Deutsche Forschungsgemeinschaft

DFG-Schwerpunkt  (Schwerpunktprogramm Nr. 195)
”Effiziente Gestaltung von Finanzmärkten und Finanzinstitutionen”
http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/dfg/dfg195/projekte.htm

http://www.dfg.de

Projekt
Auswirkungen unterschiedlicher Ausgestaltungen der Orderbuchtransparenz unter besonderer Berücksichtigung der Liquidität des deutschen Aktienmarkts
(zuständiger Mitarbeiter: Dr. André Küster Simic)

Die Ausgestaltung des Orderbuchs kann man als wesentliches Element der Marktorganisation und somit als ein wichtiges Wettbewerbsinstrument ansehen. So ist das Orderbuch im elektronischen Handelsverfahren XETRA weiter geöffnet als das Orderbuch im deutschen Parketthandel, in Paris oder New York. Für den Börsenwettbewerb und die Börsenaufsicht stellt sich daher die Frage, welcher Grad der Orderbuchtransparenz dazu beitragen kann, einen Finanzplatz zu stärken.
Die Forschung hatte sich im Zeitpunkt des Projektantrags nur Teilaspekten gewidmet. Für den deutschen Aktienmarkt lag keine Untersuchung vor.

Veröffentlichungen

  • Hartmut Schmidt und André Küster Simic
    Orderbuchtransparenz, Abschlußunsicherheit und Bietverhalten. Eine Untersuchung zum Gravitational-pull-Effekt am deutschen Aktienmarkt. In: Die Betriebswirtschaft, 59. Jahrgang (1999), Heft 2, S. 221-239.
  • Hartmut Schmidt und André Küster Simic
    Kursverbesserung und Orderbuchtransparenz. In: Sparkasse, 116. Jg. (1999), Heft 11, S. 524-532.
  • Hartmut Schmidt und André Küster Simic
    Zur Theorie der Geld-Brief-Spanne auf Anlegerauktionsmärkten: Der Einfluß der Orderbuchtransparenz auf die Abschlußunsicherheit. In: Finanzmärkte im Umbruch, Heft 15 der Beihefte zu Kredit und Kapital, Berlin 2000, S. 137-172.
  • Hartmut Schmidt, Michael Schleef und André Küster Simic
    Warentests für Handelsplattformen - Zur Anlegerfreiheit am Aktienmarkt. In: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 13. Jg. (2001), Heft 2, S. 69-83.
  • André Küster Simic
    Orderbuchtransparenz, Bietverhalten und Liquidität. Wiesbaden 2001. Zugl. Dissertation Universität Hamburg 2000.
  • André Küster Simic, Michael Schleef und Harmut Schmidt
    From Gravitational Pull to Abnormal Transaction Cost. Vortrag an der Zicklin School of Business, Baruch College, City University of New York, am 22. Oktober 2003. Die Vortragsfolien können Sie hier herunterladen.

Projekt
Sozialkapital und Transaktionskosten-Controlling
(zuständiger Mitarbeiter: Dr. Michael Schleef)

Es soll die These untersucht werden, daß die Agency-Beziehung zwischen Anlageinstitution und Bank zu überhöhten Transaktionskosten führt. Mit IBIS-Daten wird für ein Spektrum von Transaktionskostenmaßen jeweils das Standardniveau ermittelt, um damit die entsprechenden Kosten von Transaktionen institutioneller Anleger zu vergleichen. Durch dieses Vorgehen soll zugleich eine Methodik für das in Deutschland noch vernächlässigte Transaktions-Controlling erarbeitet werden.

Veröffentlichungen

  • Hartmut Schmidt und Michael Schleef
    Schlägt sich die Prinzipal-Agent-Beziehung zwischen Anlageinstitution und Bank in überhöhten Transaktionskosten nieder? Eine empirische Untersuchung interessewahrend erteilter Aufträge. In: Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, 53. Jg. (2001), Nr. 11, S. 663-689.
  • Hartmut Schmidt und Michael Schleef
    Transaktions-Controlling - ein Weg zur Erhöhung der Rendite von Sozialkapital? In: Die deutsche Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung im Umbruch, Hrsg. Carl-Christian Freidank, München 2001, S. 555-575.
  • Hartmut Schmidt, Michael Schleef und André Küster Simic
    Warentests für Handelsplattformen - Zur Anlegerfreiheit am Aktienmarkt. In: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 13. Jg. (2001), Heft 2, S. 69-83.
  • Michael Schleef
    Sozialkapital und Transaktions-Controlling. Perspektiven für institutionelle Anleger. Wiesbaden 2001. Zugl. Dissertation Universität Hamburg 2000.
  • Hartmut Schmidt, Michael Schleef und Tim Richter
    Interessenkonflikte bei der Ausführung institutioneller Orders, Transaktions-Controlling und Anlegerschutz. In: Produktion und Controlling, Hrsg. Frank Keuper, Wiesbaden 2002, S. 343-376.

Projekt
Komponenten der Geld-Brief-Spanne am deutschen Aktienmarkt
(zuständiger Mitarbeiter: Dr. Kai Treske)

Die Entwicklung eines Finanzplatzes wird entscheidend durch Preis und Qualität seiner Effektenhandelsdienstleisungen beeinflußt. Ein wichtiger Bestandteil der Transaktionskosten sind die Kosten sofortigen Abschlusses, die in der Geld-Brief-Spanne zum Ausdruck kommen. Üblicherweise werden drei Komponenten betrachtet, und zwar Geschäftsabwicklungskosten, Bestandshaltekosten und Informationsrisikokosten.
Obwohl eine Aufschlüsselung der Geld-Brief-Spanne wichtige Anhaltspunkte über die Leistungsfähigkeit eines Kapitalmarkts geben kann, lag eine deutsche Untersuchung über die relative Bedeutung der Spannenkomponenten bisher nicht vor. Es war deshalb Ziel des Projekts, die Spannenkomponenten am deutschen Aktienmarkt empirisch für verschiedene Anbieter des Sofortigkeitsservice zu ermitteln. Die Entwicklung der Komponenten sollte zudem im Tages- und Wochenverlauf untersucht werden, um den Handelsprozess aus der Sicht der Anbieter von Sofortigkeitsservice besser zu verstehen. Die Spannenkomponenten sollten nicht für alle Aktien gemeinsam, sondern für einzelne Aktien bestimmt werden, da schon wegen der unterschiedlichen Umsatzstärke nicht zu erwarten war, daß den drei Komponenten bei allen Aktien die gleiche Bedeutung zukommt. Auch die Informationsrisikokosten, die aus asymmetrisch verteilter Information resultieren, ließen differenzierte Ergebnisse bei den einzelnen Aktien erwarten.

Veröffentlichungen

  • Hartmut Schmidt, Olaf Oesterhelweg und Kai Treske
    Erkennen deutsche Anleger die Vorzüge sogenannter Call Markets? In: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 8. Jg. (1996), S. 10-19.
  • Hartmut Schmidt und Kai Treske
    Komponenten der Geld-Brief-Spanne am deutschen Aktienmarkt. In: Zeitschrift für Betriebswirtschaft, 66. Jg. (1996), Nr. 9, S. 1033-1056.
  • Kai Treske
    Komponenten der Geld-Brief-Spanne am deutschen Aktienmarkt. Wiesbaden 1996. Zugl. Dissertation Universität Hamburg 1996.
  • Hartmut Schmidt, Olaf Oesterhelweg und Kai Treske
    Call Market Trading in Germany: A pre-Xetra Analysis. In: The Electronic Call Auction: Market Mechanism and Trading, Hrsg. Robert A. Schwartz, Massachusetts 2001, S. 395-409.
  • Hartmut Schmidt und Kai Treske
    Inside Spreads vs. Individual Dealer Spreads: Components of the Bid-Ask Spread in the German Equity Market. In: Schmalenbach Business Review, German Financial Markets and Institutions: Selected Studies. Hrsg. G. Franke, G. Gebhardt und J P. Krahnen, Düsseldorf: Verlagsgruppe Handelsblatt, 2002, Sonderheft 1, S. 205-223.

DFG-Schwerpunkt  
”Empirische Kapitalmarktforschung”

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Projekt
Kursermittlungsprinzip und Transaktionskosten
(zuständiger Mitarbeiter: Dr. Peter Iversen)

Es ist unstrittig, daß die Bundesrepublik als Finanzplatz an Bedeutung verlieren wird, wenn es nicht gelingt, die Transaktionskosten im deutschen Effektenhandel wenigstens in dem Maße zu senken, wie das an anderen wichtigen Finanzplätzen geschieht. Während die anderen Komponenten der Transaktionskosten sich durch Computerisierung tendenziell senken lassen, hängen die Kosten sofortigen Abschlusses auch vom Kursermittlungsprinzip ab, also davon, ob der Handel an einer Börse sich eher auf das Auktionsprinzip oder auf das Marketmakerprinzip stützt. In Deutschland entwickeln sich gegenwärtig verschiedene computergestützte und vollelektronische Handelssysteme für das Kassageschäft, von denen einige sehr auf Marketmaker setzen (IBIS, MATIS, MIDAS), andere dagegen nicht (BOSS-CUBE, BIFOS). Das Forschungsvorhaben will aufzeigen, wie die Kosten sofortigen Abschlusses vom Kursermittlungsprinzip abhängen und wie sie sich in der gegenwärtigen Übergangsphase in verschiedenen Systemen entwickeln. Es will einen weiteren Beitrag zur börsenpolitischen Diskussion und zur Überprüfung der These leisten, daß für umsatzstarke Werte das Auktionsverfahren zu den niedrigsten Kosten sofortigen Abschlusses führt.

Veröffentlichungen

  • Hartmut Schmidt
    Liquiditätsmangel deutscher Börse? In: Börsen-Zeitung, Nr. 9 vom 15. Januar 1991, S. 5.
  • Hartmut Schmidt und Peter Iversen
    Geld-Brief-Spannen deutscher Standardwerte in IBIS und MATIS. In: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 3. Jg. (1991), S. 209-226.
  • Hartmut Schmidt und Peter Iversen
    Automating German Equity Trading: Bid-Ask Spreads on Competing Systems. In: Journal of Financial Services Research, Vol. 6 (1992), S. 373-397. Wiederabgedruckt in: Microstructure of World Trading Markets, Hrsg. Hans R. Stoll, Boston und Dordrecht 1993, S. 73-97.
  • Hartmut Schmidt, Peter Iversen und Kai Treske
    Parkett oder Computer? Die Kosten sofortigen Abschlusses an der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg und im elektronischen Handelssystem IBIS. In: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 5. Jg. (1993), Heft 4, S. 209-221.
  • Peter Iversen
    Geld-Brief-Spannen deutscher Standardwerte. Wiesbaden 1994. Zugl. Dissertation Universität Hamburg 1993.
  • Alfred Bühler, Andreas Grünbichler und Hartmut Schmidt
    Parkett und Computer im Preisfindungsprozeß. In: Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 7. Jg. (1995), Nr. 3, S. 234-243.
  • G. Geoffrey Booth, Peter Iversen, Salil K. Sarkar, Hartmut Schmidt und Allan Young
    Market Structure and Bid-Ask Spreads: IBIS vs. NASDAQ. In: European Journal of Finance, Vol. 5 (1999), No. 1, S. 51-72.
  • Hartmut Schmidt, Peter Iversen und Kai Treske
    Market Structure and Bid-Ask Spread. In: Empirical Research on the German Capital Market, Hrsg. Wolfgang Bühler, Herbert Hax und Reinhart Schmidt, Heidelberg 1999, S. 79-96.

Projekt
Empirische Überprüfbarkeit des Erfolgs von gesetzgeberischen Eingriffen in die Börsenorganisation am Beispiel des geregelten Marktes
(zuständiger Mitarbeiter: Dr. Torsten Schrader)

Das Projekt ist vor allem dem Forschungsschwerpunkt "staatliche Regulierungen" zuzuordnen. Das Börsenzulassungs-Gesetz vom 16. Dezember 1986 hat als neues Börsensegment den geregelten Markt eingeführt, der im Mai 1987 eröffnet wurde. Der Gesetzgeber hat dieses neue Börsensegment geschaffen, weil er davon überzeugt war, daß damit die Bedingungen für die Emission von Aktien durch mittelständische Unternehmen verbessert würden gegenüber der bisherigen Situation, in der diese Unternehmen vor allem auf den geregelten Freiverkehr angewiesen waren. Es wird untersucht, ob durch den geregelten Markt die Emissionsbedingungen tatsächlich verbessert worden sind. Im Zentrum dieser Untersuchung steht dabei die Frage, ob es eine abnormale Performance der Aktien gegeben hat, die vom geregelten Freiverkehr in den geregelten Markt übergewechselt sind. Empirisch ist der Segmentwechsel bisher für die Bundesrepublik nicht untersucht worden.

Veröffentlichungen

  • Hartmut Schmidt und Torsten Schrader
    Kurseffekte beim Wechsel in den geregelten Markt. In: Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, Sonderheft 31, 1993, S. 227-275.
  • Torsten Schrader
    Geregelter Markt und geregelter Freiverkehr. Auswirkungen gesetzgeberischer Eingriffe. Wiesbaden 1993. Zugl. Dissertation Universität Hamburg 1993.
  • Hartmut Schmidt und Torsten Schrader
    Statutory Induced Switching into a New Market. In: Empirical Research on the German Capital Market, Hrsg. Wolfgang Bühler, Herbert Hax und Reinhart Schmidt, Heidelberg 1999, S. 97-110.