PrUB, JS 374
© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999-2009)
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{Überlieferung}
B = OF 2c, p. 90-91 [olim Registrant des Hochmeisters Konrad
von Jungingen, Nro. II, fol. 42v-43r].
{Drucklegungen}
aus B Codex Diplomaticus Prussicus. Urkundensammlung zur
älteren Geschichte Preußens, hrsg. v. J. Voigt, Bd. 6, 1861,
ND Osnabrück 1965, S. 36-37.
{Diplomatische
Erörterung des Stücks}
Gleichzeitige Abschrift, Papier.
Demutige befelunge und willigen dinst mit allir behegelichkeit bevor.
Allirdurchluchste furstynne grosmechtige gnedige frauwe, euwern briff
uns nuwelichsten gesant by desem euwern boten haben wir wirdiclichen entpfangen
und wol vornomen, in dem euwer wirdige grosmechtikeit uns schribet von
der geschit, die do leyder in desem somer geschen ist, die uns von ganczen
herczen leid ist, und nicht alleine dye, sunder allis das, das wedir euwer
irluchtikeit und wedir die euwern ymmer geschit ader geschen mochte. Gnedige
frauwe, alz ir uns ouch schribet von dem tage, den der allirdurchluchste
furste und herre Erich konig czu Denmarken etc. unser gnediger herre mit
euwer riche rate hat ufgenomen czu halden czu Kalmarn uff den Sontag Trinitatis
nest komende, begernde, das wir czu dem selben ufgenomen tage sömelich
us unsern steten sendten, gnedige frouwe, ir dirkente is von euwern gnaden
wol und lutirlichen, das unser stete und die unsern die allirgeringisten
sien von den gemeynen steten, die do czu der deutschen hensen gehoren und
sie ouch die sache nicht alleyne anrurende ist, sunder sie alle gemeynlichen.
Doch so haben wir sie geheysen und nemelichen in befolen, das sie sich
in der sachen bewisen sollen und dorynne thun alle ir mogelichkeit, als
euwer gnade eren guten willen und ere meynunge wol dirkennen sal in eren
briefen.
Euwer grosmechikeit uns ouch schribit umb czene unser gebitiger uf
den egenanten tag ouch do hin czu senden. So wisset, gnedige frouwe, das
grafe Albrecht von Swarczburg kompthur czu Danczik iczunt bussen landes
ist in unser botschaft und wir nichten wissen, uff welche czeit her gewislichen
czu huse komen mag. Ouch so ist unser grosscheffer gereit den sienen weg
iczunt czu von sienes amptes wegen, und wissen ouch nicht, uff welche czeit
her czu huse mag wedirkomen, und wir konnen von keynem andern uff dese
czeit gewislichen euwer liebe geschriben.
Sunder gnedige frouwe, mogen sich die sachen geflien und enthangen
werden von euwern gnaden wegen und den euwern bis uff die nesten Pfingsten,
alz is doch ufgenomen ist von den steten gemeynlich, als uns unser stete
vorgelegit haben, die und andere sachen czu handelnde, alz is obirredt
ist und vorliebet, dorumb euwer gnade wir begerlichen bitten, wy is denne
undirnomen wirt in bescheidenheit. Und was wir mit den unsern dorczu thun
sollen, nicht alleine in {S. 37} den
dingen sundern in allen andern, euch, euwerm riche und unserm gnedigen
herren dem konige mit dienste czu allir behegelichkeit, das welle wir alczeit
gerne thun noch unserm mogen. Und befelen uns und unsern orden in euwere
beschirmunge.
Geben czu Marienburg an der Mittewochen vor Epyfanie domini anno domini
etc. XC septimo.