PrUB, JS 365
© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999-2009)
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{Überlieferung}
B = OF 2c, p. 125 [olim Registrant des Hochmeisters Konrad von Jungingen,
Nro. II, fol. 59r].
{Drucklegungen}
aus B Codex Diplomaticus Prussicus. Urkundensammlung zur
älteren Geschichte Preußens, hrsg. v. J. Voigt, Bd. 6, 1861,
ND Osnabrück 1965, S. 46-47.
{Diplomatische
Erörterung des Stücks}
Gleichzeitige Abschrift, Papier.
Unsern fruntlichen gruss zuvor.
Lieber her gebietiger, alz wir leczt noch Ostern gesandt hatten den
kompthur von Elbing uff den tag zu Frankenfurd, den unsere gnedigen herren
die kurfursten begriffen hatten, wol underwyset mit nemlichen sachen und
clagen, die do blebin ungeendet und unforantwort durch den willen, das
eyn ander tag ufgenomen wart bis uff Jacobi nehst komende, dy selben sachen
und clagen euch {S. 47} ouch lies yn
der cziet yn schriften, alz wir haben vornomen. Dorumb so bitten wir allem
flise, das ir geruchet czu dem selben tag czu komen, und unsern gnedigen
herren czu vormanen umb unsers ordens wille und der ganczen heilgen cristenheit,
in czu vorlegende, wy das dy Littowen und Russen groslich werden gesterket
von tage czu tage von dem konge czu Polan mit wopen, harnisch, bochsen
etc. und ouch von hinden czu von den Tathern, der eyne grose mennyge komen
sint czu Wytowt, mit den her meynet yo uns und dy cristenheit czu beschedigen.
Und alz wir yn der gebunge dis brives vor wore mere hatten, das ir eyne
grose mennyge by im lege czu Lunczeg yn Russen und welde unser lande mit
in beschedigen und wy groslich der heiden landt werden gesterket von dem
egenanten konge, wir euch ofte vormols entpoten haben und besunder nu leczt
ouch unsern gnedigen herren den kurfursten. Und dorumb siet flisig an unsern
herren, das sy doruff gnediclich gedenken, und vornuwet in unser sachen,
ap sie ir vorgessen haben, und yo also, das ir keyne clage thut wider unsern
herren den Romisschen konig, sunder alz wir underwyset hatten den egenenanten
kompthur czum Elbing, also siet ouch underwyset , und was ir von in dirfaret
vor eine antwert, das vorschribet uns unforczogen mit desim kenwortigen
boten und entscholdiget yo uns, dorumb das wir czu dem vorbenumpten tag
nicht mochten senden unser besundern boten, wen wir mussen bie note wol
czusehn zu unsern landen.
Ouch so wisset, das wir mit den Darptisschen yn der gebunge dis brives
hielden einen tag, wy wir uns mit in scheiden werden, das wirt euch hernoch
mols wol czu wissen, wen czu der cziet noch nichtesnicht geendet was.
Ouch so habe wir vorschrebin herczog Wytowt den tag, ap her dorczu
ymands senden wirt, das wisse wir nicht, und ap das geschiet, so siet gewarnet
wider in, horende dornoch, was unsere herren czu unsern und sinen sachen
sprechen werden, alz ir wisset.
Ouch so wachet flislich uff den tag, ap imands anders bescholdigen
welle den orden, das ir uns und den orden also vorantwurt, alz wir euch
genczlich getruwen.
Datum Mezelencz am Sontag vor Margarethe [1397].