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Berichte und Papiere
ISSN 1613-7477

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Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere

102 / 2010: Auslandskorrespondenten im Film

 

ISSN 1613-7477.

Redaktion und Copyright dieser Ausgabe: Hans J. Wulff.

Letzte Änderung: 26. September  2009.

 

Auslandskorrespondenten / Reporter im Ausland / Kriegsberichterstatter im Film. Eine Arbeitsfilmographie.
Zusammengestellt v. Hans J. Wulff





In die folgende Liste sind Hinweise von Tom Knieper eingegangen. Einen Aufblick auf den kleinen Motivkreis gebe ich in meinem Artikel „Zwischen Empörung und Naivität. Auslandskorrespondenten im Film, die Globalisierung und die Dritte Welt.“ In: Festschrift für Karl Prümm. Hrsg. v. Andreas Kirchner, Astrid Pohl und Peter Riedel. Marburg: Schüren 2010 [i.V.].


1932


#War Correspondent; USA 1932, Paul Sloane. -- Über einen US-Radioreporter, der einen Amerikaner, der als chinesischer „General Chang“ im chinesischen Bürgerkrieg agiert, entlarvt.



1933


#Clear All Wires!; USA 1933, George W. Hill. -- Der Reporter Buckley ist ein Filou - er erfindet Nachrichten oder arrangiert Ereignisse so, dass sie berichtenswert werden. Als er in Moskau eine Story über die Erschießung der letzten Romanoffs zu arrangieren sucht, mißlingt der Plan, Buckley gerät nun seinerseits in Gefahr.



1936


#Next Time We Love; USA 1936, Edward H. Griffith. -- Die Ehe eines jungen Paares wird auf eine harte Probe gestellt, als der Mann eine Verpflichtung als Auslandskorrespondent eingeht und sie gleichzeitig eine erfolgreiche Karrierre als Bühnenstar startet.



1940


#Foreign Correspondent (Der Auslandskorrespondent); USA 1940, Alfred Hitchcock. -- Ein Auslands-Reporter entlarvt den Leiter einer Friedensinitiative als Kopf einer Nazi-Verschwörung.



1941


#Dangerous Moonlight; USA 1941, Brian Desmond Hurst. -- Eine amerikanische Journalistin verliebt sich während des deutschen Überfalls auf Polen in einen Pianisten, den sie in New York heiratet, der aber zurück in den Krieg gegen die Deutschen will.



1942


#Bombay Clipper; USA 1942, John Rawlins. -- Der Reporter-Held kommt einer Gruppe japanischer Verschwörer auf die Spur, die Diamanten aus einem Flugzeug stehlen wollen.


#Once Upon a Honeymoon (Es waren einmal Flitterwochen); USA 1942, Leo McCarey. -- Antinazifilm. Eine junge Varieté-Tänzerin heiratet einen österreichischen Baron, den ein Radioreporter im Verdacht hat, mit den Nazis zu kooperieren. Als der Weltkrieg ausbricht, folgt der Reporter dem Paar, verliebt sich in die Tänzerin. Es stellt sich heraus, dass der Baron tatsächlich ein Nazi ist. Reporter und Tänzerin fliehen nach Paris. Die junge Frau wird als Spionin gewonnen - und der Reporter nutzt eine Radiosendung, um Baron und Nazis als gefährliche Trottel zu demaskieren.


#Somewhere I'll Find You; USA 1942, Wesley Ruggles. -- Melodram. Zwei Brüder, beide Kriegsberichterstatter, verlieben sich in die gleiche Frau, die sie erst viel später in China wiederfinden - sie arbeitet für ein Waisenhausprojekt.


#A Yank in Libya; USA 1942, Albert Herman. -- Amerikanischer Journalist entlarvt einen Plan der Nazis, die die Araber-Stämme in Libyen gegen die Briten aufhetzen wollen.



1943


#Guadalcanal Diary; USA 1943, Lewis Seiler. -- Propagandafilm. Über die Vorbereitungen zur Landung der US-Truppen auf Guadalcanal - aus der Perspektive eines Kriegsberichterstatters.



1945


#Story of G.I. Joe; USA 1945, William A. Wellman. -- Über einen jungen US-Journalisten, der für sein US-Publikum über den Krieg in Nordafrika und später in Italien berichtet.



1955


#Love Is a Many-Splendored Thing (Alle Herrlichkeit auf Erden); USA 1955, Henry King. -- Melodram über einen Reporter, der von Hongkong aus über den chinesischen Bürgerkrieg berichtet und der eine Ärztin, die Witwe eines chinesischen Generals kennenlernt. Die europäischen Freunde aber suchen ebenso wie die Familie der Chinesin die Beziehung zu verhindern.



1958


#Another Time, Another Place (Herz ohne Hopffnung); USA 1958, Lewis Allen. -- Melodram. US-Journalistin verliebt sich während des Zweiten Weltkriegs in einen BBC-Berichterstatter. Als dieser erschossen wird, reist sie in dessen Heimtastadt, um der Ehefrau zu kondolieren.


#The Quiet American (Vier Pfeifen Opium); USA 1958, Joseph L. Mankiewicz. -- Adaption eines Romans von Graham Green, die von Greene entschieden als zu pro-westlich abgelehnt wurde. Der Stoff wurde 2002 erneut verfilmt.



1959


#Cuban Rebel Girls; USA 1959, Barry Mahon. -- Errol Flynn spielt die Rolle eines Kriegskorrespondenten, der Castro behilflich ist, das Regime des Diktators Batista zu beenden. Der Film wurde noch während des Bürgerkrieges gedreht.



1967


#Vivre Pour Vivre (Lebe das Leben); Frankreich 1967, Claude Lelouch. -- Dreiecksgeschichte zwischen einem französischen Fernsehreporter, seiner Frau und einer jungen Amerikanerin. Mit anekdotischen Szenen aus Vietnam und aus dem Kongo.



1974


#The Odessa File (Die Akte Odessa); Großbritannien/BRD 1974, Ronald Neame. -- Basierend auf dem Roman von Frederick Forsyth. 1963. „Odessa“ ist der Name einer Firma, die für die Ägypter ein Raketenlenksystem herstellt. Ein Hamburger Reporter gerät zufällig an die Informationen über das verbotene Geschäft, gerät in größte Gefahr, weil auch sein Chefredakteur als ehemaliger SS-Offizier in die Intrige verwickelt ist. Er reist nach Wien, spricht mit dem Nazijäger Simon Wiesenthal. Mossad-Agenten entführen den Reporter, überreden ihn dazu, sich in die Nazi-Geheimorganisation einschleusen zu lassen. Er nimmt die Identität eines SS-Manns an, wird allerdings identifiziert. Auf der Flucht vor einem Killer, den die Organisation auf ihn angesetzt hat, gelangt er in den Besitz der titelgebenden Akte, die Informationen über die Mitglieder der Organisation enthält. Der Geschäftsführer der Firma erweist sich als „Schlächter von Riga“ und als Mörder des Vaters des Reporters.



1975


#Professione: Reporter (Beruf: Reporter); USA/Italien/Frankreich/Spanien 1975, Michelangelo Antonioni. -- Der Reporter David Locke versucht, in der Wüste des Tschad Kontakt zu Freiheitskämpfern aufzunehmen. Das Vorhaben misslingt. Er entdeckt, dass ein mysteriöser Geschäftsmann, der im gleichen Hotel wohnt und ihm ähnlich sieht, tot in seinem Zimmer liegt. Locke nimmt die Identität des Toten an und tauscht die Fotos in den Reisepässen aus. Er kehrt nach London zurück, holt in seiner Wohnung einige persönliche Dinge und reist nach München, Robertsons Terminplänen folgend, der wohl ein Waffenhändler war. Lockes Frau entdeckt, dass ihr Mann unter falscher Identität lebt, gerät ihrerseits in Gefahr, weil sie von Agenten der tschadischen Regierung verfolgt wird, die auf der Suche nach dem Waffenhändler Robertson sind, weil er die Rebellen mit Waffen versorgt. In einem südspanischen Städtchen wird Locke von den Agenten gestellt und umgebracht.



1981


#Le Faussaire (Die Fälschung); Frankreich/BRD 1981, Volker Schlöndorff. -- Literatur: Volker Schlöndorff / Nicolas Born / Bernd Lepel: Die Fäschung als Film und der Krieg im Libanon. Frankfurt: Zweitausendeins 1981. -- Der deutsche Journalist Laschen will aus Beirut vom Libanon-Krieg zwischen Palästinensers und der christlichen Falange berichten. Er begreift die Alltäglichkeit des Krieges. Als er am Ende erkennt, daß sein Leben und sein Verständnis seiner Profession auf Lüge aufgebaut ist, gibt er nach der Rückkehr nach Deutschland den Beruf auf.



1982


#La triple muerte del tercer personaje (Der dreifache Tod der dritten Person); Spanien/Frankreich/Bergien/Chile 1982, Helvio Soto. -- Ein Journalist ist zwei Jahre in einem lateinamerikanischen Gefängnis gewesen. Nach Europa zurückgekehrt, versucht er verzweifelt, eine Person zu retten, die er selbst ungewollt in Gefahr gebracht hat. Es ist die ominöse „dritte Person“, die eine mysteriöse Geheimorganisation mit Hilgfe des Computers identifiziert hat. Am Ende wird der Journalist selbst zum Opfer eines Attentats.


#The Year of Living Dangerously (Ein Jahr in der Hölle); Australien/USA 1982, Peter Weir. -- Angesiedelt im Djakarta der frühen 1960er, erzählt der Film die Geschichte des australischen Nachrichtenreporters Guy Hamilton, der von seiner Agentur nach Indonesien geschickt wurde. Der Diktator Sukarno hatte sich 1963 als Präsident einsetzen lassen, konnte die linke Oppositionsbewegung aber nie ganz unter Kontrolle bekommen. Der kleinwüchsige chinesische Photograph Billy Kwan versorgt Hamilton mit Kontakten und Hintergrundinformationen, vermittelt sogar einen Interviewtermin mit dem Anführer der kommunistischen Partei Indonesiens. Als Kwan allerdings gegen das Herrschaftssystem Sukarnos präsentiert, wird er von Polizisten schwer verletzt und stirbt. Hamilton war informiert worden, dass ein Aufstand gegen das Sukarno-Regime bevorstand, hatte das Land aber nicht verlassen, wird nun selbst in Konflikte mit den Militärs verstrickt und schwer verletzt; in der Wohnung einer Freundin wartet er das Ende des Bürgerkriegs (1966) ab. Erst als er erfährt, dass der Aufstand gescheitert ist, verläßt er sein Versteck und flieht zum Flughafen, um das Land zu verlassen.



1983


#Under Fire (Under Fire); USA 1983, Roger Spottiswoode. -- Der in vielen Details an der Realgeschichte orientierte Film spielt im Nicaragua des Jahres 1979, in der Hochphase des Krieges zwischen den Regierungstruppen des Diktators Somoza und den links-liberalen Sandinista-Truppen. Der Kriegsphotograph Russell Price, der sein Geld mit Berichten aus Krisengebieten verdient, sucht seine Aufgabe mit der naiven Neutralität eines professionellen Fotojournalisten zu begegnen: „Ich stehe auf keiner Seite, ich mache nur Fotos.“ Allerdings erweist sich diese Selbstbeschreibung schnell als brüchig. Als es ihm gelingt, eine Zusammenkunft mit Comandante Rafael, dem Anführer der Rebellen, zu arrangieren, und als er endlich im Camp der Aufständischen im Dschungel angekommen ist, ist Rafael in einem Gefecht mit den Somoza-Truppen tödlich verletzt worden. Die Sandinista überreden Price dazu, ein Bild Rafaels zu arrangieren, das ihn lebendig zeigt, weil sie hoffen, damit eine Waffenlieferung der USA an die Militärs zu verhindern oder wenigstens zu verzögern. Price, dem klar wird, dass er seine Neutralität nicht aufrecht erhalten kann, darauf ein. Als er zufällig den Mord an einem befreundeten Journalisten photographiert, wird er selbst zum Gejagten der Regierungstruppen - es gelingt ihm aber, die Bilder des Mordes einem Fernsehsender zuzuspielen, der sie just in dem Augenblick versendet, als Somoza im Fernsehen den Tod des US-Journalisten Grazier bedauert und den Rebellen unterzuschieben versucht. Am Tag darauf flieht Somoza in die USA und erbittet Asyl.



1984


#The Killing Fields (The Killing Fields - Schreiendes Land); Großbritannien 1983, Roland Joffé. -- Nach einem Artikel von Sydney Schanberg. Der amerikanische Reporter Schanberg berichtete von 1972-75 für die New York Times über die Kämpfe der US-Truppen während der kambodschanischen Revolution. Aus seiner Zusammenarbeit mit dem kambodschanischen Journalisten Dith Pran entwickelt sich eine Freundschaft. Pran schickt seine Familie kurz vor der Eroberung von Phnom Penh zusammen mit den abziehenden Amerikanern ins Ausland, bleibt aber selbst mit Schanberg zurück, um von der Einnahme der Stadt durch die Roten Khmer zu berichten. Als die Hauptstadt fällt, m¸ssen die verbliebenen Journalisten vor den Revolutionstruppen Zuflucht in der noch geöffneten französischen Botschaft suchen. Schanberg kann dann mit den anderen amerikanischen und den europäischen Journalisten ausreisen, während Pran zurückbleiben muss. Der Film spielt fünf Jahre nach dem Ende der Herrschaft der Rothen Khmer, die fast ein Drittel der Bevölkerung ermorden ließen. Pran konnte aus einem Lager fliehen, traf Schanberg wieder, als dieser das Land besuchte, um sich der Schuld zu stellen, die ihm erwuchs, als er den Freund und Kollegen zurückließ.



1985


#Eleni (Eleni); USA 1985, Peter Yates. -- Der Film erzählt die Geschichte eines Journalisten, der von der New York Times an die griechisch-albanische Grenze geschicht wird, an der es Unruhen gibt. Der Held aber sucht die Hintergründe für die Exekution seiner Mutter in den Bürgerkriegen am Ende des Zweiten Weltkriegs aufzuklären. Der Vater des Protagonisten war vor dem Weltkrieg in die USA ausgewandert und wollte seine Frau Eleni und die Kinder später nachkommen lassen. Der Krieg und die Besetzung Griechenlands durchkreuzen aber diese Pläne. Als im Lauf der Kriege (1946-49) die älteste Tochter von den Partisanen zwangsrekrutiert werden soll, beginnt Eleni Widerstand zu leisten. Sie organisiert eine Flucht aus dem von Minenfeldern umschlossenen Dorf, um ihre Kinder auf die griechische Seite der Front und damit in Sicherheit zu bringen. Zwar gelingt der Plan, aber sie selbst wird gefaßt und nach langen Folterungen erschossen.



1986


#Salvador (Salvador); Großbritannien 1986, Oliver Stone. -- Erzählt die in vielen Details an der Realität gestützte Geschichte des amerikanischen Reporters Richard Boyle, der vom Bürgerkrieg in El Salvador und den begleitenden politischen Verhältnissen überrollt - die regierende Junta geht mit brutaler Gewalt gegen das eigen Volk vor und wird dabei von der CIA unterstützt. Boyle wird Zeuge, als der Erzbischof Oscar Romero durch ein Mitglied einer rechtsgerichteten Todesschwadron ermordet wird; er photographiert nach einem Massaker leichenbedeckte Hügel, dokumentiert den Mord an vier amerikanischen Nonnen. Der Druck auf Boyle wird immer größer, die Kontakte zu den Rebellen muß er aufgeben, man versucht ihn zu bestechen, und als er versucht, die Bilder eines ermordeten Kollegen in die USA zu schmuggeln, verweigert man seiner Frau die Einreise in die USA - sie muß nach El Salvador zurückkehren. Boyle wird die Bilder nur um den Preis tödlicher Gefahr für seine Frau weitergeben können.



1987


#Cry Freedom (Schrei nach Freiheit); USA 1987, Richard Attenborough. -- Film über den südafrikanischen Aktivisten Speve Biko (Gründer des Black Consciousness Movement) und seinen weißen Journalisten-Freund Donald Woods, der alles daran setzt, Nachrichten über Biko außerhalb Südafrikas zu verbreiten.


#Deadline (aka: Witness in the War Zone, aka: War Zone; dt.: War Zone - Todeszone); Großbritannien/Israel/BRD 1987, Nathaniel Gutman. -- Der amerikanische Reporter Don Steven, der aus dem vom Bürgerkrieg zerrüttetem Beirut berichtet, soll ein exklusives Interview mit einem hochrangigen PLO-Führer übernehmen. Dieser jedoch sucht das Interview umzudrehen, es als Mittel einzusetzen, Kriegspropaganda zu verbreiten und die Massen aufzustacheln. Steven ist dem Druick, der nun auf ihn ausgeübt wird, kaum gewachsen, bis er von einem geplanten Massaker erführt, das ihn zwingt, aktiv in den Krieg einzugreifen.


#Full Metal Jacket (Full Metal Jacket); Großbritannien/USA 1987, Stanley Kubrick. -- Der Soldat Joker, der im ersten Teil des Films in einem Ausbildungslager zu einem Killer herangezogen worden war, arbeitet in Vietnam als Militärberichterstatter für die Soldatenzeitschrift Stars and Stripes. Er sehnt sich danach, der Propagandamaschinerie zu entkommen und die grausame Wahrheit der Fronteinsätze aus erster Hand zu erfahren - ob er tatsächlich ein Killer geworden ist.


#Good Morning, Vietnam (Good Morning, Vietnam); USA 1987, Barry Levinson. -- Der Journalist und Radiomoderator, der in Vietnam beim Armed Forces Radio eine Gute-Laune-Sendung macht, gewinnt immer tieferen Einblick in die Situation in Vietnam und in die Ungerechtigkeit des Krieges, behält aber sein Wissen für sich; erst mit seiner Abschiedssendung spricht er offen zu den Zuhörer-Soldaten.


1988


#Deadline: Madrid (Deadline: Madrid); USA 1988, John Patterson. -- TV-Film. Eine amerikanische Journalistin beschließt, nach dem Verschwinden eines Kollegen dessen gefährliche Recherche fortzusetzen. Die beiden decken eine Verschwörung auf und gewinnen neunen Mut, ihre Arbeit als Kriegsberichterstatter der Kriege und Krisen im Nahen Osten fortzuusetzen.



1989


#A Dangerous Life (Ein gefährliches Leben); USA 1989, Robert Markowitz. -- Ursprünglich als 6stündiger HBO-Mehrteiler. Über einen US-amerikanischen TV-Journalisten, der in Manila ist, als der Volksaufstand gegen das Marcos-Regime beginnt.



1991


#Hors la vie (Nacht ohne Ende - Hors la Vie); Frankreich/ Italien/ Belgien 1991, Maroun Bagdadi. -- Ein französischer Presse-Photograph wird während des Libanon-Krieges entführt und als Geisel in Beirut festgehalten.


#Pictures from a Revolution; USA 1991, Alfred Guzzetti, Susan Meiselas, Richard P. Rogers. -- Dokumentarfilm. Über die 70 Photos, die Susan Meiselas 1981 unter dem Titel Nicaragua, June 1978 to July 1979 (Amsterdam: Van Gennep / Maarssen: Schwartz 1981) publizierte. Der Film geht der Frage nach, was die Menschen, die Meiselas damals porträtierte, heute machen, woran sie sich erinnern, was sie heute von der Revolution halten.



1992


#Lahav Hatzui (IT: Double Edge; dt.: Drei Wochen in Jerusalem); USA/Israel 1992, Amos Kollek, Stephen Stafford. -- Reporterin zwischen den Fronten von Israelis und Palästinensern. Enthält eine Reihe dokumentarischer Interviews.



1994


#De Amor y Sombras (IT: Of Love and Shadows; dt.: Von Liebe und Schatten); USA/Argentinien 1994, Betty Kaplan. -- Fragmentarische Adaptation eines Romans von Isabel Allende. Die Geschichte ist Chile der frühen 1970er angesiedelt, zu Zeiten der Pinochet-Diktatur. Die Journalistin Jennifer Connelly ist freiwillig von allen Nachrichten abgeschnitten, ganz ihrer Affäre mit einem Offizier der Truppen hingegeben. Sie ändert ihre Haltung aber abrupt, als sie einem charismatischen Anarchisten begegnet.


#Veillées d'armes (aka: The Troubles We've Seen: A History of Journalism in Wartime; aka: Veillées d'armes : Histoire du journalisme en temps de guerre); Frankreich/BRD/Großbritannien 1994, Marcel Ophüls. -- Dokumentarfilm über die Kriegsberichterstattung während der Jugoslawienkriege, basierend auf Interviews, die Ophüls während zweier Reisen nach Sarajewo gemacht hatte.



1995


#Les Hirondelles ne Meurent pas a Jerusalem; Tunesien/Frankreich 1995, Ridha Behi. -- Ein französischer Journalist, der während der Zeit, als Rabin und Arafat das Friedensabkommen vorbereiten, in Jerusalem weilt, erfährt von einem Taxifahrer die Geschichte einer Großmutter, die verschwunden war, deren Bild nun aber in einer arabischen Zeitung war. Die Recherche zu dieser Geschichte erweist sich aber als unmöglich, weil sie zu tief mit den Konflikten zwischen den Israelis und den Palästinensern verstrickt ist.



1996


#Up Close & Personal (Aus nächster Nähe); USA 1996, Jon Avnet. -- Der Ehemann der Protagonistin reist am Ende erneut in ein Krisengebiet und kommt um.



1997


#Territorio comanche (Dem Tod auf der Spur); Spanien/BRD/Frankreich/Argentinien 1997, Gerardo Herrero. -- Ein spanischer TV-Reporter berichtet aus dem belagerten Sarajevo über den Krieg. Auf einer realen Geschichte basierend.


#Welcome to Sarajevo (Welcome to Sarajevo); Großbritannien/USA 1997, Michael Winterbottom. -- Ein britischer Kriegsberichterstatter schmuggelt illegalerweise ein ca. zehnjähriges Mädchen, das er in einem Waisenhaus mit Kriegswaisen kennengelernt und vor den serbischen Truppen gerettet hatte, nach England; selbst die Mutter des Kindes, die das Mädchen acht Jahre nicht gesehen hatte, stimmt nach einem Jahr der Adoption zu - sie selbst wird aber in dem von Unruhen nach wie vor geschüttelten Nachkriegs-Sarajevo bleiben.



1998


#Dying to Tell the Story; USA 1998, Kyra Thompson. -- Dokumentarfilm, in dem die Erzählerin Amy Eldon nach dem tieferen Sinn des Todes ihres 22jährigen Bruders fragt, der als Reuters-Photograph zu einer Gruppe von fünf Journalisten in Somalia gehörte, von denen vier in der großen Hungersnot von 1993 während eines Aufstands gesteinigt wurden.



2000


#Harrison's Flowers (Harrisonës Flowers); Frankreich 2000, Elie Chouraqui. -- Der Film erzählt von einem geachteten und geehrten Newsweek-Reporter, der im Oktober 1991 nach Jugoslawien entsandt wird, um über den sich anbahnenden Krieg zu berichten. Noch ist die Komplexität des multiethnischen und multireligiösen Staatsgebildes im Westen so gut wie unbekannt. Die Associated Press bringt schon kurz nach dem Tod des Protagonisten die Nachricht von seinem Tod. Seine Frau glaubt dennoch, dass er noch lebt, reist ihrerseits mit Reporter-Freunden, sucht ihren Mann, trotz der anhaltenden Kämpfe zwischen serbischen und kroatischen Streitkräften. Die Suche bleibt vergeblich - nach Hause zurückgekehrt, trifft sie auf den Sohn, zu dessen Geburtstag, der Vater eigentlich wieder da sein wollte, der die Blumen des Vaters pflegt.



2001


#War Photographer (War Photographer); Schweiz 2001, Christian Frei. -- Dokumentarisches Porträt des Magnum-Kriegsphotographen James Nachtwey.



2002


#Live from Baghdad (Live aus Bagdad); USA 2002, Mick Jackson. -- Über die beiden CNN-Reporter Peter Arnett und John Holliman, die am 16.1.1991 live vom Luftschlag der US-Streitkräfte auf die irakische Hauptstadt Bagdad berichteten.


#The Quiet American (Der stille Amerikaner); USA 2002, Phillip Noyce. -- Im Saigon der späten französischen Kolonialzeit spielend, erzählt der Film die Geschichte des englischen Auslandskorrespondenten Fowler, der einen jungen amerikanischen Diplomaten kennenlernt, der in der amerikanischen Handelsvertretung arbeitet und der Fowler nicht nur die Geliebte ausspannt, sondern auch politisch in den Indochina-Konflikt einzugreifen sucht. Es ist die Zeit des Kolonialkriegs der Franzosen mit den Vietminh, einem Bündnis nationaler und kommunistischer Kräfte, die sich zur Erlangung der Unabhängigkeit eines vereinten Vietnam zusammengeschlossen haben. Der Amerikaner will sich unbedingt für eine Demokratisierung des Landes einsetzen, liefert einem der Warlords Sprengstoff zu terroristischen Anschlägen. Fowler wird über die subversiven Aktionen des Amerikaners informiert, lockt ihn seinerseits in eine Falle der Vietminh. Die Geschichte geht auf einen Roman Graham Greens zurück. Sie wurde in einer sehr viel deutlicher pro-amerikanischen Haltung schon einmal adaptiert wurde (1958), eine Fassung, die Green entschieden ablehnte.



2003


#War Stories; USA 2003, Robert Singer. -- Pilotfilm für eine NBC-Serie. Ein zynischer amerikanischer Kriegsberihterstatter in Usbekistan bekommt einen neuen Photographen zugeteilt, nachdem der Vorgänger von einer Mine getötet wurde. „There's no such thing as truth; that's why they call them stories“, ist die Arbeitsphilosophie des Protagonisten. Der neue Kollege ist eine Frau, die diese Haltung nicht teilen kann, weil ihre Schwester beim Anschlag auf das World Trade Center umkam.



2004


#A Different Loyalty (The Third Identity); USA/Kanada 2004, Marek Kanievska. -- Beirut 1956: Eine amerikanische Künstlerin trifft den Leiter der Spionageabwehr des britischen Geheimdienstes M-I-6, der als Kriegsberichterstatter arbeitet. Der Mann verschwindet. Die Suche der Frau nach der wahren Identität ihres Mannes führt sie über London und New York nach Moskau.


#September Tapes; USA 2004, Christian Johnston. -- Afghanistan, ein Jahr nach dem Anschlag auf die New Yorker Doppeltürme. Drei Reporter versuchen, Osama Bin Laden zu finden. Der eine wird verhaftet, weil er bei einem Treffen mit Vertretern der Nordallianz Photos gemacht hat. Im Kerker lernt er einen Kopfgeldjäger kennen, der ihm helfen könnte.


#WMD: Weapons of Mass Deception; USA 2004, Danny Schechter. -- Dokumentarfilm. Im Irak werden zwei Kriege geführt - ein militärischer und ein publizistischer. Der Film zeigt, wie das US-Publikum durch die Medienpolitik des Pentagon systematisch irregeführt wird.



2006


#Blood Diamond (Blood Diamond; aka: Blutdiamanten); USA 2006, Edward Zwick. -- Sierra Lweone, Mitte der 1990er. Ein Schwarzer schmuggelt einen übergroßen Diamanten aus der Mine heraus, in der er als Zwangsarbeiter gefangen gehalten wird. Im Gefängnis lernt er einen Weißen kennen, der ihm verspricht, Hilfe bei der Suche nach seiner Familie zu geben, der sich aber eigentlich nur für den Diamanten interessiert. Eine Journalistin schließt sich den beiden bei der Reise zurück ins Rebellengebiet an.


#The Good German (The Good German); USA 2006, Steven Soderbergh. -- Der Journalist Jake Geismar wird von seiner Zeitung zur Potsdamer Konferenz ins Nachkriegs-Berlin geschickt und trifft dort unter komplizierten Umständen seine jüdische Jugendfreundin Lena Brandt wieder, die den Krieg und die Verfolgung in Berlin überlebt hat. In einer komplizierten Ermittlung findet er heraus, dass sie mit dem vermissten Ingenieur Emil Brandt, der an den V2-Versuchen mitarbeitete, verheiratet ist, der als ehemaliger SS-Offizier Kenntnisse über die unmenschlichen Zustände im Dora-Mittelbau und die Verwicklung deutscher Wissenschaftler besitzt und sowohl von den russischen wie von den amerikanischen Besatzungstruppen gesucht wird. Am Ende - in einer deutlich auf den Schluß von Casablanca anspielenden Szene - gesteht die junge Frau, dass sie den Nazis geholfen hat, versteckt lebende Juden aufzuspüren, um nicht selbst deportiert zu werden.


#The Situation; USA 2006, Philip Haas. -- Nach einem Bericht der amerikanischen Journalistin Wendell Steavenson. 2003. Dreiecksgeschichte, die die Lage im Nachriegs-Irak durch eine amerikanische Journalistin zu erhellen sucht, die gleichzeitig von einem CIA-Agenten und von einem irakischen Photographen umworben wird.



2007


#The Devil Came on Horseback (Die Todesreiter von Dafur); USA 2007, Ricki Stern, Anne Sundberg. -- Dokumentarfilm. Über die flächendeckende Ermordung der schwarzen Bevölkerung in der sudanesischen Provinz Dafur, erzählt aus der Perspektive eines amerikanischen Offiziers, der als Militärbeobachter vor Ort war, Tausende von Photos machte und später versucht, die amerikanische Öffentlichkeit von dem Völkermord zu unterrichten.


#The Hunting Party (Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird); USA 2007, Richard Shepard. -- Basierend auf einem Bericht von Scott Andersen („What I did on my Summer Vacation“) aus der US-Zeitschrift Esquire (2000). Ein zynisch und müde gewordener Kriegsberichterstatter trifft in Sarajewo wieder mit einem Photographen-Freund zusammen. Die beiden beschließen, zusammen mit einem TV-Reporter auf die Suche nach einem gesuchten Kriegsverbrecher zu gehen. Ein Fehler der UN-Truppen bringt das Trio aber selbst in den Fokus einer CIA-Antiterrorgruppe.


#A Mighty Heart (Ein mutiger Weg); Großbritannien/USA 2007, Michael Winterbottom. -- Auf der Grundlage des Buches Ein mutiges Herz: Leben und Tod des Journalisten Daniel Pearl von Mariane Pearl (2003). Der Film erzählt von der im Januar 2002 stattgefundenen Entf¸hrung und Ermordung des US-amerikanischen Journalisten Daniel Pearl, der mit seiner französischstämmigen Ehefrau und Kollegin Mariane Pearl zu dieser Zeit in Islamabad in Pakistan lebte und versucht hatte, ein Interview mit einem al-Qaida-Mitglied zu arrangieren.



2008


#Morgan Pålsson - Världsreporter; Schweden 2008, Fredrik Boklund. -- Komödie. Nachdem die Titelfigur den litauischen Ministerpräsidenten unfreiwillig in einem Interview verulkt hatte, wird er mit einem Kollegen nicht etwa entlassen, sondern in das kleine nordafrikanische Land MatÚbo geschickt, das sich unter dem Druck der Islamischen Front von einer Monarchie in eine Demokratie gewandelt hat. Sie geraten mit einem größenwahnsinnigen afghanischen Terroristen aneinander, der Plutonium aus einer stillgelegten Militärbasis in Maboto stehlen will.



2009


#An American Journalist; USA 2009, Mark Anthony Coger. -- „Es gab eine Zeit, in der ich glaubte, meine Arbeit als Journalist wäre, die Wahrheit zu schreiben“, ist ein Selbstbekenntnis des Pulitzer-Preisträgers Jack Calvo, der für seine Berichte aus Bosnien ausgezeichnet wurde. Im Irak wird er mit einem Kollegen entführt, am Ende erst entlassen, nachdem der Kollege hingerichtet wurde. Nach einer Zeit der Gewissensbisse kehrt er in seinen Beruf als Journalist zurück.

  Impressum   Letzte Änderung: 21.10.2010