The editors' preface to the festschrift in honour of Ina Lorenz on her 65th birthday: Aus den Quellen: Beiträge zur deutsch-jüdischen Geschichte (From the Sources: Contributions to German-Jewish History). Munich, Dölling and Galitz 2005.


Andreas Brämer, Stefanie Schüler-Springorum und Michael Studemund-Halévy ©

Ina S. Lorenz, who, on the occasion of her 65th birthday, we honour in and with this festschrift, has through her work over the past decades given a significant incentive to historical research in Germany through her monographs, primary sources editions, papers, book publications, reviews and lectures on German-Jewish history, in particular north Germany, in the 19th and 20th centuries. The bibliography of her published writings at the end of this volume bears eloquent witness to her impressive academic achievement.

Born on 5 March 1940 in Hamburg, as the youngest child of a renowned Hamburg merchant family, Ina S. Lorenz attended the renowned Heilwig Gymnasium (Heilwig grammar school). After studying history, philosophy and the history of art in Munich, Vienna, Berlin and Karlsruhe she attained a doctorate with a dissertation titled "Eugen Richter. Der entschiedene Liberalismus in wilhelminischer Zeit 1871 to 1906". Peter Freimark won the young academic for the 1966 founded Hamburg Institute for the History of German Jewry. He also entrusted her with the task of documenting, in several volumes, the history of Jewry in Hamburg from the empire to the end of National Socialism. In 1987 she habilitated with Walter Bussmann (Karlsruhe) with the first part of this ambitious project ("Die Juden in Hamburg zur Zeit der Weimarer Republik. Eine Dokumentation"). As professor at the Institute for Social and Economic History at the University of Hamburg and as deputy director of the Institute for the History of German Jewry she made further significant contributions to the study of Jewish History in her city of birth. As a dedicated university lecturer she further succeeded in motivating many students to regional historical work.

Her contact with former Jewish citizens of Hamburg resident in Israel was as equally important as that of her students. This contact led not only to lifelong friendships but also to fruitful scientific co-operation. Thus the first part of her critical source edition of Hamburg Jewry during the period of the Weimar Republic was founded on significant preliminary work by the late lamented Baruch Ophir (Jerusalem) and, during her work on the comprehensive documentation of the Jewish cemetery in Ottensen, Rav Zev W. Gotthold (Jerusalem) became a valuable adviser and co-author.

Ina S. Lorenz, as historian, was and is a frequent guest in German and Israeli archives as her research is characterised by its fundamental reference to primary sources. Her two volume documentation of the history of Hamburg Jewry during the period of the Weimar Republic as well as her meticulous reconstruction of the controversy over the Jewish cemetery in Ottensen clearly demonstrate what can be achieved for the study of history by intensive research of archival sources. The collection of papers in the festschrift likewise refer to primary sources.

The academic world can be certain of further works by Ina S. Lorenz in the future. With this festschrift "Aus den Quellen" we thank her for all she has contributed, over the past 25 years, to the Institute, to the University of Hamburg and to the researching of German Jewish history. The festschrift contributions, in English and German, many of them indebted to her research, also show the high regard in which Ina S. Lorenz is held by her colleagues, students and friends from Germany, Israel, Holland, Canada, England and the USA. We hope they will not only appeal to her as researcher and colleague but also as pleasureable reading.

Hamburg, January 2005.

Andreas Brämer, Stefanie Schüler-Springorum und Michael Studemund-Halévy ©


Vorwort der Herausgeber der Festschrift für Ina Lorenz zum 65. Geburtstag: Aus den Quellen. Beiträge zur deutsch-jüdischen Geschichte. München, Dölling und Galitz 2005.


Andreas Brämer, Stefanie Schüler-Springorum und Michael Studemund-Halévy ©

Ina S. Lorenz, die wir anlässlich ihres 65. Geburtstages in und mit dieser Festschrift ehren möchten, hat in den letzten Jahrzehnten mit Monografien, Quelleneditionen, Aufsätzen, Buchherausgaben, Rezensionen und Vorträgen zur deutsch-jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, besonders des norddeutschen Raumes, der historischen Forschung in Deutschland wichtige Impulse gegeben. Die Bibliografie ihre publizierten Schriften am Ende des Bandes legt beredtes Zeugnis ab von dieser beeindruckenden wissenschaftlichen Schaffenskraft.

Geboren am 5. März 1940 in Hamburg als jüngstes Kind einer bekannten Hamburger Kaufmannsfamilie, absolvierte Ina S. Lorenz ihre Gymnasialzeit an der bekannten Heilwig-Schule. Nach dem Studium der Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte in München, Wien, Berlin und Karlsruhe wurde sie mit einer Arbeit über "Eugen Richter. Der entschiedene Liberalismus in wilhelminischer Zeit 1871 bis 1906" promoviert. Peter Freimark holte die junge Wissenschaftlerin an das 1966 gegründete Hamburger Institut für die Geschichte der deutschen Juden. Er war es auch, der sie mit der Aufgabe betraute, eine auf mehrere Bände angelegte Dokumentation zur Geschichte de Juden in Hamburg von Kaiserreich bis zum Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Angriff zu nehmen. 1987 habilitierte sie sich bei Walter Bussmann (Karlsruhe) mit dem ersten Teil dieses ehrgeizigen Projektes ("Die Juden in Hamburg zur Zeit der Weimarer Republik. Eine Dokumentation") Als Professorin am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Hamburg und als stellvertretende Direktorin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden leistete sie weitere bedeutende Beiträge zur Erforschung der jüdischen Geschichte ihrer Geburtsstadt. Als engagierte Hochschullehrerin gelang es ihr überdies, viele Studierende zu regionalgeschichtlichen Arbeiten anzuregen.

Ebenso wichtig wie der Kontakt zu ihren Studenten ist Ina S. Lorenz stets die Verbindung zu den ehemaligen jüdischen Hamburgern in Israel gewesen. Diese Verbindung führte nicht nur zu lebenslangen Freundschaften, sondern auch zu einer fruchtbaren wissenschaftlichen Kooperation. So basierte der erste Teil der kritischen Quellenedition zur Geschichte der Hamburger Juden in der Weimarer Republik nicht zuletzt auf wichtigen Vorarbeiten von Barach Ophir sel.A. (Jerusalem) und Rav Zev W. Gotthold (Jerusalem) wurde während der Arbeiten an der umfangreichen Dokumentation zum Jüdischen Friedhof Ottensen zu einem geschätzten Ratgeber und Mitautor.

Als Historikerin war und ist Ina S. Lorenz häufiger Gast in deutschen und israelischen Archiven, denn ihre Forschungen zeichnen sich durch den intensiven Rückgriff vor allem auf ungedruckte Überlieferungen aus. Ihre zweibändige Dokumentation zur Geschichte der Hamburger Juden zur Zeit der Weimarer Republik sowie die minutiöse Rekonstruktion des Streits um den jüdischen Friedhof Ottensen zeigen deutlich, was für die Geschichtswissenschaft durch intensives Studium der archivalischen Zeugnisse gewonnen werden kann. Diesen Tatsachen sucht auch der vorliegende Sammelband durch den empirischen Zugriff der Aufsätze Rechnung zu tragen.

Die Fachwelt wird sicherlich auch zukünftig noch viele Schriften aus der Feder von Ina S. Lorenz erwarten dürfen. Mit der Festschrift "Aus den Quellen" danken wir ihr für das. Was sie in den vergangenen 25 Jahren für das Institut, der Universität Hamburg und für die Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte geleistet hat. Die hohe Wertschätzung, die Ina S. Lorenz im Kreise ihrer Kollegen, Schüler und Freunde aus Deutschland, Israel, Holland, Kanada, England und den USA erfährt, zeigen nicht zuletzt auch die hier präsentierten Beiträge in deutscher und englischer Sprache, von denen nicht wenige ihre Beweisführung auf Veröffentlichungen der Jubilarin stützen. Mögen sie ihr nicht nur als Forscherin und Kollegin, sondern auch als Leserin verdiente Freude bereiten.

Hamburg, im Januar 2005.

Andreas Brämer, Stefanie Schüler-Springorum und Michael Studemund-Halévy ©