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Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere
127 / 2011: Webserien.
ISSN 1613-7477.
Redaktion und Copyright dieser Ausgabe: Jan Henne, Markus Kuhn.
Letzte Änderung: 25. Mai 2011 (Nachtrag vom 20. Juni 2011).
Inhalt:
1. Einleitung
2. Deutsche und deutschsprachige Webserien (alphabetisches Verzeichnis)
3. Nachtrag vom 20. Juni 2011
Die deutsche Webserien-Landschaft: Eine Übersicht. Zusammengestellt von Jan Henne u. Markus Kuhn.
Einleitung*
Webserien werden häufig im Rahmen von Web 2.0, User Generated Content und Video-Blogs verortet. Das ist hinsichtlich der Genese einiger populärer Vertreter wie der Webserie lonelygirl15 sowie vieler semiprofessioneller Produktionsformen zwar eine denkbare Betrachtungsweise, nicht zuletzt weil serielle Kurzfilm-Formate von der urknallartigen Popularitätsexplosion des Videoportals YouTube und deren Auswirkungen auf das Netz profitiert haben und immer wieder im Rahmen vergleichbarer Videoportale entstanden sind. Allerdings ist das Spektrum an unterschiedlichen Formen und Mustern des seriellen filmischen Erzählformats Webserie heute deutlich breiter. Aufgrund der immer professioneller werdenden Produktionsformen und wachsender kommerzieller Interessen der die Serien veröffentlichenden Portale wie in Deutschland z.B. 3min verwenden Webserien einerseits zunehmend konventionelle, etablierte und erfolgreiche Genremuster und Formate aus Film- und Fernsehen. Parallel zu dieser Flut an kommerziellen und professionellen Produktionen bedienen sich andererseits immer mehr private und semiprofessionelle Anbieter wie z.B. Theater, Universitäten und Schauspielvereine dem seriellen fiktionalen und/oder pseudo-authentischen Format der Webserie. Mit relativ geringen Budgets werden diese teilweise mit hohem konzeptionellen und/oder ästhetischen Anspruch, teilweise aber auch als jugend- und popkultureller ‚Trash‘ produziert. Diese Beobachtungen gelten sowohl international für englischsprachige Webserien als auch für deutsche und deutschsprachige Webserien, die im Fokus dieser Bibliographie stehen.
Vielen, nicht allen, Webserien ist gemeinsam, dass sie Spuren ihrer Medienumgebung und/oder ihrer lokalen und sozialen Verankerung aufweisen, die sich in Ästhetik, Thematik und Struktur der jeweiligen Serie nachweisen lassen. Die Nähe von Webserien zu Phänomenen des Web 2.0 hat auch in hochkommerziellen Produkten einen Einfluss auf formal-stilistische und thematische Strukturen. Vergleichbare Finanzierungskonzepte können wiederum auch in semiprofessionellen Serien zu unmittelbaren Formen des Product-Placement führen.
Im Folgenden haben wir versucht, den Status Quo der deutschen Webserien-Landschaft in Form einer Primärwerk-Bibliographie festzuhalten. Die Webserien-Landschaft ist unübersichtlich und schnelllebig. Deshalb sprechen wir von einem Versuch. Was heute aktuell ist, wird morgen aus dem Netz genommen. Was heute auf 3min neu gepostet wird, lief schon vor zwei Jahren auf einer semiprofessionellen Homepage, die heute gesperrt ist. Was heute als Projekt veröffentlicht wird, wird morgen wegen ungeklärter Urheberrechtsfragen gesperrt. Was heute als neues Vermarktungskonzept einer etablierten Medienseite angepriesen wird, geht morgen schon gescheitert offline. Deshalb ist diese Bibliographie stark an das Datum ihrer Entstehung gekoppelt [>>>]. Wir werden versuchen, die Sammlung an dieser Stelle sukzessive zu aktualisieren. Außerdem bereiten wir ein Webserien-Blog vor, das die Webserien-Landschaft etwas genauer umreißen wird und dessen URL hier veröffentlicht wird, sobald die Daten gesammelt sind.
Diesen Umständen zum Trotz, haben wir nach bestem Wissen versucht, alle heute im deutschsprachigen Raum auffindbaren Webserien aufzulisten und die Grunddaten sofern diese zu recherchieren waren anzugeben. Sollten wir eine Webserie übersehen haben, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis per E-Mail, um sie für die zweite Auflage dieser Bibliographie zu berücksichtigen.
Als Arbeitsdefinition für Webserien möchten wir nach dem jetzigen Stand unserer Untersuchungen die folgende anbieten:
Webserien sind audiovisuelle Formen im Internet, die sich durch Serialität, Fiktionalität und Narrativität auszeichnen und die für das Web als Erstveröffentlichungsort produziert worden sind.
Diese Arbeitsdefinition eröffnet ein breites Feld. Mit dem produktionsorientierten Aspekt der geplanten Erstveröffentlichung im Netz versuchen wir, das Feld der Webserie von Fernsehserien abzugrenzen, die online gezeigt oder angeboten werden. Serien, die sowohl für das Fernsehen als auch für das Internet produziert worden sind, fallen aus dem engeren Feld der Webserien heraus, ebenso wie für das Fernsehen produzierte Serien, die dort abgesetzt worden oder nie gelaufen sind und stattdessen ins Netz gelangt sind. Beide bilden einen Grenzbereich, der für eine genauere Beschäftigung mit Webserien sicherlich zu berücksichtigen wäre. Nicht heraus fallen dagegen Webserien, die als begleitende Formate bzw. Paratexte zu Fernsehserien produziert worden sind. So findet sich das die Sat.1-Soap Eine wie keine begleitende Video-Blog Eine wie keine So Isses! ebenso auf unserer Liste wie das Internet-Prequel Ihr Auftrag, Pater Castell zur gleichnamigen ZDF-Serie.
Analog zu Fernsehserien werden die einzelnen Folgen einer Webserie als Folgen oder Episoden bezeichnet, die einzelnen Staffeln als Staffeln oder Seasons. Die einzelnen Folgen von Webserien werden häufig auch als Webisodes (abgeleitet von web und episode) oder Mobisodes (von mobile und episode als Hinweis auf die intendierte Rezeption mittels mobilen Geräten wie Smartphones) bezeichnet. Gelegentlich wird der Begriff Webisode oder im Plural Webisodes auch für die gesamte Webserie, also zur Bezeichnung aller Folgen/Episoden benutzt. Ein weiterer Begriff, der mit definitorischer Unschärfe für Webserien benutzt wird, ist der Ausdruck Websoaps. In vielen Fällen, in denen dieser Begriff benutzt wird wie z. B. bezüglich Pietshow oder They Call Us Candy Girls , lässt sich allerdings nicht von einer Soap im engeren Sinne sprechen. Dasselbe gilt für den Begriff Handysoap. Des Weiteren finden sich Bezeichnungen wie Online-Serien, Netz-Serien und Internet-Serien ohne klare Begriffsdefinitionen.
Um von einer zu starken Produktionsorientierung der Definition weg zu kommen, könnte man anhand der Analyse einer großen Zahl an Webserien zu einer prototypischen Arbeitsdefinition gelangen. Als Vorschlag unseres ‚project-in-progress‘ würden wir den Prototypen einer Webserie als Serie beschreiben, deren Folgen eine durchschnittliche Länge von 3 bis 10 Minuten haben und eine Länge von 15 Minuten nur äußerst selten überschreiten und die zusätzlich zu einem rahmenden Portal oder Kanal innerhalb eines Portals durch einen Kurzvorspann oder ein Logo/digitales Wasserzeichen als Teile einer Serie markiert sind. Es gibt sowohl Webserien, in denen das Prinzip des ‚Monster of the Day‘ dominiert (also sogenannte series) z.B. Dating Lanzelot, Moabit Vice , als auch Webserien, in denen die folgenübergreifenden Handlungsbögen dominieren (serials) z.B. Pietshow, Dämmerung. Eine Tendenz zur Serialisierung ist jedoch bei mehr als der Hälfte aller von uns gesammelten Webserien sowie vieler englischsprachiger Serien festzuhalten, was in erster Linie auf die Kürze der Folgen zurückzuführen ist.
Weitere Tendenzen sind bei erkennbaren Ausnahmen die Beschränkung auf eine überschaubare Zahl verschiedener Handlungsorte (wie z.B. in Die Hütte) und eine Beschränkung des Personals auf wenige Hauptfiguren (wie z.B. in Die Snobs). Häufig wird mit digitalen Kameras gedreht, darunter Hand- und Consumer-Kameras sowie Webcams. Es wird zumeist on location und selten im Studio produziert, was sich in den meisten Fällen auf die produktionstechnischen und finanziellen Rahmenbedingungen kurzer und kleiner Produktionen zurückführen lässt. Formen und Formate, die die günstigen Produktionsbedingungen und die (oftmals) vergleichsweise geringe Bildqualität und Amateurhaftigkeit selbstreflexiv thematisieren oder in ein strukturelles Konzept einbetten, werden auffällig häufig verwendet. So gelingt es (teilweise), den produktionsästhetischen ‚Mangel‘ als zentrales Konzept in den Mittelpunkt der Rezeption zu rücken, weshalb sich beispielsweise auffällig viele Mockumentary-Formate unter den deutschsprachigen Webserien finden lassen z.B.: Making of Süsse Stuten 7 und Flusstouristen.
Natürlich gibt es, wie bei allen derartigen formalen und prototypischen Definitions- und Eingrenzungsversuchen, breite Übergangsbereiche: zwischen fiktionalen und faktualen seriellen Clipfolgen; zwischen Reihen gleicher formaler Muster ohne erkennbare Handlungsstruktur und Serien mit übergreifenden Verknüpfungen; zwischen Sitcom-Serien ohne Verknüpfungen und filmischen Langerzählungen, die zur Veröffentlichung im Netz einfach nur in kurze Abschnitte zerschnitten worden sind; zwischen dominant narrativen und dominant performativen Formaten.
Zweifelsfälle haben wir, so wir sie recherchieren konnten, eher in die Liste aufgenommen denn ausgeschlossen. So haben wir, um nur einige Beispiele zu nennen, eine Webserie wie Torstraße intim, deren Folgenlänge ca. 30 Minuten beträgt und deren Einzelfolgen thematisch abgeschlossen sind, mit in unsere Liste aufgenommen. Auch die Doku-Serie Bubble Universe findet sich in der Bibliographie, da sie trotz ihrer Faktualität serientypische Erzählweisen und Strukturen aufweist. Ebenso haben wir uns entschlossen, Grenzfälle wie das Projekt 52Monloge, bei dem sich nur maximal zwei Folgen aufeinander beziehen, oder die Webserie Preußisch Gangstar, die im Wesentlichen ein Zusammenschnitt des gleichnamigen Kinofilms darstellt, einzubeziehen. Auch das Projekt Fertig, Los! Webisode die narrative filmische Umsetzung von elf Albumtiteln einer Indie-Band , bei dem es jenseits des musikalischen Zusammenhangs kaum Bezüge zwischen den einzelnen Folgen/Teilen gibt, haben wir berücksichtigt. Ebenfalls in der Sammlung befinden sich Beispiele wie Die Aufmacher oder Verlebt in Berlin, von denen es bislang nur eine Pilotfolge gibt und bei denen unklar ist, ob sie je fortgesetzt werden. Weiterführende Analyse- und Definitionsarbeit werden wir liefern.
Im Folgenden folgt auf den Titel der jeweiligen Webserie in Klammern die Angabe zum Produktionsland und Jahr der Erstveröffentlichung, die Produktionsfirma bzw. der/das Produzent(enteam)/der Produktionskontext sowie der Ort der Erstveröffentlichung (der Portaltitel bei etablierten Videoportalen/die URL bei kleineren/semiprofessionellen/privaten Webseiten). Viele der genannten Webserien sind nicht mehr auf den Portalen ihrer Erstveröffentlichung zu sehen, einige davon mittlerweile auf anderen Portalen abrufbar. Einige der genannten Webserien sind zurzeit nirgendwo im Netz zu finden.
[*] Die Einleitung greift teilweise auf folgende Beiträge von Markus Kuhn zurück:
Kuhn, Markus (2011/im Druck): „Der Einfluss medialer Rahmungen auf das Spiel mit Genrekonventionen. Die Webserie PromQueen als Netzadaption eines Highschoolfilms“, in: Henke, Jennifer et al. (Hgg.), Hollywood Reloaded. Das Spiel mit Genrekonventionen nach der Jahrtausendwende, Marburg: Schüren.
Kuhn, Markus (2011/im Druck): „Zwischen Kunst, Kommerz und Lokalkolorit: Zum Einfluss der Medienumgebung auf die narrative Struktur von Webserien“, in: Nünning, Ansgar/Rupp, Jan (Hgg.), Narrative Genres im Internet: Theoretische Bezugsrahmen, Mediengattungstypologie und Funktionen, Trier: WVT.
Jan Henne, Markus Kuhn, Hamburg, den 25.5.2011
jan[at]medienziner.de
markus.kuhn[at]uni-hamburg.de
Deutsche und deutschsprachige Webserien (alphabetisches Verzeichnis)
30-9: Die Webserie (D 2010, Film- und Designagentur Magmell, bildungscampus-heilbronn.de)
52 Monologe (D 2011, Filmebene, 52monologe.de)
90sechzig90 (D 2000, United Vision/T-Online, 90sechzig90.de)
Andy Girls (D 2009, copy & waste, nachtkritik.de)
Anna & Du (A 2007, smartcontent multimedia produktion/Universal Music/ORF, 3Live/ORF Mobil)
Apartment666 (D 2009, Schauspielhaus Frankfurt, apartment666.de)
Aufmacher, die (D 2009, Axel Springer Akademie, YouTube)
Blaschke.tv (D 2008, ZDF, blaschke.tv)
Blutsbrüder (D 2010, Elephant Filmproduktion, 3min) [>>>]
Borscht Einsatz in Neukölln (D 2001, Safran Films, borscht.de)
Bubble Universe (D 2009, fullscrn Film/Morphium Film, 3min) [>>>]
Check It Out (D 2008, SevenOne Intermedia, ProSieben.de)
Cortex (D 2009, L4 Institut für digitale Kommunikation, 3min) [>>>]
Dämmerung (D 2008, aufmdeich film, daemmerung.aufmdeich.de)
Dating Lanzelot (D 2010, Port-Au-Prince Film- & Kulturproduktion, 3min) [>>>]
Deer Lucy (D 2009, MME Me, Myself & Eye Entertainment, BILD.de)
Doc Love (D 2010, Casino Royale Branded Entertainment/Wieduwilt Film & TV Production, 3min) [>>>]
Eine wie keine So Isses! (D 2009, Grundy UFA TV Produktion/Phoenix Film, Sat1.de)
Emma Stahl (D in Planung, Framboise Filmproduktion, emmastahl.de)
Epicsode (D 2010, Hochschule Offenburg, epicsode.de)
Essenz des Guten, die (D 2011, UFA Lab/Das Kind mit der goldenen Jacke, 3min) [>>>]
Etage Zwo (D 2000, ZDF/Network Movie/Kabel New Media, etagezwo.de)
Fertig, Los! Webisode (D 2010, Pepito Film, zeitgleich auf mehreren Portalen u.a. YouTube)
Flat, the (D 2009, Labra Pictures, MyVideo)
Flusstouristen (D 2010, 1AVista Reisen, YouTube)
Friendslost (D 2010, UFA Interactive/Phoenix Film/ProSieben, friendlost.de)
große Schneemannsterben, das (D 2010, Nur für Rosi Filme, YouTube)
Hütte, die (CH 2010, Zürcher Hochschule der Künste, Frischfilm)
Ihr Auftrag, Pater Castell (D 2008, UFA Film- und Medienproduktion, ZDF.de)
Jabhook (D 2010, A³, sport1.de)
Kollegium Klassenkampf im Lehrerzimmer (D 2010, Vice Productions/Casino Royale Branded Entertainment, 3min) [>>>]
Kurz + Gut (D 2009, BODA Filmproduktion, kurz-und-gut.de)
Making of Süße Stuten 7 (D 2010, Vice Productions, 3min) [>>>]
Männerclub, der (D geplant für 2011, André Köhl Agentur für Kommunikation und Design, der-maennerclub.de)
Mittendrin Ninas Welt (D 2006, Icon Impact, mittendrin.tv)
Mittenjim (D 2009, Perlen Produktion, MyVideo)
Moabit Vice (D 2008, Vice Productions, moabit-vice.de)
Moabit Vice Office Edition (D 2009, Vice Productions, 3min.de) [>>>]
Nerd Perfect (CH 2009, tcp ag, Vimeo)
OffLife (D 2010, UFA Lab, 3min) [>>>]
Paradise Island (AT 2006, 4motion Verein für audiovisuelle Innovationen, paradiseisland.tv)
Pietshow (D 2008, Grundy UFA, studiVZ)
Points of You (D 2011, framelife entertainment, pointsofyou.eu)
Prenzlbasher (D 2009, Filter Filmproduktion, Myspace)
Preußisch Gangstar (D 2008, Fortuna Film, Myspace)
Sex and Zaziki (D 2008, U-Film Produktions GmbH, YouTube)
Sex, Drugs und Goldmelissen-Eistee (D 2009, Oliwood Productions/Koboi Film, 3min) [>>>]
Snobs, die (D 2010, Ulmen Television/ZDFneo, 3min) [>>>]
SPPD: Die Sau ist tot (D 2009, Studio Seidel, sppd.tv)
Stadthelden (D 2010, Antara Filmproduktion und Sounddesign, YouTube)
Studis 4.0 (D 2010, Gropperfilm, Webseite des Darmtstädter Echo)
They call us Candy Girls (D 2008, MME Me, Myself & Eye Entertainment, Myspace)
Torstraße intim (D 2008, torstrasse-intim Gbr, torstrasse-intim.de)
TTT (D 2008, Tobias Heukäufer, YouTube)
Verlebt in Berlin (CH 2009, Beastan Film, Frischfilm)
Vernäht und Zugestrickt (D 2006, Blendwerk.tv, vernaehtundzugestrickt.de)
We together (D 2007, F&I.tv, we-together.info)
Wer bin ich wirklich? (D 2009, unbekannt, Sevenload)
Wilhelm ermittelt (D 2008, Levision Film- und Fernsehproduktion/Thüringer Allgemeine, takrimi.de/home)
Wir sind größer als GROSS (D 2009, Grundy UFA, Myspace)
Wohnung, die (D 2008, Andrei Heidelin, die-wohnung.com)
Zwischen den Stunden (D 2000, Grundy UFA, RTL.de)
Nachtrag vom 20. Juni 2011
Am 31.05.2011 wurde das von der Telekom betriebene Webserien-Portal 3min geschlossen. Golem.de (http://www.golem.de/1105/83585.html; Zugriff: 20.6.2011) zitiert eine Telekom-Sprecherin: „Das Produkt wird eingestellt, weil es nicht den Erwartungen entsprochen hat. Leider hat sich das Potenzial, das wir in diesem Portal gesehen haben, als nicht realistisch erwiesen.“ Auch Spiegel Online (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,763291,00.html; Zugriff: 20.6.2011) führt als Begründung an, dass die Umsatzergebnisse nicht den gestellten Erwartungen entsprochen hätten. Auf dem Portal 3min wird keine Begründung geliefert. Im 3min-Blog hieß es am 18.05.2011 zunächst: „Liebe Fans und Freunde von 3min, es ist Zeit für uns, Abschied zu nehmen. Zu unserem Bedauern müssen wir euch mitteilen, dass die Deutsche Telekom AG sich entschlossen hat, ihr Web-TV Portal 3min aus dem Portfolio zu nehmen und das Angebot zum 31.05.2011 einzustellen.“ Am 31.05.2011 folgte die schlichte Verabschiedung: „Wir verabschieden uns nach 2 Jahren Programm und sagen Danke, Danke, Danke!“
Die Schließung des Portals hat zur Folge, dass einige der genannten Webserien, die bisher auf 3min zu sehen waren, zurzeit nicht im Netz zu finden sind. Das Ende von 3min, das sich erst nach der Erstellung dieser Bibliographie abgezeichnet hat, ist ein weiteres Argument für die oben aufgestellte Behauptung, dass die Webserien-Landschaft schnelllebig und von vielen Fluktuationen geprägt ist. Es gilt zu beobachten, welche Auswirkungen dieser für die deutschsprachige Webserien-Landschaft sicherlich folgenreiche Schritt haben wird.
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