PrUB, JS 373
© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999-2009)
Nicht zum gewerblichen Gebrauch. Kopieren ("Spiegeln") untersagt. Vollständige oder auch auszugsweise Wiedergabe im Internet und in anderen Medien ist nicht erlaubt (mit der Ausnahme wissenschaftlicher Zitate).
{Überlieferung}
B = OF 2c, p. 92-93 [olim Registrant des Hochmeisters Konrad
von Jungingen, Nro. II, fol. 43v-44r].
{Drucklegungen}
aus B Codex Diplomaticus Prussicus. Urkundensammlung zur
älteren Geschichte Preußens, hrsg. v. J. Voigt, Bd. 6, 1861,
ND Osnabrück 1965, S. 37-38.
{Diplomatische
Erörterung des Stücks}
Gleichzeitige Abschrift, Papier.
Irluchter furste und grosmechtiger lieber.
Ewern letczten brief uns gesant und ouch ewer vordere brive wir habin
wol vornomen, und welden wol, das uwir irluchtikeit die unsern ouch hette
vornomen. So getruwete wir, das ir umb semeliche sache uns nymmer dorfet
manen ader brive vorschriben, wenn wir ewir grosmecht[ikeit] lange cziet
haben gegebin eyne anthaftige antwurt alz von des landes wegen czu Dobryn,
das uns umb den kowf nicht en ist, wen wir noch ny gesehn haben sotane
gewisheit, das ir uns das landt in kowfes wyse fry mochtet haben gewert,
alz wir andre unsere lande von gots gnaden haben. Sunder wir haben vormols
lange wol gehort und ouch in desim yore, das do vorgangen ist, uff dem
tage, den wir hielden mit Wytowten, das der konig von Polan von des riches
wegen lies uns manen, das wir im das landt czu Dobryn abetreten. Des wart
geantwurt do, das uwer herlichkeit hette uns vorsatczt das landt umb eyne
summe geldes, wen uns die worde beczalt, so welde wir ewir irluchtikeit
mit willen gerne abetreten das land und sost nymands anders, is geschege
denne mit ewerm willen.
Dorumb liebir herre, bedenke ewir grosmecht[ikeit], das uns der kowff
nicht getlich ist, wir und unser gebietegere dirkenten denne, das wir das
landt mochten haben geruwet und mit aller fryheit. Einen kryg und unfrede
uns czu kowfen und unserm ordin, wir getruwen wol, das ewir grosmecht[ikeit]
uns das nicht solde raten, wen wir krig und unfrede gnug haben ungekowft,
got der wandele durch siner gute willen den und allen andren unfrede in
der heiligen cristenheit.
Ouch liebir herre, alz ir uns hat vorschrebin, wy die manne des landes
czu Dobryn sollen haben einen brif, der in gegebin solle syn von des allirdurchluchsten
{S. 38} herrin hern Lodwigen wegen
seliges gedechtniss etczwan konig czu Ungern und czu Crokow, den wir vor
nicht haben gewost, noch sine inhaldunge nicht wissen, des selben brives
lute und siner inhaldunge uns wir wellen dirfaren, alz ferre ab her uns
werden mag, und noch deme alz wir und unsere Gebiteger werden dirkennen
des brives luet mit unsir meynunge, do by wir gerne wellen uwir irluchtikeit
vorschriben.
Geben czu Marienburg am Dinstag infra octavas Epyphanie anno XCVII.