Sonderforschungsbereich 538 SFB538


Fragestellung

Methoden

Stand der Forschung

Publikationen K5


Projekt K5

Semikommunikation und rezeptive Mehrsprachigkeit im heutigen Skandinavien

________________________________________

Projektleitung
Prof. Dr. Kurt Braunmüller, Institut für Germanistik I (Skandinavistik)

Personal
Bernadette Golinski (wiss. Mitarbeiterin)
Gerard Doetjes (wiss. Mitarbeiter)
Dinah Cassebaum, Linda Karlsson, Tine Stensbjerg (stud. Hilfskräfte)

Kontakt
Anschrift: SFB 538 Teilprojekt K5, Max-Brauer-Allee 60, D-22765 Hamburg;
Direktnummer: 040-428386429 oder per Mail (Gerard Doetjes).

Allgemeines
Das Forschungsprojekt "Semikommunikation und rezeptive Mehrsprachigkeit im heutigen Skandinavien" ist Teil des Sonderforschungsbereiches 538 Mehrsprachigkeit an der Universität Hamburg, einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungseinrichtung. Das Projekt läuft bis Mitte 2005.

Thematik
Untersuchungsgegenstand des Projekts ist die internordische Kommunikation, das heißt die Verständigung zwischen Sprechern des Dänischen, Schwedischen und Norwegischen. Diese benutzen im Gespräch miteinander normalerweise die jeweils eigene Muttersprache. Solch eine Form der Kommunikation zwischen Sprechern wechselseitig verstehbarer Sprachen nennen wir "Semikommunikation". Rezeptive Mehrsprachigkeit hingegen ist eine Kommunikation zwischen Sprechern nicht wechselseitig verstehbarer Sprachen, z. B. Deutsch und Englisch, bei der die Sprecher aber auch jeweils ihre Muttersprache benutzen.

Fragestellungen
Folgende Fragestellungen stehen im Vordergrund:

  1. Unter welchen Bedingungen kann man sich der Semikommunikation erfolgreich bedienen? Wann und woran scheitert die Semikommunikation?
  2. Welches sind die Probleme, die bei dieser Art einer assymmetrischen Kommunikation auftreten können?
  3. Wird bei der interskandinavischen Kommunikation die L1 erweitert oder wird eine (neue) L2-Kompetenz aufgebaut?

ausführlichere Beschreibung

Ziel
In der zweiten Projektphase soll eine allgemeine Theorie der Semikommunikation und der rezeptiven Mehrsprachigkeit ausgearbeitet werden, die es ermöglicht, die Verständigung mittels nahe verwandter Sprachen zu verstehen und sie von der rezeptiven Mehrsprachigkeit abzugrenzen. Die Untersuchungsergebnisse wären auch auf andere wechselseitig verstehbare Sprachen übertragbar. Aus der Projektarbeit könnten Vorschläge resultieren, wie die Verständigung zwischen Sprechern nahe verwandter Sprachen verbessert werden kann.

Methoden
Um Antworten auf die oben gestellten Fragen zu erhalten, wollen wir Aufnahmen von mehrsprachiger skandinavischer Kommunikation in authentischen Situationen analysieren. Wir sind darauf angewiesen, Zugang zu Situationen zu erhalten, in denen Schweden, Dänen und Norweger miteinander kommunizieren. In der ersten Projektphase wurden bereits semikommunikative Gespräche aufgenommen, transliteriert (verschriftlicht) und analysiert. In der zweiten Phase sollen die Daten erweitert und weiter ausgewertet werden. Außerdem sollen umfangreiche Hörverstehenstests durchgeführt werden. Die Tests sollen qualitativ ausgerichtet sein. Das Leseverstehen wird in diesem Projekt nicht getestet.

Aufnahmeorte
In folgenden Institutionen haben wir Aufnahmen gemacht:

Tørring Amtsgymnasium
Am Tørring Amtsgymnasium in der dänischen Stadt Vejle wurden Anfang 2004 Aufnahmen gemacht während des Besuches einer norwegischen Partnerschule. In den aufgenommenen Diskursen wurde semikommunikativ Dänisch und Norwegisch gesprochen.

Lunds Universitet
An der Universität Lund, in der Dänemark benachbarten schwedischen Provinz Skåne, wurden im September 2002 während zweier Kurse Aufnahmen gemacht. Die jeweiligen Dozenten sprachen Dänisch, die Studenten hatten fast alle Schwedisch als Muttersprache, hatten jedoch unterschiedliche (zum Teil auch aktive) Dänischkenntnisse.

NUAS
NUAS ist eine Zusammenarbeit der nordischen Universitätsverwaltungen. Auf regelmäßigen Treffen werden Probleme der Universitätsverwaltung erörtert. Da auf diesen Treffen Verwaltungsbeamte aus allen nordischen Ländern zusammenkommen, ist eine möglichst problemlose Kommunikation für NUAS ein wichtiges Anliegen. Erste Aufnahmen wurden vom 1.-4. April 2000 in Luleå auf der Konferenz der Planungsgruppe Ökonomie gemacht. Weitere Aufnahmen stammen von der Planungsgruppe für Dokumentbearbeitung und Archivierung in Aarhus (24. Mai 2000) und der Personalplanungsgruppe in Tusby bei Helsinki (17.-20. Juni 2000).

Nordische Archivtage 2000
Auf den Nordischen Archivtagen 2000 in Aarhus wurden vor allem Paneldiskussionen mit Teilnehmern aus den skandinavischen Ländern aufgenommen.

Öresundradio
Das Öresundradio Øresund Direkte ist eine dänisch-schwedische Gemeinschaftsproduktion von Danmarks Radio und Sveriges Radio P4 Radio Malmöhus. Zur Zeit werden Aufnahmen dieser mehrsprachigen Radiosendung aufgearbeitet.

Schwedische Schule, Hamburg
In der Schwedischen Schule in Hamburg werden Kinder aus Schweden, Norwegen und Dänemark unterrichtet. Unsere ersten Aufnahmen entstanden zu Beginn des Projekts in der Schwedischen Schule, teils um unsere Geräte in realen Aufnahmesituationen zu erproben, teils um das Sprachverhalten in der besonderen Situation des Langzeitkontakts zu beobachten.

Wir danken den Institutionen für die freundliche Unterstützung und die Möglichkeit, dort Aufnahmen zu machen.

Zuletzt geändert im September 2002 (GD).