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Else Schmidt.
Else Baker geb. Schmidt geb. 18. Dezember 1935.
Kindheit
Unter dem Namen meiner Pflegeeltern bin ich eingeschult worden und dadurch, dass ich in die Familie als zwölf Monate altes Baby gekommen war, hatte ich überhaupt keine Ahnung, dass es nicht meine richtigen Eltern waren und deren Kinder nicht meine richtigen Geschwister. Für mich waren das meine Mutter, mein Vater und meine Schwestern. Ich hatte zwei Schwestern. Sie leben beide noch. Sie sind älter als ich.
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Mein Pflegevater wurde 1889 geboren und meine Pflegemutter 1892. Sie hatten natürlich andere Vorstellungen, wie Kinder aufgezogen werden sollten als heutzutage. Man durfte z.B. niemals widersprechen. Wie das eben zu der Zeit war. Man musste gehorchen. Das galt genauso für ihre Kinder wie für mich. Sie waren nicht besonders liebevoll. Auch nicht mit ihren eigenen Kindern. Das lag dieser alten Generation nicht. Das gab es nicht, dass man auf dem Schoß saß oder so. Nein, daran kann ich mich erinnern. Aber ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass meine Schwestern, d.h. also ihre eigenen Kinder jemals umarmt oder geküsst wurden. Nein, das gab's nicht. Das war normal. Die Schule war ganz in der Nähe, ungefähr fünf Minuten zu Fuß. Ich hatte Freundinnen und ich hab eben sehr viel draußen gespielt. Die Vororte damals waren ja ziemlich unbesiedelt. Keiner hatte Angst. Die Kinder durften draußen spielen, solange sie wollten. Natürlich nicht im Dunkeln aber nicht wie heutzutage nur auf dem Spielplatz oder unter Aufsicht. Wir haben viele Bewegungsspiele gemacht.
Fruchtschuppen C
Ich kann mich nicht genau daran erinnern, wie mein Pflegevater mich da am Nachmittag abgeholt hat. Aber plötzlich muss er irgendwie da gewesen sein und meine Hand genommen haben. Und wir sind wieder nach hause gegangen. Wieder mit der Straßenbahn. Und zu hause hat er zu mir gesagt, dass das alles ein Versehen war. "Alles ist jetzt in Ordnung", sagte er. Ich bin am nächsten Tag wieder in die Schule gegangen, ganz normal. Auschwitz Ein Jahr später, 1944, war dann das Gleiche wieder. Früh morgens wurde ich von zwei Männern abgeholt. Das waren wieder Kriminalpolizisten. Meine Mutter weinte. Vater war auch ganz aufgeregt. Mutter zog mich mit zitternden Händen an. Sie packte einen kleinen Koffer für mich. Dadurch, dass das nun das zweite Mal war, nehme ich an, dass sie wussten, dass es dieses Mal schlimm sein würde. Schlimmer als das erste Mal. Mein Vater ahnte wohl, dass es ihm nicht gleich gelingen würde, mich gleich am selben Tag wieder herauszubekommen. Sie haben mir dann gesagt, dass ich da meine richtige Mutter jetzt treffen werde, wo ich hinkomme. Im Nachhinein denke ich, es wäre vielleicht besser gewesen, wenn sie das nicht gesagt hätten, wenn sie nichts gesagt hätten. Aber sie haben gesagt, wo ich jetzt hingehe, da werde ich meine richtige Mutter treffen. Das verstand ich überhaupt nicht. Zu der Zeit glaubte ich noch an den Klapperstorch. Mit anderen Worten "richtige Mutter", das war überhaupt kein Begriff für mich. Das hat mich nur total verwirrt. Das hat mich traumatisiert. Es gibt Details, an die man sich als Kind ganz besonders erinnert: So hatte ich meine Adoptiveltern beim Gehen immer an der Hand genommen, um nicht verloren zu gehen. Ich kann mich noch deutlich erinnern, dass ich die Hand eines der Gestapomänner gesucht habe, um sie anzufassen, doch er hat meine Hand weggestoßen. Das sind so kleine Dinge, an die ich mich ganz genau erinnern kann. Denn für mich als Kind waren sie groß. Und dann ging es wieder los, wieder mit der Straßenbahn und wieder da hin, zum Hafen in die riesige Halle. Und wie gesagt, meinem Vater ist es nicht gelungen, mich wieder da raus zu holen. Wir mussten in Züge einsteigen. Ich hab in der Erinnerung, dass genauso viele Menschen da in der Halle waren, wie beim ersten Mal 1943. Aber es ist durchaus möglich, dass ich mich geirrt habe, dass da vielleicht nicht so viele waren wie beim ersten Mal. Vielleicht kommt es einem als Kind so vor. Ich meine, der Unterschied für eine Achtjährige, ob da 50 Leute sind oder 1000 ist vielleicht nicht sehr auffallend. Als Kind sieht man ja nicht um die Ecken, man sieht nicht weiter, sondern erlebt alles, was um einen herum ist sehr intensiv. Das Gehirn ist ja noch nicht so weit entwickelt. Ich war auch noch krank, ich hatte die Masern und ich hatte keinen Erwachsenen, den ich kannte, der sich um mich kümmerte. Schließlich wurden wir in Viehwagen mit Stroh gesteckt. Meine Adoptiveltern hatten mir einen kleinen Koffer mit Kleidungsstücken mitgegeben. Am Körper trug ich meine besten Sachen. Dann rollte der Zug an. Wir fuhren viele Stunden und hatten großen Durst. An der Schiebetür war ein Mann mit Uniform, der hatte einen Wasserkessel und eine Kelle, man konnte zu ihm hingehen und aus der Kelle Wasser trinken. Die sanitären Anlagen waren auch in der Nähe der Tür. Wenn ein Erwachsener sie benutzen wollte, ist ein anderer mitgegangen und hat eine Wolldecke vorgehalten. Ich habe natürlich gleich schreckliches Heimweh bekommen, war ich doch zuvor noch nie von meinen Adoptiveltern weg gewesen. Ich kann mich auch noch an die Zugfahrt erinnern. Die war furchtbar. Furchtbar. Das war sehr lange. Da war nur Stroh. Es gab kein Wasser zum Waschen. Der Zug hielt immer an und stand dann sehr lange. Vielleicht um andere Transporte durchzulassen. Wir durften höchstens ein oder zwei Mal aussteigen. Doch ich selbst bin nicht aus gestiegen, denn wir hielten ja nicht auf Bahnsteigen, und die Stufe war so hoch, dass ich Angst hatte, alleine nicht wieder auf den Wagen heraufzukommen. Ich kann mich an zwei Nächte erinnern, an zwei dunkle Himmel. Das war eine sehr lange Reise. Und ich hatte Heimweh. Das ist etwas, woran ich mich genau erinnere. Ich weiß noch, dass ich durch die Lücke von diesen schweren Schiebetüren in dem Viehwaggon geguckt habe, die waren etwas geöffnet, so ungefähr 10 cm, um Luft herein zu lassen, denn die Wagen hatten ja keine Fenster. Ich kann mich erinnern, dass ich den dunklen Himmel sah, den Nachthimmel mit Sternen. Ich wusste schon als achtjähriges Kind, dass die Sterne von jeder Ecke in der ganzen Welt gesehen werden können, dass man von überall die gleichen Sterne sehen kann. Das musste mein Vater mir erzählt haben. Und ich weiß noch, dass ich gedacht habe, dass meine Mutter, mein Vater und meine Schwestern die gleichen Sterne sehen können wie ich. Ja, und ich hatte Heimweh.
Auschwitz-Birkenau ![]()
An die Ankunft in Auschwitz kann ich mich überhaupt nicht erinnern. Das muss so traumatisch gewesen sein, nehme ich an. Wie das genau vor sich ging, weiß ich nicht mehr. Vor sechs Jahren ungefähr ist es mir erst langsam bewusst geworden. Davor hab ich das alles verdrängt gehabt. Die ganzen schlimmen Sachen, die in meinem Kopf waren. Ich kann mich an das Aussteigen überhaupt nicht erinnern. Ich kann mich aber an Sachen erinnern, die hinterher in Auschwitz passierten. Nach dem Aussteigen. Das Aussteigen muss irgendwas mit Schäferhunden zu tun gehabt haben, denn mein ganzes Leben lang habe ich große Angst vor Schäferhunden. Ich kann mich erinnern, dass wir irgendwo rein mussten, uns ausziehen mussten. Unsere Klamotten wurden alle auf einen großen Haufen geschmissen. Und weggenommen zum Entlausen, das hörte ich, das Wort griff ich auf, weil die Erwachsenen darüber sprachen. Meinen Koffer haben sie mir weggenommen. Dann mussten wir uns duschen. Ich hatte mich noch nie geduscht, ich hatte noch nie in meinem Leben eine Dusche gesehen. Ich hab andere Leute beobachtete, wie die das machten. Duschen. Wir hatten keine Handtücher. Handtücher gab es nicht. Da stand man einfach nur nackt und nass und wartete, bis die Sachen vom Entlausen zurückkamen. Und dann haben Leute sich mit Kleidungsstücken etwas abgetrocknet. Und ich war natürlich so naiv. Ich hab diesen großen Haufen mit Kleidungsstücken angesehen und hab darin nach meinen eigenen Kleidungsstücken gesucht, was natürlich das Verkehrte war. Denn der Haufen wurde immer kleiner und kleiner, weil sich alle etwas nahmen. Dann waren nur noch sechs oder sieben Kleidungsstücke auf dem Fußboden. Eine Sinti-Frau kam schließlich zu mir und sagte, dass ich irgendwas nehmen sollte. Und ich hab ihr gesagt "Ich suche nach meinen eigenen Sachen." Ich hab dann doch irgendwas genommen, ob es passte oder nicht. Meine Schuhe, mein Koffer, das alles war ja weg. Ich hatte auf der Fahrt Skistiefel an. Das war was ganz Besonderes in der Kriegszeit. Die waren aus Leder. Richtige Skistiefel. Es war April. Meine Skistiefel waren weg. Ich habe keine Schuhe gefunden. Meine Sachen waren alle weg. Ich weiß nicht genau, was ich dann angezogen hab. Nachdem wir alle duschen mussten, gingen wir durch eine Straße, links und rechts standen Baracken, in eine dieser Baracken kam ich. An die Nummer der Baracke kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber ich weiß noch, dass auf der einen Seite das Krematorium war, und auf der anderen Seite war die Küche. Die Toiletten waren auf der Krematoriumsseite, da ging ein ziemlich tiefer Graben mit nicht sehr viel Wasser hindurch. Zuerst ging es dann in eine Baracke, wo es so wahnsinnig überfüllt war. Ich glaube, ich war in einem tiefen Schock, als ich die Baracke sah, dass ich ohne Wandas Hilfe gestorben wäre. Vorher wurden wir aber noch alle tätowiert. Ich bekam die Nummer "Z 10540" auf meinen Arm. Wanda ist eine Frau, die mir später sehr geholfen hat. Ich hatte so einen Schock. Die Baracken waren so furchtbar. Ich hatte das alles nie gesehen. Ich kam von einem guten Haushalt. Ich hatte so viele Leute noch nie gesehen. Fetzen hingen an ihnen herunter. Einige waren wie Skelette so mager und die Augen waren ganz tief. Schrecklich. Es gibt gar kein Wort dafür, um das zu beschreiben. Und ich war ja noch ein Kind. Ganz allein zwischen all den anderen, die mir fremd waren. Dann kam Wanda. Ich weiß nicht wieso, aber ich glaube, einige Sinti-Frauen haben gemerkt, dass ich total verstört war und ganz alleine. Und Wanda wurde geholt. Wanda sagte "Du kommst jetzt mit mir." Daran erinnere ich mich noch ganz genau. Und dann bin ich mit ihr gegangen. Ich war nicht zutraulich oder ängstlich, ich war gar nichts. Ganz ohne Gefühl. Im tiefen, tiefen Schock. Wanda hat mich zu ihrer eigenen Baracke mitgenommen. Sie war ein Kapo. Und sie hatte Privilegien. Und sie hatte ihren eigenen kleinen Raum. Das war ein Anbau an einer Baracke. Das war ein ganz kleiner Raum aber es war ihr eigener Raum. Sie war nicht in den furchtbar großen Baracken. Und sie hatte da ein Bett, ein normales Bett, einen Tisch und ein paar Regale und sogar noch einen Stuhl. Und sie hatte ein Fenster. Mit Glas. Ich hab auf ihrem Tisch geschlafen. Sie hatte sogar einen kleinen Teppich. Mit dem Teppich hab ich mich zugedeckt. Das war meine Decke. Das war aber wesentlich besser als in den Baracken, wo die Wolldecken so dreckig waren, dass sie steif wie Filz waren. Ich bin dann in diesem Raum bei Wanda bis August 1944 in Auschwitz geblieben. Und ich bin sogar aus diesem tiefen Schock herausgekommen als ich bei ihr war. Ich kann mich daran erinnern, dass Wanda Sachen zu essen hatte, die die anderen nicht hatten. Als ich in meiner Naivität Wanda fragte, wann es Frühstück gibt, lachten sie und ihre Freundinnen mich aus. Ihre beiden Freundinnen hießen Meka und Nussi. Sie sagten, hier gäbe es kein Frühstück; das ganze Frühstück bestand aus einer Schale mit einer schwarzen Brühe. Ich erinnere mich genau, dass von der Schale die braune Emaille schon abgeblättert war. Aber Wanda hatte noch ein wenig Marmelade in einer Dose, und sie hat mir einen Löffel davon gegeben - Brot gab es keines. Mittags oder nachmittags bekamen wir noch ungefähr einen halben Liter Suppe, doch es ist Wanda gelungen, sich manchmal zusätzlich etwas zu 'organisieren'. Ich weiß noch, dass sie eine große Dose mit Pflaumenmus hatte. Und ich kann mich dran erinnern, dass ich einen Kranz aus Gänseblümchen gemacht habe für ihre Haare. Ich kann mich auch daran erinnern, dass ich manchmal gesungen hab. Ich durfte auch rausgehen. Wanda hat mir gesagt, dass ich nicht in die anderen Baracken gehen soll. Aber sonst bin ich da umhergewandert. Auf der einen Seite war der Stacheldraht. Ich hab im hohen Gras gespielt, das war im Niemandsland, da wo die Baracken aufhörten. Da war hohes Gras, ganz nah am Stacheldraht. Da hab ich gespielt. Ich hab eine Linse von einer Brille gefunden. Da hab ich trocknes Gras gepflückt und auf einen Haufen gelegt. Darauf hab ich dann die Linse gehalten. Das wusste ich auch schon, dass es so geht. Das hatte mir auch mein Vater beigebracht. Er hatte mir erzählt, dass man Feuer so machen kann. So hab ich Feuer gemacht. Es fing dann an zu brennen. Und wenn das Feuer anfing und Flammen kamen, hab ich alles wieder ausgedrückt und neu gemacht. So hab ich mich beschäftigt. Alles, was ich da so gesehen hab, ging mir erst jahrelang später immer im Kopf herum. Ich hab als kleines achtjähriges Mädchen so furchtbare Sachen gesehen, die ich ja überhaupt nicht verstand und nicht verarbeiten konnte. Da waren Leichen, die morgens draußen lagen zum Abholen. Die waren während der Nacht gestorben. Ich nehme an, dass Wanda deshalb gesagt hat, dass ich nicht zu nah an die Baracken gehen sollte. Sie passte ja auf mich auf. Ich hab auch Leichen gesehen, die mit weißem Kalk bestreut waren und die alle durcheinander lagen. Als Kind konnte ich mir gar nicht vorstellen, was das war. Sehr viel später, Jahre nach meiner Befreiung, hatte ich fürchterliche Alpträume von diesem Anblick. Ich träumte, dass ich in Hamburg am Rathaus unter dem Portal stehe, und Menschen, die neben mir stehen, sagen zu mir, ich solle mit ihnen kommen. Doch ich sage: "Nein, ich kann nicht auf den Boden auftreten, denn der ganze Fußboden ist voller Leichen." Doch die anderen Menschen im Traum können die Toten nicht sehen; sie gehen einfach darüber mit ihren hochhackigen Schuhen und nehmen die Leichen überhaupt nicht wahr. Solche Träume hatte ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland. Wie gesagt, als Kind war mir noch nicht bewusst, wie viel Grauenhaftes ich mit ansehen musste. Ich erinnere mich etwa daran, dass in Auschwitz ein Häftling versucht hatte zu fliehen; er wurde zurückgebracht, und jeder musste aus den Baracken heraustreten, um sich den misshandelten Flüchtling anzusehen, der auf einer Bahre herumgetragen wurde. Ich weiß noch ganz genau, dass Wanda dabei ihre Hand über meine Augen gehalten hat, so dass ich ihn nicht anschauen musste. Ich erinnere mich auch noch deutlich an einen Abend, als der Himmel über dem Krematorium ganz rot war und man viele Leute schreien hörte: "Mörder- Mörder!" Wir alle mussten in der Baracke bleiben, und keiner durfte auf die Straße hinaus. Ich verstand das alles nicht, denn zu der Zeit war ich nicht mehr mit Wanda zusammen, und ich fragte jemanden, was denn los sei. Man sagte mir, dass jetzt Menschen verbrannt werden. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich gesagt habe: "an kann doch überhaupt keine Menschen verbrennen. Man verbrennt Holz oder Kohle. aber keine Menschen." Es war furchtbar.
Ravensbrück Dann ging es nach Ravensbrück. Auf dem Transport nach Ravensbrück wurde mir meine jüngste Schwester, die ich gar nicht kannte, und was ich überhaupt nicht verstand, in den Arm gegeben. Man sagte zu mir, dass das meine jüngste Schwester wäre. Das verstand ich nicht. Ich hatte ja nur zwei ältere Schwestern in Hamburg. Auf jeden Fall wurde mir das Kind an die Hand gegeben. Sie war zwei Jahre alt. Mir wurde gesagt, dass ich jetzt auf sie aufpassen muss. Sie hatte weißblonde Haare, Locken, blaue Augen. Sie war sehr krank. Das hab ich sogar als kleines Kind mitbekommen, dass sie sehr krank war. Sie schüttelte sich, weil sie hohes Fieber hatte. Dann war es wieder eine lange Fahrt, eine sehr lange Fahrt. Und dann kamen wir in Ravensbrück an. Meine Mutter habe ich in Auschwitz nie gesehen. Ich habe noch vier Geschwister; die sind ebenfalls nach Auschwitz eingeliefert worden, sie wurden mir dort als meine Geschwister vorgestellt. Wir waren alle blond. blauäugig und hatten fortlaufende Nummern. Dieter und Uwe waren Zwillinge, von Elisabeth weiß ich noch, dass sie eine Brille trug. In Auschwitz hatte ich aber keinen weiteren Kontakt mit meinen Geschwistern. Diese drei Geschwister sind nicht mit mir nach Ravensbrück gekommen, nur meine jüngere Schwester Rosemarie wurde mir in die Hand gedrückt, im Viehwagen nach Ravensbrück. Man sagte zu mir: 'Das ist deine Schwester.' Beim Aussteigen kam ein SS-Mann, der mir Rosemarie weggenommen hat. Es war das letzte Mal, dass ich sie dort gesehen habe. Erst viel später habe ich erfahren, dass sie überlebt hat. Sie lebt heute in der Schweiz und war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal drei Jahre alt. Als wir in Ravensbrück ankamen, mussten wir uns alle aufstellen. Wir mussten warten, weil die Baracken noch nicht leer waren. Jedenfalls hat man uns das so gesagt. Als wir endlich in die Baracke kamen, musste sich jeder ganz schnell einen Platz suchen. Alle haben gedrängelt. Ich fühlte mich klein und hilflos und stand da herum und hatte keine Koje. Da kam eine Polin und warf mich einfach auf eine solche Koje, in der bereits vier oder fünf Menschen lagen. Sie warf mich einfach auf die anderen Leute. Von diesem Zeitpunkt an war alles sehr schlimm. Ober vieles, was in Ravensbrück geschehen ist, kann ich bis heut nicht sprechen. Wanda habe ich in Ravensbrück auch nicht gesehen. Heute weiß ich, dass sie auch nach Ravensbrück kam aber sie war nicht bei mir. Ich war ganz allein in Ravensbrück. Ich war tatsächlich nicht lange da. Für mich war es aber lang, jeder Tag waren Jahre zu lange. Ich war von Anfang August bis Ende September da. Ich wurde Ende September entlassen. Ich kann mich noch daran erinnern, wie mein Vater kam und mich abgeholt hat. Ravensbrück war furchtbar für mich. Ich hab zwar nicht so viele schlimme Sachen gesehen wie in Auschwitz, aber für mich war es viel schlimmer in Ravensbrück, denn ich war wieder ganz allein. Ohne einen Erwachsenen, der sich um mich kümmerte. Nun hatte ich schon meine eigene Pflegefamilie nicht mehr und nun vermisste ich auch Wanda. Das war sehr, sehr schlimm für mich. Ich war in einem furchtbaren Zustand. Ich hab überhaupt nicht gesprochen. Ich saß nur immer da wie ein Zombie. Wie eine lebendige Tote. In Ravensbrück wurde ich auch geschlagen, was in Auschwitz nie der Fall war. In Auschwitz hat mich nie jemand geschlagen. Ich nehme an, weil ich den Schutz von Wanda hatte. In Ravensbrück wurde ich geschlagen. Grund gab es dafür nicht. Wir waren alle in den Baracken und saßen in den furchtbar kleinen Betten und dann kam ein Kapo, das war eine Polin, die kam rein und sagte "Das stinkt hier. Das stinkt hier. Alle raus, alle raus. Sofort, sofort." Und natürlich war ich so aufgewachsen, dass dann, wenn Erwachsene was sagen, man das tun muss, ich hab mich aufgerafft und bin nach draußen gegangen. Und als ich in so einer kleinen Vorhalle war - die Ravensbrücker Baracken hatten so eine kleine Vorhalle - da kam eine in Uniform mit einem Schäferhund und die hatte eine große Peitsche in der Hand mit meterlangen Lederstreifen. So eine Peitsche hatte sie in der Hand. Und die stand ein ganzes Stück von mir entfernt und haute mich mit der Lederpeitsche an den Beinen und schrie mich an "Wo willst du denn hin?" Und die Lederschläge fühlten sich an den Beinen wie Feuer an, so als wenn sich Feuer um meine Beine schlingt. Und dadurch, dass sie mich was fragte und ich wieder dachte, als Kind muss man antworten, wenn Erwachsene einen etwas fragen, hab ich gesagt oder besser versuchte zu sagen "Uns wurde gesagt, dass wir alle raus müssen" Und bevor ich das alles herausbekam, sagt sie zu mir, dass ich frech bin, sie überhaupt anzusprechen und haute mich noch mal mit der Peitsche. Alles total ohne Sinn und Verstand. Die eine sagt "Raus!" Und die andere sagt "Rein" Und man bekommt Schläge, weil ich als Kind der erwachsenen Frau antworte. Das war nun wieder verkehrt. Und ich wurde wieder geschlagen. Ich hoffte jedenfalls, als ich später im Leben 1996, als ich in Ravensbrück noch einmal war, dass es die gleiche Frau war, die mich geschlagen hat, über die ich da lesen konnte. Da hab ich jedenfalls gelesen, dass sie später zum Tode verurteilt wurde. Als ich in Ravensbrück das Foto von ihr sah und die Geschichte über sie las, da hab ich gehofft, dass es sie war. Hundertprozentig hab ich sie nicht erkannt, denn ich war damals als Kind zu verstört, als dass ich mir hätte die Gesichter merken können. Das einzige, woran ich mich erinnern kann, war, dass die Frau, die das gemacht hat, nicht sehr alt war. Die Fotos, die ich dann später sah, stimmten so altersmäßig auf jeden Fall, so dass sie es hätte sein können. Morgens mussten wir Appell stehen. Ich hab manchmal gefroren, ich hatte keine Schuhe, nur ein Sommerkleid und einen Schlüpfer, der schon ganz durchlöchert war. In Ravensbrück waren viele Kinder. Manchmal durften wir Kinder in Ravensbrück nach 'Kanada', so wurde die Baracke genannt, in der Kleidungsstücke, Schuhe usw. aufbewahrt wurden. Die Polin, die mich nach meiner Ankunft auf die Koje geworfen hatte, hat das organisiert. Sie hatte eine Pfeife, und wenn sie trillerte, mussten sich die Kinder so schnell wie möglich aufstellen, das waren dann mindestens 200 Kinder, von denen immer 20 in die Baracke durften. Zweimal habe ich es nicht geschafft. Beim dritten Mal aber stand ich weit genug vorne. Die Polin hat sich die Gruppe genau angesehen - ich war die letzte in der Reihe. Da kam sie auf mich zu, hat mich aus der Reihe herausgezerrt und ein anderes Kind an meinen Platz gesetzt. Dabei hätte ich auch gern warme Schuhe gehabt und etwas Warmes zum Anziehen. Eines Tages geschah wieder etwas für mich ganz Unfassbares. Die Kapo-Polin, die uns rausgejagt hatte, weil es angeblich stank, kam und stellte sich hin und rief mehrmals einen Namen aus. Aber wie gesagt, ich war irgendwie immer ganz abwesend. Ich weiß noch, dass ich sie gesehen habe, wie sie da stand und einen Namen aufrief. Aber ich hab gar nicht gehört, was sie sagte, weil ich zu weit weg war in Gedanken. Auf jeden Fall, nach einer Weile ging es mir dann doch ins Gehirn, was sie da sagte. Und das war eben immer "Else Schmidt. Else Schmidt." Und ich kam schließlich zu mir und hab geantwortet. Und sie rief "Komm runter, komm mit mir." Und da kletterte ich von diesen vierstöckigen Betten runter und ging mit ihr. Sie sagte "Du wirst entlassen." Auch das verstand ich gar nicht. Dann sind wir eine ganze Strecke gegangen, bis zu einem Büro oder Amtszimmer. Bevor wir bis dahin kamen, kam eine andere in Uniform, die sagte, dass ich da reingehen und mich duschen soll. Ich hatte wieder Angst vor dem Duschen. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob es Seife gab. Aber meine Zöpfe waren, glaube ich, immer noch genauso wie im April, als ich nach Auschwitz kam. Ich glaube, die sind nie aufgemacht worden, nie gekämmt worden. Sie sagte auch, dass ich meine Haare waschen soll. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob da Shampoo war, ob da Seife war. Ich stand da nur, ganz allein in dem Duschraum. Als Kind wurden mir immer die Haare von meiner Mutter gewaschen. Ich hatte noch nie meine Haare selbst gewaschen. Ich hatte lange Haare, Zöpfe. Nun hab ich da gestanden und wusste nicht, was ich machen sollte. Nach einer Weile hab ich dann das Wasser angemacht und mich unter die Dusche gestellt und hab gehofft, dass das richtig war. Natürlich gab es wieder keine Handtücher. Danach kam wieder eine rein und die sagte zu mir "Jetzt gehst du in das Zimmer da." Das war ein großer Raum und da waren Tische mit Kleidungsstücken, mit allen möglichen, die man sich nur vorstellen konnte. Da lagen Kleidungsstücke, Schuhe, Schmuck, alles. Und sie sagte: "Such dir was aus und zieh dich an." Ich war aber zu verschüchtert, weil ich ja schon wusste, dass einige was sagen und hinterher ist das alles falsch, was man macht. Ich war zu verängstigt, um etwas anzufassen, was da lag. Ich stand da nur nackt und wusste nicht, was ich machen sollte. Nach einer ganzen Weile kam sie wieder rein und sagte "Du bist ja noch nicht angezogen." Und dann hat sie mir geholfen, Sachen auszusuchen, die ungefähr passten. Ich hab dann die Sachen angezogen. Dann führte sie mich an einen Tisch, wo Schmuckstücke lagen und ich sollte mir was nehmen. Als ich deportiert wurde, hatte ich goldene Ohrringe. Ich hatte goldene Ohrringe mit Korallen. Die waren natürlich weg. Ich glaube, ich hab überhaupt nichts von dem Schmuck genommen. Auf jeden Fall wurde ich dann ins Büro geführt und da saß ich nun mit meinen nassen Haaren und den neuen Sachen an. Sie sagte: "Setz dich da hin." Und dann hab ich da auf dem Stuhl gesessen und nach einer Weile geht die Tür auf und mein Pflegevater kommt herein. Ich war aber zu verstört, um mich zu freuen. Ich saß nur da. Was er gesagt hat, weiß ich gar nicht mehr. Auf jeden Fall hatte er nicht viel Zeit, um mit mir zu sprechen, denn danach mussten sofort amtliche Sachen gemacht werden. Da saß ein Mann hinter einem Schreibtisch und Formulare wurden ausgefüllt. Und es ging: "Heil Hitler" und "Jawoll, Herr Obersturmbandführer" oder so. Zu guter Letzt musste ich sogar noch an den Schreibtisch und es wurde mir gesagt, "Was du hier gesehen hast, darüber darfst du mit niemanden sprechen. Verstehst du das!?" Ich musste das sogar unterschreiben, dass ich niemanden etwas erzähle, von dem, was ich erlebt hatte. Und mit meiner kleinen Kinderhandschrift machte ich eine Unterschrift. Das war die erste Unterschrift meines Lebens.
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Heim
Meine Eltern meinten es gut, dass sie mich wieder in die gleiche Klasse geschickt haben. Aber es war nicht gut. Es war schwierig auch für mich, sechs Monate wieder aufzuholen. Ich ging in die dritte Klasse. Es war ja noch Krieg. Der Krieg war noch nicht zu Ende. Die anderen Kinder waren aber alle wie immer zu mir. Die Kinder sind nicht so neugierig. Ich hab nur erzählt, dass ich im Harz war und nun war ich eben wieder da. Das war für die anderen Kinder in Ordnung. Nur ein Lehrer hat meine Tätowierung, meine Auschwitznummer am Arm gesehen. Meine Mutter hat da ja immer Pflaster drüber gemacht. Aber der Lehrer hatte sich wohl was gedacht wegen meiner Abwesenheit. Ich nehme an, dass er dachte, dass ich jüdisch bin, denn äußerlich sehe ich ja nicht wie eine Sinti aus. Der Lehrer war schrecklich. Ich musste mich vor die Klasse stellen und sollte sagen, was unter meinem Pflaster ist. Und ich wurde ganz steif, ich erstarrte, denn ich wusste, dass ich nicht darüber sprechen durfte. Und ich wollte auch nicht darüber sprechen, denn Kinder wollen ja nicht auffallen, sie wollen doch nicht anders sein als die anderen Kinder. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, was ich machen sollte. Und nach einer Weile, nehme ich an, hat er vielleicht gedacht, dass es auch für ihn gefährlich sein könnte, mich zu sehr zu drängen zu sagen, was los war. Ich durfte mich dann wieder hinsetzen. Das war natürlich ein ganz furchtbares Erlebnis in der Schule. Die Nummer hat man in Auschwitz tätowiert, als wir alle noch nackt waren, glaube ich. Ich weiß es nicht ganz genau. Auf jeden Fall wurde es gemacht, nachdem wir geduscht hatten und wir entlaust waren. Dann saß da jemand und es ging ganz schnell. Jede Tätowierung hat vielleicht eine halbe Minute gedauert. Da waren Leute dabei, die uns immer anschrieen. Es musste total schnell gehen, es durften keine Lücken zwischen uns sein. Der Nächste musste immer schon bereit stehen und sich sofort hinsetzen zum Tätowieren. Das Tätowieren tat weh. Aber nach allem, was ich schon erlebt hatte, spielte irgendwie die halbe Minute mit der Tätowierung überhaupt keine Rolle. Das betraf mich überhaupt nicht. Der Schmerz im Kopf war wesentlich schlimmer als dieser Schmerz von dieser halben Minute. In den folgenden Jahren habe ich nie darüber gesprochen. Nein, ich hab da nie drüber gesprochen. Ich hab mit 21 geheiratet. Mein Mann wusste das. Aber der war nur zwei Jahre älter als ich und das betraf ihn eigentlich gar nicht. Er hat sich eigentlich auch nicht dafür interessiert. Für ihn waren das meine Eltern in Osdorf. Und das waren meine Geschwister, seine Schwägerinnen. Solche Sachen wurden damals nicht besprochen. Wir hatten ja auch noch keinen Fernseher. Es war 1956. Die einzigen Nachrichten, die man sah, wenn man nicht Radio anmachte, was junge Leute zu der Zeit aber nicht unbedingt machten, gesehen hat man Nachrichten, wenn man ins Kino ging und die Wochenschau sah. Die Wochenschauen zeigten aber nie etwas über Konzentrationslager. Zwar wurde von den Nürnberger Prozessen berichtet, von Heimkehrern, Flüchtlingen und so. Über die KZ wurde nicht berichtet.
England Mitte 1970 sah man gelegentlich etwas im Fernsehen. Man befasste sich damals zum ersten Mal mit den Konzentrationslagern. Es ist durchaus möglich, dass es dadurch kam, dass mir mit einem Mal alles wieder ins Bewusstsein kam, weil man öffentlich etwas hörte. Psychologie wurde auch populärer, so dass ich dann gedacht habe, dass es mir vielleicht auch gut sein würde, eine Therapie zu machen. Ich bin dann zu meiner Ärztin gegangen und hab ihr von meiner Geschichte erzählt. Und sie hat mich in eine Gruppentherapie geschickt. Und Anfang 90 fing ich an, mich mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg zu befassen und dadurch hatte ich mehrere Gelegenheiten, mich mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen und darüber zu sprechen. Das half mir sehr, damit fertig zu werden. Das alles mal los zu werden. Als ich in Heidelberg war, hab ich das erste Mal über meine Geschichte gesprochen. Ich war zu der Zeit schon über 50 Jahre alt, 58 genau. Das war vor der Gruppentherapie. In der Therapie waren ungefähr acht Leute. Das war gut dort für mich. Ich bin sicher, dass es mir geholfen hat. Ich hab es zwei Jahre gemacht. Der Psychologe wollte, dass ich es noch länger machen sollte. Ich hatte aber keine Lust mehr. Ich war auch schon Rentnerin und ich wollte noch Halbtags arbeiten. Die Therapie war in Hampstead. Das war weit von hier entfernt und ein ganzer Tag war weg, um dahin zu kommen und wieder zurück. Es ist nicht unbedingt viel leichter für mich, hier in England zu leben. Hier weiß kaum jemand viel über mich. Die sehen mich als "normale" Deutsche. Ich hab durchaus auch Vorurteile gegenüber Deutschen erlebt. Besonders auch von meinem Sohn. Ich glaube aber, er käme besser mit mir zurecht, wenn ich "normale" Deutsche wäre, ohne diese eigenartige Vergangenheit. Mit ihm kann ich nicht darüber sprechen. Wenn ich anfange, davon zu sprechen, sagt er, dass er nichts davon hören will. Und er geht weg. Wir kommen ganz gut zurecht, aber ich darf nicht über meine Probleme sprechen. Freunde oder Freundinnen, denen ich vollkommen vertraue, hab ich nicht. Einige Leute wissen das von mir aber sehr ausführlich möchte ich nicht mit ihnen darüber sprechen. Ich weiß nämlich, dass es die Leute bedrücken würde, zu viele Details zu hören. Es ist sehr schwer zu verkraften und ich möchte die Leute nicht damit belasten. Deshalb will ich nicht darüber zu sprechen. Es ist zu furchtbar. Wenn ich darüber sprechen würde, würde ich doch nicht das erzählen, was wirklich so schlimm war, weil ich die Leute schonen möchte. Wenn die sich das anhören und dann sagen "Das muss ja furchtbar gewesen sein oder so", so sind das nie die richtigen Worte und die gibt es ja auch nicht, deshalb möchte ich meine Beziehungen nicht damit belasten. Man kann es mit niemand teilen. Ich glaube an Gott, was mir immer geholfen hat und ich glaube, dass ich von Gott akzeptiert werde. Ich hab überhaupt kein Vertrauen in die Menschen. Es sind historisch immer schlimme Sachen geschehen und werden immer geschehen. Man darf natürlich nicht vergessen, dass es auch gute Leute gibt. Aber es ist meine Krankheit, dass ich eigentlich niemand vertraue. Ich mag sehr gerne Kinder, die sind so direkt, die kümmern sich nicht darum, ob jemand eine Nummer auf dem Arm hat oder nicht. Was mein Pflegevater gemacht hat, war schon großartig. Aber ich hab auch oft in meinem Leben gedacht, es wäre vielleicht besser gewesen, wenn er das nicht gemacht hätte, dann wäre ich nämlich tot gewesen. Ich bin sicher, dass ich Ravensbrück nicht überlebt hätte. Dann wäre alles schon vorbei gewesen. Dann hätte ich nicht diese Bemerkung von diesem Mann hören müssen, mit dem ich lebte. Überall, wo man hinguckt, gibt es so viel Schreckliches. Mein Vater war ein anständiger Mann. Er war ein wirklich anständiger Mann. Es war nicht zu akzeptieren für ihn, was da geschah. Ja, er war ein guter Mann. Und er war nicht der Einzige, der so etwas gemacht hat. Ich weiß, dass es auch Gutes gibt, nur muss ich mich bewusst daran erinnern, denn mein Gehirn will immer nur das Schlechte denken über die Menschen. Ich bin jetzt fast 67. Ich nehme an, dass ich bis zum Ende meines Lebens o.k. bin. Vor zehn Jahren hätte ich niemals wie jetzt darüber sprechen können. Ich hätte geweint und hätte nicht aufhören können. Ich habe heute mehr Abstand von allem.
Gespräch im November 2002 aufgezeichnet von Karin Guth
Translation copyright © Struan Robertson
Else Schmidt.
Else Baker née Schmidt, born 18 December 1935.
Childhood
I was enrolled under the name of my foster-parents, and, as I had been fostered as a twelve month old baby, I had no inkling that they were not my natural parents and that their children were not my natural sisters. For me they were my mother, my father and my sisters. I had two sisters. They are still alive. They are older than I.
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My foster-mother was born in 1892 and my foster-father in 1889. Naturally, they had a very different conception of how children should be raised than nowadays. For example one was not permitted to argue or contradict. That is how it was then. One was expected to be obedient. They treated their own children the same. They were not particularly affectionate even to their own children. This older generation did not show affection. There was no sitting on someone's lap or other expressions of intimacy. I have no such memories. But I also do not remember my parents ever hugging or kissing their own children. They did not do this. That was normal. The school was closeby, roughly five minutes on foot. I had girlfriends and played a lot outside. The subsurbs were at this time relatively undeveloped. No one had any fears. We children could play outside for as long as we wanted. Naturally not after dark but not like today only in a play area or when attended. We roamed about the neighbourhood.
Fruit Warehouse C
In the early hours of the morning plain-clothes policemen took me from our apartment. They were wearing long leather coats. My foster-parents were very agitated. When they adopted me they had been told that I was an "Aryan" child. I had blond hair and blue eyes. They did not understand what was happening when they were informed that I was "Quarter Gypsy" (Viertel-Zigeunerin). My father immediately took the day off work and spent the entire day finding out where they had taken me and why. He went to various authorities and police officials. He simply presented himself without an appointment. He opened office doors, entered, asked for an explanation and expressed his disbelief. And, in 1943, he succeeded, on this first occasion, I presume by acquiring a document of release from a police official, in retrieving me from the fruit warehouse in the port from where the deportation transports departed and where I had been taken. This was a huge room, a huge shed. The policemen had brought me here. At that age I had no idea what plain-clothes policemen were. We travelled there by tram, not by car by tram. Naturally they came in the early hours of the morning when it was still dark. At 4 in the morning. We had to wait some time before the first tram of the day arrived. The assembly place was in the port. The warehouse was very spacious and I remember that very many people were milling about. I was confronted with screaming and crying children and adults the like of whom I had never seen before, for example old pipe-smoking Sinti women, and children, who I judged to be around twelve years old, smoking cigarettes. I had never experienced the like before. And some were strangely dressed. I had no idea what was happening. I was like Alice in Wonderland. I do not precisely remember how my foster-father collected me in the afternoon. But he must have suddenly been there and have taken my hand. We returned home. Again with the tram. At home he told me that it had been a mistake. He said: "Now everything is all right." I returned to school the next day as normal.
Auschwitz-Birkenau ![]()
A year later, in 1944, the situation repeated itself. Early in the morning two men took me away from home. Again they were plain-clothes policeman. My mother wept. Father was very agitated. Mother dressed me with trembling hands. She packed a small suitcase for me. I presume that this being the second time she knew that this time it would be bad. Worse than the first time. My father realised that this time he would not succeed in retrieving me the same day. They then informed me that I would meet my natural mother where I was being taken. With hindsight, I think it would have been better had they not told me, had they said nothing. But they told me that where I was going I would meet my real mother. I did not understand this. Until this time I believed babies were brought by a stork. In other words the term "real mother" had no meaning for me. To be told this only confused me. I was traumatised. There are little things one remembers from childhood: my foster-parents always took me by the hand when going out so that I would not get lost. I distinctly remember seeking the hand of one of the Gestapo officers but I was repulsed. I clearly remember this because such little things have enormous significance for a child. Things proceeded as on the first occasion, again with the tram, again to the port, to the huge shed. And as foreseen, this time father did not succeed in retrieving me. We had to enter goods wagons. I remember there being just as many people in the shed as there were the first time in 1943, but it is quite possible that I am mistaken and that there were fewer people this time. Such a judgement is difficult for a young child. I mean, for an eight year old, whether there are 50 or 1,000 people is indistinguishable. A child's world is circumscribed but intensively experienced. Perception is relatively undeveloped. I was also very ill at the time, I had measles and was completely alone without any adult to take care of me. We were finally crammed into goods wagons. My adoptive parents had given me a small suitcase containing articles of clothing. I was wearing my best clothes. The engine was then attached. We journeyed for many hours and became terribly thirsty. A man in uniform stood at the sliding door of the wagon with a copper and ladle. One could go to him to drink water from the ladle. The sanitary facilities were also situated near the door. When an adult wished to use the toilet another held up a blanket. I naturally immediately became terribly homesick as I had never before been separated from my adoptive parents. I still remember the journey. It was terrible. Terrible. It was very long. There was only straw on the floor. There was no water with which to wash. The train stopped often and long, perhaps to allow other transports through. We were only permitted to alight on one or two occasions. I did not leave the wagon as we did not stop at station platforms and the step down was so great that I feared I would not be able to get back into the wagon again alone. I remember two nights, two dark nights. It was a very long journey. And I was homesick. That is something one clearly remembers. I remember looking out through the gap between the heavy sliding doors of the goods wagon, they were opened roughly 10 cm for ventilation, as the wagon had no window. I remember seeing a dark sky, the night sky with stars. I already knew, as an eight year old, that the same stars could be seen from every part of our hemisphere. My father must have told me this. And I remember thinking that my mother, my father and my sisters could see the same stars as I saw. And I felt terribly homesick. I remember nothing of our arrival in Auschwitz. It must have been too traumatic. I no longer remember how things proceeded. It was only six years ago that these events began to slowly enter my consciousness. Before this I had suppressed everything. All the terrible things that were in my head. I do not remember alighting in Auschwitz. But I can remember things that happened after my arrival in Auscwitz. After detraining. The detraining must have had something to do with Alsation dogs because I have been terrified of such dogs all my life. I remember that we had to enter somewhere and undress. Our clothes were thrown onto a huge heap. And then to delousing, I noted this word because the adults spoke about it. I also had to give up my suitcase. We then had to shower. I had never taken a shower before, I had never seen a shower in my life before. I observed what the others did. We showered. We had no towels. There were no towels. We stood there naked and wet and waited until the clothes came back from delousing. And then people dried themselves with articles of clothing. I was of course very naive. I sought to retrieve my own clothes from this heap which was naturally absurd. The heap became smaller and smaller as people took clothes from it indiscriminately. And then there were only six or seven articles left lying on the floor. Finally, a Sinti woman said I should take something. I told her: "I'm looking for my own clothes." In the end I did take something regardless of whether it fitted or not. My shoes, my suitcase, everything had disappeared. I was wearing ski boots on the journey. That was very special during the war. They were leather. Genuine ski boots. It was April. My ski boots had disappeared. I didn't find any shoes. All my belongings had been taken. I no longer remember how I was clothed. Having showered we passed along the camp road with barracks on either side and I was allotted to one of these. I no longer remember the barrack number but it lay between the crematorium and the kitchen. The toilet facilities were on the crematorium side; here ran a fairly deep ditch containing very little water. I entered this barrack which was unbelieveably over crowded. I think I was in deep shock when I saw the barrack. I think I think without Wanda's help I would have died. We had been tatooed prior to this. I received the number"Z10540" tatooed on my arm. Wanda was a woman who later helped me a lot. I was in shock. The barracks were terrible. I had never experienced anything like it. I came from a good home. I had never seen so many people before. They were dressed in rags. Some were mere skeletons with deeply sunken eyes. Terrible. There are no words to describe it. And I was only a child. Totally alone among all the others who were unknown to me. And then Wanda appeared. I don't know why but I think some Sinti women observed that I was completely bewildered and alone. And Wanda was fetched. Wanda said: "Come with me." I remember this exactly. And I went with her. I was neither trusting nor afraid, I had no reaction. I was emotionless. In deep, deep trauma. Wanda took me to her barrack. She was a privileged prisoner. She had a small room of her own. This was an extention to the barrack. This was very small but was her own room. She was not in the large, over crowded barrack. And she had a bed, a normal bed, a table, shelves and even a chair. And she had a window. With a glass pane. I slept on the table. She had a small rug. I covered myself with this rug. That was my blanket. This was much better than being in the barrack where the woolen blankets were so dirty that they were as rigid as felt. I remained in this room with Wanda in Auschwitz until August 1944. And I came out of my trauma by her. I remember that Wanda had things to eat that the others didn't have. When, in my naivety, I asked Wanda when breakfast was she and her friends laughed at me. Her two friends were Meka and Nussi. They told me that there was no breakfast; breakfast consisted of a bowl of black liquid. I clearly remember that the brown enamel of the bowl had flaked away. Wanda had a little jam in a tin of which she gave me a spoonful - there was no bread. At noon or in the afternoon we also received approximately a half litre soup and Wanda sometimes managed to "organize" something extra. I remember that she had a large tin of plum jam. And I remember that I made a garland of daisies for her hair. I also remember having sung sometimes. I was allowed outside the barrack. Wanda told me not to enter the other barracks. Otherwise I roamed about the camp. There was an electrified perimeter fence on one side. I played in the long grass in no-mans-land where the barracks ended. Here was tall grass very near the barbed wire fence. Here was my play area. Here I found a thick glasses' lens. I made a heap of dry grass I had picked and held the glass above it. I knew how this worked. My father had shown me this. He told me that this way one could make fire. And so I made fire. The grass started to burn. When flames appeared I extinguised them and started again. I occupied myself so. Years later I couldn't rid my head of everything I had seen. As an eight year old girl I saw atrocities that I could neither comprehend nor come to terms with. In the mornings corpses were lain outside the barracks for collection. These people had died in the night. I assume this was why Wanda told me not to go too near the barracks. She watched over me. I also saw corpses lying pell-mell, strewn with lime. As a child this view was beyond my comprehension. Much later, years after my liberation, I experienced frightful nightmares from this experience: I am standing under the portal of the town hall in Hamburg and people near me are telling me to go with them. But I answer: "No, I cannot set foot on the floor as it is covered with corpses." But the people in my dream cannot see the corpses; they simply walk over the corpses with their high-heeled shoes. I had such nightmares subsequent to my return to Germany. As I have related, as a child I was not aware of the extent of the horror I had to witness. I remember that a prisoner had attempted to escape; he was brought back and we all had to leave our barracks to witness the results of his maltreatment. He was carried round on a stretcher and I clearly remember that Wanda held her hands over my eyes so that I should not have to see him. I clearly remember an evening when the sky above the crematorium was completely red and hearing many people cry out: "murderers - murderers!". We all had to remain inside our barracks. I did not understand what was happening as at this time I was no longer together with Wanda and asked someone what was going on. I was told that people were being burnt. I distinctly remember what I said: "One cannot burn people. One burns wood or coal, but not people." It was terrible.
Ravensbrück We were transported to Ravensbrück. On the journey my younger sister, who I didn't know, was placed in my arms, which I didn't understand. I was told she was my younger sister. I didn't understand. I only had two elder sisters in Hamburg. Anyway I was given her hand. She was two years old. I was told to take care of her. She had blond curly hair and blue eyes. She was very ill. She shivered with fever. Again it was a long journey, a very long journey. We arrived in Ravensbrück. I did not meet my mother in Auschwitz. I have four brothers and sisters who were likewise deported to Auschwitz and introduced to me there. We were all blond and blue eyed. Dieter and Uwe were twins, and Elisabeth wore glasses. These three did not accompany me to Ravensbrück, only my younger sister, Rosemarie, was given my hand in the goods wagon to Ravensbrück. I was told: "This is your sister." She had pneumonia and I held her in my arms the entire journey. She shivered with fever. I was too young to know what fever was. We arrived in Ravensbrück at night. We had to alight from the wagons and wait a long time. When alighting from the wagons an SS man came and took Rosemarie from me. This was the last time I saw her there. Much later I found out that she had survived. Today she lives in Switzerland and was at that time not yet three years old. Arriving in Ravensbrück we had to line up in rows of six. We were all in a wretched condition. When several people asked why we were waiting we were told the barracks were not yet empty. When we were finally allowed to enter the barracks they appeared to be already fully occupied. There was practically no light in these barracks and the deeper one entered the darker it became. We were made to quickly find places. Naturally each thought only of himself and pushed in somehow. I felt small and helpless. The time passed and I still had no bunk. A Polish woman came and threw me onto a bunk where already four or five people were lying. She simply threw me on top of them. From this moment on everything was terrible. There is much that occurred in Ravensbrück that to this day I am unable to speak about. I did not see Wanda in Ravensbrück. I know today that she was also transported to Ravensbrück but I did not accompany her. I was totally alone in Ravensbrück. In reality I was not long in Ravensbrück. However, for me it was a long time, every day seemed like years. I was there from the beginning of August to the end of September. I was released at the end of September. I can remember that my father came and collected me. Ravensbrück was terrible for me. Although I didn't see as many terrible things as I had seen in Auschwitz, Ravensbrück was worse for me as I was alone again. I had no adult to look after me. I had lost my foster-family and now Wanda too. This was terrible for me. I was in a terrible state of mind. I couldn't communicate. I sat there like a zombie. Like a living dead. I was beaten in Ravensbrück which did not happen to me in Auschwitz. No one beat me in Auschwitz, I assume because I was under Wanda's protection. I was often beaten in Ravensbrück. There was no reason. Once we were all in the barracks sitting on the very narrow bunks when a Capo arrived, she was Polish, and said: "It stinks here, all out, all out. Immediately. Immediately." Having been raised to obey adults I naturally stired myself and moved towards the exit. As I reached the small entrance room, the Ravensbrück barracks had small entrance rooms, a uniformed guard, with an Alsatian dog and lage whip with metre long thongs, arrived. She had such a whip in her hand. She stood some distance from me and lashed me around the legs and yelled at me: "Where are you going?" The lashings felt like fire, as though fire engulfed my legs. Again, because I was raised to answer adults I said, or rather tried to say: "We were all told to leave the barrack." Before I was able to complete the sentence she told me I was too impudent to be addressed and lashed me with the whip again. All without rhyme or reason. One said: "Out!". The other said: "In!" And I was beaten because I answered the woman's question. Again this was wrong. And I was beaten again. Anyway, when in 1966 I returned to Ravensbrück, I hoped it was the woman that had beaten me that I read about. I read that this woman was later sentenced to death. When I saw her photograph and read her history, I hoped it was her. I could not be absolutely certain that I recognized her because then I had been too traumatised to take notice of her face. The only thing I remember about her was that she was relatively young. The photos showed a woman whose age corresponded to the one in my memory so that it could have been her. We had to line up for roll call very early each morning. The weather had become very cold and I had no shoes, only a summer dress and panties full of holes. There were many children in Ravensbrück. Now and then we children were allowed to visit "Canada" as the barrack was called where articles of clothing, shoes etc. were stored. The Polish woman who, on my arrival, had thrown me onto the bunk organized this. She had a whistle and when she trilled this we children had to assemble as quickly as we could in rows of four. We were at least 200 children of whom 20 were allowed to enter the barrack. I had twice been too slow to gain access to the barrack. On the third occasion I succeeded in getting into the front row. The Polish woman observed the group closely - I was last in the row. She approached me pulled me out of the row and stood another child in my place. Had this not occurred I would have also had warm shoes and clothes to wear. One day again something inconceivable occurred. The Polish Capo who had driven us out of the barrack, because it allegedly stank, entered and called out a name several times. But as I have related I was somehow always in an absent state of mind. I remember seeing her standing there calling out a name. But I didn't hear what she said as I was too traumatised. Even so, after a time I did register what she was saying. She repeated: "Else Schmidt. Else Schmidt." I finally came to my senses and answered her. She called: "Come down, come with me." I climbed down from the four storied bunk and accompanied her. She informed me: "You are to be released." I did not understand. She led me some distance toward the administration barracks. Before arriving here another uniformed guard said I must take a shower. Again I was afraid of taking a shower. I don't rememder if there was soap or not. I think my plaits were as they had been when I entered Auschwitz in April. They had never been unravelled or combed. She told me I should also wash my hair. I don't remember if there was shampoo or soap. As a child my mother had always washed my hair. I had never washed my own hair. After a while I turned on the water and stood under the shower and hoped that that was correct. Again there were no towels. Then another guard came and said: "Now go to that room." It was a large room with tables heaped with clothing, underwear, shoes, jewellery, everything that one could imagine. She said: "Choose something and put it on." I was too frightened, having experienced being punished for doing what I was told. I was too afraid of touching anything that lay there. I stood there naked not knowing what to do. After a while she returned and remarked: "You are still nor dressed." Then she helped me to get dressed in clothes that roughly fitted. She then led me to a table piled with jewellery from which I was to take something. When I was deported I was wearing golden earings. Golden earings with coral. I no longer had them. I don't think I took any jewellery. I was then led to the office where I sat with my wet hair and new clothes. She said: "Sit down." I sat on a chair and after a while the door opened and my foster-father entered. But I was too disturbed to be pleased. I simply sat there. I no longer remember what he said to me. Anyway, he didn't have much time to speak to me as official procedures immediately commenced. A man sat behind a desk who filled out forms. It proceeded with: "Heil Hitler" and "Yes sir, Herr Obersturmbandführer" and the like. Finally, I had to approach the desk and was told: "You must never talk to anyone about what you have seen here. Do you understand?" I even had to sign a paper swearing not to relate anything to anyone of my terrible experiences. In my child's handwriting I had to sign my name. This was the first signature of my life.
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Home I returned home. The family were happy that I had returned, that I was back at home. My sisters had baked for me. I remember that. I didn't have to return to school for three or four days but then went back. I had to tell the school that I had stayed six months in the Harz mountains because of the air raids.
It was well-meant of my parents to send me back to the same class in school. But it was a mistake. It was difficult for me to catch up the six missing months of learning. I entered the third class. It was still wartime. The war had not ended. The other children behaved no differently toward me. Children are not so inquisitive. I told them I had been in the Harz mountains and had returned. The other children accepted this. But a teacher saw my tatoo, my Auschwitz number tatooed on my arm. My mother had covered it with a plaster. But this teacher had been suspicious about my absense. I assume he though I was Jewish as I do not look like a Sinti. He was beastly. I had to stand in front of the class and tell them what was under my plaster. I froze, conscious that I was forbidden to talk about it. And I didn't want to talk about it as children do not wish to stand out, they do not wish to be different to other children. I did not know what to do. I assume, after a while he considered the situation could become dangerous for him in pressurizing me into giving an explanation. I was allowed to return to my seat. That was a terrible experience for me in the school. I think we had been tatooed in Auschwitz while we were still naked. I no longer precisely remember. It definitely took place after we had showered and been deloused. It proceeded very quickly. Each tatoo took perhaps a half minute. We were constantly yelled at. It had to proceed swiftly, there was no space allowed between people. The next had to be standing ready and immediatels be seated for tatooing. The tatooing was painful. However, the half minute of tatooing was of little significance in comparison to all I experienced. It was of little concern to me. The pain caused to my psyche was considerably worse than the pain of this half minute. Over the following years I never spoke about it. No, I never mentioned it. I married at the age of 21. My husband knew my history. But he was only two years older than I and it was of no concern to him. He really wasn't interested. For him these were my parents in Osdorf. And these were my sisters, his sisters-in-law. Such things were simply not spoken about then. We also did not own a television. This was 1956. If one did not listen to the radio, which young people did not often do, the only news people received was at the cinema when one saw the Wochenschau (Pathe News). However, the Wochenschau did not report about concentration camps. The Nuremberg Trails, repatriated prisoners of war, refugees and so forth were reported about. But there were no reports about the concentration camps.
England It wasn't until the mid 1970s that the concentration camps became a subject of interest. For the first time there were such programmes to be seen on television. It is possible that I became conscious of my experiences because the subject was in the public domain. Psychology was also popular so that I considered it might be helpful to undergo therapy. I went to my doctor and told her my history. She arranged for me to attend group therapy. At the beginning of the 1990s I got in touch with the Central Council/Zentralrat of German Sinti and Roma in Heidelberg which gave me the opportunity to become better informed about my past and to talk about it. That was very helpful in coming to terms with my past. It was in Heidelberg that I spoke about my past for the first time. I was at this time already over 50 years old, 58 to be precise. This was before my group therapy. There were around eight people in the group. This was good for me. I'm sure I benefited from this. I attended therapy for two years. My therapist wanted me to continue longer but I had no more interest. I was already a pensioner and I wanted to work part time. The therapy took place in Hampstead. This was a long distance from where I lived and the entire day was taken up with travelling. It is not particulary easy for me to live here in England. Hardly anyone knows much about me. I am regarded as a "normal" German. I have thereby experienced prejudice against Germans. Even from my son. I believe it would be easier for him to accept me were I a "normal" German without this strange past. I can't speak to him about this. When I start speaking about this he says he doesn't want to talk about it. He walks away. We get on well but I am not allowed to talk about my problems. I have no friends with whom I have complete confidence. Some people know of my past but I do not wish to talk about it in detail with them. I know that how burdensom it would be for them to hear details. It is very difficult to cope with and I do not wish to burden others with it. This is why I do not wish to talk about it. It is so terrible. If I were to talk about it I wouldn't relate the horrors because I would want to spare the feelings of the others. When having listened they then reply with: "That must have been awful", or the like, these are not the right words, there are no words, and for this reason I do not wish to burden my relationships with my past. It is impossible to share this with anyone. I believe in God, which has always helped me, and I believe God has accepted me. I have no trust whatsoever in others. People have done terrible things in the past and will do terrible things again. However, one must not forget that there are also good people. But it is my malady which I confide in no one. I love children, they are so candid, they are not concerned whether someone has a number on their arm or not. What my foster-father did for me was most courageous. But often in my life I have thought it would possibly have been better had he not done what he did and I would have died. I am certain I would not have survived Ravensbrück. And all my problems would have been over. Then, I wouldn't have had to hear the man with whom I was living at the time say what he said. Everywhere one looks there is so much inhumanity. My father was a decent man. He really was a decent man. He wasn't willing to accept what happened. And he wasn't the only one to have resisted. I know that good exists but I must consciously remind myself of this because my mind will only ever think the worst of people. I am now almost 67 years old. I assume that I will be o.k. from now on. Ten years ago I wouldn't have been able to have talked about this the way I can today. I would have wept without being able to cease. Today I have acquired more distance to everything.
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