Das virtuelle Preußische Urkundenbuch
Regesten und Texte zur Geschichte Preußens und des
Deutschen Ordens
PrUB, JS-FS 113
© Jürgen Sarnowsky, Hamburg (2003-2009)
– im Rahmen des Projektbereichs "Geschichte Ostdeutschlands" gefördert
durch den BKM -
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Abkürzungen (Archive
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Die textkritischen Anmerkungen und Fußnoten
der Vorlageedition erhielten in dieser virtuellen Ausgabe andere Bezeichnungen,
um Wiederholungen zu vermeiden, und die inhaltlichen Fußnoten
wurden ergänzt. Seitenwechsel der Vorlageedition wird pink, kursiv
und in geschwungenen Klammern angegeben, z.B. {S.
368}. Römische Zahlen werden arabisch wiedergegeben. Hochgestellte
Buchstaben werden nachgestellt (ae etc.)
1397 Juni 23. Marienburg.
{Regest}
Hochmeister [Konrad von Jungingen] an Herzog [Ladislaus]
von Oppeln: bittet um die Bestätigung, dass das Land Dobrin frei von
allen Ansprüchen sei und alle Rechte daran bei Ladislaus liegen;
stellt dem Herzog eine Frist, in dem dieser belegen soll, dass die Ansprüche
der Königin [Hedwig] von Polen falsch seien, sollte dies nicht geschehen,
werde der Orden das Land an die Königin geben.
{Überlieferung}
B = olim StA Kbg. Hochmeisterregistrant [Konrad von Jungingen] Nr.II , p.55.
{Drucklegungen}
aus B: Codex Diplomaticus Prussicus, Urkundensammlung
zur älteren Geschichte Preussens aus dem königl. Geheimen
Archiv zu Königsberg nebst Regesten, hrg. Johannes Voigt, Bd.
5, Königsberg 1857 (ND Osnabrück 1965), S. 132-133.
{Diplomatische Erörterung des Stücks}
Registerabschrift
Duci Opuliensi
Irluchter furste und grosmechtiger herre, uwir brife uns letczte gesant
und ouch ofte vormols begerende, das wir uwir irluchtikeit geben eyn ende
des kowffs von des landes wegen Dobryn, haben wir wol vornomen.
Und wir do wider uch ofte vorschrebin haben, das uns umb das landt
yn kowfes wyse nichten ist, wir worden denne underwyset, das uwir grosmechtikeit
uns mochte fryhen das selbe landt und geweren, wen ys uns iczunt ofte were
angesprochen von dem riche czu Polan.
Doruff ir uns ofte hat geantwort, is were an uch fry gekomen in wechsels
wyse landt umb land, sunder dy wyse der fryheit mit der das selbe lant
an uwir irluchtikeit were gekomen, uns ny mochte czu sehn werden und uns
doch nicht czu mute ist, das keyner lande kowffs pflegen sal unser orden,
is geschee denne mit aller herlichkeit und fryheiten der selben, alz wir
ouch haben alle unser lande.
Worumb so wisset lieber herre, das wir czu Phingsten nehst gewest1 hielden eynen tag mit unsir
gnedigen frowen der kongynne czu Polan czu Alden Lesslow, dy do in eigener
personen ernstlichen furdert und ansprach das egenante landt, wen is were
ir und gehorte czu irem riche und uns ouch korczlich dornoch mit sweren
briven dirmanente umb das landt. Und wir do eyns worden sint mit ir und erem
rate, ist das ir uns das landt nicht vortreten wellet noch mogt by eyner genanten
cziet noch fryhen, alz wir is halden in vorsatczunge, so wellen wir doruff
gedenken, das wir unsir frouwen holde und des riches behalden.
Dorumb liber herre, so bitten wir getruwelichen uwir grosmechtikeit
und mit allem flysse, das ir geruchet czu komen uns vortretende dy ansproche
und fryhende das egeschrebene landt. Wen wir wellen haben eyn ende desir
ansproche, enczwor das ir is selber loset, adir schicket uns eynen andern,
der das moglich losen mag.
Getruwet abir uwir gros- {S. 133}mechtikeit,
das ir uns nicht mogt gefryhen adir entwerren dy egeschrebene ansproche, so
lasset is uwir willen syn , den ir uns dirczeigen sollet, mit uwerm brive,
adir ouch yn widergebunge unser brive, so wellen wir gerne abetretyn das
landt Dobryn unsir gnedigen frouwen der kongynne.
Wirt uns dy summe geldes beczalt, dy wir doruff gethan gelegen und vorbuwet
noch uwir brife luet, und do Got vorsy, ab ir des keyns thun weldet, sunder
uns lassen ungefryhet und in ansproche, so vordenket uns nicht, das wir
uwir grosmechtikeit denne dirmanen mussen by uwern truwen und eren, by den
ir uns globet hat, das selbe landt czu vorsten und czu fryhen, und glicher
wyse gedenken doruff, wy wir das landt abetreten mogen unser frouwen mit
eren.
Eyne gewisliche und briflich antwort bete wir uns czu thun mit desim
kenwortigen erbaren boten unvorczogen.
Gebin czu Marienburg am Sonobund noch Corporis Christi anno XCVII.2
Inhaltliche Anmerkungen
1) 1397 Juni 10.
2) 1397 Juni 23.
Zitieren dieser Edition: (1) virtuell: URL (http://www1.uni-hamburg.de/Landesforschung/
pub/js-fs/js-fs113.htm) und Datum der Einsichtnahme; (2) im
Druck: PrUB, JS-FS 113 (1397 Juni 23. Marienburg.)
Bearbeitungsstand:
Text eingegeben (30.August 2003 Frauke Schmitz) – Datum überprüft
(30.August 2003 Frauke Schmitz) – Text mit PrUB oder sonst Druck kollationiert
(30.August 2003 Frauke Schmitz) – Text mit Or. kollationiert () – äußere
Merkmale beschrieben ()
Datum der Erstanlage:
Samstag, den 30. August 2003 — Letzte Änderung:
23. Januar 2009 von Jürgen Sarnowsky
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