Nah/ CDU-Nahen oder der CDU-nahen Studentenverbindung
des RCDS ist,
das ist Gottfried Ludewig, herzlich willkommen!
Sie sind nicht nur Vorsitzender des
RCDS, Sie sind auch CDU-Mitglied,
auch das muss man wissen, wenn man sich jetzt Ihren Vorschlag anhört.
Sie haben nämlich gesagt, und damit sich ratzfatz auf Seite eins katapultiert
((atmen)), dass man das Wahlrecht ändern sollten.
Sie haben gesagt,
((atmen 0,7s))
für diejenigen, die arbeiten, solle es ein doppeltes
Wahlrecht geben,
alle anderen haben nur ein einfaches Wahlrecht.
Sagen Sie das…
((1,3s))
Sagen Sie das ((0,5s)), um Arbeitslosen
einen Anreiz zu geben,
sich wieder n Job zu suchen?
Ich will
kurz bei der
Wahl
rechtsä
nderung bleiben.
Sie haben gesagt, doppeltes Wahlrecht für diejenigen, die arbeiten,
die Sie als Leis
tungsträger verstehn.
Gut, bleiben wir bei den Leitungs
trägern.
Herr Ludewig, ich würde gerne noch
kurz bei dem Wahlrecht bleiben,
dass wirs verstehen.
((0,4s)) Sie wollen also dokumentiert sehen,
dass die Stimme eines Arbeitslosen
und auch die eines Rentners
den zählen Sie nämlich nicht zu den Leistungsträgern, dass die weniger Wert ist.
Also Sie hattens nicht
ernst gemeint, Sie woll
ten nur auf die Seite ein
s.
Wie viel positive Rückmeldungen haben Sie denn innerhalb der Partei bekomm?
Herr Geissler,
((1,3s))
wie beeindruckt sind Sie vom Vorschlag
Ihres jungen Parteifreundes?
((lacht))
Der Reihe…
Herr Westerwelle!
Herr Ludewig,
((0,9s))
dass wär wirklich dumm gelaufen, als Vorsitzender eine Studentenverbindung.
Erst mal
haben wir ja
Ihn
geglaubt.
Wir suchen nach anderen An
tworten.
das machen wir jetzt nämlich weiter in der Sendung.
Danke zunächst mal,
dass Sie bei uns sind.
Vielen Dank, dass Sie ihren Vorschlag noch mal richtig geschildert …
Hallo.
((atmen 1,2s))
Momen, also erstmal in der Bildzeitung stand das so.
Ich hab n Brief geschrieben an die Vorsitzende der Vereinigung der CDU
in dem ich geschrieben habe, dass irgendwie
aus meiner Sicht die Balance in diesem Land n bisschen auseinander kommt.
Wir habens früher geschaft, die letzte Generation,
hier n Sozialstaat zu etablieren,
der gut funktioniert hat.
Der funktioniert aber nur, wenn die Leistungsträger,
also die Menschen die arbeiten gehen,
diesen Sozialstaat auch weiter finanzieren können.
Und da hab ich dann geschrieben, natürlich auch etwas provokant,
eh, jung, hab ich geschrieben, wir könnten doch mal über das Wahlrecht nachdenken.
Aber vor allem (um) den innerparteilichen,
eigentlich gar keinen öffentlichen, so vor allem innerparteilichen
Diskurs anzufangen darüber, was machen wir eigentlich
für Leistungsträger?
Was?
Ja.
Ich hab geschrieben "Leistungstr
äger".
Die Bildzeitung hat geschrieben, für die Leute die arbeiten.
Also s is schon Untersch
ied, was die Bildzeitung auf Seite eins
Die Leistungsträger in dieser Gesellschaft, die Familien die arbeiten gehen,
((atmen)) die, die Steuern zahlen,
die trotzdem, obwohl sie zwa zwei Verdiener sind,
den Spitzensteuersatz zahlen in dieser Bundesrepublik, sie zahlen nämlich die Spitzenmanager,
wir haben ja keinen Spitzensteuersatz ab hundertfünfzigtausend Euro.
Und auch wenn Herr Heil, nur ganz kurz,
vorhin immer gesagt hat, wir diskutieren das hier falsch.
Wir diskutieren
die gesamte Zeit immer nur aus den alt hergebrachten Positionen und sagt,
wir müssen darüber diskutueren, wie wir Armut verhindern können,
frag ich mich, wo sind denn die Maßnahmen?
Also die Betreuungsrelation an den Universitäten ist immer noch schlecht
die Betreuungsrelation
an den Schulen auch.
Ich möchte eine Debatte anfangen in der CDU, darüber wie wir diese Leistungsträger stärken.
Ich hab das nicht so geschrieben, wie es in der Bildzeitung steht, ich habe geschrieben,
lasst uns darüber nachdenken,
lasst uns, nein, lasst uns darüber nachdenken,
wie wir diesen Sozialstaat überhaupt noch finanzieren können.
Es ist doch, wir machen doch immer
den zweiten…
Ganz kurz…
Nein, nein!
Ich woll
te eine Debatte anfangen,
darüber…
Wir ma
chen eine zwei…
((0,9s))
Wir machen doch hier
den zweiten Schritt
vor dem ersten Schritt.
Denn zwar, wir verteilen die gesamte Zeit
Gelder um ((0,2s)) in dieser Gesellschaft,
diskutieren aber nicht darüber,
wie wir im ersten Schritt diese Gelder einholn,
bei den Leuten, die arbeiten gehen.
Und darüber eine Debatte zu starten,
dass war das Ziel innerhalb der Partei.
Dass es nachher bei der Bildzeitung auf Seite eins gekommen is,
Sie glauben gar nich,
vor allem, ehrlich gesagt, von Leuten,
von Bürgern, die mir, uns, geschrieben haben,
hab ich auch Emails bekommen,
die geschrieben haben, es reicht mir, dass die gesamte Zeit über
Hartz vier Sätze diskut
iert wird …
Was macht
man eigentlich mit den, was macht man eigentlich mit
den einfachen Bürgern, die arbeiten gehen?
((0,3s))
Ja? Und und machen Sie weiter.
Natürlich auch kritische Rückmeldung.
Aber viele, die auch gefragt haben,
wo setzen wir eigentlich die Schwerpunkte in diesem Land?
Setzen wir sie bei den Leuten die arbeiten oder bei den Leuten,
die eben nicht arbeiten gehen.
Fünfundzwanzig.
Ja, aber
bei aller
Achtung …
Das hat ja
Das hat ja, aber, ent
schuldigung,
Herr Geissler, Herr Geissler
wenn, also, man muss sich nicht mit dem idiotischen Vorschlag im einzelnen auseinander setzen.
Aber es ist schon so, wenn das Schule macht,
wenn der junge Unionvorsitzenden, den Älteren gleichzeitig nich das Hüftgelenk
((unv.)) will, dann ist das ne Denke, die dahinter steckt.
Und das macht mir schon Sorge.
Darüber müssen wir uns unterhalten.
Ja, genau wie er eben.
Aber offensichtlich ist das in we
((unv.)) an der Stelle.
Das wäre, das wäre wirklich dumm gelaufen,
wenn man der Bildzeitung immer so hunderfünfzigprozentig
glauben würde.
((atmen 0,2s))
Ich wollte,
ich, ((0,6s))
Ich wiederhole es noch mal.
((atmen 0,3s))
Ich wollte einen Diskurs anstacheln und
dass man da mal provoziert und nach vorne geht
((atmen 0,3s))
find ich, nach meiner Meinung, ist für junge Leute in Ordnung.
((atmen 0,2s))
Man muss diesen Diskurs anfangen, Herr Heil
redet davon, dass wir unbedingt/ ganz kurz,
((atmen 0,2s))
dass wir unbedingt andere Antworten finden müssen.
((atmen 0,3s))
Ich sehe aber diese Antworten nich.
((0,2s)) Wo is es denn nei
n, ganz kurz ((unv.))
Wo ist denn
wo is denn in der Bildungspolitik diese Antwort?
((unverständlich)) gibs nich nur …
Das ist ja was
anderes.
Also …
Ähm, ich meine mit,
ich weiß nich, wie al … Wi/ wir/ wir haben uns vorhin schon unterhalten,
wie alt sind Sie denn?
Also mit fünfundzwanzig Jahren kann man schon ein mal
((0,4s))
ähm, etwas
((1,0s))
Unsinniges sagen.
Ähm, ich bin, ich bin froh,
äh, deswegen sollte man Sie nicht in die Pfanne haun.
((0,5s))
Äh, ich bin froh, dass nicht alle wissen, was ich mit fünfundzwanzig
((0,3s))
äh, gesagt habe, ne, dass will ich auch hinzu fü
gen.
Aber
aber, ähm, äh, wir dürfen eben
da natürlich nicht auf die Schulter klopfen
und sagen, Sie Sie haben was gescheites gesagt.
Das war nicht sehr gescheit.
((0,4s))
Nich wahr?
((unv.)) Was machste mit de/ was machen Sie mit dem Opelarbeiter,
der, äh, nun plötzlich weil in Denfer Kolo Kolorado, nich wahr,
((stottert 1,5s))
der dortige Bord von General Motors
Mist gemacht hat und arbeitslos wird.
Also vorher zwei Stimmen.
Da wird er plötzlich arbeitslos,
hat er dann bei der nächsten Landtagswahl nur noch eine.
Also Sie kommen in unglauliche Schwierigkeiten,
((atmen 0,4s))
Äh
((0,4s))
der Grundansatz ist ja richtig.
Wir müssen natürlich eine Politik machen,
dass ist klar,
für diejenigen,
((atmen)) nich wahr, die die arbeiten, da is kein Gegensatz.
((atmen 0,3s))
Wir dürfen in dieser Gesellschaft nicht diejenigen,
die ein Arbeitsplatz verloren haben,
((atmen 0,4s))
nich wahr, und die die Hilfe, die Solidarität der anderen brauchn,
gegen die anderen ausspielen.
((atmen 0,3s))
Äh, eine endsolidarisierte Gesellschaft
läuft ins Elend.
Wir
führn alle zusammen.
Aber nich falsch.
Leute, jetzt wolln ((unv.)) ers
jetzt wollen wir nicht aus jedem Studentenwitz ne Staatsaffaire machen,
an dieser Stelle hier.
Auch mal festhalten hier, an der Sache.
((atmen 0,4s))
Ich meine, halbes Wahlrecht,
((atmen 0,3s))
halbes Wahlrecht für Rentner, und das hieße dann ja auch,
((0,8s))
Kollege, halbes Wahlrecht für Studenten.
Das wäre aber dumm gelaufen, oder?
((applaudieren))
((Lachen und Unruhe))
((Lachen und Unruhe))
((Lachen))
((applaudieren))
((lachen))
((unverständlich))
((Publikum lacht und applaudiert))