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Copyright © Karin Guth
Oskar Böhmer gewidmet.
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Hamburg 4.10.1920 - 16.3.2005 Hamburg Diese Seiten sind einem großartigen Mann, dem Sinto Oskar Böhmer gewidmet. Zu seinen Ehren sind die Informationen zur Erinnerung an die Verfolgung der Hamburger Sinti zusammengetragen worden. Oskar Böhmers persönliche Lebens-, Leidens- und Überlebensgeschichte steht stellvertretend für viele andere Verfolgte dieser Minderheit, aber sie ist zugleich auch einzigartig. Wie jede Zeitzeugenschaft individuell und von der jeweiligen Persönlichkeit geprägt ist, so charakterisieren die Erinnerungen von Oskar Böhmer auch ihn in ganz besonderer Weise. In regelmäßigen Gesprächen über einen Zeitraum von drei Jahren hat er von seiner Kindheit, seiner Jugend, den Lebensumständen seiner großen Familie in Hamburg und für wenige Jahre in Berlin und vor allem von den Leiden, den Ängsten und den unermesslichen Schrecken in den Konzentrationslagern Marzahn in Berlin, Auschwitz, Buchenwald und Dora und schließlich Bergen-Belsen berichtet. Oskar Böhmer war ein zutiefst aufrichtiger, sehr sensibler Mensch, bemüht um eine möglichst nüchterne, ja, sogar faire Darstellung. Bei dem Versuch Situationen und Erlebnisse zu schildern, wurde er oft von Erinnerungsbildern überwältigt, so dass er nicht weitersprechen konnte. Der alte Mann, der nach der Befreiung aus dem KZ Bergen-Belsen ein Leben in Stärke und Verantwortung als Ehemann, fürsorglicher Familienvater und Vertrauensperson für den großen Familienkreis geführt hatte, durchlebte in der Erinnerung fast sechzig Jahre nach der Verfolgung die Demütigungen und die jahrelang andauernde Lebensbedrohung erneut. Um sich selbst zu schützen, lenkte er das Gespräch dann auf ein banales Alltagsthema. Viele Jahre tagtäglich der Bedrohung ausgesetzt zu sein, vergast oder erschlagen zu werden, zu verhungern oder an Lager-Krankheiten zu sterben, übersteigt alles, was ein Mensch ertragen kann. Oskar Böhmer hat es ertragen. Und er hat überlebt. Die Angst ist sein Leben lang in ihm geblieben. Und bis an sein Lebensende fand er keine Antwort nach dem Warum. Viele Bücher hat Oskar Böhmer gelesen, in denen das NS-System dargestellt, in denen immer wieder vom Rassismus als Fundament des Systems geschrieben wurde. Er wusste es wohl, dass er als Sinto aus rassistischen Gründen verfolgt worden war, dass er verfolgt worden war, weil er als Sinto geboren wurde. Es war ihm dennoch unbegreiflich, vollkommen unverständlich, unfassbar, dass Menschen andere Menschen nach dem Leben trachten, weil sie in eine Gruppe hineingeboren werden, die sich hinsichtlich einiger persönlicher Lebensformen von der Mehrheit unterscheidet. Lebensformen, die innerhalb der Minderheit von Belang sind, die aber die Mehrheitsgesellschaft weder stören, noch behindern, noch bedrohen. "Wir haben doch nichts getan, uns nichts zu Schulden kommen lassen, immer anständig gelebt." Rassismus übersteigt den Verstand. So ging es Oskar Böhmer sein Leben lang. Rassismus blieb ihm unbegreiflich. Rassismus sollte allen Menschen unbegreiflich sein. In der Hoffnung, dass Menschen dem Rassismus entgegentreten und ihn bekämpfen, dass niemand das erleben darf, was Oskar Böhmer erleiden musste, werden seine Erinnerungen zugänglich gemacht. Oskar Böhmer starb am 16. März 2005 im Alter von 84 Jahren.
Copyright © Karin Guth
Dedicated to Oskar Böhmer.
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Hamburg 4.10.1920 - 16.3.2005 Hamburg This web project is dedicated to a great man, the Sinto Oskar Böhmer. It is in his honour that the information commemorating the Nazi persecution of the Hamburg Sinti is presented here. Oskar Böhmer's biography, persecution and survival is singular to him but at the same time representative of many of his minority. His testimony reveals his remarkable personal qualities. In regular conversations over a period of three years he related his childhood, youth, his family circumstances in Hamburg and Berlin, but particularly the suffering, fear and immeasurable terror in Berlin-Marzahn, Auschwitz-Birkenau, Buchenwald, Mittelbau-Dora and finally Bergen-Belsen concentration camps. Oskar Böhmer was a deeply sincere and extremely sensitive person always anxious to give a sober and fair account of his experiences. Often while describing situations and experiences he was so overwhelmed by painful images that he could no longer continue. Nearly sixty years later, the now 82 year-old-man who, after being liberated from Bergen-Belsen concentration camp, had led a life of fortitude and responsibility as husband, father, and adjudicating elder for his extended family, which he referred to as his clan, was once again prepared to live through the humiliating and permanent life-threatening experiences. The relived fear, the constant fear of death, often so overwhelmed him that he became mute and in self defence turned the conversation to everyday banalities. The daily threat, over almost three years, of being gassed, shot or beaten to death, dying of starvation or of camp diseases, exceeded everything an individual can bear. Oskar Böhmer endured everything. He survived but the fear remained his life long companion. And to the end of his life he could not understand why he had been persecuted. Oskar Böhmer read many books explaining the racist ideology of National Socialism. He knew he had been persecuted as Sinto on grounds of "race", that he had been persecuted because he had been born a Sinto. Nevertheless, it was for him totally incomprehensible that human beings would wish to kill other human beings simply because they were born into a minority group whose way of life differed from that of the majority population. A way of life germane to the minority which neither disrupts, interferes with, nor threatens the majority society. "We did nothing wrong, we were entirely respectable." Racism is beyond comprehension. Thus it was for Oskar Böhmer his entire life. Racism remained incomprehensible to him. Racism should remain incomprehensible to us all. Oskar Böhmer's memoirs have been made public in the hope that individuals will confront and oppose racism so as to prevent others having to experience what Oskar Böhmer suffered. Oskar Böhmer died on 16 March 2005 at the age of 84.
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