PrUB, JS 356
© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (1999-2009)
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{Überlieferung}
B = OF 2c, p. 136 [olim Registrant des Hochmeisters Konrad von Jungingen,
Nro. II, fol. 64v].
{Drucklegungen}
aus B Codex Diplomaticus Prussicus. Urkundensammlung zur
älteren Geschichte Preußens, hrsg. v. J. Voigt, Bd. 6, 1861,
ND Osnabrück 1965, S. 57-58.
{Diplomatische
Erörterung des Stücks}
Gleichzeitige Abschrift, Papier.
Irluchter furste und herre.
Noch der cziet, als Petrasch ewir schriber hewer czu letczte by uns
was, do befulen wir im an euch czu brengen, wy das wir unser boten hetten
usgericht an unsere herren dy kurfursten, do von in czu vorhoren ere meynunge
von unser beider sache, und so dy wider qwemen, des so welde wir euch haben
lasen vorsten ere botschaft etc. Und dornoch, als dy boten wider qwomen,
off das das wir euch mochten haben undirwyset, wy is en dirgangen hette,
santen wir czu euch kegen Littowen hern Thomas Surwylle und befulen im
euch czu sagen, das der tag mit unsern herren den kurfursten nicht were
czugegangen, wenne dorczu nicht gekomen were unser gnediger herre der Romische
konig und vil ander herren dy dorczu solden syn gekomen, ouch wy das der
tag vorlenget were bis uff Martini nehst komende.
Wir befulen im ouch, weres das icht were umb eynen freden bis uff Andree
nehs komende, das ir uns des hettet gesandt ewern fredebriff noch alder
gewonheit, wen bynnen der cziet, so getruwete wir wol, ginge der tag czu
mit den herren kurfursten, das wir denne wol entscheiden worden, ab wir
icht keyns unbillichen an euch gemutet hetten adir nicht.
Ouch so hatte her in siener bevelunge, das her mit euch solde haben
geredt als von unsirs herren des konigis wegen czu Ungern der sich der
sache czu entrichten czwisschen dem konge von Polan, euch uff eyne, uns
und unserm orden uff dy ander syte wolde undirwynden, ap her mochte, das
ir uns hettet lasen vorsten, ab is ewir wille were und in welcher wyse,
das wir uns dornoch hetten mocht richten.
Das was unser bevelunge, dy wir hatten mete gegeben hern Thomas Surwille
und nicht me, und wen ir an uns gesant hat ewirn boten czeiger dis brives,
und vormols des fredes nicht ist gedocht, noch dy wise wie is ewir wille
sie, dorumb synt dem mole das der tag unsir herren der kurfursten vorschoben
ist bis uff Martini, als vor stet geschriben, und uff das, das ir dirkennen
mogt, das wir nicht anders suchen noch begern wenne eynen steten frede
ewir und unser lande. Ist is ewir wille den frede czu halden bis uff Andree
nehst komende, so sendet uns ewirn fredebriff noch alder gewonheit, so
wellen wir euch do kegen eynen semlichen senden. Und ist euch der tag czu
korcz, so mogt ir in vorlengen bis uff Wynachten, bynnen der cziet so mogen
wir uns dirfaren, ab der tag czugeet mit {S. 58}
unsern herren den kurfursten adir nicht.
Geben czu Marienburg am Sonobund noch omnium Sanctorum anno XCVII.