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§1. Gleichungen in SIMULINKZusammenfassung: An einfachen linearen und nichtlinearen Gleichungssystemen soll der Umgang mit der SIMULINK-Bibliothek und der Aufbau von SIMULINK-Modellen erlernt werden. Eine Tabelle für Maus und Tastatur Aktionen schließt den Text ab.
§1.1 EinführungEin mathematisches Modell für eine Regelung oder Steuerung entsteht im Normalfall dadurch, daß mittels physikalischer Gesetze Gleichungen aufgestellt werden, welche den Zusammenhang zwischen den Veränderlichen Größen herstellen. Es entsteht ein Gleichungssystem. Für die Ingenieurarbeit kann es zweckmäßig sein diese Zusammenhänge durch Strukturbilder, Signalflußpläne oder Wirkpläne anschaulich darzustellen. SIMULINK unterstützt diese Arbeitsweise und liefert gleichzeitig Möglichkeiten zur Untersuchung der Modelle (z.B. Zeitsimulation, Linearisierung, Parameteranpassung u.v.m.).
Beispiel Das elektrische Netzwerk
führt zunächst einmal auf die Strombilanz I1 - I2 = 0.Werden die Ströme über die konstitutiven Strom-Spannungs-Beziehungen des Widerstandes und der Kapazität C ausgedrückt, dann ergibt sich f(phi1 - phiC) - C*(phiC-phi0 = 0, phi0 = 0. Für einen linearen Widerstand mit dem Leitwert G, ergibt sich G*(phi1-phiC) - C*(phiC)' = 0oder (C/G)*(phiC)' + phiC = phi1.Diese nun über ein Blockbild ausgedrückte Beziehung zwischen der Stellgröße phi1 und der Ausgangsgröße phiC
kann aber nun auch zweckmäßig für verschiedene Untersuchungen sehr unter-schiedlich dargestellt werden. SIMULINK nimmt Rücksicht und unterstützt diese unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten:
ausgedrückt werden. §1.2 SIMULINKSIMULINK ist ein Unterprogramm von MATLAB
und wird durch Linksklick des (Programm-) Symbols
in der Symbolleiste des MATLAB-Kommando Fensters erreicht. SIMULINK stellt dann ein Modellfenster (untitled1) und eine Bibliothek (Library) zur Verfügung.
Ein Linksklick auf die Bibliothekselemente (Sources, Sinks,... ) liefert ein Fenster mit Blöcken die durch "Drag-and-Drop" in das Modellfenster überführt werden können. Mit dem Menü "Fomat" des Modellfensters lassen sich die einzelnen Blöcke noch behandeln: z.B. drehen, färben, vergrößern und vieles mehr. Im Paragraph 1.4 sind weitere Kommandos aufgeführt. Insbesondere auch solche mit denen die Blöcke verbunden werden können. Eine sicherlich nicht immer so gültige Fallanalyse [1] zeigt, daß neben der Anschaulichkeit auch noch erhebliche Arbeitseinsparungen gegenüber konventionellen Programmiermethoden möglich sind. Für den Fall x'' + (k/m)*x = 0 mit dem SIMULINK-Modell
ergibt sich der folgende Vergleich
Wie schnell mit SIMULINK-Modellen Simulationsergebnisse erzielt werden können, zeigt z.B. die Differentialgleichung u' = u - u3 - v + C u(0) = 0
v' = Epsilon*[Alpha*(u - A)3 - v] v(0) = 0
mit:
Epsilon = 0.01, Alpha = 5, A = -0.5
Dieses System führt auf das SIMULINK- Modell
Nun handelt es sich hier um ein sehr empfindliches Problem. Mit den Analysis Tools (§11) von SIMULINK kann dennoch später ohne Schwierigkeiten gezeigt werden, daß sowohl asymptotisch stabile als auch eine Hopf-Verzweigung (periodische Lösung) wirklich vorliegen. Die Näherungslösungen wurden mit dem ODE113(Adams)(!) Verfahren und einem Pentium II Rechner erzielt. §1.3 Lineare und nichtlineare Gleichungssysteme in SIMULINKDas primäre Ziel von SIMULINK ist sicherlich nicht die Behandlung von linearen und nichtlinearen Gleichungssystemen. Dennoch kann an Ihnen die Benutzung der SIMULINK-Bibliothek und der Aufbau von SIMULINK-Modellen vortrefflich geübt werden. Beispiel [2] Betrachte das lineare Gleichungssystem a11*y1 + a12*y2 + a13*y3 = u1
a21*y1 + a22*y2 + a23*y3 = u1 uii =/= 0
a31*y1 + a32*y2 + a33*y3 = u1
Dieses Gleichungssystem kann umgeschrieben werden in die Form F1 : y1 = (1/a11)*u1 - (a12/a11)*y2 - (a13/a11)*y3
F2 : y2 = (1/a22)*u2 - (a21/a22)*y1 - (a23/a22)*y3
F3 : y3 = (1/a33)*u3 - (a31/a33)*y1 - (a32/a33)*y2
Ein Grobstrukturbild für das Gleichungssystem ist dann
Als detalliertes Strukturbild ergibt sich
Mit Blöcken aus den Katalogen "Sources", "Sinks" und "Linear" kann dazu das SIMULINK-Modell (mit der Ausgabe y1 und speziell festgelegten Koeffizienten aij, bj) aufgebaut werden:
Wird die Auflösung der einzelnen Variablen als unangebracht oder vielleicht sogar als unzweckmäßig erachtet, dann kann auch mit dem Block
gearbeitet werden. Dieser Block liefert jene z die f zu Null machen (natürlich soweit vorhanden und ermittelbar). Das Beispiel a11*y1 + a12*y2 - u1 = 0
a21*y1 + a22*y2 - u2 = 0
führt für spezielle Koeffizienten zum SIMULINK-Modell
Beachten Sie dabei, daß es möglich ist (Siehe hierzu §1.4) die Untertitel der Blöcke zu ändern um diese der jeweiligen Situation anzupassen. Selbstverständlich können auch nichtlineare Probleme behandelt werden. Als Beispiel sei das Gleichungssystem y2 + x2 - r = 0
y2 - x = 0
gegeben, das für r > 0 stets zwei Lösungen besitzt
Das Gleichungssystem führt zum Modell
Die Ermittlung der beiden Nullstellen läßt sich durch Vorgabe geeigneter Startwerte gewährleisten. Die Startwerte können über ein Kontextmenü (Doppellinksklick) des "Algebraic Constraint" Blocks eingegeben werden. §1.4 Maus und Tastatur Aktionen in SIMULINK
Die folgenden Tabellen wurden aus [1] entnommen. Sie geben einen Auszug über die Möglichkeiten wie Blöcke, Signale und Untertitel behandelt werden können. Dabei bedeutet LMB = Linksklick RMB = Rechtsklick
Maus und Tastatur-Aktionen für Blöcke und Verbindungslinien
Maus und Tastatur Aktionen für Verknüpfungen und Untertitel
LiteraturDabney, J.B., Harman, T.L. Mastering SIMULINK2. The Matlab Curriculum Series. Prentice Hall 1998. S. 1-345 Föllinger, O. Regelungstechnik. Einführung in die Methoden und Ihre Anwendung. Hüttig Verlag 1994. S. 1-632 |