Geschichte des Fachbereichs Psychologie an der Universität Hamburg

 

Das Hamburger Psychologische Institut (1911-1994) - Vom Psychologischen Laboratorium zum Fachbereich Psychologie: Ein geschichtlicher Überblick.


(In Bericht über den 39. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Hamburg 1994, Bd.2, hg. K. Pawlik (1995), Göttingen: Hogrefe)

Paul Probst (Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg)

 

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Psychologische Laboratorium unter Ernst Meumann (1911-1915)

3. Vom Psychologischen Laboratorium zum Psychologischen Institut: Die Zeit William Stern (1916-1933)

4. Phase des Nationalsozialismus (1933-1945): Georg Anschütz

5. Wiederaufbau des Instituts unter dem Stern-Schüler Curt Bondy (1950-1959)

6. Phase des Wachstums und der Differenzierung (1960-1973)

7. Der Fachbereich Psychologie seit 1974

 


1. Einleitung

In dem 1931 von William Stern verfaßten Bericht "Das Psychologische Institut der Hamburgischen Universität in seiner gegenwärtigen Gestalt - Dargestellt aus Anlaß des XII.Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Hamburg 12. bis 16. April 1931..." werden in der Einleitung zwei Hauptaufgaben unserer Wissenschaft als verpflichtend aufgeführt, denen auch ein gutes halbes Jahrhundert später noch Aktualität zukommen dürfte:
Nach innen die Pflege von "Forschung, Lehre und Anwendung gleichmäßig und in enger Verbindung",
und nach außen "die kulturelle Verbundenheit der Psychologie durch eine Mannigfaltigkeit von Beziehungen:
zu Philosophie und Geisteswissenschaften, zu Medizin und Biologie, zu Erziehung und Unterricht, zu Wirtschaft und Beruf, zu Rechtspflege und Soziologie..." (S.3)

In Rückbesinnung auf William Stern und sein Werk, welches Gestalt und Programmatik dieses Kongresses prägt, möchte ich im folgenden einen kurzen chronologischen Abriß der institutionellen Entwicklung der Hamburger Psychologie geben.

Sie umspannt einen Zeitraum von mehr als achtzig Jahren und führt vom "Psychologischen Laboratorium" über das "Psychologische Institut" zum "Fachbereich Psychologie".

 


 

2. Das Psychologische Laboratorium unter Ernst Meumann (1911-1915)

Im Jahr 1910 wurde von der Hamburger Bürgerschaft am Allgemeinen Vorlesungswesen und Kolonialinstitut - Vorformen der 1919 gegründeten Universität - erstmals eine Professur für "Philosophie - insbesondere Psychologie" errichtet.

Daß man unter dieser Bezeichnung die moderne, von Wilhelm Wundt in Leipzig geprägte empirisch-experimentelle Psychologie verstand und nicht das traditionell philosophisch orientierte Fach, ging maßgeblich auf den Einfluß der organisierten Hamburger Volksschullehrerschaft zurück.

Denn die Lehrer waren dieser neuen Disziplin aus mindestens zwei Gründen zugeneigt:
Einmal waren sie aus inneren, fachlichen Motiven interessiert, insbesondere an den Teilgebieten, welche die seelische Entwicklung im Schulkindalter und die Psychologie des Lehrens und Lernens betrafen;
zum anderen hatten sie auch äußere, berufspolitische Motive:
Durch eine Verwissenschaftlichung der pädagogischen Praxis versprachen sie sich eine soziale Aufwertung ihres Berufsstandes.
So überrascht es nicht, daß Ernst Meumann (1862-1915) 1911 auf die Professur in Hamburg berufen wurde.

Denn Meumann, Schüler Wundts, galt als Begründer der Pädagogischen Psychologie und Experimentellen Pädagogik in Deutschland.
Er sah die Schaffung empirisch-psychologischer Grundlagen der Erziehungswissenschaften als seine Lebensaufgabe an und arbeitete Hand- in- Hand mit der Pädagogischen Reformbewegung, die sich zu jener Zeit international formiert hatte.
Seinen Beitrag zur "Wissenschaft vom Kinde und Jugendlichen" stellte er unter folgende Zielsetzung:
Sie solle "sich unter die Erkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse der Kindesnatur fern von allem Doktrinarismus und allen traditionellen Theorien beugen" (1911, S.VIII), und sie solle alle Probleme "von dem erzogenen Menschen oder vom Zögling aus zu entscheiden suchen" (S.46-47).

Schon an seinen früheren Wirkungsstätten in Zürich, Königsberg, Münster, Halle und Leipzig hatte Meumann jeweils eng mit der Volkschullehrerschaft zusammengearbeitet.
Aus Lehrern und Lehrerinnen bestand auch der größte Teil seiner Hörerschaft in den Vorlesungen und empirisch-experimentellen Praktika in seinen Hamburger Jahren (1911-1915) am Psychologischen Laboratorium und Philosophischen Seminar.
Meumann widmete sich hier überwiegend der Pädagogischen- und Entwicklungspsychologie
- unter Einschluß psychodiagnostischer und heilpädagogisch-präventiver Fragestellungen.

Zur überregionalen Koordination und Dokumentation dieser Forschungsgebiete gründete er 1914 das Hamburger Jugendinstitut.

Im Alter von zweiundfünfzig Jahren verstarb Ernst Meumann an den Folgen einer Lungenentzündung.
Er hinterließ dem Philosophischen Seminar und Psychologischen Laboratorium testamentarisch seine umfangreiche wissenschaftliche Privatbibliothek. Das allermeiste dieses Bestandes ist erhalten und befindet sich heute in den Bibliotheken der Psychologie, Philosophie und der Erziehungswissenschaften.

Meumanns Grabstelle befindet sich auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.

 


 

3. Vom Psychologischen Laboratorium zum Psychologischen Institut: Die Zeit William Stern, 1916-1933).

Unter William Stern (1871- 1938) wurde die Psychologie Bestandteil der 1919 gegründeten Hamburger Universität.
Die Umbenennung in "Psychologisches Institut" im Jahr 1929 sollte die Pluralität der Ansätze und Methoden nach außen hin deutlich machen, die über das, was man in der Öffentlichkeit unter "Laboratorium" verstand, hinausgingen.
In dem von Gustav Kafka herausgegebenen Bericht über den XII. Kongreß in Hamburg und der "Festschrift William Stern zum 60. Geburtstag am 29. April 1931" läßt sich die "universelle Interessenrichtung und die Spannbreite seines (Sterns) Denkens" erkennen, von der sein Institutskollege in Hamburg, der Philosoph Ernst Cassirer, später gesprochen hat.

Stern, der als Jude im katholisch-christlichen Breslau, wo er neunzehn Jahre gewirkt hatte, nicht zum Ordinarius aufsteigen konnte, wurde im eher liberal und konfessionskritisch geprägten Hamburg 1916 zum Nachfolger Meumanns berufen.

Auch hier spielte die Hamburger Lehrerschaft eine gewichtige Rolle, jedoch nicht mehr in dem Ausmaß wie bei Meumann.
In den politischen und akademischen Kreisen, welche die baldige Universitätsgründung anstrebten, suchte man eher nach einem "Generalisten", der erwarten ließ, zur Integration der vielen akademischen Teildisziplinen beizutragen, die in den vorausgegangenen fünf Jahren eingerichtet worden waren, als daß man sich nach einem an einem Spezialgebiet orientierten Gelehrten umsah.

Und Stern neigte dazu, die Psychologie als das zu definieren, was wir heute "Schnittpunktwissenschaft" nennen:
als partizipierend an allen drei Bereichen der Geistes-, Sozial- sowie Biowissenschaften.

In diesem Zusammenhang hat Oswald Külpe 1915 in seinem Gutachten angesichts der Berufung Sterns nach Hamburg hervorgehoben, daß sein "ganzes Streben dahin geht, den Machtfaktor naturwissenschaftlicher Erkenntnisse als integrierenden Bestandteil" in ein übergeordnetes System aufzunehmen, wo allgemein-philosophische, ethische und soziale Themen einen Stellenwert besitzen.

Stern hat in seinen Werken zur Allgemeinen-, Differentiellen- und Angewandten Psychologie stets auf den "personalen Faktor" als notwendigen Bestandteil einer Wissenschaft vom Menschen hingewiesen.
Diese personalistische Rahmenkonzeption hatte auch eine heuristische Funktion, auf die Ernst Cassirer aufmerksam gemacht hat (1950, S.XLII8):
Es eröffneten sich Stern dadurch immer wieder neue Gegenstands- und Methodenbereiche, nicht nur in der angewandten, sondern auch der theoretischen Psychologie.
Aus dieser Orientierung erwuchs ihm wohl das Motiv zur Synthese scheinbar unversöhnlicher Antithesen:
Etwa in seiner 1911 erschienenen "Differentiellen Psychologie", wo er zur Kontroverse "naturwissenschaftlich- nomothetische" gegen "idiographisch- kulturwissenschaftliche" Methodik Stellung nimmt:
Für Stern sind beide Ansätze "nicht nur vereinbar, sondern sogar innerlich zusammengehörig und notwendig aufeinander angewiesen" (S. 319).

Stern war freilich nicht nur Generalist, sondern erschloß für die Psychologie neue Spezialgebiete:
die Entwicklungspsychologie des späteren Kindesalters, die Forensische und Rechtspsychologie, Aspekte der Berufs-und Wirtschaftspsychologie, und ganz besonders die Differentielle Psychologie, als deren Hauptbegründer in Deutschland er angesehen werden kann.
Sterns internationaler Einfluß war beträchtlich; der Wissenschaftshistoriker Wolman wertet ihn als "undoubtely the most influential German Psychologist at that time".

Zwei Jahre nach dem Hamburger Kongreß, im April 1933, wurde Stern von den Nationalsozialisten aus dem Universitätsdienst entlassen.
An seinen Freund, Bürgermeister Werner von Melle, an dessen Seite er in den Nachkriegsjahren für die Universitätsgründung gestritten hatte, schrieb er damals den folgenden Brief:

Hamburg, den 14. Mai 33.

Sehr verehrter Herr Bürgermeister!
Empfangen Sie meinen besten Dank für Ihre so freundlichen Zeilen.
Sie haben gewiß Verständnis für die Bitterkeit, die mich erfüllt:
Durch ein Telefongespräch von der Lehrtätigkeit ausgeschaltet zu werden, die ich 17 Jahre lang nach besten Kräften und sicher nicht zur Unehre meiner Universität ausgeübt habe - derselben Universität, zu deren Zustandekommen ich seinerzeit durch Anregung der Notkurse beitragen konnte.

Mit vorzüglicher Hochachtung begrüßt Sie Ihr sehr ergebener W. Stern - meine Frau erwidert Ihre freundlichen Grüße aufs Beste.

Stern emigrierte über Holland, wo er seine "Allgemeine Psychologie auf Personalistischer Grundlage" (erschienen 1935) vollendete, in die Vereinigten Staaten.

Nach mehrjähriger Lehrtätigkeit an der Duke-University im Staat North-Carolina verstarb William Stern 1938 an Herzversagen.

Auf bedeutsame Schüler und Mitarbeiter/innen von Stern am Psychologischen Institut in Hamburg kann im Rahmen dieses historischen Abrisses lediglich verwiesen werden.
Es sind hier insbesondere zu nennen:
Martha Muchow (1892-1933), Fritz Heider (1896-1988), Martin Scheerer (1900-1961), Heinz Werner (1890-1964), und, nicht zu vergessen, Clara Stern (1877-1948), Ehefrau von William Stern, die an seinem wissenschaftlichen Werk beträchtlichen Anteil hatte. Auf seinen Schüler Curt Bondy wird in einem späteren Abschnitt gesondert eingegangen.

 


 

4. Phase des Nationalsozialismus (1933-1945): Georg Anschütz

Der Zeitabschnitt zwischen 1933 und 1945 ist geistig und strukturell durch Verfall gekennzeichnet.

Die bedeutsamen Mitarbeiter Sterns waren mit ihm aus dem Amt geschieden.
Sterns Lehrstuhl ging an eine andere Disziplin.
Die beiden aktiven Nationalsozialisten Gustav Deuchler (Direktor des Hamburger Erziehungswissenschaftlichen Instituts) und Georg Anschütz (1886-1953) - früherer Assistent Meumanns und unter Stern Privatdozent - bestimmten das Geschehen am Psychologischen Institut.
Bis 1942 nahm Deuchler die Leitungsfunktion kommissarisch wahr. Anschließend wurde Anschütz, als Gaudozentenführer politisch mächtig geworden, Inhaber eines Extraordinariats und Leiter des Instituts.
Anschütz forschte und publizierte auf dem Gebiet der Psychologischen Ästhetik, insbesondere der Musikpsychologie ("Farbe-Ton-Forschung").
Seine Arbeiten wurden in der Musikwissenschaft als bedeutsam rezipiert.
Ihr Stellenwert für die Psychologie ist nicht abschließend geklärt.

Sowohl Deuchler als auch Anschütz wurden 1945 auf Dauer aus dem Dienst entlassen.

 


 

5. Wiederaufbau des Instituts unter dem Stern-Schüler Curt Bondy (1950-1959)

Mit Curt Bondy (1894-1972, geb. in Hamburg) wurde 1949 ein Wissenschaftler berufen, der Schüler von William Stern war.
1921 hatte er in Hamburg mit dem Thema "Die Proletarische Jugendbewegung in Deutschland" promoviert.

Seit seiner Studentenzeit war Bondy sozialpolitisch und sozialpädagogisch engagiert, insbesondere auf den Gebieten der Kriminalpolitik und der Strafvollzugsreform:
von 1921-1923 als Leiter der Jugendstrafanstalt Hahnöfersand Hamburg, später als Leiter des Jugendgefängnisses in Eisenach.

Als Jude und wegen seiner politischen Überzeugung, die er als Pädagogischer Leiter für jüdische Auswandererlehrgänge offenbarte, wurde Bondy von den Nationalsozialisten verfolgt und 1938 im KZ Buchenwald inhaftiert.
1939/40 konnte er über Spanien in die USA emigrieren und in Richmond (Virginia) am "College of William and Mary" seine akademische Laufbahn als Professor fortsetzen .

Von 1950 bis zu seiner Emeritierung (1959) leitete Bondy als Professor für Psychologie und Sozialpädagogik das Hamburger Institut.
Hier führte er die von Meumann und Stern geprägten Traditionslinien fort: etwa in der Weiterentwicklung der Diagnostik (Hamburg- Wechsler- Intelligenztest, Testbatterie für geistig behinderte Kinder) und in der Erziehungsberatung, - auch in der Hervorhebung eines sozialethischen Bezugsrahmens für alle psychologische Tätigkeit.

Sein Interesse galt ganz besonders den hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen, um die sich die Institutionen der Jugendfürsorge und Jugendpflege bemühten. Deren Nöte sah der Sozialpsychologe Bondy vor dem Hintergrund umfassender kultureller Entwicklung, die er als kritisch diagnostizierte:

Der blendenden Fassade des wirtschaftlichen Aufschwungs Westdeutschlands steht eine seelische Verarmung großer Teile der Gesamtbevölkerung gegenüber....Die seelische Verarmung kommt heute nicht so sehr zum Ausdruck, weil bei wirtschaftlichem Aufschwung und Vollbeschäftigung die menschlichen Hintergründe nicht so deutlich hervortreten....stärkere Arbeitslosigkeit würden erst Grad und Ausmaß dieser seelischen Verarmung deutlich werden lassen...

Für Bondy ergab sich hieraus ein gesellschaflicher Auftrag an die Psychologie zur wissenschaftlich begründeten Erziehungsberatung in Familie, Heim und Schule.
Konzeptionell war er Freud und der tiefenpsychologischen Tradition verpflichtet, er läßt sich jedoch nicht einer bestimmten Schule zuordnen.
Durch die Verzahnung der von ihm geschaffenen Erziehungsberatungsstelle am Psychologischen Institut mit der praktisch-psychologischen Ausbildung von Studierenden wurde ein Grundpfeiler der späteren Klinischen Psychologie mit soziotherapeutischer Ausrichtung errichtet.
Bondy hielt noch zum 100. Geburtstag seines Lehrers Stern am 29. Oktober 1971 an der Universität Hamburg den Festvortrag.

Wenige Monate später, Anfang 1972, verstarb Curt Bondy.

 


 

6. Phase des Wachstums und der Differenzierung (1960-1973).

Wie anderenorts in der Bundesrepublik stand auch Hamburg in den sechziger und siebziger Jahren unter dem Zeichen eines starken Wachstums der Anzahl der Hauptfachstudierenden (1960: 150, 1965: 490, 1969: 780, 1972: 940, 1973: 990 Studenten).
Parallel hierzu erfolgte eine erhebliche Vergrößerung des Lehrkörpers.
Mit dieser demographischen Entwicklung ging auch eine innerfachliche Spezialisierung und Differenzierung einher.
Im folgenden werden die Berufungen bis 1969, dem Jahr der Hochschulreform , aufgeführt:

  • Der Sozialpsychologe Peter R. Hofstätter (geb. 1913, gest. 1994 in Buxtehude bei Hamburg) wurde Nachfolger von Curt Bondy.
    Er wurde 1959 auf den "Ordentlichen Lehrstuhl für Psychologie I" berufen und 1979 in Hamburg emeritiert.
  • 1961 wurde der Mediziner und Psychologe Gustav Lienert (geb. 1920) auf den "Ordentlichen Lehrstuhl für Psychologie II" in Hamburg berufen, wo er mit den Schwerpunkten "Allgemeine Psychologie" und "Biometrie/Biostatistik" bis 1965 tätig war.
    Lienert wurde an der Universität Erlangen- Nürnberg emeritiert.
  • Reinhard Tausch (geb. 1929) erhielt 1965 die Professur des "Ordentlichen Lehrstuhls für Psychologie III unter besonderer Berücksichtigung der Pädagogischen Psychologie".
    Er wurde später in Hamburg der erste Vertreter des Fachs "Klinische Psychologie" (Gesprächspsychotherapie).
    Tausch wurde 1987 in Hamburg emeritiert.
  • 1966 wurde Kurt Pawlik (geb. 1934) als Nachfolger Lienerts auf den "Ordentlichen Lehrstuhl für Psychologie II" berufen.
    Seine fachlichen Schwerpunkte liegen auf den Gebieten der "Allgemeinen-, Differentiellen- und Angewandten Psychologie" sowie auf dem Feld der internationalen Psychologie.
    Pawlik war von 1988-92 Generalsekretär und ist seit 1992 Präsident der International Union of Psychological Science.

Es folgte bis 1973 die Errichtung weiterer Professuren mit den Schwerpunkten

  • Arbeits- und Betriebspsychologie (Hugo Schmale, geb. 1931),
  • Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie (Wilhelm Wieczerkowski, emeritiert 1992 in Hamburg)
  • und Klinische Psychologie mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie (Helmuth P. Huber, geb. 1937, gegenwärtig Vorstand des Psychologischen Instituts der Karl-Franzens-Universität Graz).

 


 

7. Der Fachbereich Psychologie (seit 1974)

Der Fachbereich Psychologie wurde am 1.April 1974 gegründet.
Er besteht derzeit aus drei Instituten mit insgesamt elf Arbeitsbereichen/ Arbeitsgruppen
(in Klammern die Namen der Leiter der Arbeitsbereiche/ Arbeitsgruppen):

Institut I:

  • Allgemeine-, Differentielle und Angewandte Psychologie (Kurt Pawlik);
    Arbeits-, Betriebs-und Umweltpsychologie (Hugo Schmale);
    Sozialpsychologie (Erich Witte).

Institut II:

  • Entwicklungspsychologie (Gerhard Vagt);
    Pädagogische und Schulpsychologie (Arthur Cropley);
    Expimerimentelle und Theoretische Psychologie (Detlev Rhenius);
    Kinderpsychotherapie und -Diagnostik (Stefan Schmidtchen).

Institut III:

  • Gesprächspsychotherapie (Jochen Eckert);
    Verhaltenstherapie (Bernhard Dahme);
    Persönlichkeitsförderung in Gruppen (Inghard Langer).

Arbeitsgruppe Organisationspsychologie für den gesamten Fachbereich (Heinrich Berbalk).

Gegenwärtig sind am Fachbereich Psychologie etwa 1300 Hauptfachstudierende eingeschrieben .
Von 1989 bis 1993 haben jedes Jahr im Mittel 172 Studierende die Diplomprüfung abgelegt.
Jährlich wurden durchschnittlich etwa 12 Promotionen in Psychologie abgeschlossen .
Der hauptamtliche Lehrkörper besteht zur Zeit aus zwanzig Professoren, acht Wissenschaftlichen Assistenten/innen, neun Dozenten/innen und neun Wissenschaftlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

In die zeitliche Periode seit Gründung des Fachbereichs Psychologie fällt die Verleihung von zwei Ehrendoktorwürden.

Carl R. Rogers (1902-1987), Begründer der klienten- und personzentrierten Psychotherapie, erhielt die Ehrendoktorwürde vom Fachbereich Psychologie im Jahr 1974.
Die Urkunde überreichte ihm sein Schüler Reinhard Tausch in einer Feierstunde an der University of California, San Diego (USA) im Februar 1975.

Im November 1979 verlieh der Fachbereich Psychologie Ruth C. Cohn (geb. 1912), der Begründerin der "Themenzentrierten Interaktion", einer gruppenpsychologischen Interventionsmethode, die über die Grenzen von Disziplinen hinweg breite Anwendung gefunden hat, die Ehrendoktorwürde.
Auf einer Feierstunde im Auditorium Maximum der Hamburger Universität hielt Friedemann Schulz von Thun die Laudatio auf die heute in der Schweiz lebende Wissenschaftlerin.
Er hob darin hervor, daß Ruth Cohn mit ihrem Ansatz eine Brücke zwischen psychologischer Fachwelt und menschlicher Lebenswelt geschlagen habe.

Und genau dieser Brückenschlag war stets auch das Anliegen von William Stern gewesen, unter dessen Zeichen der 39. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Psychologie im Herbst 1994 in Hamburg stand.

 
Letzte Änderung: 30.10.00 RF