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Der aktuellste Treiber für ISDN-Karten unter Linux ist der HiSax-2.0
von Karsten Keil. Er unterstützt passive Karten mit dem Siemens HSCX/ISAC
Chipsatz. Das sind z.Z.:
Teles 8.0/16.0/16.3 und Kompatible
Teles S0/PCMCIA
Creatix PnP S0
AVM A1 (Fritz)
ELSA Microlink PCC-16, PCF, PCF-Pro, PCC-8
ELSA Quickstep 1000
ITK ix1-micro Rev.2
Der HiSax-Treiber ist nicht standardmäßig im Linux Kernel enthalten; es werden vier Patches benötigt (Der HiSax-Patch und drei Buxfixes). Diese befinden sich auf ftp.franken.de in /pub/isdn4linux/v2.0/ und heißen isdn4kernel-2.0.29.gz (der HiSax Treiber), isdn4kernel-2.0.29.1.gz, isdn4kernel-2.0.29.2.gz und isdn4kernel-2.0.29.3.gz (die Bugfixes).
1. Als nächstes ist ein fertiger, ausgepackter Linux-2.0.29 Kernelsourcetree, der natürlich in /usr/src/linux wohnt, zu patchen:
cd /usr/src
zcat isdn4kernel-2.0.29.gz | patch -p0
zcat isdn4kernel-2.0.29.1.gz | patch -p0
zcat isdn4kernel-2.0.29.2.gz | patch -p0
zcat isdn4kernel-2.0.29.3.gz | patch -p0
2. Dann muß der Kernel neu konfiguriert, kompiliert und installiert werden.
make menuconfig
Unter dem Punkt "ISDN subsystem" muß zunächst
einmal "ISDN support" aktiviert werden. Der HiSax und
der ISDN-Treiber können sowohl als Module, als auch fest in den Kernel
kompiliert werden. Die Modul-Variante ist auf jeden Fall die empfehlenswertere.
Ausserdem müssen "Support synchronous PPP" und "Use
VJ-compression with synchronous PPP" aktiviert werden. Danach
kommt die Auswahl des eigentlichen Kartentreibers. Wer eine ICN oder PCBIT
Karte im Gehäuse sitzen hat wählt die entsprechenden Menupunkte.
Besitzer einer Teles(Creatix, 1&1,Niccy)-Karte haben die Wahl zwischen
dem älteren "Teles/NICCY1016PC/Creatix support" und
dem "HiSax-Driver". Der Rest muß ohnehin den HiSax-Treiber
benutzen. Wird der HiSax-Treiber angewählt erscheint eine Auswahl
der unterstützten Karten und des verwendeten ISDN-Protokolls. Nach
Wahl der Karte und des Protokolls kann die Konfiguration dann abgespeichert
und die Module können gebaut werden.
Achtung: Der Kernel muß natürlich bereits Netzwerke
unterstützen:
"General setup ---> Networking support"
Außerdem müssen "Network device support" und
PPP, SLIP und "CSLIP compressed headers"
aktiviert, bzw. als Module vorhanden sein.
Wenn "Networking support" fehlt muß auf jedem Fall
auch der Kernel selbst neu kompiliert werden:
make dep && make clean && make zImage && make modules && make modules_install
Wenn nur die Module neu erzeugt werden müssen genügt ein
make modules && make modules_install
sonst, falls der Kernel neu gebaut wurde: Kernel installieren (lilo, loadlin oder wie auch immer) und neu booten.
Sind die Module fertig installiert (und evtl. das System mit einem neuen Kernel gestartet), fehlt nur noch ein depmod -a, und die Vorbereitungen sind abgeschlossen.
1. Als Modul (hisax.o):
modprobe hisax.o io=iobase irq=IRQ mem=membase type=card_type protocol=D_channel_protocol
id=idstring
iobase: IO-Basisadresse der Karte (meistens 0xd80 bei Teles)
irq: Verwndeter Interrupt
mem: Basisadresse des eingeblendeten Speichers (nur für Teles-16.0
(Creatx, 1&1 S0))
type: Kartentyp (s.u.)
protocol: D-Kanal Protokoll (1 für 1TR6 und 2 für
EURO)
idstring: nicht so wichtig (s.u.)
Anmerkung zu PnP-Karten:
Für PnP-Karten-Treiber muß der HiSax-Treiber als Modul geladen
werden. PnP-Karten sind daran zu erkennen, daß sich keine Schalter oder
Jumper (für die IO-Adresse) auf der Karte befinden. Creatix und Teles -PnP
Karten verwenden anstelle von io zwei Parameter: io1 und
io2 als Basisadressen für die ISAC und HSCX Chips. Die hierfür
erlaubten Werte müssen vorher mit Hilfe des isapnp-tools ermittelt
werden.Zum Konfigurieren der PnP-Karten ist anchließend ebenfalls
das isapnp-Tool nötig. Es befindet sich ebenfalls auf ftp.franken.de/pub/isdn4linux/HiSax/pnp/.
Die Kartentypen:
Typ Karte Benötigte Parameter
1 Teles 16.0 irq, mem, io
2 Teles 8.0 irq, mem
3 Teles 16.3 (non PnP) irq, io
4 Creatix/Teles PnP irq, io0 (ISAC), io1 (HSCX) (isapnp setup)
5 AVM A1 (Fritz) irq, io
6 ELSA PCC/PCF cards io oder autodetect
7 ELSA Quickstep 1000 irq, io (isapnp setup)
8 Teles 16.3 PCMCIA irq, io
9 ITK ix1-micro Rev.2 irq, io
Beispiele: (aus dem HiSax-Readme)
1. Teles 16.3, Euro ISDN, I/O base 280 hex, IRQ 10
modprobe hisax type=3 protocol=2 io=0x280 irq=10
2. Teles 16.0, 1TR6 ISDN, I/O base d80 hex, IRQ 5, Memory d0000 hex
modprobe hisax protocol=1 type=1 io=0xd80 mem=0xd0000 irq=5
3. Fritzcard, Euro ISDN, I/O base 340 hex, IRQ 10 and ELSA PCF, Euro ISDN
modprobe hisax type=5,6 protocol=2,2 io=0x340 irq=10 id=Fritz%Elsa
2. Treiber fest im Kernel:
Beim LILO-Prompt zusätzlich "hisax=typ,dp,pa,pb,pc,idstring"
eingeben oder besser in der lilo.conf die Zeile append = "hisax=typ,dp,pa,pb,pc,idstring"
zur Image-Sektion des neuen Kernels hinzufügen, wobei
typ: Kartentyp (s.u.)
dp: D-Kanal Protocol (1 für 1TR6 und 2 für EURO)
pa,pb und pc: Parameter für Adressen und Interupts, kartenabhängig
idstring: nicht so wichtig (s.u.)
Kartentypen:
Typ Karte Benötigte Parameter
1 Teles 16.0 pa=irq pb=membase pc=iobase
2 Teles 8.0 pa=irq pb=membase
3 Teles 16.3 pa=irq pb=iobase
4 Creatix/Teles PNP Nur als Modul !
5 AVM A1 (Fritz) pa=irq pb=iobase
6 ELSA PCC/PCF cards pa=iobase or nothing for autodetect
7 ELSA Quickstep 1000 Nur als Modul !
8 Teles S0 PCMCIA pa=irq pb=iobase
9 ITK ix1-micro Rev.2 pa=irq pb=iobase
Der idstring definiert einen Bezeichner für die Karte. Er
wird hier nicht benötigt. Default ist "HiSax".
Wenn alles klappt sollten in /var/adm/messages oder syslog
Meldungen folgender Art erscheinen:
kernel: ISDN subsystem Rev: 1.34/1.29/1.37/1.25/none loaded
kernel: HiSax: Driver for Siemens chip set ISDN cards
kernel: HiSax: Version 2.0
kernel: HiSax: Revisions 1.8/1.7/1.6/1.20/1.6
kernel: HiSax: Total 1 card defined
kernel: HiSax: Card 1 Protocol EDSS1 Id=telesS0 (0)
kernel: HiSax: Teles 8.0/16.0 driver Rev. 1.6
kernel: HiSax: Teles 16.0 config irq:9 mem:d0000 cfg:d80
kernel: Teles0: HSCX version A: V2.1 B: V2.1
kernel: Teles0: ISAC 2085 V2.3
kernel: HiSax: DSS1 Rev. 1.12
kernel: HiSax: 2 channels added
kernel: HiSax: module installed
und lsmod sollte die Module hisax, isdn und slhc als geladen melden.
Genauer steht das ganze im README.HiSax. Wie die Treiber für die Nicht-Siemens-Karten (ICN, PCBIT) zu laden sind steht in /usr/src/linux/Documentation/isdn/, im READNE-File der isdn4kultils und natürlich im isdn4linux-FAQ.
Wenn das Laden des Moduls geklappt hat, stehen einige tty*, und ein Control-Device zur Verfügung. Die ttyI*-Devices stellen einen Modememulator dar, d.h. nur daß die ISDN-Karte mittles der ttyI*-Devices über hayesartige Befehle angesteuert werden kann. Um das zu testen müssen (falls noch nicht vorhanden) erstmal die ttyI*´s angelegt werden:
mknod -m 666 /dev/ttyI0 c 43 0
mknod -m 666 /dev/ttyI1 c 43 1
mknod -m 666 /dev/ttyI2 c 43 2
mknod -m 666 /dev/ttyI3 c 43 3
Jetzt können die Dvices mittlels minicom, pppd (usw.) angesprochen
werden. Hier muß aber auf jeden Fall zuerst die eigene EAZ/MSM mit
at&e=< msm > eigetragen werden.
Bei minicom kann nun mit atd <nummer> z.B. eine Mailbox angerufen
werden.
Um eine asyncrone PPP-Verbindung zum Ascend-MAX aufzubauen kann analog wie beim Modem vorgegangen werden: Zunächst sind einige Konfigurationsfiles zu anzulegen:
/etc/ppp/chat.RZ: (eine Zeile)
ABORT BUSY ABORT "NO CARRIER" "" ATZ OK AT&E<MSN > OK ATS14=3 OK ATD41532 "HDLC"
/etc/ppp/options:
crtscts
defaultroute
noipdefault
+ua /etc/ppp/pap-pass
mtu 1500
mru 1500
/etc/ppp/pap-pass: (letzte Zeile mit Return abschließen ! )
P<kennung>
<Passwort>
Mit dem Aufruf des pppd-daemons
pppd connect '/usr/sbin/chat -vf /etc/ppp/chat.RZ' ttyI0 64000
müsste nun eine TCP/IP-Verbindung zum RRZ aufgebaut werden.
Wer ISDN benutzt sollte auf jeden Fall syncrones PPP verwenden. Hierzu wird der modifizierte ppp-daemaon ipppd benötigt. Er befindet sich (neben einigen anderen benötigten Tools) im Paket isdn4k-utils.tar.gz, ebenfalls auf ftp.franken.de/pub/isdn4linux/v2.0/. Bei den meisten Linux-Distributionen (Slackware, SuSE) sind der ipppd und das ebenfalls benötigte isdnctrl bereits vorhanden, so daß isdn4k-utils.tar.gz nicht mehr benötigt wird. Falls isdn4k-utils.tar.gz dennoch installiert werden muß ( make, make devices, make install), und dabei Probleme auftreten, kann das tools-Verzeichnis aus dem Makefile entfernt werden. Notwendig sind lediglich isdnctrl und der ipppd.
Nach dem Laden der Module isdn,hisax und slhc mittels modprobe hisax.o muß zunächst ein ppp-Netzdevice definiert werden:
isdnctrl addif ippp0
isdnctrl addphone ippp0 out 41532
isdnctrl eaz ippp0 <msm>
isdnctrl l2_prot ippp0 hdlc
isdnctrl l3_prot ippp0 trans
isdnctrl encap ippp0 syncppp
Mit
ifconfig ippp0 134.100.43.100 pointopoint rzmax metric 1
wird das ippp0-Device eingerichtet, wobei die eigene Adresse unwichtig ist, da der ipppd sie ohnehin neu setzt. Mit
route add rzmax ippp0 und
route add default gw rzmax
werden die Pfade ins Netz gestzt. Vorher sollte natürlich in der /etc/hosts ein Eintrag
134.100.43.253 rzmax.public.uni-hamburg.de rzmax
stehen. Wie der pppd benötigt der ipppd ebenfalls
etc/ppp/options und /etc/ppp/pap-pass:
/etc/ppp/options:
ipcp-accept-local
ipcp-accept-remote
noipdefault
-vj
+ua /etc/ppp/pap-pass
lock
mru 1500
mtu 1500
debug
/etc/ppp/pap-pass:
P<kennung>
<Passwort>
Die letzte Zeile mit Return abschliessen ! Die Datei /etc/ppp/pap-pass sollte root gehören und auch nur von root gelesen werden dürfen
Schließlich muß noch der ipppd gestartet werden (als root):
ipppd /dev/ippp0
Fertig !
Mit tail -f /var/adm/messages kann jetzt der Verbindungsaufbau verfolgt werden, sobald das erste IP-Paket ins Netz rausgeht. (z.B. durch ping rzmax)
Vorsicht: Die Telekom freut sich über ein unbeobachtetes
dial-on-demand !
Die älteren Versionen dieser Seite für ältere Linux-Installationen
befinden sich hier. Ein hervorragendes Tutorial zur Anbindung
eines Linux-Rechners ans Netz ist Ein
Linux-Leafsite. Dort wird sowohl auf die Netzanbindung über Modem
und ISDN, als auch auf die Einrichtung von Mail und News eingegangen.
Last modified: Thu 6.3.97 16:17 CET
| Impressum | 25. Feb 1999, verantwortlich: netgroup |