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Honouring Jürgen Sielemann.
The Obermayer German Jewish History Awards ©
For millions of emigrants the port of Hamburg was once the door to the future. For journeys into the past the Hamburg State Archive is today such a point of departure - particularly because Jürgen Sielemann, born in 1944, specialist for Jewish history and the Nazi persecution of the Jews in Hamburg, is there to assist many on their way. And yet his activities far surpass his responsibilities as archivist. He has helped thousands open the door to history even when many had sooner have forgotten the past. He is also widely known as an authority on genealogy. Due to his initiative and endeavour over the years the State Archive has played a prominent role in accessing new sources for research. A genealogy data base accessible via the internet is such a source for genealogical research. He founded Germany's first and only society for Jewish genealogy and inspired research through his ideas and publications. His Commemorative Book for the Jewish victims of National Socialism, (Hamburger jüdische Opfer des Nationalsozialismus. Gedenkbuch), commemorates nearly 9,000 victims. People not only prize his dry humour, which occasionally breaks out in short bursts of laughter, but also his Hanseatic courtesy and amiability. When Sielemann speaks one immediately perceives his encyclopaedic knowledge and firm conviction. "He goes about his work with calm and composure, without making a song and dance, but is persistent in pursuing the facts", says Gabriela Fenyes, journalist and former member of the board of the Hamburg Jewish community. From the 1970s onward he has filled numerous files with inquiries from genealogists and former Hamburger Jews which he works on in his own time. He worked for years to institutionalize this network and succeeded in achieving this when, in 1996, he founded the Hamburg society for Jewish genealogy. He was president until 2001 when he became vice president. So many are indebted to his extraordinary commitment. Miriam Gillis-Carlebach, the daughter of Hamburg's last chief rabbi during the Nazi period, is one of them. After 45 years she returned to her city of birth in order to clarify the fate of her parents and sisters. With Sielemann's assistance she discovered the names of the German family who lived in the same building as her parents up to the time of their deportation. She desperately wanted to meet them but was at the same time anxious. "I did not know how to meet them and so he accompanied me", she remembers, "and he even bought flowers so that this extremely nerve-racking meeting became easier for me." However, for years, his personal commitment found neither recognition nor support. Due to his general interest in history, in 1966, he joined the staff of the Hamburg State Archive and chose "almost coincidentally" Jews and other minorities as his specialist field. Responsible for a topic which colleagues and historians, and many others in Germany, found uncomfortable he rarely received inquiries from academia or the media. "I was treated like an outsider - as if I lived on an island", Sielemann remembers. But in the midst of the general silence the documents and contact with Holocaust survivors confronted him with the past. "I quickly realised the enormous cultural contribution the Jewish communities had once made to Germany" he remembers, "and I also saw how basely Jews were treated after the war." Since the 1980s Sielemann has untiringly researched emigration from Hamburg and established the significance of the source material in the State Archive. It is due to his work that the lists of around five million, mostly east European emigrants, who made their way to America via the port of Hamburg, are accessible via the internet - a genealogical treasure house. He has also significantly extended the primary sources of historical research. "It is due to his years of endeavour that files from the Hamburg Regional Finance Office, essential to the research of National Socialism, were acquired by the State Archive", explains Ina Lorenz, deputy director of the Hamburg Institute for the History of German Jewry. "He does not take centre stage but is rather the one who does the essential preparatory work." The Hamburg Jewish community also entrusted its post-war archives to the State Archive. Precisely because Sielemann realized so early the significance of the Jewish community in Hamburg, genealogy became for him an instrument with which to research German-Jewish history and identity. "I wanted to re-establish an institution in Hamburg which existed prior to the Nazi period and which was a part of Jewish culture", he says, "I have yet to succeed in spreading the idea of a genealogical society elsewhere in Germany but I am optimistic that it will happen." The Obermayer German Jewish History Awards ©
Jürgen Sielemann. Eine Ehrung.
The Obermayer German Jewish History Awards ©
Für Millionen von Emigranten war der Hamburger Hafen einst das Tor zur Zukunft. Für Reisen in die Vergangenheit ist heute das Staatsarchiv der Hansestadt ein solcher Ausgangspunkt-insbesondere auch, weil der 59-jährige Jürgen Sielemann, Experte für Juden und andere Minderheiten, vielen den Weg ebnet. Seine Aktivitäten gehen weit über das in seinem Beruf als Archivar geforderte hinaus. Tausenden hat er geholfen, die Türen zur Geschichte zu öffnen, auch schon zu Zeiten als viele sie lieber verschlossen gehalten hätten. Weithin ist er als Kapazität der Genealogie anerkannt. Dank seiner Initiative und jahrelangen Bemühungen konnte das Archiv eine herausragende Rolle bei der Erschließung neuer Quellen für die Forschung übernehmen. Für die Genealogie fundamentale Quellen wurden als Datenbank im Internet zugänglich gemacht. Er gründete Deutschlands erste und einzige Gesellschaft für Jüdische Genealogie und inspirierte die Forschung mit seinen Ideen und Veröffentlichungen. Sein Gedenkbuch erinnert an fast 9.000 Opfer. Viele schätzen nicht nur seinen trockenen Humor, der sich gelegentlich in kurzem Auflachen Bahn bricht und seine hanseatische Höflichkeit um eine Note Liebenswürdigkeit bereichert. Wenn Sielemann redet, wird schnell klar, warum der Hamburger als Mensch mit enzyklopädischem Wissen und fester Überzeugung gilt. "Ruhig und gelassen geht er an die Sachen heran, ohne groß Aufhebens von sich zu machen, aber er lässt nicht locker, den Dingen nachzugehen", sagt Gabriela Fenyes, Journalistin und früheres Vorstandsmitglied der Hamburger Jüdischen Gemeinde. Zahlreiche Aktenordner füllt die Korrespondenz mit Genealogen und Ex-Hamburgern zu Anfragen und Nachforschungen, die er seit den siebziger Jahren in seiner Freizeit bearbeitete. Lange arbeitete er daran, dieses Netzwerk zu institutionalisieren. 1996 gelang es ihm, als er die Gründung der Hamburger Gesellschaft für Jüdische Genealogie initiierte. Bis 2001 hatte er den Vorsitz inne, heute ist er der Vize. Viele sind ihm wegen seines außergewöhnlichen Engagements dankbar. Miriam Gillis-Carlebach, die Tochter des letzten Hamburger Oberrabiners, ist eine von ihnen. Nach 45 Jahren kehrte sie in ihre Geburtsstadt zurück, um Klarheit über das Schicksal ihrer Eltern und Schwestern zu erhalten. Mit Sielemanns Hilfe fand sie den Namen der deutschen Familie heraus, die bis zur Deportation ihrer Eltern in der gleichen Wohnung lebte. Sie wollte sie unbedingt treffen und hatte doch Angst davor. "Ich wusste nicht, wie ich hinkommen sollte, also begleitete er mich", erinnert sie sich, "und er kaufte sogar noch Blumen, damit dieses extrem nervenaufreibende Treffen für mich etwas leichter würde." Lange Zeit fand sein persönliches Engagement jedoch wenig Unterstützung. Wegen eines allgemeinen Interesses an Geschichte ging er 1966 zum Hamburger Staatsarchiv und wählte "halb aus Zufall" Juden und andere Minderheiten zu seinem Aufgabenbereich. Verantwortlich für ein Thema, das manchen seiner Kollegen und Historikern wie auch sonst vielen in Deutschland unangenehm war, erreichten ihn selten Anfragen aus Wissenschaft oder Medien. "Ich fühlte mich wie ein Außenseiter - wie auf einer Insel", erinnert sich Sielemann. Doch inmitten des allgemeinen Schweigens wurde er durch die Akten und den Kontakt mit Überlebenden des Holocaust mit der Vergangenheit konfrontiert. "Ich bemerkte schnell, welchen Reichtum die jüdischen Gemeinden einst für Deutschland bedeutet hatten", erinnert er sich, "und ich sah, wie niederträchtig Juden auch nach dem Krieg behandelt wurden." Seit den achtziger Jahren klärt Sielemann unermüdlich auf über Emigration von Hamburg aus und die Bedeutung der Quellen dazu im Staatsarchiv. Dank seines Einsatzes werden nun die Listen von fünf Millionen zumeist osteuropäischen Auswanderern, die den Weg über den Hafen der Hansestadt nahmen, ins Internet gestellt - ein genealogischer Schatz. Auch hat er die Quellenbasis für historische Forschung entscheidend erweitert. "Aufgrund seiner jahrelangen Bemühungen kamen die für die Forschung zum Nationalsozialismus eminent wichtigen Akten der Oberfinanzdirektion ins Staatsarchiv", erklärt Ina Lorenz, Vize-Direktorin des Hamburger Instituts für die Geschichte der deutschen Juden." Er spielt sich nicht in den Vordergrund, aber er ist derjenige, der die Kernerarbeit macht." Auch die Hamburger Jüdische Gemeinde vertraute ihr Nachkriegsarchivgut dem Archiv an. Gerade weil Sielemann so früh um die Bedeutung der Jüdischen Gemeinde in Hamburg wusste, wurde Genealogie in seinen Augen ein Instrument, deutschjüdische Geschichte und Identität zu ergründen. "Ich wollte Hamburg eine Institution zurückgeben, die es schon vor der Nazi-Zeit gab und die ein Teil der jüdischen Kultur war", sagt er. "Bis jetzt ist es mir noch nicht gelungen, die Idee einer genealogischen Gesellschaft in anderen deutschen Städten zu verbreiten, aber ich bin optimistisch, dass das noch passieren wird." The Obermayer German Jewish History Awards ©
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