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Nr. 20 9. Mai 1997
Einmal Exil, immer Exil
Schon dachten wir, die
tapfere, kleine Zeitschrift Exil, die Edita Koch und Frithjof
Trapp herausgeben, habe ihr Schicksal so mancher
Literatur-Zeitschriften ereilt - da erscheinen, wenn auch mit
Verspätung, gleich beide Bände des Jahres 1996, der 16. Jahrgang
dieser ungewöhnlichen Zeitschrift, zweimal je rund 120 Seiten: ein
dickes Buch über Schriftsteller und Theaterleute, die zur Emigration
gezwungen wurden. Wieviel ist, nach all den Versäumnissen, noch
immer zu entdecken. Als ob der Satz wahr werden sollte: Einmal Exil,
immer Exil. Wenigstens nach dem Tod werden manche Autoren, in der
Erinnerung an ihr Werk, mit dieser Zeitschrift heimgeholt. Neben
bedrückenden Mitteilungen über "Jüdische Familienschicksale zwischen
nationalsozialistischer Machtübernahme und Nachkriegszeit" bringt
Band 1 Studien über "Deutschsprachige Bühnen in Prag" in den
dreißiger Jahren, über "Deutschsprachiges Theater in Polen zwischen
1933 und 1939", über die Schauspieler Carl Jaffé und das
Exiltheaterensemble "Die Komödie" in Luxemburg. Im zweiten Band
gleich mehrere Aufsätze über Ernst Toller, die Schriftsteller Kurt
Grossmann und Karl Jacob Hirsch und, vor allem, die "Biographie
eines unveröffentlichten Romans", Karl Ottens "Reise nach
Deutschland". Mit Chronik, Bibliographie, Register und Bildern sind
die Bände hervorragend ausgestattet. |