PrUB, JS 369
© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999-2009)
Nicht zum gewerblichen Gebrauch. Kopieren ("Spiegeln") untersagt. Vollständige oder auch auszugsweise Wiedergabe im Internet und in anderen Medien ist nicht erlaubt (mit der Ausnahme wissenschaftlicher Zitate).
{Überlieferung}
B = OF 2c, p. 104-105 [olim Registrant des Hochmeisters Konrad von
Jungingen, Nro. II, fol. 49v-49br].
{Drucklegungen}
aus B Codex Diplomaticus Prussicus. Urkundensammlung zur
älteren Geschichte Preußens, hrsg. v. J. Voigt, Bd. 6, 1861,
ND Osnabrück 1965, S. 42-43.
{Diplomatische
Erörterung des Stücks}
Gleichzeitige Abschrift, Papier.
Unsern fruntlichen grus czuvor.
Lieber her gebitiger, wisset, das an sendte Scolastice tage nu nest
gewest czu uns qwam her Nickel Temerecz ritter, der ouch hewer was uff
dem tage, den wir hilden mit Wytawten, und sproch czu der czeit, her were
syn dyner. Der selbe bracht an uns eyne botschaft mit eym credencien brieffe
von unserm gnedigen herren dem Romischen konige in der wize, als ir vindet
in deser ingeslossen copien. Syner botschaft wir ouch antwerten uff die
czeit, alz ir moget sehen in deser selben copien. Wen uns nu macht doran
liet, wy wir die botschaft vorantwerten mogen, als wir sie vorantwerten
meynen uff sendte Jurgen tage nest komende, alzo das wir gnug thun der
botschaft und ouch nicht komen in die ungenade unsers herren des Romischen
konigs und ouch unser recht nicht vorsumen noch den gemeynen nucz und fromen
der ganzen cristenheit. Und wen nu semeliche sache anruret nicht alleyne
uns, sunder alle herren anwalde des cristengeloubis, besundern unsere gnedigen
herren die korfursten, ane eren rat wir nicht wellen noch meynen czu thun.
Dorumb bitten wir uch betlich, das ir die botschaft brenget an sie,
mit flieze bittende, das sie uns eren gnedigen rat geruchen czu thun und
czu geben, wy wir uns wol vorantwerten mogen, alzo das wir icht thun, das
wedir sie ist ader ouch wedir unsern gnedigen herren den Romischen konig
und nuczlich der ganczen cristenheit. Und den rat, den sie uch geben, mag
is gesyn, das sie uns den vorschriben, das welle wir in von herczen danken.
Ist das nicht, so vornemet sie eigentlich und vorschribet den uns ane sumen,
do tut ir uns sundirlich an eyn behagen und eyn lipnis.
Geben czu Marienburg am Sontag noch Scolastice.
Des glichen ist geschriben dem lantkompthur czu Behemen, lantkompthur czu Osterrich, dem kompthur czu Cobelencz. Dy briefe furte her Johannes Keseling. des {S. 43} kompthurs capelan von Reden, und czog weg am Fritag nest noch Valentini Martiris anno domini etc. XCVII.