Fritz Sack-Preis 2011 für Dr. Thomas Roth
Der Fritz Sack-Preis für Kriminologie 2011 der GiwK wurde dem
Kölner Historiker Thomas Roth verliehen. Er erhielt diese
Auszeichnung für seine Dissertation „´Verbrechensbekämpfung´ und
soziale Ausgrenzung im nationalsozialistischen Köln." Mehr
Informationen in der Rubrik "Fritz
Sack-Preis".
Neuerscheinung "Einheitliches
Recht für die Vielfalt der Kulturen?"
Die wesentlichen Beiträge von der Fachtagung der GiwK "Einheitliches
Recht für die Vielfalt der Kulturen?" sind Ende Januar 2012 in einem
gleichnamigen Buch im LIT-Verlag erschienen. Mehr Informationen und
eine Bestellmöglichkeit finden sich hier.
Die Tagung in Zusammenarbeit mit dem IRKS Wien und dem Wiener
Renner-Institut stand ganz im Zeichen der Internationalisierung des
Kriminalrechts und der sich daraus ergebenden - oder dahinter
stehenden - kulturellen Konflikte. Zentrales Thema waren die
Konsequenzen veränderter Rechtsräume und eines zunehmend
transnationalen Rechts für die Kriminologie und das Strafrecht. Frühere Tagungen:
Kriminalität in der Krise
- Deutungen und Bewältigungsstrategien in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Krisen -
29.-30. März 2012, Bielefeld
Ein ausgesprochen interdisziplinärer Teilnehmerkreis fand sich Ende März zu der vom GiwK-Vorstand organisierten Tagung "Kriminalität in der Krise" in Bielefeld zusammen. Die seit nunmehr vier Jahren aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise nahm das Veranstalterteam zum Anlass, gesellschaftliche Strategien der Krisenbewältigung und ihre politischen, sozialen und rechtlichen Folgen zu untersuchen. Die Kriminologie, die schon per Selbstdefinition eine Disziplin der Krisenbewältigung ist, nimmt hierbei eine besondere Rolle ein. Untersucht werden sollte, welche Funktion klassischen kriminal- und sicherheitspolitischen Ordnungsinstanzen und entsprechenden Deutungsmustern (Schuld und Strafe, Opfer oder Täter, Gefahr und Sicherheit) zukommt im Verhältnis etwa zu wirtschaftspolitischen Steuerungsansätzen, aber auch zu alternativen Konzepten gesellschaftlicher Partizipation. Wesentlich geprägt wurde die Tagung durch Plenarvorträge von Christoph Scherrer (Kassel), Elmar Altvater (Berlin), Susanne Karstedt (Leeds), Christine Künzel, Ute Tellmann (Hamburg) und Stefan Kaufmann (Freiburg). Das Programm der Veranstaltung findet sich hier."Das Andere des Rechts"
Juli 2009, Berlin
Unter dem Titel „Das Andere des Rechts“ veranstalteten die Sektion Rechtssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS, Thomas Scheffer), die Sektion Theorie der Gesellschaft für interdisziplinäre wissenschaftliche Kriminologie (GiwK, Susanne Krasmann) und das Institut für Recht und Gesellschaft (LSI Berlin, Christian Boulanger, Alexander Klose) der Humboldt Universität zu Berlin ebendort im Juli 2009 einen interdisziplinären Workshop, auf dem „Dimensionen der Rechtskritik in der Gegenwart“ ausgelotet wurden. Das Thema des Workshops knüpfte an die Debatte um „Neue Theorien des Rechts“ an und suchte damit Anschlüsse an die anglo-amerikanische Debatte auf. Aus der Veranstaltung ist das Forum „Interdisziplinäre Perspektiven der Rechtskritik“ in der Zeitschrift Kritische Justiz hervorgegangen. Mit Heft 4/2010 einsetzend führt es die Diskussion sowohl mit Beiträgen der Tagung als auch mit Reaktionen und „Einsprüchen“ hierauf fort. Kontakt: susanne.krasmann@uni-hamburg.de.
Cultures of Control, Moral Panics and Broken Windows?
- Towards a Crime and Criminal Justice History of the Second Half of the 20th Century -
28. Mai 2011, Wassenaar (NL)
So unterschiedliche Themen wie die Sicherungsverwahrung, Polizeigewalt und Widerstand gegen Polizeibeamte, Jugendkriminalität in den Niederlanden und die Entwicklung der Kriminalpolitik im Deutschland der Nachkriegszeit standen auf dem Programm einer Tagung im niederländischen Wassenar. In drei Plenen zu "Penalism", "Juvenile Delinquency" und "Policing" teilten sich die Referate von international tätigen Kriminologen auf. Die Konferenz wurde unter anderem von der GiwK veranstaltet und fand am 28. Mai 2011 in den Räumen des Netherlands Institute for Advanced Study in the Humanities and Social Sciences statt. Das komplette Tagungsprogramm kann hier eingesehen werden.
Tagungsbericht: "Cultural Criminology"
,Kultur' in ihren verschiedenen Verwendungskontexten tritt nicht erst in der jüngsten Zeit in den öffentlichen Diskursen auf. Die englischsprachige Kriminologie agiert bereits seit einigen Jahren mit Erfolg auf dieser Bühne, während sich die deutschsprachige Kriminologie erst spät, mit Widerständen und deshalb eher zurückhaltend auf dieses Feld begeben hat. Dabei hat der Etikettierungsansatz, darunter vor allem auch die in der deutschsprachigen Kriminologie thematisierte Variante dieses Ansatzes, im Rahmen von Erörterungen der Formationsprozesse von Kriminalitätsdiskursen bereits frühzeitig zu den kulturellen De- und Konnotationen dessen Stellung bezogen, was als ,abweichendes Verhalten' kenntlich gemacht wird. ,Cultural Criminology' führt unterschiedliche disziplinäre Perspektiven zusammen. In der englischsprachigen Kriminologie bildet ,Cultural Criminology' ein Arbeitsbündnis verschiedener kultur- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen (Kriminologie, Soziologie, Anthropologie, Geschichtswissenschaften, Literaturwissenschaften). Anlässlich des von der GiwK veranstalteten Kolloquiums wurden Ansätze und Positionen einer deutschsprachigen ,Cultural Criminology' anhand der folgenden Vorträge erörtert:
- Sascha Schierz (Vechta)/Herbert Reinke (Berlin): Kultur, Cultural Studies, Cultural Criminology. Eine Annäherung
- Bernd Dollinger (Freiburg/Br.): ,Cultural Criminology' und das Problem ,sozialer Tatsachen'. Innovationspotenziale kriminologischer Kulturtheorie
- Andrea Kretschmann (Wien): Cultural Criminology in gouvernementaler Perspektive
- Michael Jasch (Frankfurt/Main): ,Leitkultur Strafrecht'?
- Aldo Legnaro: Gehen-Raum-Kontrolle. Reflexionen über das Flanieren und über makrosoziologische Regierungsstrukturen
- Eva Erdmann (Konstanz): Tatorte zwischen politischer, geographischer und belletristischer Phantasie
- Katja Geiger (Wien): Die Materialisierung von Verbrechensbildern in der gerichtlichen Medizin - das Beispiel Kindesmord (ca. 1900 - 1930).
Tagungsbericht: "Gefährliche Menschenbilder"
Bio-Wissenschaften, Gesellschaft und Kriminalität
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) Bielefeld
Die Lebenswissenschaften, insbesondere die neurobiologische Hirnforschung, präsentieren der staunenden Gesellschaft gegenwärtig neue Perspektiven auf den Menschen. Nicht zuletzt meinen sie mit ihren Erkenntnissen und Methoden "gefährliche" von "ungefährlichen" Menschen unterscheiden zu können. Spätestens hier stellt sich die Frage, ob es um "Bilder gefährlicher Menschen" oder um "gefährliche Menschenbilder" geht. Mehr Informationen hier