"mitmachen", Mitgliederzeitschrift der Lebenshilfe Wien 8/2002, Seite 14-16
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Die Nachkriegskarriere des Euthanasiearztes Dr. Heinrich Gross


Die "wissenschaftliche" Verwertung der Opfer der Kindereuthanasie vom "Spiegelgrund" ist untrenn-bar mit dem Namen Dr. Heinrich Gross verbunden. Sein Fall scheint von der Dimension und Konstellation sowohl in der Medizin- als auch in der Kriminalgeschichte einmalig zu sein. Heinrich Gross, Jahrgang 1915, seit 1932 in der NS-Bewegung, 1939 promoviert und - nach einem kurzen Intermezzo in der Anstalt Ybbs (während der Aktion "T4") - ab November 1940 in der Anstalt "Am Spiegelgrund" tätig. In dieser in der Wiener Heilanstalt "Am Steinhof' angesiedelten "Kinderfachabteilung" wurde 1940-1945 die NS-Kindereuthanasie durchgeführt, der mehr als 700 geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche zum Opfer fielen. Der an diesen Tötungshandlungen maßgeblich mitwirkende Heinrich Gross dürfte zu jenen vornehmlich jüngeren Ärzten gehört haben, die über den Tötungsauftrag hinaus die Situation zu "wissenschaftlichen" Zwecken ausnützten. Erst die Befreiung Österreichs durch die Alliierten 1945 beendete das medizinische Morden und das "Forschen" an Kindern und Jugendlichen, und die damals für die Behörden greifbaren Verantwortlichen und Beteiligten an den Psychiatriemorden wurden von der 1945/46 konsequent agierenden Justiz zur Verantwortung gezogen. Diese antifaschistisch geprägte Phase der österreichischen Nachkriegsentwicklung und -justiz wurde jedoch im Zuge des Kalten Krieges schon bald von einer lang anhaltenden Periode der Reintegration der ehemaligen Nationalsozialisten und der Dominanz der "Kriegsgeneration" abgelöst. Diese gesellschaftlich-politische Grundströmung kam auch dem Euthanasiearzt Dr. Heinrich Gross zugute. Nachdem Gross infolge sowjetischer Kriegsgefangenschaft bis Ende 1947 die für NS-Täter in Österreich gefährlichen Jahre 1945/46 überstanden hatte, versuchte er wie viele andere wegen Kriegsverbrechen gesuchte Nazis unterzutauchen, wurde 1948 verhaftet und vom Volksgericht Wien 1950 zu zwei Jahren schweren Kerker verurteilt. Die Verurteilung erfolgte lediglich wegen Totschlags (nach õ 212 RStG), da die Rechtssprechung (damals und danach bis 1997) davon ausging, daß an Geisteskranken oder -schwachen kein heimtückischer Mord begangen werden könne, da den Betroffenen "die Einsicht fehlte". Vom Vorwurf der Mitgliedschaft und Tätigkeit für die illegale NSDAP wurde Gross freigesprochen, weil den entlastenden Aussagen von NS-Funktionären höhere Beweiskraft zugebilligt wurde als den belastenden Dokumenten aus der NS-Zeit. Nachdem dieses Urteil wegen Widersprüchlichkeiten vom OGH aufgehoben und an die Erstinstanz zurückverwiesen worden war, zog die Staatsanwaltschaft Wien den Strafantrag zurück, und das Verfahren wurde 1951 eingestellt.

Damit stand der weiteren Karriere des Euthanasiearztes Dr. Heinrich Gross nichts mehr im Wege; denn politische oder ethische Bedenken, mit einem Mann mit solcher Vergangenheit zusammenzuarbeiten, dürften bei Kolleginnen und Vorgesetzten nicht bestanden haben. Wie viele andere ehemalige Nazis begab er sich unter die Fittiche einer Großpartei, der SPÖ, der er 1953 beitrat. Insbesondere im Bund Sozialistischer Akademiker (BSA) stieß Gross auf viele ehemalige Gesinnungsfreunde. 1965 gehörte er dem Komitee für die Wiederwahl von Bundespräsident Franz Jonas an. Seine medizinische Laufbahn setzte Dr. Gross ab 1951 in der (städtischen) Nervenheilanstalt Rosenhügel fort. 1955 schloß er seine Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie ab, und im selben Jahr kehrte er an die Heil- und Pflegeanstalt der Stadt Wien "Am Steinhof" zurück. Bereits 1957 fungierte Dr. Gross als Primarius einer Abteilung und Leiter des Neurohistologischen Laboratoriums. Auf der Stätte seiner Euthanasietätigkeit wurde ihm zu günstigsten Bedingungen auch eine große Wohnung überlassen, die er bis Mitte 1997 innehatte. Aufgrund einer Empfehlung des Psychiatrieprofessors Erwin Stransky wirkte Gross seit 1958 als Gutachter und wurde zum meistbeschäftigten und damit bestverdienenden Gerichtspsychiater Österreichs. Allein bis 1978 schafft er nach eigenen Angaben 12 000 Gutachten.

1952 begann Dr. Heinrich Gross mit der Publikation wissenschaftlicher Arbeiten, wobei er ungeniert die von ihm mitgeschaffenen Gehirnpräparate aus der NS-Zeit benützte. Daß diese Präparate - die Zahlenangaben differieren zwischen 700 und 1 100, derzeit sind es noch über 400 - überhaupt aufbewahrt und dem an den Tötungshandlungen Mitbeteiligten zur Verfügung gestellt wurden, zeigt nicht nur welche grundsätzliche Einstellung zu Opfern und Tätern damals vorherrschend war, sondern ist auch ein Indiz für das Vorhandensein ärztlicher Seilschaften aus der NS-Zeit. 1968 wurde ein eigenes Ludwig-Boltzmann-Institut (LBI) zur Erforschung der Mißbildungen des Nervensystems errichtet, das ad personam Dr. Heinrich Gross geschaffen wurde und dessen Leitung dieser übernahm. Bereits vorher, 1964/65, hatte Dr. Gross (letztlich staatliche) Förderungsmittel der Boltzmann-Gesellschaft für ein Projekt "Hirnmißbildungen" erhalten; auch wissenschaftliche Fonds der Stadt Wien förderten seine Publikationen. 1959 erhielt Gross für seine wissenschaftliche Tätigkeit einen Preis aus der SPÖ-nahen Theodor-Körner-Stiftung.

Bei der Auswertung des von ihm immer wieder als (weltweit) "einmalig" bezeichneten "Materials" bemühte sich Dr. Gross um Zusammenarbeit mit der medizinischen Fakultät. Im besonderen pflegte er eine weit zurückreichende Kooperation mit dem Neurologischen Institut der Universität Wien, wo er seit 1953 mit dem Institutsvorstand Univ. Prof. Dr. Hans Hoff, einem Verfolgten des NS-Regimes, dem damaligen Assistenten (späteren Professor, Institutsvorstand und Rektor) Dr. Franz Seitelberger, einem ehemaligen SS-Angehörigen, und Dr. Kurt Jellinger, dem jetzigen Leiter des ehemaligen Gross-LBI, zusammenarbeitete. Von den nachweislich 35 auf "Spiegelgrund"-Opfern basierenden wissenschaftlichen Arbeiten von Heinrich Gross sind sieben mit K. Jellinger, zwei mit F. Seitelberger und eine mit H. Hoff gemeinsam publiziert worden. Gross' Bemühungen, sich an der medizinischen Fakultät der Universität Wien mit einer Arbeit über "Sehnervenatrophie infolge Turmschädelbildung" 1962 zu habilitieren, scheiterten, als die Herkunft der verwendeten Gehirn-schnitte von NS-Opfern bekannt wurde. Ebenso konnte er seine Ambition, Direktor des Psychiatrischen Krankenhauses zu werden, nicht verwirklichen. Ungeachtet seiner NS-Vergangenheit, seiner gerichtsanhängigen Involvierung in Tötungshandlungen und der ethischen Fragwürdigkeit seiner wissenschaftlichen Arbeiten zeichnete die Republik Österreich Dr. Heinrich Gross 1975 mit einem hohen Orden, dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse, aus.

Die in den Jahren 1979-1981 vor sich gehende öffentliche Kontroverse mit Dr. Werner Vogt, dem Wortführer der Arbeitsgemeinschaft Kritische Medizin, die mit einer katastrophalen juristischen und moralischen Niederlage für Dr. Heinrich Gross endete, führte zum Karrierebruch für den nun der Mitbeteiligung an Tötungshandlungen gerichtlich überführten Euthanasiearzt. Aus der SPÖ wurde Gross ausgeschlossen; als beamteter Arzt des PKH 1981 pensioniert. 1981 wurde das von Gross geleitete LBI zur Erforschung der Mißbildungen des Nervensystems mit dem LBI für klinische Neurobiologie zusammengelegt; 1989 mußte Dr. Gross unter dem Druck des Wissenschaftsministeriums seine Leiterfunktion zurücklegen.

Aufgrund von Aktenfunden in einem ehemaligen Stasi-Archiv in Berlin, die die freiwillige Mitwirkung von Gross (während eines Wehrmachtsurlaubs) an der Kindereuthanasie beweisen, und der neuen Erkenntnisse der Göttinger medizinhistorischen Dissertation von Matthias Dahl über die Kinderklinik Spiegelgrund erstattete das DÖW 1995 und 1997 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft Wien wegen Verdachts des Mordes. Nicht zuletzt unter dem Eindruck des großen medialen Interesses im In- und Ausland und klarer politischer Stellungnahmen in der Nationalratsdebatte am 5.06.1997 wurde die beantragte Einstellung des Verfahrens vom Justizministerium abgelehnt und 1998 eine Voruntersuchung beim Landesgericht für Strafsachen Wien eingeleitet, die nach sorgfältigen Erhebungen und Erstellung wissenschaftlicher Gutachten Anfang 1999 abgeschlossen wurde. Ob nun eine Anklage und letztlich ein Prozeß zustandekommen, ist noch offen Jedenfalls ist diese Errtwicklung auch ein Ausdruck dafür, daß sich die Einstellung von Justiz, Medien und Politik gegenüber NS-Verbrechen in Richtung größere Sensibilität sind Seriosität verändert hat.

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www.nachkriegsjustiz.at:
Heinrich GROSS
Tatvorwurf: Morde im Rahmen des NS-Euthanasie- programms als Arzt der Kinderfachabteilung "Am Spiegelgrund" in der Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof.
Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft Wien, Beginn einer Hauptverhandlung vor einem Geschworengericht am Landesgericht Wien am 21. März 2000.
Verbrechenskomplex: Euthanasie
Tatort: Wien
Opfer: Psychisch Kranke und andere in Anstalten Festgehaltene (österreichische)
Dienststelle: HuPA Am Steinhof (Ärzte)
Angeklagter: Dr. Heinrich GROSS (Marschall Nr.: keine)
Die Hauptverhandlung wurde am 21. März 2000 noch vor Verlesung der Anklageschrift unterbrochen und nicht wieder aufgenommen. Am 28. April 2006 wurde das Verfahren eingestellt (nach dem Tod des Angeklagten am 15. Dezember 2005 hatte die Staatsanwaltschaft Wien am 16. Januar 2006 beim Landesgericht für Strafsachen Wien die Einstellung des Verfahrens beantragt).
Geschäftszahl des LG Wien: 23b 12100/97 (431 Hv 5217/99p)


"mitmachen", Mitgliederzeitschrift der Lebenshilfe Wien 8/2002, Seite 14-16
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English translation copyright © Struan Robertson

The post-war career of the "Euthanasia" doctor Dr. Heinrich Gross


The name of Dr. Heinrich Gross is inseparable from the history of "child euthanasia" at "Spiegelgrund" in Vienna. His case is unique, in its magnitude and circumstances, both in the history of medicine and in the history of crime. Heinrich Gross, born in 1915, from 1932 in the National Socialist movement, 1939 awarded a doctorate and, following a short interlude in the Ybbs institution (during the Operation "T4"), from November 1940 engaged at the "Am Spiegelgrund" institution. Between 1940 and 1945 a so-called "children's ward" named "Am Spiegelgrund" existed on the Steinhof premises where approximately 800 sick or handicapped children and young people perished as victims of the "Euthanasia Program". Heinrich Gross was one of those, primarily young, doctors who in addition to participating in these killings made use of the "material" for scientific purposes. Not until Austria capitulated in 1945 did these medical murders and the "scientific research" on children and young people stop; the people responsible and directly implicated in these medical murders were brought to justice in 1945/46. This anti-fascist phase of Austrian post-war development and justice was however, in the course of the cold war, soon superseded by a long enduring period of reintegration of former National Socialists and the dominance of the "war generation". The euthanasia doctor Dr. Heinrich Gross was one of those who benefitted from this socio-political trend. After Gross was released from Soviet captivity at the end of 1947, having avoided the dangerous years for Austrian Nazi perpetrators in 1945/46, like many other Nazi war criminals he attempted to go underground, but was arrested in 1948 and in 1950 sentenced to two years imprisonment by Viennese people's court. He was only convicted of homicide (offence against õ 212 RStG), as the law (at that time and until 1997) assumed that murder could not be committed against mentally ill or disabled persons as the latter "lacked intelligence". Gross was acquitted of being a member and actively involved in the illegal NSDAP (Nazi Party) because the exonerating evidence made by Nazi functionaries was granted higher cogency than the incriminating documents from the Nazi period. After this judgement had been repealed by the Austrian Supreme Court (OGH) due to inconsistencies and referred back to the trial court, the Vienna public prosecutor's office withdrew the charge and the proceedings were stopped in 1951.

The euthanasia doctor Dr. Heinrich Gross was thereby given free reign to pursue his career further; any political or ethical doubts by colleagues and superiors about working together with a man with such a past were dispelled. Like many other former Nazis he sought the protection of a major political party, the Socialist Party of Austria (Sozialistische Partei Österreichs - SPÖ), which he joined in 1953. In particular, in the Federation of Socialist Academics (BSA), Gross came across many former friends of like persuasion. In 1965 he was a member of the Committee for the Re-election of Federal President Franz Jonas. In 1951 Dr. Gross resumed his medical career in the (municipal) Rosenhügel mental hospital. In 1955 he completed his retraining as psychiatrist and, in the same year, returned to the "Am Steinhof" mental hospital in Vienna. By 1957 he officiated as senior consultant of a department and as head of the neurohistology laboratory. Here at "Am Steinhof", the place of his euthanasia work, he was given a large apartment on favourable terms, which he occupied until mid 1997. Due to professor of psychiatry Erwin Stransky's recommendation, from 1958, Gross worked as an expert witness and became the busiest and thereby the highest paid court psychiatrist of Austria. According to his own account, between 1958 and 1978 he gave 12,000 court assessments.

In 1952 Dr. Heinrich Gross began with the publication of a scientific work whereby he unashamedly used the "euthanasia" brain preparations from the Nazi period. That these preparations - the number varies between 700 and 1,100, at present 400 - were at all reposited and then made available to the "euthanasia doctors" involved in the murders, not only reveals the prevalent attitude of perpetrators to victims at that time but also an indication of the existence of a medical network from the Nazi period. In 1968 the Ludwig Boltzmann Institute (LBI) was established for the study of the deformations of the nervous system, which was created personally for Dr. Heinrich Gross and whose director he became. Prior to this, in 1964/65, Dr. Gross received Boltzmann Society funding (public funds) for a project about "cerebral deformities"; also scientific sponsoring from the city of Vienna sponsored his publications. In 1959 he received a prize from the Theodor Körner Foundation for his scientific achievement.

In the analysis of his "material", repeatedly designated by him as (world-wide) "unique", Dr. Gross worked together with the medical faculty. In particular he maintained a longstanding working relationship with the Neurological Institute of the University of Vienna, where from 1953 he worked together with University Professor Dr. Hans Hoff, who had been persecuted by the Nazis, his assistants (later professor and rector) Dr. Franz Seitelberger, a former SS-member, and Dr. Kurt Jellinger, current director of the former Gross-Ludwig Boltzmann Institute. Of Heinrich Gross' 35 verifiable "Am Spiegelgrund" euthanasia victim based scientific works seven were published together with Kurt Jellinger, two with Franz Seitelberger and one with Hans Hoff. Gross' attempt to write a doctoral thesis about, at the medical faculty of the University of Vienna whose topic was "optic nerve atrophy as a result of tower head growth" failed in 1962 when the brain sections used by him were found to be Nazi euthanasia victims. Likewise his ambition to become director of the psychiatric hospital was unfulfilled. In 1975, despite his Nazi past, and his pending court proceedings involving homicide and the ethical questionability of his scientific work, the Republic of Austria distinguished Dr. Heinrich Gross 1975 with the Honour Cross for Science and Art, First Class.

The continuing public controversy, from 1979 to 1981, between Gross and Dr. Werner Vogt, spokesperson for the Working Group for Critical Medicine, ended with a catastrophic legal and moral defeat for Dr. Heinrich Gross, the end of his career and prosecution for his participation in "euthanasia murders". In 1981 Gross was expelled from the SPÖ; and pensioned off. In 1981 the Gross led Ludwig Boltzmann Institute for the study of the deformations of the nervous system was amalgamated with the Ludwig Boltzmann Institute for clinical neurobiology. In 1989 Dr. Gross was forced to relinquish his directorship by the Ministry of Science.

Due to documentary evidence found in the former archives of the Ministry for State Security (Stasi) in Berlin, which establishes Gross' voluntary participation (during a Wehrmacht vacation) in the child euthanasia, and the new findings of the Göttinger medicine-historical thesis of Matthias Dahl on the "Children's Ward" of Spiegelgrund in 1995 and 1997 the Documentation Centre of Austrian Resistance (DÖW) filed charges with the Viennese public prosecutor's office against Gross on suspicion of murder. Not least because of the impact of the large medial interest at home and abroad and clear political statements made in the debate in the National Assembly on 5.06.1997 the requested cessation of proceedings by the Ministry of Justice was rejected and in 1998 a preliminary investigation initiated with the Regional Court for Criminal Cases in Vienna, which after thorough investigations and the preparation of scientific reports was concluded in early 1999. Whether or not now an indictment and ultimately a trial will take place against Gross is still open but whatever the outcome this development reflects the change in the attitude of the law, media and politics in regard to Nazi crimes in terms of a greater sensitivity and integrity.

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www.nachkriegsjustiz.at:
Heinrich GROSS
Criminal charges: Murders within the framework of the Nazi "Euthanasia Program" as a doctor of the child's ward at "Am Spiegelgrund" in Steinhof mental hospital.
Indictment by the Viennese public prosecutor's office, beginning of a jury trial at the Regional Court for Criminal Cases in Vienna on 21 March 2000.
Crimes involved: Euthanasia
Scene of the crime: Vienna
Victims: Mentally ill and others retained in institutions (Austrian)
Place of work: HuPA (Nazi terminology for a mental hospital) Am Steinhof (doctors)
Accused: Dr. Heinrich GROSS (marshal No.: none)
The jury trial began on 21 March 2000 but was suspended before the reading of the indictment and not resumed. On 28 April 2006 the trial was abandoned (after the death of the accused on 15 December 2005, on 16 January 2006 the Viennese public prosecutor's office applied for termination of the trail by the Regional Court for Criminal Cases in Vienna).
Reference number of the Regional Court (LG) in Vienna: 23b 12100/97 (431 Hv 5217/99p)