before being murder. This is only one example of Bauer's treatment of historical facts that do not fit his thesis. He argues that the persecution of the Jews by the Nazis was legitimated with stereotypical "murderous illusions", whereas the Sinti and Roma were persecuted on grounds of their conduct. He accepts the Nazi racial stereotypes of the "asocial Gypsy" as valid and uncritically adopts these into his argument. In so doing he continues the dehumanisation of the Sinti and Roma victims and makes them responsible for their own genocide by attributing this to their conduct and not to the Nazis' biological racism. This corresponds to the racist discourse about the Sinti and Roma that took place in the 1950s and 60s. Gilad Margalit forbids any comparison whatsoever. He argues the acceptance of two groups of victims of Nazi genocide serves the purpose, "of avoiding the heavy weight of guilt towards the Jewish victims and of blurring the special status of the persecution and genocide of the Jews in the German collective consciousness." [18] From this point of view any reference to the commonality of the genocide of the Sinti, Roma and Jews intentionally relativises the Shoah. Conversely, it can be argued: in order to defend the dogma of the singularity of the Jewish Shoah, the genocide at the Sinti and Roma must necessarily be marginalised. The question arises as to the motive behind this historiographical construal. Nazi persecution was not carried out against individuals with "deviant" or "undesirable" behaviour, but against a genetically defined group, i.e. against the Sinti and Roma as a whole. Common to both the genocide of the Sinti and Roma and the Jews is that their right of existence was denied solely on the basis of lineage. This is confirmed by the fact that babies and young children from both minorities were deported to the extermination camps. Their murder reflects the murderous logic that regarded "race" and "racial struggle" as the driving force of history and thereby also saw children as a threat to a "racially homogeneous folk community". This biological interpretation of history and society, and its policy of radical implementation constitute what was new and revolutionary about National Socialism. The theory of genetic determinism together with the powerful influence the "race sciences" had on the political leadership were the major premises for the idea of the "Final Solution of the Gypsy Question". The murderous dynamic of the policy directed against the Sinti and Roma cannot be explained in any other way. Even foster children from "Aryan" families and "one-eighth Gypsies" were deported to Auschwitz simply because "race biologists" had detected a "Gypsy" ancestor. For a dictatorship that was resolved to radically implement its ideological goals the extermination of its race enemies - the Sinti and Roma and the Jews - was inevitable. In summary, the racist determined murder of the Jews and the Sinti and Roma, anchored in the National Socialist policy of genocide, have the following criteria in common: the race-ideological motives with their race-biological rationale, the especially constituted state institutions, the systematic registration of the victims, the race laws, the systematic planning and bureaucratic organization of the various methods of murder, the establishment of the requisite places of extermination. In conclusion, Professor Dr. Peter Steinbach, from the Otto-Suhr-Institut of the Freien Universität Berlin, is quoted. On 1 March 2001, in his speech, at the opening of the exhibition "The National Socialist Genocide of the Sinti and Roma" in the Otto-Braun-Saal of the Staatsbibliothek in Berlin, he said, " … the industrialised murder of the Jews and of the ethnic group, referred to as "Gypsies", was legitimated by the same racial ideology. It is therefore historiographically entirely inappropriate to compartmentalise the simultaneous policies of murder - the genocide of the Jews and of the Sinti and Roma - or to stress the incomparability and singularity of one genocide and thereby relativise the significance of the other. It is evident that the genocide of the European Sinti and Roma, who, like the Jews, have lived in Europe for centuries, was conducted with the same methods so making the extermination of Jews and the Sinti and Roma completely identical. In this respect it is completely otiose, misleading and wrong, to ostracise or segregate the Sinti and Roma regarding the National Socialist genocide." [19]
[1] Bekämpfung der Zigeunerplage. RdErl. d. RFSSuEhDtPol. im Rmdl. v.8. Dezember 1938 - -S- Kr.1, Nr. 557 V111/38-2026-6 (Bundesarchiv R 58 /473).
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