PrUB, JS 366
© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999-2009)
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{Überlieferung}
B = OF 2c, p. 121 [olim Registrant des Hochmeisters Konrad von Jungingen,
Nro. II, fol. 57r].
{Drucklegungen}
aus B Codex Diplomaticus Prussicus. Urkundensammlung zur
älteren Geschichte Preußens, hrsg. v. J. Voigt, Bd. 6, 1861,
ND Osnabrück 1965, S. 45-46.
{Diplomatische
Erörterung des Stücks}
Gleichzeitige Abschrift, Papier.
Irluchter furste und herre.
Alz ir letzt czu uns gesant hattet Petrum ewern schriber, der do von
der artikel wegen, dy do hewer in der vasten geteidinget worden mit euch
{S. 46} von unsern gebitegern und do
vorliebet worden uff beide sieten, warp an uns obir dy geteidingeten artikel
czwene andern, dy czu der wile nicht vorliebe. noch in den teidingen woren
beslussen. Und czu der czit wir sprochen, unsere gnedigen herren dy kurfursten
haben eynen tag gelegt dry wochen noch Ostern, czu dem sy czu sampne werden
komen czu Frankenfort, und wir dy unsern ouch dorczu mussen senden und
do lasen unsere herren dy sachen vorsten. Haben wir icht umbillichs angemutet
euwern herren, wir wellen gerne abe lasen. Sint ouch dy teidingen moglich,
wir truwen das ewir herre sie halde, und darff uns nicht beschuldigen,
das wir in dringen und noten obir recht adir obir eyn moglichs, und so
schire, so unsir boten wider komen, so welle wir gerne ewern herren vorschrieben,
was wir werden vornemen von unsern boten.
Nu wisset herre, das unser boten nu nehst yn den Phingsten heiligen
tagen czu land qwomen, alleine sy nicht also balde mochten czu uns gekomen,
und dy sagen uns, der tag sy vorczogen dorumb, wenn unsir gnediger herre
der Romissche kunig czu dem tage nicht qwam, bis uff sente Jocobs tag nehst
komende so wellen sy abir by enander syn. Ist is euch czu mute, das ir
euch dirfaren wellet, was unsere herren dy kurfursten czu den teidingen
sprechen werden, so mogt ir dorczu senden, wen ir welt. Und dorumb ist
is ewir wille, das cwisschen unsern landen bynnen der cziet der frede stee
uff beide syten, bis uff Assumpcionis Marie, uff dy wile moget ir und wir
uns dirfaren, so sende uns einen fredebriff in dem lute, alz der vorder
briff geschriben was, so wellen wir euch den unsern wider senden, und das
thun wir dorumb, das ir uns io nicht durft beschuldigen, das wir haben
gemutet eyns unmoglichin adir eyns unbillichen an euch.
Gegeben czur Swecz in vigilia Trinitatis XCVII.