((Klingelton)) ((Signal im Hintergrund, 1s)) ((gedämpfter Knall)) ((Glasklirren)) ((Rascheln, Knistern, 1s)) ((Glockenspiel im Hintergrund)) Klicken/Zuschnappen eines Metallfeuerzeugs ((Knistern, Rascheln)) schnell leiser, schneller langsamer leise gedehnt betont betont langsamer betont Uli, wie alt bist du? ((holt Luft)) Womit verdienst du dein Geld? • • • Wo? • • Im Puff ((holt Luft))… Hm̌˙ Hm̀hḿ hm̀hḿ˙ ((schluckt hörbar, 0,3s)) Und wie is dieses Wohnheim überhaupt gebaut worden? • • Hm̌˙ Hm̌˙ • Hm̌˙ Hm̌˙ ((1,4s)) Also wenn einer s ech… Zahlen. Und was musste er bezahlen, um reinzukommen? Hm̌. • • Fünfundzwanzig Mill Kaution. Und bei sechzehn Zimmern bezaahlt ihr also im Moonat etwaa ((atmet hörbar ein, 0,6)) äh… Den müsst ihr mitbezahl en. Hm. Auf jeder Etage is also ein Salon? • • Hm̌˙ ((schluckt hörbar, 1,2s)) Und was bezahlen die Mädchen Miete? H m̌˙ Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̌˙ • Also man verdient an einem Zimmer ungefäähr sechshundert Mark im Monat? Nun is das ja an und für sich nicht der Schmalz, den ein Puffbesitzer, den ein Puffbesitzer • • in einem Puff verdienen will. Sind da noch andere Möglichkeiten des Gelderwerbs? • • • Für den • ää dem der Puff gehö rt? Offiziell nich. Hm̌. • Hm̀˙ Jà. • Jà. • Und darin läge an und für sich für den Be sitzer einer Etage oder für den Pächter einer Etage das Schmalz? Im Ausscha nk. Hm̌˙ Jà˙ Hm̌˙ • • Hm̌˙ Jà˙ Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̀˙ • • • Und wie hoch wäre der Verdienst des Pächters, wenn er ausschenken dürf te? • • Un gefähr im Monat. Das Doppelte. ((1s)) Also so verdient er ungefähr… Fünfhundert Mark mal sechzehn, das sind achttausend Mark. Also er würde unge fähr sech… Hm̌˙ H m̌˙ Jà˙ H m̌˙ Hm̌ hm̌˙ ((2s)) ((holt Luft)) Woher kommen nu n äh • die Mädchen, die • in diesen • • Wohnheim wohnen? Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̌˙ Wie werden nun praktisch die Mädchen angekobert? Hm̀˙ Hm̌˙ Hm̌ • hm̀ • hm̀˙ Hm̌˙ Hm̌˙ ((1,2s)) Und was verdienen die Mädchen so in der Nacht bei euch durchschnittlich? Hm̌˙ Hm̌˙ ((holt Luft)) Wer sind nun die Bauherren? Hm̌, hm̌˙ ((holt Luft)) Und diese Soliden, in welcher Weise sind die solide? Was ham die für Berufe? • • • Rechtsanwälte nicht? • ((holt Luft)) Nun ist das ganze Wohnheim ja doch wohl n Millionenprojekt. Und äh wie konnte sich dieses Konsortium leisten, das einfach auf n blauen Dunst hin, auf diese vage Vorstellung, dass mal das Verbot des Straßenstrichs kommen würde, das zu bauen? Hatten die irgendwelche Zusicherungen oder • • Empfehlungen bekommen? Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̌˙ Hm̀ hm̀ hm̀˙ ((1,4s)) ((schluckt)) ((holt Luft)) Musst du nun als Wirtschafter auch aufpassen, dass den Mädchen nichts geschieht? ‿Musst Du Freier rausschaffen? Hm̌˙ Hm̀ hm̀ hm̀˙ Hm̀ hm̀˙ H m̀ h m̀˙ • • Aber das hast du noch nicht erle bt? Hm̀˙ leise leise betont abfällig schnell betont betont sehr leise schnell sehr leise betont betont leise schnell betont betont leise mit gepresster Stimme leise, mit gepresster Stimme betont sehr leise schneller betont sehr leise leise mit gepresster Stimme schnell schnell schneller leiser leiser leise betont leise leise und schnell schnell leise leise lauter betont betont betont laut betont betont betont leise lauter leise schnell schnell leise leise betont leise langsam schneller leise schnell betont leiser schneller, lauter lauter betont schneller betont schneller betont betont leise klagend klagend undeutlich leise betont zögerlich leise laut lauter Einunddreißig. • • • Na, als Wirtschafter. • • Ähm hier im Puff. Das is n so genanntes Wohnheim. ‿Deern- Woohn heim wird das ja genannt, né? Weil wir ja… ((holt Luft,0,9s)) Puff. • • Offiziell gibt s ja keinen. Obwohl das jeder/ • • äh vom Hafenarbeiter bis zum Bürgermeister weiß jeder, dass das n Puff is. Bloß n Staatsanwalt hat mir mal gesagt: • • "Das is n ((1,2s)) Wohnheim. Ich weiß nich, dass das n Puff is. Das darf ich über haupt nich wissen.". • • • Né? ((2s)) ((holt tief Luft, 1,5s)) Ja, das is so n/ n Kontakthof. ((0,7s)) Unten. ((1s)) Und die einzelnen • • • Etagen ((1s)) sind vermietet worden. (Also) oder vielmehr verpachtet, • • an Pächter. (Sind glaub ich mit) sieben oder acht Pächter sind • • insgesamt da. So hundertvierzig Zimmer. • • Und ((1,8s)) Pacht is un gefähr pro Zimmer • jetzt vierhundertfünfundsiebzig Mark im Monat. Muss denn der Pächter • • za hlen. • • • Äh, ja das ist auch verschieden. Äh wir bei uns ham sechzehn Zimmer • • • und fünfundzwanzig Mill • Kaution. Achttausend vierhundert Mark zahlen wir, weil wir den Salon mit- ((1s)) -bezahlen müssen. J à. Ja'à. • • Vierzig Mark am Tach • • • und der Sonntag ist frei, ob sie arbeiten oder nich, né? Da brauchen sie nichts bezahlen. ((holt Luft)) Wenn sie montags kommen, dann ham sie sonst noch vierzig Mark auf m Block stehen. ‿Die vierzig von Montag, dann (noch mit dem) sind das sch on achtzig, né? Und ((holt Luft)) einige nehmen nur äh äh siebenundreißig, aber dafür Sonntag mit. Né? Und • das machen wir nich. • • • Jà. ((atmet hörbar aus, 0,8)) Jàaaaaaaa. Offiziell nich. Ausschank is generell verboten, obwohl das, • • als der Vertrag ((1s)) gemacht worden is • • • mit der Gesellschaft, da ist das damals äh äh zwar versprochen worden, dass Ausschank sein wird • • • und… ((1s)) "Das ist aber alles auch Sperrgebiet", ham sie gesagt. Woanders auf den Straßen, das würde alles eingestellt. "Und ihr dürft ausschenken." Und ((1s)) na ja, sonst hätten die den Puff nich vollgekriegt, né? Also die • hät te keiner gepachtet dann. Da kannst du ja an und für sich so gut wie gar nich von leben, • • né? ((2,6s)) ((schmatzt, atmet hörbar ein,0,8s)) Musste ab und zu mal was ausschenken. Jà, jà. ((atmet ein)) Jà, sch/ n Reibach wäre, wenn • äh, äh offiziell der Ausschank erlaubt wäre. Auch im Salon. Da muss bei uns/ da darf kein Mann sitzen. ‿Selbst wenn ich n Auto kaufen muss auch/ von jemandem kaufen will, • • den darf ich nich äh, äh bei mir oben sitzen haben • • und mit dem verhandeln jetzt, sondern mit dem muss ich mich irgendwo anders treffen. Da darf praktisch gar keiner, nur der Wirtschafter oder der Boss selber, • • sonst darf überhaupt kein Mann oben • im Salon sein. ((holt Luft)) Kommt auch oft die Schmiere, so • • ein-, zweimal inner Woche. ((holt Luft)) Dann kneißen sie rein, ob ((1,7s)) irgendwelche da sind. Aber uns ham se bis jetzt noch nicht gegriffen. (Aber) bei uns hängen ja auch keine rum, né? So Luden. • ((holt Luft)) Denn äh, • mir bringen • • • so Jungs • ihre Frau • • und wissen deswegen schon: da wird keine angemacht • • v on irgend n annern. ((1,2s)) S • • gibt andere Puffs, da s/ hängen dann zehn, fünfzehn • • so Luden drinne, aber auch einige, die haben dann keine Partie und versuchen, die dann anzumachen und schäkern mit denen. ‿Geben der was aus und der was aus, né? • • (So können se) nich arbeiten. Das Doppelte. ((pust et, 0,7s))˙ Jà˙ ((holt Luft)) Dann musst du Steuer rechnen und ((schnieft)) was wir da alles reingesteckt haben. ((holt Luft)) In jeden Zimmer: ((1,3s)) äh Musik- • -schrank • mit • • Zehnerwechsler, • • und die Bilder. • • • Uund/ • na ja, musste tapezieren. Dann gehen die Lampen kaputt und und. ((holt Luft)) Der ganze Salon zum Beispiel, den muss… Die Einrichtung, die war nich drinne. Son st die anderen Zimmer waren/ die sind ja alle möbliert g ewesen. Ne C ouch, zwei • äh, äh Sessel und n Tisch. • • Jà. • • (Sonst is da weiter) nichts da drinne, né? ((Hustet))˙ Ja, ((holt Luft)) das ist auch n Dings. • • Die darfste ja gar nich ansprechen, wenn sie schon Deerne is. • Du darfst gar keine ääh ankobern. ‿Wollen mal sagen, die arbeitet im annern Haus • • und hat da Trouble, • • dann darfst Du nich zu ihr sagen äh: "Komm doch zu uns rüber. Bei uns is s ruhig.", oder so was, "Das is ne nette Atmosphäre.". • • Dann wäre das schon Kuppelei. Wenn d u eine Deerne vom einem Wohnheim ins andere bringst, is es ne Kuppelei. Was du/ was der Witz dabei is, • dass du äh… Ne Solide aufm Tanzboden, die kannst du ruhig anhauen. Kannst ihr sagen: "Pass auf, bei uns verdienste dreihundert in ner Nacht. • Du bist doch beknackt, dass du als als Verkäuferin arbeitest", meinetwegen. ((schnieft)) "Das was du da im Monat hast, kannst du da in ner Nacht haben.". Und die darf ich dann in Wohnheim rein bringen. Also das erstmalige f/ äh, äh ((1,1s)) Reinbringen ins Wohnheim, wenn sie noch keine Deerne ist, • • das ist straffrei. Das ist zwar verwerflich, • • aber straffrei. Né? Das is der Witz dabei. Du darfst/ eine, die schon Deerne is, die kannste • • nich ankobern, aber eine, die noch nicht anschafft, die darfste anhauen. Kannst sagen: "Komm ma rein.". ((unv.,1s))˙ • • ((holt Luft)) Na ja meistens äh, äh spricht sich das rum, wenn sie auf m Bock sind. Und zur Behörde • • müssen sie zweimal in der Woche, oder einige einmal. • • • Und die da, die kann/ oder die hat mal da gearbeitet, in ner Herbertstraße, hat da ne Bekannte. Und die • sagt denn: "Pass mal auf, kannste auch zu uns ziehen. Bei uns verdie nt ihr mehr.". • • • Nun sind bei uns auch bessere Freier als in der Herbertstraße oder • überhaupt auf der Straße, né? Da kob ern sie auch mit zwanzig, • teilweise mit zeehn Mark in ner Herbertstraße. Oder fünf sind sogar welche da. Die kobern für fünf Mark. • • Und • wenn Du viel… Kriegst n Schnitt vielleicht von dreißig, fünfunddreißig beim Freier. ((holt Luft)) Da ham sie auch Getränkeausschank- ((1,5s)) -zwang. • ((ho lt Luft)) In ner Herbertstraße. • • • Das is bei uns ja nich. Die brauchen ja nich trinken ((un v.,1,2s)). • • • Das ist je nachdem wie die Zeit is, wie lange sie arbeitet. Wir ham welche, die • • haben n Schnitt von drei-, vier- fünfhundert. • • ((holt Luft)) Aber andere/ • • ((holt Luft)) na ja, eben, dass sie ((1,7s)) leben von ner Hand zum Mund. Wenn sie/ wenn sie denn ((holt Luft)) zweihundert verdient haben, dann hören sie auf • und dann verschickern sie das. • • • Und am nächsten Tag haben sie keine Mark mehr auf der Naht, die sparen nich. Ich denk nich mal, dass sie sich n paar Mark zurücklegen, n bisschen hegen und dann/ • dass sie später mal irgend was machen, né? (Es gibt) andere wieder, die haben dann so grantige Luden. • • Die greifen den ganzen Strom • • • und • die versaufen das dann, né? • • • Das is ganz verschieden, né? Äh das ist eine Gesellschaft von • • • sieben ((1,3s)) Leuten gewesen. ((1s)) Und zwar ganz w… Also keine aus der Gastronomie oder von Sankt Pauli, • sondern ganz Solide, • • • die • das gebaut haben. Und nach dem ist der Bartels mit reingegang en (auch). ((1,6s)) Kaufleute. ((1,9s)) Und Bauunternehmer. ((1,5s)) Ich weiß gar nich/ was die im Einzelnen machen, weiß ich gar nich. • • • ((holt tief Luft,1,1s)) Nein. • • • Nee. ((0,7s)) Da is kein Rechtsanwalt bei. • • • Wir hatten mal zu Anfang da einen gehabt dabei, aber, aber der hatte nichts da mit zu tun, sondern lediglich äh • • Verträge hat der aufgesetzt, so. Der ist aber auch schon ausgestiegen, né? • • • Jàaa, das ist denen auch mal von ner Behörde denn • gesagt worden. Und von ner Sitte: ((holt Luft)) "Ja, passt auf. Es kommt sowieso Sperrgebiet.". • • ((holt Luft)) Denen is es ja ganz lieb, dass es solche Häuser gibt. ((holt Luft)) Da ist das ja doch alles so n bisschen mehr unter Kontrolle. ‿Wir achten selbst auch drauf, dass sie zum Bock gehen. ((holt Luft)) Né? Sonst werden sie weggeraten. ((schluckt,1s)) Oder • ((holt Luft)) äh äh˙ ((2,3s)) na ja, überhaupt die Frauen, die bei uns sind… Ne Frau, die in ner Nacht vierzig Mark Miete zahlt, die is ja doch • n bisschen was Besseres als welche, die da unten an Zeughausmarkt rumkrebsen. ((1,8s)) ((schmatzt)) Sind bessere Frauen bei un s. ((holt Luft)) Ja, nun ham sie vor allen Dingen das Eros-Center. • • Ham se gesehen, • das lief. ((holt Luft)) Da ham die natürlich weit aus • • tiefer in die Tasche springen müssen. ((holt Luft)) Zum Beispiel da • • • ein/ • • • eine/ äh äh ein Haus… • • • ((holt Luft)) Gab sechzehn Zimmer. Da mussten sie Zweihunderfünfzigtausend hin legen. Erstmal für fünf Jahr. ((holt Luft)) Dass sie (reinziehen). Ham sie für fünf Jahr dann den ((1s)) äh˙ • • • Vertrag gehabt. Und ham sie ne Option auf weitere fünf Jahre, né? Und ((1,1s)) außerdem war damals die Miete gewesen im Eros zweiundzwanzig Mark fuffzig. Die sind aber jetzt auch in der Zwischenzeit runtergegangen. (Da unten, ne)? • • • ((holt Luft)) Heute würd da kein Schwein mehr reinkriechen hier für/ für so ein Strom. • • • Jà, äh, man kann sagen, • • wenn Trouble is/ man kann sagen so zu ((1,8s)) ((atmet aus)) sechzig Prozent haben/ ((atmet aus)) sechzig, siebzig Prozent ham die Frauen • Schuld. ((holt Luft)) Dann schickern sie was, sind angeknackt ((holt tief Luft)) ((hustet)) uund ((1,1s)) ((schluckt)) machen dann mit dem Freier ((unv.)). ‿Wolln ma sagen: Da gibt der n Hunderter, • • n é? • • • Und sie soll jetzt Siebzig raus geben. Denn • steckt sie das in Safe rein und • • • sagt denn: "Jaa, äh pass auf, wir machen uns das auch nett da und Liebe und so.". "Nein, nein. Ich will mein Geld wiederhaben.". Und, und: ((holt Luft)) "Nein, gib mir doch mehr!". Na ja, nun gibt s mehr Trouble. ((holt Luft)) Und dann hät er überhaupt kein Bock mehr auf Stoßen, sa/ sagt er: • • äh ((schluckt)) "Nu gib mir auch alles wieder. ((holt Luft)) Jetzt maschier ich ab.". "Ja, nee, äh die Dreißig, die sind auf jeden Fall meine Zeit.". Und… ((holt Luft)) Logisch, dass er/ • dass er dann Trouble macht und sich dadrauf nicht einlässt. ((holt Luft)) Aber man hat aber auch andere wiederum so, die ((1s)) drehen da irgendeiner ((1,6s)) den Hals um. Also gehen ihr an die Gurgel oder wer den so ren itent auch. ((unv.)). Jà aa, jà, jà, jà. Ich hab einmal ja das Dings gehabt. Da hab ich noch im Ero s gearbeitet. • • • Da is ja eine mal umgelegt worden. Von/ aber das war ihr Lude gewesen. die Polizei schauen Zuhälter Zuhälter scherzen, flirten anwerben anwerben beim Amtsarzt? anwerben vertrinken Zuhälter Geld Amtsarzt ? Geld trinken angetrunken zögerlich zögerlich zieht vermutlich an einer Zigarette raucht vermutlich zögerlich raucht vermutlich