Das virtuelle
Preußische Urkundenbuch
Regesten und Texte zur Geschichte Preußens und des Deutschen Ordens
Ein Projekt der Arbeitsstelle
für die digitale Edition mittelalterlicher Quellen /
des Zentrums "Geisteswissenschaften in der digitalen Welt" an
der Universität Hamburg
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© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999-2009)
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REGESTEN 1396
PrUB, JS 18 – 1396. (Marienburg). - Einnahmen, Zinsgerste und Ausgaben des Marienburger Konvents (für Lebensmittel, eine Windmühle, den Schuhmeister und die Ausbesserung der Nogatbrücke).
PrUB, JS 19 – (1396-1420, 1409?).
o.O. - Zahlen der Deutschordensbrüder (Ritter, Priester) in den
Balleien im Reich und in Unteritalien in den einzelnen Häusern und Kirchen.
*PrUB, JS-JL 68 – [1396].
[o.O.]. - Eidesformel für den Großfürsten
Witold von Litauen sowie für seine Großen und Adligen, zum
katholischen Glauben zu stehen, Nichtgetauften die Möglichkeit zur Taufe
zu geben und Heiden und Schismatikern keine Angriffe auf Christen zu gestatten.
*PrUB, JS 384 – 1396 I 9. Marienburg. - Hochmeister [Konrad von Jungingen] an Herzog [Ladislaus] von Oppeln: antwortet auf sein letztes Schreiben, daß er sich erst dann auf einen Kauf des Landes Dobrin einlassen kann, wenn das Land frei von polnischen Ansprüchen ist; der Orden hat sich nur mühsam der Vorwürfe des Legaten Massano in Thorn wehren können; lange Zeit lagen nicht einmal die Hauptbriefe vor, und es fehlt immer noch die Originale der Verschreibungen über das Land Dobrin durch König Ludwig von Ungarn und Polen, während die Register und Urkunden unvollständig und nur in vorläufiger Form besiegelt sind; bittet trotzdem um Förderung des Ordens.
*PrUB, JS 383 – 1396 III 27.
Marienburg. - Der Hochmeister [Konrad von Jungingen] an König [Erich]
von Dänemark: hat seinen Brief über seine Thronerhebung empfangen;
drückt seine Freude darüber aus, versichert ihm seine und die
Dienste des Ordens und bittet um den Schutz des Königs.
*PrUB, JS-JL 61 – 1396
VII 28. Dobissa. - Hochmeister [Konrad
von Jungingen] erklärt sich bereit, mit dem Großfürsten
Witold bis zur Abhaltung eines Verhandlungstages auf der Dobissa 1396
September 29 und acht Tage über die Abreise der beiderseitigen Gesandten
hinaus einen Waffenstillstand einzuhalten.
*PrUB, JS-JL 65 – 1396
VIII 8. Marienburg. - Hochmeister [Konrad
von Jungingen] an den Ordensprokurator in Rom [Johann vom Felde]: berichtet
über die Verhandlungen des Ordens mit dem Großfürsten Witold
auf der Dobissa, dass der Orden drei Forderungen gestellt habe, die abgelehnt
wurden, die Unterordnung unter Kirche und Reich, die Stellung von Sicherheiten,
nicht mehr vom Glauben abzufallen, und die Einhaltung der dem Orden auch
von den Litauern gewährten Privilegien; bisher ist noch kein Ergebnis
erreicht, doch sollen die Verhandlungen September 29 auf der Dobissa fortgesetzt
werden; dem Orden ging es dabei um die Unterstützung des durch den Papst
eingesetzten Erzbischofs von Riga, Johann von Wallenrode, gegen die Intrigen
des Bischofs von Dorpat, der sich mit Litauern und Russen, aber auch mit
widerständigen Domherren von Riga verbunden hat; berichtet von der kritischen
Situation in Livland, wo der Bischof von Dorpat nicht nur bei seinen Stiftsmannen
Unterstützung findet, und bittet, am päpstlichen Hof notfalls für
Gegenmaßnahmen bereit zu sein; Eidesformel Witolds.
*PrUB,
JS-JL 69 – 1396 VIII 12. Marienburg. - Hochmeister
[Konrad von Jungingen] an die Königin von Dänemark: hat ihre Nachricht
über die die feindselige Behandlung der Kalmarer von Seiten der
Friedeschiffe erhalten und ist daüber bisher nicht informiert worden;
die Angelegenheit betrifft nicht nur die preußischen Städte,
wird aber alles tun, um den Übergriff gütlich auszugleichen; erbietet
König Erich, ihr und dem gesamten dännischen Reich seine Dienste
und hofft dafür auf ihre weitere Förderung.
*PrUB, JS 382 – 1396 VIII 16.
Marienburg. - Hochmeister [Konrad von Jungingen] an König [Albrecht]
von Schweden: hat seine durch seinen Kaplan Hermann überbrachte Botschaft
erhalten; schlägt nach Beratungen mit den Gebietigern statt eines persönlichen
Treffens vor, der König solle einen oder zwei seiner Räte zum
Hochmeister entsenden; bittet um Schutz für den Orden und bietet Gebete
des Ordens für den König an.
*PrUB, JS-JL 64 – 1396
IX 7. Letzen. - Komtur von Rhein an den Obersten Marschall: berichtet über einen Erkundigungszug
nach Litauen unter litauischer Führung; äußert Misstrauen
über die erhaltenen Informationen.
*PrUB, JS-FS 104 – 1396
IX 10. Frankfurt. - Die Gebietiger der Ordensballeien im Reich an Hochmeister
[Konrad von Jungingen]: berichten über den Tod des Deutschmeisters
Johann von Ketze und die Wahl des Landkomturs von Franken, Konrad von Egloffstein,
zu seinem Nachfolger; bitten um die Bestätigung Egloffsteins als Deutschmeister.
*PrUB, JS-JL 67 – 1396
IX 18. Schönsee. - Hochmeister [Konrad
von Jungingen] an Johann von Wartenberg, Hauptmann der Neumark: sendet einen
eingeschlossenen Brief an den Adel und die Städte; bittet, diesen
weiterzugeben, wenn er in seinem Sinne ist; sagt, soweit der Orden selbst
dazu in der Lage ist, Hilfe für die Neumark zu.
*PrUB, JS-JL 71 – [1396
IX 18]. [Schönsee]. - Hochmeister
[Konrad von Jungingen] an den Adel und die Städte der Neumark: ist
von König Sigismund von Ungarn gebeten worden, die Neumark und den von
ihm eingesetzten Johann von Wartenberg gegen Angriffe zu schützen; fordert
sie auf, den Hauptmann und die Neumark gegen etwaige Gewalttätigkeiten
in Schutz zu nehmen; ist gerne bereit, das Seine zu tun.
*PrUB, JS-JL 62 –
1396 X 4. Roggenhausen. - Der Hochmeister
[Konrad von Jungingen] an Königin [Margarethe I.] von Dänemark:
hat ihre Nachricht über die angebliche feindselige Behandlung der Kalmarer
von Seiten der preußischen Friedeschiffe erhalten; versichert,
dass er es zutiefst bedauern würde, sollten die Vorwürfe zutreffen;
verweist aber darauf, dass die Entsendung der Friedeschiffe durch die Hansestädte
beschlossen wurde und dass diese wegen der Angelegenheit bereits eine Botschaft
zu ihr entsandt haben; erhofft sich Aufklärung vom nächsten Hansetag
zu Lübeck; bittet sie, dem Orden nicht die Unterstützung zu entziehen.
*PrUB, JS-JL 66 –1396
X 14. Marienburg. - Hochmeister Konrad
von Jungingen an die Ordensgebietiger und Ordensbrüder im Reich: unterrichtet
sie, dass er mit Zustimmung des Kapitels Konrad von Egloffstein als Deutschmeister
eingesetzt hat; bittet, ihn als ihren Obersten aufzunehmen und ihm gehorsam
zu sein.
*PrUB, JS 381 – 1396 X 29. Marienburg. - Hochmeister [Konrad von Jungingen] an Johann von Wartenberg, den Hauptmann der Neumark: sendet eine Kopie des von einem ungläubigen Litauer überbrachten Entsagebrief des Herzogs Swantibor von [Pommern-]Stettin, der dem Orden darin zu Unrecht beschuldigt; hofft, daß der Herzog nicht gegen den Orden vorgehen werde, insbesondere nicht durch das vom Hauptmann verwaltete, König [Sigismund] von Ungarn zugehörige Land, auf dessen Schutz er vertraut.
*PrUB, JS 380 – 1396 X 29. [Marienburg.] - Instruktion für den Komtur von Danzig [Albrecht von Schwarzburg] für eine Gesandtschaft [zum Römischen König Wenzel] über die Verhandlungen des Ordens mit Herzog Witold: Der Hochmeister hat zwar mit Witold verhandelt, wollte jedoch nicht ohne Zustimmung des Papstes und [des Römischen Königs] Frieden schließen. Er forderte bei den Verhandlungen von Witold Gehorsam gegenüber der Kirche und dem Heiligen Römischen Reich, Sicherheiten wie die Stellung von Geiseln und Erbauung von Festungen gegen den erneuten Verrat am Orden sowie die Wahrung der dem Orden über Litauen und insbesondere über Samaiten verliehenen Privilegien; Witold und die Seinen hoben dagegen die Verbindung mit dem Reich Polen hervor, dem auch Geiseln gestellt waren, und lehnten eine Bindung an das Heilige Römische Reich ab. Zu den vom Orden geforderten Eiden (Annahme des Christentums und christliches Leben, Taufen nach römischem, nicht orthodoxem Ritus, Gehorsam gegenüber Kirche und Reich, kein Einsatz von Heiden gegen Christen und kein Bündnis) blieben die Gesandten eine Antwort schuldig. Witold erhob keine territorialen Forderungen, während der Orden alte Ansprüche auf Samaiten erneuerte. Die Verhandlungen blieben ohne Ergebnis, weil die Ordensvertreter kein Entgegenkommen Witolds erkannten und mißtrauisch blieben. Die Teilnehmer an den Verhandlungen, darunter die Bischöfe von Ermland und Marienwerder, werden dies bestätigen. Der Hochmeister bittet um Schutz für den Orden, auch gegen unrechte Vorwürfe.
*PrUB, JS 379 – 1396 XI 21. Hammerstein. - Hochmeister [Konrad von Jungingen] an Herzog Swantibor von [Pommern-]Stettin: hat aus der Hand eines Ungläubigen (Litauers) den in Kopie beigefügten Entsagebrief des Herzogs erhalten; erinnert am das Bündnis der Herzogs mit dem Orden gegen Polen-Litauen, das der Orden nicht gebrochen hat; hat mit dem Herzog immer freundliche Beziehungen unterhalten; die Vorwürfe wegen der Besetzung des Erzbistums Riga sind unberechtigt.
*PrUB, JS 378 – 1396 XI 22. Hammerstein.
- Hochmeister [Konrad von Jungingen] an Ritter Konrad von Schwerin: hat
aus der Hand eines Ungläubigen (Litauers) den in Kopie beigefügten
Entsagebrief des Herzogs [von Pommern-Stettin] gegen den Orden erhalten,
kann aber nicht glauben, daß der mit dem Orden gegen Polen-Litauen
verbündete Herzog sich tatsächlich zu einem solchen Schritt entschlossen
hat; sollte dies jedoch der Fall sein, fordert er ihn auf, den Herzog zu
ermahnen, das Bündnis nicht aufzulösen; hat den Sohn des Herzogs
nicht bei seiner Kandidatur für das Erzbistum Riga behindert. - Entsprechende
Briefe gingen an den Ritter Dietrich von Wossow und die Knechte Henning Vochs,
Joachim Heydebreke und Ekhart von Sydow.
*PrUB, JS-JL 63 –
1396 XII 3. [Marienburg]. - Hochmeister
Konrad von Jungingen bekennt, Deutschmeister Konrad von Egloffstein angesichts
der schweren Belastungen des Ordens im Reich von der dem deutschen Gebiet
geliehenen Summe von 60.000 Gulden 50.000 Gulden erlassen zu haben, so dass
die Ballei Elsass noch für 10.000 Gulden dem Hochmeister verpfändet
bleibt; sobald diese Summe bezahlt ist, sollen die Brüder der Ballei
wieder dem Deutschmeister unterstellt und alle zuvor über die Verpfändung
gegebenen Urkunden ungültig werden.
*PrUB, JS 377 – 1396 XII 3. Marienburg. - Hochmeister [Konrad von Jungingen] an Herzog Witold: erklärt, daß eine Einigung zwischen ihnen bei den letzten Verhandlungen an mangelnder Vollmacht seiner Gesandten scheiterte; seine Klagen über das Verhalten des Komturs zu Rhein [Johann von Schönfeld] sind unberechtigt. Auch wenn es eine Ausnahme bilden muß, Gebietiger für Verhandlungen so weit außer Landes zu schicken, bietet er ihm einen Waffenstillstand an; soll ihm bis Januar 6 seinen (lateinischen) Brief senden, wenn er mit ihm einen bis 1397 April 23 befristeten Waffenstillstand halten will; aus diesem sollen allerdings der Bischof von Dorpat und die Samaiten ausgeschlossen bleiben.
*PrUB, JS 376 – 1396 XII 13. Marienburg. - Hochmeister [Konrad von Jungingen] an Herzog Swantibor von [Pommern-]Stettin: Der Orden hat dem Herzog ungeachtet der Vorwürfe in seinem Entsagebrief keinerlei Unrecht zugefügt, so daß die Aufkündigung des Bündnisses mit dem Orden nicht rechtmäßig ist; der Herzog hat des Ordens Gut genommen, ist aber seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen; überlegt Rückforderung des Gelds. Der Hochmeister verweist auf die päpstliche Bestätigung der Rechte Johann Wallenrodes auf das Erzbistum Riga, während für den Sohn des Herzogs nicht rechtzeitig und hinreichend geworben wurde, sonst hätte sich der Orden für ihn eingesetzt; auch der Bischof von Dorpat und die Seinen sind im Unrecht gegenüber dem Orden. Dem Orden geschieht auch durch den Herzog große Gewalt und Unrecht.
*PrUB, JS 375 – 1396 XII 13. Marienburg. - Hochmeister [Konrad von Jungingen] an die Städte Stettin, Pyritz, Gartz, Gollnow, Greifenhagen und Damme: weist sie darauf hin, daß ihr Herr, Herzog Swantibor [von Pommern-Stettin] dem Orden ohne Grund entsagt habe, ohne das für die Verbindung angenommene Geld zurückzugeben; fordert sie deshalb als Bürgen zur Rückzahlung der schon mehrfach angemahnten Summe von 2000 Schock Groschen bzw. zum Einlager in Danzig auf, da die gesetzten Fristen vergangen sind.
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