Walter-A.-Berendsohn-Forschungsstelle
für deutsche Exilliteratur

  PWJ-ARCHIV > ÜBER DIE ENTSTEHUNG DES ARCHIVS

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Das Paul Walter Jacob-Archiv


Über die Entstehung des Archivs
 
1977 vermachte der Schauspieler, Regisseur, Intendant und Journalist Paul Walter Jacob sein umfangreiches Archiv der Hamburger Arbeitsstelle für deutsche Exilliteratur (die im Januar 2001 in Walter-A.-Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur umbenannt wurde). Verwaltet wird der Fundus von einer nach ihm benannten Stiftung, die satzungsgemäß wissenschaftliche Projekte fördert, die sich der Erforschung von Leben und Werk Jacobs widmen oder die von ihm begonnene Aufarbeitung des Themas "Theater im Exil" fortsetzt. 

Der Nachlass Paul Walter Jacobs umfasst eine Bibliothek von ca. 4000 Bänden und andere Dokumente (ursprünglich ca. 50 Umzugskartons mit Fotos, Zeitungsausschnitten, Periodika, Partituren, Manuskripten, Typoskripten, Briefen u.a.). Wie der Umfang des Materials dokumentiert, war Jacob ein bemerkenswerter Sammler von Zeitdokumenten; seine Sammeltätigkeit begann in den zwanziger Jahren - es ist ihm gelungen, die vor 1933  archivierten Dokumente weitgehend über die Zeit des Exils zu retten -, sie wurde im Exil und in der Nachkriegszeit fortgesetzt und intensiviert.
Das breite Spektrum der Interessen Jacobs spiegelt sich in den Dokumenten wider: neben den beiden Schwerpunkten Theater und Musik finden sich auch solche zu politischen und gewerkschaftlichen Themen, zur Tanzpädagogik, Philosophie, Judaistik, Medien usw. 

Das Archiv ist in erster Linie für die biographische Forschung von Interesse. Die Bestände haben aber eine Bedeutung, die weit über das personenbezogene Interesse hinausgeht; das breit gestreute und international ausgerichtete Material dokumentiert u. a.
  • das frühe europäische Exil (Paris, Luxemburg),
  • das südamerikanische Exil (hier handelt es sich um die vermutlich umfangreichste Sammlung überhaupt),
  • die Remigration (am Beispiel der Dortmunder Intendantentätigkeit).
Schwerpunkt der Sammlung sind das Ausschnittarchiv mit über 100 000 Zeitungsausschnitten aus deutschen, europäischen und südamerikanischen Zeitungen und Zeitschriften von Mitte der zwanziger bis in die siebziger Jahre (die online abgefragt werden können ), die Bestände zur Freien Deutschen Bühne Buenos Aires und zur Intendanz Jacobs in Dortmund sowie die Dokumente der zahlreichen unselbständigen und selbständigen Veröffentlichungen Paul Walter Jacobs.
 
Bei der Erfassung des Materials wurde zum einen eine Orientierung an der von Jacob vorgegebenen Strukturierung beibehalten, zum anderen aber auch eine möglichst hohe Übersichtlichkeit der Materialfülle angestrebt. Durch das Material war sowohl eine chronologische als auch eine sachliche Orientierung vorgegeben; es ließ sich nicht vermeiden, daß es dabei z. T. zu Überschneidungen dieser Ordnungskriterien kam. Die Dokumente werden in ca. 1 300 Archivkartons gelagert. 

Es wurde zunächst ein Findbuch erstellt, das die im jeweiligen Archivkarton vorhandenen Konvolute, aber auch wichtige Einzelstücke aufführt. Seit 1990 existiert eine Datenbank, in der ausgewählte Bereiche des Archivs inventarisiert werden. Es handelt sich hier insbesondere um das Ausschnittarchiv, dessen Bestände nur über eine differenzierte Datenerfassung optimal genutzt werden können. Die Erfassung wird kontinuierlich weitergeführt; sie ist zum heutigen Zeitpunkt zu etwa 40% abgeschlossen und umfasst 35 000 Datensätze. Für die Korrespondenzsammlung steht zusätzlich für den Zeitraum 1938-1950 ein chronologischer und alphabetischer Katalog und für den Zeitraum 1938-1960 ein Journal mit kurzen inhaltlichen Zusammenfassungen der einzelnen  Brieftexte zur Verfügung. Die Bestände der Bibliothek sind innerhalb der Bestände der Bibliothek des Ossietzky-Lesesaals katalogisiert.

 

 
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letzte Änderung: 23.8.2011